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simone15
Gast
Hallo,
ich habe einen Freund, der aufgrund einer Krankheit seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Trotz Umschulung im kaufmännischen Bereich findet er keinen Job. Mittlerweile lebt er von Hartz IV.
Er leidet sehr unter dieser Situation. Ständig Bewerbungen schreiben, immer wieder Absagen, nachlassende Motivation, chronischer Geldmangel, demütigende Gänge zum Arbeitsamt, Minderwertigkeitskomplexe, mangelndes Selbstwertgefühl, Isolation, Depression. In diesem Jahr hat er einen 1,- EUR- Job bekommen. Der Job macht ihm Spass, jedoch gibt definitiv keine Aussicht auf eine Festanstellung, obwohl man mit seiner Arbeit sehr zufrieden ist. Aber warum sollte jemanden fest anstellen für ein entsprechendes Gehalt, wenn schon der nächste 1,- EUR- Jobber wartet? Es ist so frustierend!
Ich selber habe einen gut bezahlten Job und war noch nie in so einer Situation. Wir wohnen 300 km auseinander und sehen uns allein schon aus finanziellen Gründen nicht so oft. Ich merke, dass er sehr darunter leidet, dass ich meistens diejenige bin, die für gemeinsame Unternehmungen bezahlt. Mich stört das nicht, denn ich würde mein letztes Hemd mit ihm teilen.
Mit der Zeit hat er sich von seinem sozialen Umfeld immer mehr zurückgezogen, selbst (oder gerade?) von mir. Bei allem, was ich über Depressionen weiss, sieht es ganz stark danach aus, dass er unter einer Depression leidet. Bei seiner langen Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Folgen wäre das kein Wunder.
Nun zu meinem Problem: Ich würde ihm so gerne helfen, doch er ist so verschlossen und abweisend. Ich komme einfach nicht an ihn ran. Jemand, der an einer Depression erkrankt ist, muss ja erstmal bereit sein, diese Krankheit für sich überhaupt in Erwägung zu ziehen. Aber "er doch nicht, er ist doch kein Fall für den Psychater..."
Ich habe Angst, dass es in der Spirale aus Hoffnungslosigkeit, Isolation, Flucht in Alkohol und Resignation immer weiter abwärts geht. Ich spüre, dass er da allein nicht ´rauskommt. Er will sich aber auch nicht helfen lassen, so nach dem Motto, ich brauche Eure Hilfe nicht, ich bin alleine in der Lage, mir eine Arbeit zu suchen. Dabei hatte es ein gemeinsamer Freund nur gut gemeint, als er ihm mitgeteilt hat, dass er evtl. einen Job für ihn hätte. Er ist so zynisch und verbittert.
Was kann ich nur tun? Ich kann doch nicht tatenlos zusehen, wie dieser wunderbare Mensch, in dem so viel Potenzial steckt, so vor die Hunde geht.
Ich würde mich freuen, wenn jemand Antworten für mich hat oder von ähnlichen Erfahrungen berichten kann.
Viele Grüsse, Simone
ich habe einen Freund, der aufgrund einer Krankheit seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Trotz Umschulung im kaufmännischen Bereich findet er keinen Job. Mittlerweile lebt er von Hartz IV.
Er leidet sehr unter dieser Situation. Ständig Bewerbungen schreiben, immer wieder Absagen, nachlassende Motivation, chronischer Geldmangel, demütigende Gänge zum Arbeitsamt, Minderwertigkeitskomplexe, mangelndes Selbstwertgefühl, Isolation, Depression. In diesem Jahr hat er einen 1,- EUR- Job bekommen. Der Job macht ihm Spass, jedoch gibt definitiv keine Aussicht auf eine Festanstellung, obwohl man mit seiner Arbeit sehr zufrieden ist. Aber warum sollte jemanden fest anstellen für ein entsprechendes Gehalt, wenn schon der nächste 1,- EUR- Jobber wartet? Es ist so frustierend!
Ich selber habe einen gut bezahlten Job und war noch nie in so einer Situation. Wir wohnen 300 km auseinander und sehen uns allein schon aus finanziellen Gründen nicht so oft. Ich merke, dass er sehr darunter leidet, dass ich meistens diejenige bin, die für gemeinsame Unternehmungen bezahlt. Mich stört das nicht, denn ich würde mein letztes Hemd mit ihm teilen.
Mit der Zeit hat er sich von seinem sozialen Umfeld immer mehr zurückgezogen, selbst (oder gerade?) von mir. Bei allem, was ich über Depressionen weiss, sieht es ganz stark danach aus, dass er unter einer Depression leidet. Bei seiner langen Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Folgen wäre das kein Wunder.
Nun zu meinem Problem: Ich würde ihm so gerne helfen, doch er ist so verschlossen und abweisend. Ich komme einfach nicht an ihn ran. Jemand, der an einer Depression erkrankt ist, muss ja erstmal bereit sein, diese Krankheit für sich überhaupt in Erwägung zu ziehen. Aber "er doch nicht, er ist doch kein Fall für den Psychater..."
Ich habe Angst, dass es in der Spirale aus Hoffnungslosigkeit, Isolation, Flucht in Alkohol und Resignation immer weiter abwärts geht. Ich spüre, dass er da allein nicht ´rauskommt. Er will sich aber auch nicht helfen lassen, so nach dem Motto, ich brauche Eure Hilfe nicht, ich bin alleine in der Lage, mir eine Arbeit zu suchen. Dabei hatte es ein gemeinsamer Freund nur gut gemeint, als er ihm mitgeteilt hat, dass er evtl. einen Job für ihn hätte. Er ist so zynisch und verbittert.
Was kann ich nur tun? Ich kann doch nicht tatenlos zusehen, wie dieser wunderbare Mensch, in dem so viel Potenzial steckt, so vor die Hunde geht.
Ich würde mich freuen, wenn jemand Antworten für mich hat oder von ähnlichen Erfahrungen berichten kann.
Viele Grüsse, Simone