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Gast
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Hallo!
Ich versuche diesen Text so kompakt wie möglich zu halten, obwohl mir das wohl nicht gelingen wird.
Kurz zu mir: 22, weiblich, wohne seit ca. 5 Jahren nicht mehr bei meiner Familie und sehe meine Eltern all 2 –*3 Wochen für ein paar Tage. Ich mag sie sehr und hatte nie größere Probleme mit ihnen. Alles in allem bin ich ihnen sehr dankbar, dass sie es mir zb ermöglichen, ein Studium zu verfolgen. Trotz allem bin ich froh, meine Familie seltener zu sehen, da es mir einfach oftmals viel schlechter geht, wenn ich mit ihnen spreche oder ich sie besuche, auf die Gründe geh ich gleich ein.
Nun zum Problem:
Mir ist erst in den letzten Jahren bewusst geworden, wie kaputt meine Familie eigentlich ist. Meine Mutter, sowie meine Großmutter (Großeltern leben im Haus meiner Eltern) leiden beide unter Zwangs- bzw. Angststörungen und sehen alle paar Monate mal einen Psychologen. Meine Mutter ist extrem hypersensibel, fühlt sich sehr schnell angegriffen und weint auch bei „Kleinigkeiten“ sehr schnell. Zumal empfinde ich es nicht so, als hätte sie viel Selbstbewusstsein. Mein Vater ist eher ruhig, wir haben auch kein sehr intensives Verhältnis, weil ich manchmal nicht weiß, worüber ich mit ihm sprechen soll.
Ich habe zwei Halbschwestern. Mit einer bin ich zusammen aufgewachsen (26), die andere ist schon etwas älter und ich sehe sie kaum. Zu beiden meiner Schwestern habe ich keinen Kontakt, außer an Geburtstagen. Zwar finde ich das manchmal bedauerlich, wenn man sich wirklich nichts zu sagen hat, aber ich habe irgendwann einfach akzeptiert, dass wir sehr verschieden sind, es schon immer waren, und sich keine Gesprächsthemen erzwingen lasen.
Mit meiner Schwester (26) gab es schon des öfteren Probleme. Sei es Schulden, verspieltes Geld im Kasino, etc. Vor etwa drei Jahren drehte sich dann alles in eine sehr extreme Richtung, als sie plötzlich wie aus dem „Nichts“ ein Kind bekam. Niemand wusste von der Schwangerschaft, nicht einmal ihr Freund. Meine Eltern, die einen Verdacht hatten, haben sie einen Schwangerschaftstest machen lassen, der aber negativ war. Ich denke, sie hat es sich nicht getraut, meinen Eltern etwas zu sagen. Sie behielt das Kind und ab da wurde alles graduell immer verworrener und schmerzhafter für mich mit anzusehen. Meine Schwester spricht nicht mit ihrem Sohn, wenn meine Eltern dabei sind. Nie. Auch nicht vor meinen Großeltern. Wenn ihr Sohn etwas zu ihr sagt, kommt keine Antwort. Ihr Freund beteuert, dass sie, wenn sie allein sind, mit ihm spricht, und ich glaube das auch. Meine Eltern haben sie sowieso auch ihren Freund schon mehrfach darauf angesprochen, doch sobald das Thema auftaucht, ergreift meine Schwester einfach die Flucht. Weihnachten vor einem Jahr hat sie einfach ihre Sachen gepackt und ist ausgezogen, ohne meinen Eltern etwas zu sagen. Meine Mutter ist ständig nur am weinen wegen ihr und es tut mir einfach nur weh, hilflos dabei zuzusehen. Zumal ist es auch so, dass sie in einem relativ kleinen Dorf wohnen und Ärzte, Kindergarten o.Ä. alles in Nachbardörfern sind. D.h. man kennt sich, und meine Eltern werden immer wieder darauf angesprochen, dass meine Schwester beispielsweise eine Arztrechnung nicht bezahlt hat, den Beitrag im Kindergarten nicht zahlt. Man muss dazu sagen, dass sie schon ein recht gutes Gehalt hat. Ich möchte auch nicht ausdrücken, dass sie ihr Kind vernachlässigt, denn dem ist wirklich nicht so. Ich glaube einfach nur, dass da etwas ist, was sie sich vielleicht nicht traut sich einzugestehen.
Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Wenn immer ich meine Eltern besuche, geht es oftmals nur um die Probleme mit meiner Schwester, meine Mutter ist fertig und weint, meine Großeltern sagen gar nichts (sie sind oftmals sehr auf der Seite meiner Schwester). Ich weiß nicht mehr, was ich ihnen raten soll: Ich rate meiner Mutter, doch einfach öfter einen Psychotherapeuten zu sehen: Sie weicht aus und geht nicht darauf ein. Ich rate meinen Eltern, doch einfach das Jugendamt zu verständigen und dort Bescheid zu sagen, dass es gut wäre, meiner Schwester eine Unterstützung zu stellen. Ich bin auch der Meinung, dass es gut wäre, wenn meine Schwester in psychotherapeutischer Behandlung wäre, nur wie soll ich ihr das denn sagen? Wir sprechen nie ein Wort und wenn ich ihr wie aus dem Nichts plötzlich schreibe, kommt auch nichts dabei rum. Mit ihrem Freund haben ich auch kaum ein Wort gewechselt und würde auch nicht sagen, dass ich ihn darauf ansprechen kann. Meine andere Schwester, die ebenfalls drei Kinder hat, möchte ich auch nicht unbedingt hineinziehen, da ich weiß, dass sie von der Situation Bescheid weiß.
Ich fühle mich so machtlos. Einerseits weiß ich, dass es nicht meine Aufgabe ist, ihnen Ratschläge zu geben und sie da durchzubringen, aber ich bekomme immer wieder so ein schlechtes Gewissen und möchte meine Eltern einfach nicht mehr darunter leiden sehen. Ich würde ihnen am liebsten einfach sagen, dass sie bitte den Kontakt zu meiner Schwester abbrechen sollen, auch wenn es mir Leid tut, aber manchmal glaube ich, dass das für beide Seiten das beste wäre.
Meine Schwester tut mir auch Leid, weil ich einfach glaube, dass sie sehr große Hemmungen und Angst hat, sich jemandem zu öffnen. ich denke, viel hat auch damit zu tun, dass meine Familie emotional sehr distant ist.
Ich hoffe, dass ihr mir vielleicht helfen könnt. Danke fürs Lesen.
Ich versuche diesen Text so kompakt wie möglich zu halten, obwohl mir das wohl nicht gelingen wird.
Kurz zu mir: 22, weiblich, wohne seit ca. 5 Jahren nicht mehr bei meiner Familie und sehe meine Eltern all 2 –*3 Wochen für ein paar Tage. Ich mag sie sehr und hatte nie größere Probleme mit ihnen. Alles in allem bin ich ihnen sehr dankbar, dass sie es mir zb ermöglichen, ein Studium zu verfolgen. Trotz allem bin ich froh, meine Familie seltener zu sehen, da es mir einfach oftmals viel schlechter geht, wenn ich mit ihnen spreche oder ich sie besuche, auf die Gründe geh ich gleich ein.
Nun zum Problem:
Mir ist erst in den letzten Jahren bewusst geworden, wie kaputt meine Familie eigentlich ist. Meine Mutter, sowie meine Großmutter (Großeltern leben im Haus meiner Eltern) leiden beide unter Zwangs- bzw. Angststörungen und sehen alle paar Monate mal einen Psychologen. Meine Mutter ist extrem hypersensibel, fühlt sich sehr schnell angegriffen und weint auch bei „Kleinigkeiten“ sehr schnell. Zumal empfinde ich es nicht so, als hätte sie viel Selbstbewusstsein. Mein Vater ist eher ruhig, wir haben auch kein sehr intensives Verhältnis, weil ich manchmal nicht weiß, worüber ich mit ihm sprechen soll.
Ich habe zwei Halbschwestern. Mit einer bin ich zusammen aufgewachsen (26), die andere ist schon etwas älter und ich sehe sie kaum. Zu beiden meiner Schwestern habe ich keinen Kontakt, außer an Geburtstagen. Zwar finde ich das manchmal bedauerlich, wenn man sich wirklich nichts zu sagen hat, aber ich habe irgendwann einfach akzeptiert, dass wir sehr verschieden sind, es schon immer waren, und sich keine Gesprächsthemen erzwingen lasen.
Mit meiner Schwester (26) gab es schon des öfteren Probleme. Sei es Schulden, verspieltes Geld im Kasino, etc. Vor etwa drei Jahren drehte sich dann alles in eine sehr extreme Richtung, als sie plötzlich wie aus dem „Nichts“ ein Kind bekam. Niemand wusste von der Schwangerschaft, nicht einmal ihr Freund. Meine Eltern, die einen Verdacht hatten, haben sie einen Schwangerschaftstest machen lassen, der aber negativ war. Ich denke, sie hat es sich nicht getraut, meinen Eltern etwas zu sagen. Sie behielt das Kind und ab da wurde alles graduell immer verworrener und schmerzhafter für mich mit anzusehen. Meine Schwester spricht nicht mit ihrem Sohn, wenn meine Eltern dabei sind. Nie. Auch nicht vor meinen Großeltern. Wenn ihr Sohn etwas zu ihr sagt, kommt keine Antwort. Ihr Freund beteuert, dass sie, wenn sie allein sind, mit ihm spricht, und ich glaube das auch. Meine Eltern haben sie sowieso auch ihren Freund schon mehrfach darauf angesprochen, doch sobald das Thema auftaucht, ergreift meine Schwester einfach die Flucht. Weihnachten vor einem Jahr hat sie einfach ihre Sachen gepackt und ist ausgezogen, ohne meinen Eltern etwas zu sagen. Meine Mutter ist ständig nur am weinen wegen ihr und es tut mir einfach nur weh, hilflos dabei zuzusehen. Zumal ist es auch so, dass sie in einem relativ kleinen Dorf wohnen und Ärzte, Kindergarten o.Ä. alles in Nachbardörfern sind. D.h. man kennt sich, und meine Eltern werden immer wieder darauf angesprochen, dass meine Schwester beispielsweise eine Arztrechnung nicht bezahlt hat, den Beitrag im Kindergarten nicht zahlt. Man muss dazu sagen, dass sie schon ein recht gutes Gehalt hat. Ich möchte auch nicht ausdrücken, dass sie ihr Kind vernachlässigt, denn dem ist wirklich nicht so. Ich glaube einfach nur, dass da etwas ist, was sie sich vielleicht nicht traut sich einzugestehen.
Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Wenn immer ich meine Eltern besuche, geht es oftmals nur um die Probleme mit meiner Schwester, meine Mutter ist fertig und weint, meine Großeltern sagen gar nichts (sie sind oftmals sehr auf der Seite meiner Schwester). Ich weiß nicht mehr, was ich ihnen raten soll: Ich rate meiner Mutter, doch einfach öfter einen Psychotherapeuten zu sehen: Sie weicht aus und geht nicht darauf ein. Ich rate meinen Eltern, doch einfach das Jugendamt zu verständigen und dort Bescheid zu sagen, dass es gut wäre, meiner Schwester eine Unterstützung zu stellen. Ich bin auch der Meinung, dass es gut wäre, wenn meine Schwester in psychotherapeutischer Behandlung wäre, nur wie soll ich ihr das denn sagen? Wir sprechen nie ein Wort und wenn ich ihr wie aus dem Nichts plötzlich schreibe, kommt auch nichts dabei rum. Mit ihrem Freund haben ich auch kaum ein Wort gewechselt und würde auch nicht sagen, dass ich ihn darauf ansprechen kann. Meine andere Schwester, die ebenfalls drei Kinder hat, möchte ich auch nicht unbedingt hineinziehen, da ich weiß, dass sie von der Situation Bescheid weiß.
Ich fühle mich so machtlos. Einerseits weiß ich, dass es nicht meine Aufgabe ist, ihnen Ratschläge zu geben und sie da durchzubringen, aber ich bekomme immer wieder so ein schlechtes Gewissen und möchte meine Eltern einfach nicht mehr darunter leiden sehen. Ich würde ihnen am liebsten einfach sagen, dass sie bitte den Kontakt zu meiner Schwester abbrechen sollen, auch wenn es mir Leid tut, aber manchmal glaube ich, dass das für beide Seiten das beste wäre.
Meine Schwester tut mir auch Leid, weil ich einfach glaube, dass sie sehr große Hemmungen und Angst hat, sich jemandem zu öffnen. ich denke, viel hat auch damit zu tun, dass meine Familie emotional sehr distant ist.
Ich hoffe, dass ihr mir vielleicht helfen könnt. Danke fürs Lesen.