I
ihrwisstschonwer
Gast
Jeden Tag sah sie aus dem Fenster hinaus.
Immer wenn es regnete, fuehlte sie sich einsam.
An solchen Tagen vergrub sich in ihr ein Gefuehl der Hilflosigkeit,
dass sie nicht mehr loszulassen schien.
Sie verglich sich oft mit einem Regentropfen, der an ihr Fenster prasselte.
Manchmal hatten Fenster fuer sie eine grosse Bedeutung.
Besonders die Fenster der Hochhaeuser, weil alles, was von dort herunterfiel klanglos zerschallte und nicht mehr zu reparieren war.
Immer wieder beobachtete sie ihre Pulsadern und fuhr mit einem roten Filzstift an ihnen entlang.Dass das Leben von zwei so kleinen koerperstellen abhaengig ist, war fuer sie faszinierend.
Dienstag;Dienstag sollte es wieder schoenes Wetter geben.
Doch was half das, wenn sie jeden Tag den Regen in ihrem Kopf hoerte?
Allein sass sie am Fenster und schaute hinaus.
Genau in solchen Augenblicken floh sie in ihre Traumwelt.
Sie stellte sich vor sie waer ein Windhauch,der sich inmitten der Baeume verliert.Sie dachte zurueck, als sie noch lachen konnte und alles im Leben einen Sinn ergab,sie sich nicht wertlos fuehlte.
Und jetzt?
Jetzt glich ihr junges Leben einem schaurigen, dunklem Regentag, an dem sich dicke,schwere Wolken am Himmel bildeten und sie an allem das Interesse verlor.Selten verliert ein Mensch seine Spuren und seine Lebenslust,die er in scheinbar ewiger Traurigkeit wiederfindet.
War sie denn eine Seltenheit? Seltenheiten gelten als etwas Besonderes.
Frueher konnte sie noch laut aufschreien und die Zukunft lag vor ihren Augen,auf die sie sich freute, weil jeder Tag ein sonniger und heller war.
Es regnete nie.
Sie wuenschte sich Fluegel, wollte ihren koerper verlassen,denn von aussen betrachtet fand sie sich schoener, obwohl sie es eigentlich nie fagte in den Spiegel zu sehen.
Sie sah noch einbmal aus dem Fenster.Der Wagen des Vaters fuhr in das Carport.Somit war der Zeitpunkt da, aus der Realitaet ihres Zustandes zu fluechten und sich der Fassade der "heilen" Welt anzupassen: ein froehliches Laecheln im Gesicht und gute Laune.
Diese Gefuehlsausbrueche nannte sie Notluegen.
Das knirschen der Schluessel im Schloss war fuer sie furchterregend und sie wusste, sie muss sich fassen!
Jedesmal ueberkam sie dieselbe Angst.
Vaters Schritte im Flur droehnten in ihren Ohren und sie versuchte sich zu erinnern,ob sie die Badezimmertuer geschlossen hatte.
Sie hoffte, ihre Bedruecktheit tief in ihrem Inneren verschlossen zu haben.
Sie war sich im Klaren, dass sie ein Idealkind sein sollte, welches niemals Kummer empfand.Stumm sass sie da und laechelte.
Vater kam nicht ins Zimmer, um sie zu begruessen.
Wahrscheinlich war er gestresst von der Arbeit und hatte keine Zeit fuer Belanglosigkeiten.
Oftmals wuenschte sie sich, ihren gefuehlen einfach freien Lauf zu lassen und Schwaeche durch traenen zu zeigen.
Doch das waere eine Tat der Unmoeglichkeit.
Perfektionisten duerfen nicht weinen,sie wuerden sonst ihre Haerte verlieren und aufhoeren nach der Vollkommenheit zu streben.
Sie beschloss zu ihrem Vater zu gehen. " Hallo Papa",sagte sie mit ihrem aufgesetzen Laecheln, ihren Vater von unten bis oben betrachtend.
Nass stand er da,seiner Tochter wuerdigte er keinen Blick,nur die fluechtige Frage,ob sie schon gegessen haette.
Es tat weh,dass ihr Vater sie nicht ansah.
Das einzige vorueber er sich aufregte war der Regen:
"Ich hasse ihn..."
Sie ging zurueck in ihr Zimmer,das ihr zur Isolation diente.
Wenn sie allein war,konnte ihr niemand anderes wehtun.
Ihr Kopf war leer,sie verstand nichts mehr.
So fuehlte sie sich oft.
Sie lief im Zimmer auf und ab, bis sie nach einiger Zeit wieder am Fenster sass und hinausschaute...
Gruss
ihrwisstschonwer
Immer wenn es regnete, fuehlte sie sich einsam.
An solchen Tagen vergrub sich in ihr ein Gefuehl der Hilflosigkeit,
dass sie nicht mehr loszulassen schien.
Sie verglich sich oft mit einem Regentropfen, der an ihr Fenster prasselte.
Manchmal hatten Fenster fuer sie eine grosse Bedeutung.
Besonders die Fenster der Hochhaeuser, weil alles, was von dort herunterfiel klanglos zerschallte und nicht mehr zu reparieren war.
Immer wieder beobachtete sie ihre Pulsadern und fuhr mit einem roten Filzstift an ihnen entlang.Dass das Leben von zwei so kleinen koerperstellen abhaengig ist, war fuer sie faszinierend.
Dienstag;Dienstag sollte es wieder schoenes Wetter geben.
Doch was half das, wenn sie jeden Tag den Regen in ihrem Kopf hoerte?
Allein sass sie am Fenster und schaute hinaus.
Genau in solchen Augenblicken floh sie in ihre Traumwelt.
Sie stellte sich vor sie waer ein Windhauch,der sich inmitten der Baeume verliert.Sie dachte zurueck, als sie noch lachen konnte und alles im Leben einen Sinn ergab,sie sich nicht wertlos fuehlte.
Und jetzt?
Jetzt glich ihr junges Leben einem schaurigen, dunklem Regentag, an dem sich dicke,schwere Wolken am Himmel bildeten und sie an allem das Interesse verlor.Selten verliert ein Mensch seine Spuren und seine Lebenslust,die er in scheinbar ewiger Traurigkeit wiederfindet.
War sie denn eine Seltenheit? Seltenheiten gelten als etwas Besonderes.
Frueher konnte sie noch laut aufschreien und die Zukunft lag vor ihren Augen,auf die sie sich freute, weil jeder Tag ein sonniger und heller war.
Es regnete nie.
Sie wuenschte sich Fluegel, wollte ihren koerper verlassen,denn von aussen betrachtet fand sie sich schoener, obwohl sie es eigentlich nie fagte in den Spiegel zu sehen.
Sie sah noch einbmal aus dem Fenster.Der Wagen des Vaters fuhr in das Carport.Somit war der Zeitpunkt da, aus der Realitaet ihres Zustandes zu fluechten und sich der Fassade der "heilen" Welt anzupassen: ein froehliches Laecheln im Gesicht und gute Laune.
Diese Gefuehlsausbrueche nannte sie Notluegen.
Das knirschen der Schluessel im Schloss war fuer sie furchterregend und sie wusste, sie muss sich fassen!
Jedesmal ueberkam sie dieselbe Angst.
Vaters Schritte im Flur droehnten in ihren Ohren und sie versuchte sich zu erinnern,ob sie die Badezimmertuer geschlossen hatte.
Sie hoffte, ihre Bedruecktheit tief in ihrem Inneren verschlossen zu haben.
Sie war sich im Klaren, dass sie ein Idealkind sein sollte, welches niemals Kummer empfand.Stumm sass sie da und laechelte.
Vater kam nicht ins Zimmer, um sie zu begruessen.
Wahrscheinlich war er gestresst von der Arbeit und hatte keine Zeit fuer Belanglosigkeiten.
Oftmals wuenschte sie sich, ihren gefuehlen einfach freien Lauf zu lassen und Schwaeche durch traenen zu zeigen.
Doch das waere eine Tat der Unmoeglichkeit.
Perfektionisten duerfen nicht weinen,sie wuerden sonst ihre Haerte verlieren und aufhoeren nach der Vollkommenheit zu streben.
Sie beschloss zu ihrem Vater zu gehen. " Hallo Papa",sagte sie mit ihrem aufgesetzen Laecheln, ihren Vater von unten bis oben betrachtend.
Nass stand er da,seiner Tochter wuerdigte er keinen Blick,nur die fluechtige Frage,ob sie schon gegessen haette.
Es tat weh,dass ihr Vater sie nicht ansah.
Das einzige vorueber er sich aufregte war der Regen:
"Ich hasse ihn..."
Sie ging zurueck in ihr Zimmer,das ihr zur Isolation diente.
Wenn sie allein war,konnte ihr niemand anderes wehtun.
Ihr Kopf war leer,sie verstand nichts mehr.
So fuehlte sie sich oft.
Sie lief im Zimmer auf und ab, bis sie nach einiger Zeit wieder am Fenster sass und hinausschaute...
Gruss
ihrwisstschonwer