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Dem Chef finanzielle Hilfe anbieten?

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Gast

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Hallo liebes Forum!

Ich hoffe, ihr nehmt mein Anliegen ernst und denkt nicht daß ich mir einen Spaß erlaube.
Ich bin 40 Jahre alt (weiblich) und arbeite seit dem Sommer letzten Jahres in einer kleinen Firma mit mittlerweile nur noch 8 Mitarbeitern.
Von Anfang an fühlte ich mich dort wohl. Klar, es gibt immer Leute, mit denen man erst mal zurecht kommen muss. Doch ich bin eine sehr anpassungsfähige Person, ohne die eigenen Interessen ganz aus den Augen zu verlieren.

Mit dem etwas launischen Chef (61) gab es zuerst ein paar Probleme so daß ich mir ein dickeres Fell zulegen musste. Mit der Zeit bemerkte ich aber daß er nur nach außen hin so hart erscheint. Wenn man mit ihm etwas warm geworden ist, kann man mit ihm auch mal schäkern oder etwas privates erzählen.
In den letzten Monaten war er plötzlich verändert, wirkte ständig frustriert und unausgeglichen. Dann im Oktober informierte er uns Mitarbeiter daß es um die Firma nicht zum Besten steht. Es wäre gut möglich daß er bald Insolvenz anmelden muss. Was uns natürlich schockierte. Von 2 Mitarbeitern hat er sich vor einem Monat trennen müssen. So ist jetzt nur noch der Teil der Belegschaft übrig, auf den er keinesfalls verzichten kann solange das Geschäft noch irgendwie läuft.

Mir tut mein Chef sehr leid und selbstverständlich habe ich Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes!
Hinweise daß es ihm wirklich schlecht geht, finden sich einige in seinem Büro. Auf seinem Schreibtisch liegt immer eine Schachtel mit Tabletten, die innere Unruhe und Schlafstörungen beheben sollen. Auf einem Berg von Unterlagen entdeckte ich einen Brief (ohne Umschlag!), geschrieben von seinem Freund. Der Freund bittet darin meinen Chef, ihm endlich das geliehene Geld zurückzuzahlen. Mit dem Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter, sicherlich um Druck auszuüben.
Ich frage mich eh warum man solche private Korrespondenz offen im Büro rumliegen lässt!

Das Wasser scheint ihm in finanzieller Hinsicht bis zum Hals zu stehen, denn er konnte die Gehälter für November nicht komplett bezahlen. Wir waren froh, wenigstens einen großen Teil davon erhalten zu haben!

Jetzt beschäftige ich mich schon die ganze Woche mit der Überlegung, meinem Chef meine Hilfe anzubieten.
Ich lebe allein und bin sehr sparsam. Ich verfüge über ein gut gefülltes Bankkonto.

Könnte ich meinen Chef ansprechen daß ich ihm finanziell helfen möchte?
Oder könnte er da sehr empfindlich reagieren, wenn ich ihm meine Hilfe anbiete?
Er versucht nämlich gerade sein Haus zu verkaufen. Da heißt, er könnte mir das Geld zurückzahlen sobald es mit dem Verkauf geklappt hat. Es ist also nicht so daß er mittellos ist.
Was meint ihr dazu?

Viele Grüße!
 
Wozu willst Du das tun?

Wenn er schon seinen Freunden das Geld nicht mehr zurückzahlen kann, wirst Du auch Deines nicht zurückbekommen.

Dann hast Du am Ende, was sowieso passieren wird, nicht nur keinen Arbeitsplatz mehr sondern auch weniger Rücklagen zu Überbrückung.
 
Ganz ehrlich, ich würde es nicht tun.

Wahrscheinlich verlierst Du Deinen Job trotzdem und dann hast Du auch keine Ersparnisse mehr.
 
Es ehrt Dich sehr, dass Du Deinem Chef helfen möchtest. Was Du jedoch über seine wirtschaftlichen Hintergründe schon weißt, deutet eher darauf hin, dass ihm das Wasser finanziell bis zum Halse steht. Gibst Du jetzt noch eine größere, siehst Du die Knete wahrscheinlich nicht wieder.
Wenn er dann in Konkurs geht, werden alle möglichen Forderungen bedient und Dein Beitrag zur Firmenrettung steht dann als nachrangige Forderung ganz hintenan.
Schade für ihn, aber ich kann Dir nur raten, Dich schnellstmöglich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen.

LG

Burbacher
 
Realistisch betrachtet: löst dein Geld das Grundproblem (keine Kunden, kein Markt, fehlende Buchhaltung, was auch immer, keine Ahnung) oder stopft es Löcher und verläuft im Sand?

Finde es auch schön, dass du helfen magst. Bringt nur nichts, wenn das Grundproblem nicht gelöst werden kann.
 
Um welche Art von Firma handelt es sich? Wie ist die Lage? Wie ist die Konkurrenz? Möglicherweise könntest du ihm auch das Geld geben gegen einen größeren Anteil der Firma. Wenn die Firma nicht schon komplett ruiniert ist hättest du einen sicheren Arbeitsplatz und könntest vielleicht mit deinem Wissen gutes Geld verdienen wenn es der Firma wieder besser geht. Dazu wäre aber halt wichtig zu wissen was für eine Art von Firma, wie ist die Marktlage, Konkurrenz, die Abschlussbilanz (rote oder schwarze Zahlen?) usw. .
 
Er würde dir das Geld niemals zurückzahlen. Wie denn auch? Er ist bald im Rentenalter und kann nicht einmal die Schulden bei seinen Freunden zurückzahlen. Warum willst du die Heldin sein? Sieh besser zu, dass er nicht an euren Gehältern spart in seiner Not.
 
Manche Chance entsteht aus der Not heraus. Hast Du genügend Kenntnisse und Erfahrung, um ihm z.B. eine Partnerschaft anzubieten? Hier geht es zu aller erst um Geld. Dafür brauchst Du einen klaren Kopf und einen realistischen Blick auf die Wirklichkeit. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Du etwas wagst. Aber in die Titanic zu investieren, ist nicht klug.

Also: wo steht die Firma, will er das? Macht es aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn? Traust Du Dir das zu? Bedenke, dass er ein Teil des Problems sein könnte. Er hat diese Firma bis hier her geführt. Wen hast Du hinter Dir? Sind das alles nur Gedanken in Deinem Kopf? Du gehst womöglich mit unter, wenn Deine Wünsche von der Wirklichkeit eingeholt werden. Vielleicht ist es eine Chance. Die Antwort und den Weg dahin musst Du ebnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vor fast 2 Jahren hatte ich ähnliche Gedanken. Ich habe mich reingehängt, mir den Kopf zerbrochen, schlecht geschlafen, ständig über das Wohl von ca. 25 Leuten insgesamt nachgedacht, die Ursachen gesucht (und gefunden) und irgendwann saß dann der Insolvenzverwalter im Büro.

Jeder dachte, dass ich (mit meinen Fähigkeiten!) ganz sicher als erstes wieder einen Job finden würde. Pustekuchen! Der Chef selbst hatte als erstes eine Festanstellung! Dann ein paar Arbeiter und dann seine Frau! Obwohl sie in all den Jahren immer nur gejammert hatten, dass sie als Unternehmer niemals eine Anstellung finden würden, saßen die schnell in sicheren Booten.

Der Insolvenzverwalter hat übrigens versucht, einen Investor zu finden, nada. Bis das Verfahren abgeschlossen sein wird, werden noch Jahre vergehen und ob ich jemals noch von meiner Forderung etwas sehen werde, steht in den Sternen.

Rette deine Haut!
(und sei nicht so blöd wie ich)
 
@threaderstellerin: bitte gib ihm kein geld, das würdest du wahrscheinlich nie wiedersehen, und ich denke auch, dass es nur ein wassertropfen auf einem heissen stein wäre. den besten rat, den ich dir geben kann, ist dir SO SCHNELL WIE MÖGLICH einen neuen job zu suchen, denn diesen wirst du wahrscheinlich nicht behalten und dein gehalt ist auch in gefahr!
 

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