Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Das Gefühl einfach nichts mehr zu schaffen

G

Gast

Gast
Hallo liebes Hilferuf-Forum,

ich weiß nicht so recht wo ich anfangen soll. Momentan ist einfach alles scheisse, dadurch fühle ich mich auch wie scheisse.

Ich bin 21, lebe alleine in einer Stadt wo der Hund begraben liegt. Momentan mache ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Die wird mir aber auch nichts mehr bringen, da die Branche im kompletten Umbruch ist und Personal abgebaut wird.
Danach? Ich habe keine Ahnung.

Ich bin ursprünglich in eine andere Stadt gezogen, da ich von meiner depressiven und alkoholkranken Mutter einfach nur noch weg musste. Die Beziehung war und ist nicht wie Mutter-Kind gewesen, heißt ich war größtenteils in der Elternrolle.
Auch heute ruft sie mich noch an und berichtet mir wie schlecht sie sich fühlt, dabei habe ich selber keine Kraft mehr.

Freunde habe ich keine mehr. Nach der Arbeit komme ich nach Hause schmeiße alles hin und versuche meinen Kopf auszuschalten, weil das nachdenken mir nicht gut tut. Vor mir ist wie ein Berg, den ich nicht besteigen kann.
Das spiegelt sich auch derzeit in meiner Wohnung wieder, ich habe sie bestimmt seit 3 Monaten nicht mehr richtig aufgeräumt. Der Grund? Ich schaffe es einfach nicht. Der Wille ist da, aber sobald ich anfange werde ich sehr schwach und versuche mich dann direkt wieder abzulenken.
Mit dem Essen klappt es auch nicht wirklich. Mit Anstrengungen habe ich vielleicht eine warme Mahlzeit an zwei Tagen.


Ich kann verstehen, dass sich das hier wie pure Selbstmitleid liest. In mir ist alles wirr. Einen Platz bei einem psychologen habe ich hier noch nicht bekommen, angeblich sind alle Plätze besetzt.

Ich wünsche mir von euch keine Sätze wie: "Fang einfach an aufzuräumen", das weiß ich ja selber.
Viel mehr würde ich mich über Denkanstöße oder Denkschemen freuen, ich habe momentan niemanden zum reden der mir zuhört.

Danke.
 
Hallo Gast,

zwei Denkanstöße:

"... werde ich sehr schwach und versuche mich dann direkt wieder abzulenken." Deine eigenen Worte. Glaubst Du, dass sich viele anderen Menschen nicht auch immer und immer wieder "schwach" fühlen? So gut wie allen, Menschen, die ich kenne, geht es so. Aber dann ist ein "Trotzdem!" von Dir notwendig. Wie trägt man einen Berg ab? Schaufel für Schaufel. Ja, das ist eine Binsenweisheit und verdammt "platt", aber es ist auch für Dich die Wahrheit. Meine Spülmaschine räumt sich auch nur aus, wenn ich Stück für Stück in die Hand nehme.

Es kann verschiedene medizinische und psychische Ursachen (Vitamin D-Mangel, schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung, B12-Mangel, Eisenmangel, etc.) haben, dass Du so "antriebslos" bist. Darin kennen sich viele User hier besser aus als ich, aber es gibt auch den "inneren Schweinehund", mit dem Du von Zeit zu Zeit ein ernstes Wort reden musst. Setze Dir erreichbare Ziele. Einfach "Aufräumen" ist zu ungenau und nach 3 Jahren wahrscheinlich auch nicht mit zwei Stunden zu schaffen. Teile Deine Kräfte ein und plane die nächsten 2 Stunden. Dann mach eine Pause und gehe den nächsten Schritt an. Und wenn Dir das nicht leicht fällt? Na und?! Dann fällt es Dir eben nicht leicht, mach es trotzdem.

"Einsamkeit ist das einzige Gefängnis, bei dem die Türklinke innen ist". Schaffe Gelegenheiten, damit das Leben Dir beistehen kann. Von nichts kommt nichts. Ja, schon wieder so platte Sprüche. Mache 2 mal die Woche wenigstens eine Stunde Sport. Schwimmen, Laufen, was weiß ich. Dein Körper braucht das und Dein verwirrter Kopf auch. Du bist jung, kannst Dich informieren und Dich entscheiden, Deinen inneren Rückzug zu beenden. Überall werden Helfer gesucht. Ich habe mal ehrenamtlich in der Küche eines Altenheimes ausgeholfen, war echt lustig. Lass Dir was einfallen!

Nur Du kannst bestimmen, was in Deinem Leben einen Wert hat, niemand sonst. Das mit Deiner Mutter tut mir leid und ist nicht leicht, aber auch da helfen Deine Entscheidungen. Du bist auf Distanz gegangen. Das war ein wichtiger und richtiger Schritt. Ja, es fühlt sich trotzdem schlecht an. Es wird noch einige Entscheidungen in Deinem Leben geben, die richtig sind und Du dabei trotzdem einen Eimer zum übergeben brauchst. So ist das nun mal, wenn man erwachsen wird.

Nein, ich will Dir nicht kumpelhaft auf die Schultern klopfen und "straff Dich mal!" schreiben. Oder ein wenig vielleicht doch. Denn ohne Dein Zutun wird das nichts. Dein seelischer Zustand ist keine Bushaltestelle, mit dem Du nur auf den richtigen Bus (den richtigen Psychiater, die richtige Mutter, den richtigen Job, etc. ) warten musst und alles wird besser. Du musst "die Last auf Dich nehmen" und Deinen Allerwertesten bewegen, hinfallen und aufstehen und wieder und wieder und wieder. Mit der Zeit bekommst Du Übung darin, kannst Stolperfallen erkennen und wirst stärker. All das wird nicht passieren, wenn Du es nicht JETZT versuchst und dabei auch das Leid akzeptierst, das auf jeden Menschen auf seinem Weg wartet. Manchmal ist es einfach übel. Aber auch das geht vorbei.

Du hast noch so viel vor Dir. Leicht wird es selten. Bilde Dich, lass Dein Blut untersuchen, mach Übungen zuhause, geh raus, realisiere Deine Einsamkeit, aber akzeptiere sie nicht, sondern tu was dagegen.

Gedanken machen reicht nicht. "Sich regen bringt Segen". Jetzt ist es aber platt genug 😀
 
Hallo GrayBear,

danke für Deine Worte. Ich habe jetzt angefangen zuhause etwas anzupacken. Das fällt mir sehr schwer, aber es klappt.

Mein größtes Problem zurzeit ist eine Schwellung in meinem Mundraum, links und rechts von der Zunge.
Das Blutbild war in Ordnung, der Ultraschall und die Abtastung beim HNO haben auch nichts ergeben. Fakt ist, das sagt auch der HNO, dass dort eine Schwellung ist.
Die Schwellung habe ich jetzt seit ungefähr zwei Monaten und ich habe totale Angst vor einem Tumor. Hausarzt und HNO sagen beide nein, aber ich habe Angst davor dem weiter auf den Grund zu gehen. Wirkliche Angst.
Für mein Empfinden habe ich in meinem Leben noch nichts erreicht. Abitur und Ausbildung, so sagt man mir sind etwas worauf ich stolz sein könnte, aber das macht es mich nicht.
Dieses Gefühl einen Tumor in meinem Mund zu haben macht mich rasend, wenn es einer ist will ich es auch ehrlich gesagt nicht wissen...

In der 13. Klasse war ich in psychologischer Behandlung wegen Depressionen, aber diese Verschwinden natürlich nicht einfach. Durch den Umzug musste ich die Behandlung dort abbrechen und habe in meinem Kaff noch keinen Platz bekommen.

Ich habe das Gefühl schreien und weinen zu müssen, aber wenn ich einfach mal loslasse passiert nichts.

Heute war ich bei meinen Großeltern, und sie haben so mit mir gesprochen als würden sie beide kurz vor dem Sterben sein.

Am liebsten würde ich vor allem wegrennen.

Danke noch einmal für deinen Text und die Aufmerksamkeit.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben