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Gast
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Erstmal Gedanken sortieren:
Ich (m) müsste etwa 8 Jahre alt gewesen sein, als das anfing; vielleicht auch ein Jahr jünger. Dementsprechend war mein Bruder etwa 14. Wenn ich mich recht entsinne ging der Terror bis etwa zum 6 Schuljahr. Ich müsste 10/11 gewesen sein. Mein Bruder entsprechend 16 bis 17.
Ich habe das nie jemandem offenbart. Aus heutiger Sicht und den Altersunterschied betrachtend würde ich sagen er hat mich sexuell missbraucht.
Er hat mich auch sonst terrorisiert. Immer wenn er aus der Schule kam. Ich glaube, es ist besser geworden, als er seine Lehre begonnen hat.
Meine Eltern haben davon wohl nichts mitbekommen; was verständlich ist, denn Papa ging es nicht so gut. Ich meine er ist etwa 1980 ins Krankenhaus gekommen und dann immer wieder und immer länger. 1985 ist er gestorben. Meine Mutter war immer im Krankenhaus.
Er hat mich häufig an einen Stuhl gebunden und an mir rumgemacht. Auch waren anale und orale Praktiken dabei. Ich habe immer gedacht, dass ich das selber gewollt habe. Ich weiß es bis heute nicht genau. Ich weiß nur, dass ich eigentlich immer ein aktives aufgewecktes Kind war. Das hat sich am Ende der Grundschulzeit und danach geändert. Ich war verklemmt, was mich sehr geärgert hat, habe alles in mich rein gefressen, nicht nur die Schokolade. Da ich mich nie richtig getraut habe, ist mein Selbstbewusstsein immer tiefer in den Keller gerutscht. Die Ereignisse passen gut zusammen.
Ich denke, dass ich meine Sexualität nicht unbefangen habe entwickeln können. Heute lese ich, dass solche Dinge Auswirkungen haben, welche die Gesellschaft gemeinhin als pervertierte Phantasien kategorisiert (Fetisch oder SM oder so). Als Jugendlicher habe ich über solche Ursachen gar nicht nachgedacht. Ich habe die Ereignisse lange verdrängt und die Schuld ausschließlich bei mir gesucht.
Als Jugendlicher habe ich mal eine Überdosis Beruhigungstabletten (aus Papas Reservoir) genommen. Ich wurde furchtbar müde. Ich weiß noch dass es ein interessantes Gefühl war, eigentlich wach zu sein aber nicht gegen die Betäubung anzukommen. Man lässt sich irgendwann einfach entspannt fallen. Aber ich bin wieder aufgewacht.
Eigentlich ist also alles ziemlich mies gelaufen. Trotzdem habe ich einen guten Job, denn ich bin ja gleichzeitig nicht auf den Kopf gefallen. Aber die Dinge holen einen früher oder später ein.
Die fehlende väterliche Bezugsperson kommt noch hinzu. Das alleine – in besagtem Alter ab etwa 8 Jahren – ist wohl auch ein Faktor für Fehlentwicklungen – habe ich also schon mal zwei Risikofaktoren aufgesammelt.
Über die Prägungszeit in früheren Jahren weiß ich nicht mehr viel. Ich habe nicht viel Erinnerung an diese Zeit, wo wir noch im alten Haus gewohnt haben.
Ich habe es irgendwann realisiert und seitdem habe ich den Kontakt zu meinem Bruder mehr oder weniger abgebrochen.
Ich glaub, dass ich im Unterbewussten auch sauer auf meine Mutter bin da Sie mich damals nicht beschützen konnte. Es hat mich definitiv niemand beschützt.
Wie bereits gesagt, ich hab‘s nie jemandem erzählt. Ich schiebe es lange vor mir her. Ich überlege, ob ich es meiner Schwester erzählen soll (9 Jahre älter als ich). Vielleicht weiss Sie etwas über "meine Frühzeit".
Kein "Comming Out" ohne Grund. Ich leide halt darunter nicht ganz normal zu sein und ständig mein verkapptes Ich unter der Kandarre zu halten. Das wiederum erleben aber wohl viele Männer so. Wieso kann ich nicht so sein, wie ich nicht sein will?
Ich (m) müsste etwa 8 Jahre alt gewesen sein, als das anfing; vielleicht auch ein Jahr jünger. Dementsprechend war mein Bruder etwa 14. Wenn ich mich recht entsinne ging der Terror bis etwa zum 6 Schuljahr. Ich müsste 10/11 gewesen sein. Mein Bruder entsprechend 16 bis 17.
Ich habe das nie jemandem offenbart. Aus heutiger Sicht und den Altersunterschied betrachtend würde ich sagen er hat mich sexuell missbraucht.
Er hat mich auch sonst terrorisiert. Immer wenn er aus der Schule kam. Ich glaube, es ist besser geworden, als er seine Lehre begonnen hat.
Meine Eltern haben davon wohl nichts mitbekommen; was verständlich ist, denn Papa ging es nicht so gut. Ich meine er ist etwa 1980 ins Krankenhaus gekommen und dann immer wieder und immer länger. 1985 ist er gestorben. Meine Mutter war immer im Krankenhaus.
Er hat mich häufig an einen Stuhl gebunden und an mir rumgemacht. Auch waren anale und orale Praktiken dabei. Ich habe immer gedacht, dass ich das selber gewollt habe. Ich weiß es bis heute nicht genau. Ich weiß nur, dass ich eigentlich immer ein aktives aufgewecktes Kind war. Das hat sich am Ende der Grundschulzeit und danach geändert. Ich war verklemmt, was mich sehr geärgert hat, habe alles in mich rein gefressen, nicht nur die Schokolade. Da ich mich nie richtig getraut habe, ist mein Selbstbewusstsein immer tiefer in den Keller gerutscht. Die Ereignisse passen gut zusammen.
Ich denke, dass ich meine Sexualität nicht unbefangen habe entwickeln können. Heute lese ich, dass solche Dinge Auswirkungen haben, welche die Gesellschaft gemeinhin als pervertierte Phantasien kategorisiert (Fetisch oder SM oder so). Als Jugendlicher habe ich über solche Ursachen gar nicht nachgedacht. Ich habe die Ereignisse lange verdrängt und die Schuld ausschließlich bei mir gesucht.
Als Jugendlicher habe ich mal eine Überdosis Beruhigungstabletten (aus Papas Reservoir) genommen. Ich wurde furchtbar müde. Ich weiß noch dass es ein interessantes Gefühl war, eigentlich wach zu sein aber nicht gegen die Betäubung anzukommen. Man lässt sich irgendwann einfach entspannt fallen. Aber ich bin wieder aufgewacht.
Eigentlich ist also alles ziemlich mies gelaufen. Trotzdem habe ich einen guten Job, denn ich bin ja gleichzeitig nicht auf den Kopf gefallen. Aber die Dinge holen einen früher oder später ein.
Die fehlende väterliche Bezugsperson kommt noch hinzu. Das alleine – in besagtem Alter ab etwa 8 Jahren – ist wohl auch ein Faktor für Fehlentwicklungen – habe ich also schon mal zwei Risikofaktoren aufgesammelt.
Über die Prägungszeit in früheren Jahren weiß ich nicht mehr viel. Ich habe nicht viel Erinnerung an diese Zeit, wo wir noch im alten Haus gewohnt haben.
Ich habe es irgendwann realisiert und seitdem habe ich den Kontakt zu meinem Bruder mehr oder weniger abgebrochen.
Ich glaub, dass ich im Unterbewussten auch sauer auf meine Mutter bin da Sie mich damals nicht beschützen konnte. Es hat mich definitiv niemand beschützt.
Wie bereits gesagt, ich hab‘s nie jemandem erzählt. Ich schiebe es lange vor mir her. Ich überlege, ob ich es meiner Schwester erzählen soll (9 Jahre älter als ich). Vielleicht weiss Sie etwas über "meine Frühzeit".
Kein "Comming Out" ohne Grund. Ich leide halt darunter nicht ganz normal zu sein und ständig mein verkapptes Ich unter der Kandarre zu halten. Das wiederum erleben aber wohl viele Männer so. Wieso kann ich nicht so sein, wie ich nicht sein will?