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Das ganze Semester nicht in der Uni gewesen. Was soll ich jetzt tun?

G

Gast

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Das Semester läuft jetzt bereits seit einem Monat und ich bin noch kein einziges Mal da gewesen. Warum? Ich weiß es nicht. In der ersten Woche dachte ich, dass ich wohl nicht so viel verpassen würde, wenn ich in der ersten Stunde nicht da bin. In der zweiten Woche fing es dann auch schon mit der Angst an. Letztes Semester bin ich aus anderen Gründen nicht zur Uni gegangen und habe ein Semester Pause eingelegt. Und dieses - mein drittes Semester - habe ich drei Module aus einem meiner zwei Hauptfächer belegt (es gab in dem anderen Fach, das ich eigentlich lieber mag, keine Kurse, die ich noch nicht gemacht hatte und die dieses Semester angeboten werden, nur aus anderen Profilen). Das eine Modul war aus dem ersten Semester, das hatte ich nicht bestanden und wollte es deshalb noch einmal belegen. Das zweite war aus dem dritten Semester, ganz regulär. Das dritte war aus dem fünften Semester, das wollte ich vorholen, damit ich meine Verzögerung aufholen kann.

Das Modul aus dem fünften Semester habe ich dann schnell aufgegeben, da ich in den ersten Stunden nicht hingegangen war und dachte, dass ich das niemals schaffe. Es wäre die erste Hausarbeit für mich gewesen und ich hatte die Kurse aus dem zweiten Semester, in dem man eigentlich die erste schreibt, ja nicht besucht. Deshalb habe ich den Kurs aufgegeben, mich aber irgendwie nicht abgemeldet. In die anderen Kurse wollte ich eigentlich noch gehen, aber das ging dann nicht wegen der Angst.

Ich weiß, dass ich eine Angststörung habe, war deswegen schon einmal in Therapie. Und Depressionen habe ich auch. Das sind Faktoren, wegen denen ich nicht gehen konnte. Ich hatte solche Angst, in den relativ kleinen Seminarraum zu kommen und die Gesichter aus dem ersten Semester zu sehen, die ich nie richtig kennengelernt hatte und die mir auch alle nicht besonders sympathisch waren. Ich hatte Angst, weil ich eigentlich weiß, dass das Studienfach nicht das richtige für mich ist, doch ich habe schon einmal gewechselt und brauche das Bafög.

In den anderen Kurs bin ich zunächst nicht gegangen, weil ich den Kurs ja schon einmal begonnen hatte und dachte, dass da in den ersten vier Wochen nicht viel passiert, was im ersten Semester in dem selben Kurs auch so gewesen ist. Doch dieses Jahr haben wir eine andere Dozentin, die übrigens sowohl das Modul aus dem dritten Semester unterrichtet, als auch das aus dem ersten. Diese Dozentin lädt überhaupt keine Materialien im Internet hoch, sodass ich nicht die geringste Ahnung habe, was in den Kursen gerade behandelt wird. Das habe ich zunächst nicht gewusst, da ich nach einem Umzug zu Beginn des Semesters kein Internet hatte und nicht nachgucken konnte. Und dann, nach etwa drei Wochen, musste ich feststellen, dass dort nicht nur nicht steht, was im Kurs gemacht wird, sondern die Frau hat auch noch eine Rundmail geschrieben, in der sie von drei Hausaufgaben spricht, die sie aber nicht näher erläutert, sodass ich sie nicht nachholen kann ohne jemanden zu fragen und ich kenne niemanden. Und ich will auch nicht einer wildfremden Person erklären müssen, warum ich so lange nicht da war.

Ich hatte mir dann vorgenommen, zu der Sitzung zu gehen, in der die Aufgaben fällig gewesen wären. Doch der Gedanke, die Dozentin oder einen wildfremden Kommilitonen danach zu fragen und dann erklären zu müssen, warum ich nicht da war, hat mir einfach jegliche Kraft genommen und ich konnte einfach nicht gehen. Ich wollte dann zu dem anderen Kurs gehen (aus dem 3. Semester), doch ich hatte zu viel Angst, der Dozentin unter die Augen zu treten, deshalb bin ich da dann auch nicht hingegangen. Jetzt habe ich möglicherweise schon Studienleistungen verpasst, die für die Zulassung zur Klausur Pflicht sind (ich weiß nicht, ob es so ist, denn das stand nicht in der E-Mail mit der Erinnerung an die Hausaufgaben). Und in dem anderen Kurs weiß ich überhaupt nicht, worum es geht, weil die Dozentin noch nicht einmal eine Outline für den Kurs hochgeladen hat.

Ich hatte überlegt, der Dozentin zu schreiben, dass ich krank war und deshalb nicht kommen konnte und ob sie mir vielleicht Materialien zusenden könnte, doch ich kenne sie nicht und weiß zudem nicht, ob es überhaupt Dozenten gibt, die so etwas machen. Zudem müsste ich ja dann zu der nächsten Stunde kommen und ich weiß nicht wie ich das mit meiner immer größer werdenden Angst machen soll. Ich bin einfach nur noch verzweifelt und weiß nicht mehr weiter, das Semester ist schon so weit fortgeschritten und ich kann und will jetzt einfach nicht mehr dort hingehen. Die Vorstellung erscheint mir schier unmöglich.
Ein Krankheitssemester kann ich nicht beantragen, weil ich dann kein Bafög mehr bekomme. Außerdem musste man den Antrag zu einem bestimmten Datum abgeben und ich bräuchte einen Attest, dabei habe ich hier keinen Arzt, da ich gerade erst hergezogen bin.

Ich kann dieses Studienfach nicht leiden, ich weiß nicht das geringste darüber, ich dachte zu dem Zeitpunkt, es wäre mein Ding, aber es interessiert mich nicht die Bohne. Und ich bin einfach nicht für Studieren gemacht. Ich will einen Ausweg, ich will etwas anderes machen, aber es gibt einfach nichts für mich. Ich weiß einfach nicht, wie ich da wieder hingehen soll, ich weiß nicht, wie ich das Versäumte aufholen soll, wenn es nirgendwo Informationen darüber gibt, was wir gemacht haben. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll, bitte helft mir, ich kann nicht mehr!
 
Es gibt an Unis und Hochschulen normalerweise eine Psychologische Beratungsstelle für Studierende. Suche sie auf und lasse dich dort beraten, was das beste für dich ist.Sie können dir nicht deine Ängste und Depressionen nehmen, aber dir helfen, wieder nach vorne zu schauen und deinen Weg wieder zu finden.
 
Hallo,

ich kann mir denken wie belastend deine jetzige Situation für dich ist.
Du schreibst, dass du dein Studienfach nicht leiden kannst, daher denke ich, dass es besser wäre wenn du deine Zeit einer Aufgabe widmen würdest, die dich mehr erfüllt und die dich nicht so einer Überwindung kostet.

Wenn du jetzt schon festgestellt hast, dass du generell nicht für ein Studium gemacht bist, dann ist das gut, denn dann kannst du, falls du dich doch für etwas Anderes entscheiden solltest, ein Studium schon mal ausschließen.

Auf lange Sicht wirst du wahrscheinlich doch wieder Hilfe in Anspruch nehmen müssen, denke ich. Wenn dich deine Angst so sehr an alltäglichen Aufgaben hindert und damit so viel Leidensdruck verursacht, wäre es wohl das beste zu versuchen diese irgendwie aufzulösen. Hat dir deine frühere Therapie da ein Stück weit helfen können die Angst besser in den Griff zu bekommen bzw. etwas aufzulösen?
 
Hier ist die Threaderstellerin.

Ich weiß, dass ich auf jeden Fall bald wieder eine Therapie machen muss. Aber bis dahin muss ich ja irgendwas machen, bekomme ja schliesslich BAföG. Soll ich einfach zu der Dozentin gehen und ihr meine Situation erklären? Ich weiss dass Menschen oft kein Verständnis für psychische Probleme haben, weil sie es nicht nachvollziehen können.

Ich weiß immer noch nicht so richtig was ich machen soll. Ich habe auch Angst davor, das Studium abzubrechen, da ich dazu nicht wirklich alternativen habe und weil ich immer älter und älter werde (werde 22) und mein Lebenslauf irgendwann gar nicht mehr geht. Wie soll ich jemals einen Job finden?

Ich weiß nicht ob ich jetzt noch hingehen soll, beziehungsweise es versuchen soll oder ob der Zug bereits abgefahren ist. Und wenn das der Fall ist, wie soll ich das mit dem bauc BAföG machen? Einfach joggen dass die nicht merken dass ich nicht in der Uni war? Wenn ich denen das sage bekomme ich sofort nichts mehr und einen Job kann ich in meiner Situation auch nicht suchen.
Hartz 4 geht auch nicht, wie sieht das denn später aus? Als ob ein Arbeitgeber später Verständnis für so was hat. Was mache ich nur?
Ich bin verzweifelt.
 
TE hier.

Mit Folien lernen geht gar nicht weil es keine gibt 🙁

Wenn ich mich krankschreiben lasse, wo soll dann das Geld herkommen? Dann geht nur noch Hartz 4 und wie soll das später aussehen?
 
Ich finde, du denkst viel zu weit voraus.

JETZT geht es erstmal darum, dass du wieder hochkommst. Und mit einem gewissen Maß an Motivation und Schwung durch den Alltag kommst. Ich denke, du hast dich in deine Probleme verrannt, dann ist das Studium dir entglitten und zum Selbstläufer geworden und jetzt kommen die Angst und der Druck noch zusätzlich dazu ... Du solltest eine Bremse reinhauen und den Berg an Belastungen und Problemen abarbeiten, damit er kleiner wird und sich irgendwann auflöst.

Dass man mal arbeitslos ist, passiert. Und solange sich das nicht jahrelang durch dein Leben zieht, macht das nicht so unglaublich viel aus.

Lieber ein paar Monate aussteigen, als einen sehr mittelmäßigen, bis schlechten Studienabschluss haben! Oder später "gezwungen" zu sein in einem Berufsfeld zu arbeiten, wo einem das Studium schon nicht einmal wirklich Spaß gemacht hat.

Vielleicht bist du auch wirklich nicht der Typ zum Studieren - das ist ja auch nicht schlimm! Dann wäre eine Ausbildung vielleicht eine Option für dich. Wo du unter Umständen neben deiner Vergütung auch die sog. "Berufsausbildungsbeihilfe" bekommst. Studieren kannst du dann immer noch - und weißt vielleicht dann auch, worauf du dich gezielt spezialisieren möchtest.

Ich denke, dass es für dich auch wichtig wäre überhaupt herauszufinden oder abzuklären, was du wirklich möchtest und wohin es mit dir gehen soll. Dann steht das Leben auf ganz anderen Füßen, als wenn man "nur irgendwas, das nicht mal wirklich Freude macht" studiert.
 
TE hier.
Mit Folien lernen geht gar nicht weil es keine gibt 🙁
Wenn ich mich krankschreiben lasse, wo soll dann das Geld herkommen? Dann geht nur noch Hartz 4 und wie soll das später aussehen?

Hallo,
Du "drehst Dich im Kreis" und findest keine Möglichkeit, Dich zu entscheiden und sieht gleichzeitig
das, was auf Dich zukommen könnte oder wird.
Du kannst das alles natürlich nun "aussitzen" und eine Entscheidung, die zu treffen ist, hinauszögern.
Ein Studium abschließen zu wollen, was keinen Spaß macht, hat wenig Sinn. Und auch, Module
hin- und herzuschieben bei Nichtanwesenheit in der Uni macht auch keinen Sinn.

Ist halt nur die Frage, ob Du das wirklich willst und wielange Du all das noch weiter hinauszögerst
und letzendlich dadurch noch verzweifelter wirst.

Ich finde es nicht schlimm, ein Studium abzubrechen und andere Wege zu gehen z.B. Ausbildung.
Wende Dich an eine Beratungsstelle an der Uni.
ALG II zu bekommen, finde ich auch nicht schlimm. Es ist eine von einigen Möglichkeiten, die Dir zur
Verfügung stehen, um finanziell gesichert nach Studiumsaufgabe zu sein. Eine andere Möglichkeit
ist, Arbeit zu suchen, um Dich selber zu finanzieren - Wohnung, Lebensunterhalt.
Eine weitere Möglichkeit ist, daß Du zu Deinen Eltern ziehst, um in Ruhe weitere Entscheidungen über
Deinen beruflichen Werdegang zu treffen.

Mach nur das, was Du selber auch bewältigen kannst. Vielleicht ist ein Einstieg ins Berufleben über
eine Ausbildung angebrachter. Auch danach ist ein Studium möglich.
Es ist kein "Weltuntergang", sich Möglichkeiten zu suchen, um die eigenen Ängste im Berufleben zu
stabilisieren.
Sieh das selber nicht als eigenes Versagen bedingt durch Deine Ängste an, falls Du das Studium
beenden möchtest. Erlebe das eher als eine von vielen Möglichkeiten. Und gebe innerlich nicht
auf und mach weiter. Es ist einfach nur schwieriger, sind Ängste da, mit denen man sich auseinander-
setzen darf und die letztendlich auch zu bewerkstelligen sind. Zweifel nicht an Deinen Fähigkeiten
und sei Dir innerlich sicher, daß Du das schaffst.

alles Liebe
gaestin
 

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