Hallo MagicSun,
ein Teil deiner Geschichte könnte meiner sein. Habe auch schon viel durch mit meinem halben Jahrhundert. Immer stark sein, nichts die Anderen merken lassen und und und. Doch irgendwann kommt der Tag, da klappt man zusammen wie ein Klappmesser. All die Kraft ist wie weggeblasen, man kann einfach nicht mehr.
Gerade im Bezug auf deine Mutter möchte ich dir antworten, weil gerade das hier auch eingetroffen ist. Knappe 6 Jahre lebte meine Mutter mit in meinem Haus (eigene Wohnung). Sie hat schwere Polyarthritis, einen Kleinhirninfarkt etc.. Die Versorgung klappte ganz gut, bis zum April dieses Jahres, wo auch noch ihr Hüftgelenk kaputt ging. Ab da musste ich sie Tag und Nacht versorgen, bis die Hüfte operiert wurde. Die Hoffnung, dass sich dadurch was verbessern würde, traf nicht ein. Sie kann sich nicht mehr selber helfen.
Als ich sie gepflegt habe über die Monate, ist mir ganz klar geworden, ich schaffe das nicht mehr. Bin ja selbst gesundheitlich nicht auf der Höhe. Ich war einfach nur noch fertig, konnte für mich selber gar nichts mehr tun. Meine Depressionen kamen wieder verstärkt zum Vorschein, die Schmerzen waren unerträglich. Da musste eine Entscheidung getroffen werden.
Auch, wenn ich früher immer gesagt habe, Heim - nein danke, niemals, so ist es nun doch passiert. Meine Mutter ist seit knapp 4 Wochen in einem Altenheim untergebracht. Zum Glück fühlt sie sich dort wohl. Sie hat auch eingesehen, dass mir zur Pflege zuhause einfach die Kraft fehlt, denn nicht alles ist helferisch abgedeckt, dazu sind die pflegerischen Rundumkosten privat viel zu teuer. Zur Heimpflege gibt es ja noch andere Zuschüsse, als nur das Pflegegeld.
Da sie sich, wie schon geschrieben, dort wohl fühlt, ist mir eine große Last von der Seele genommen. Das hat nichts mit Abschieben oder so zu tun, es ist eine Art Selbstschutz, denn wenn man selber daran zugrunde geht, ist keinem geholfen. Wenn solche Situationen eintreffen, braucht man sich selbst keine Vorwürfe machen.
Wie lise schon schrieb, erkundige dich, welche Pflegemöglichkeiten es gibt. Evtl. Pflegestufe beantragen etc. und wenn es nicht anders geht, einen schönen Platz für sie zu suchen.
Ein großer Knackpunkt (dein Nochmann) scheint sich ja gut zu lösen. Auch wenn er reumütig wieder zurückkehren würde, würde ich die Scheidung im Auge behalten. Du musst endlich mal wieder durchatmen und etwas für dich tun können. Du hast in den ganzen Jahren schon so viel durchgemacht, da sollten für dich die zukünftigen Jahre wesentlich besser werden. Das hast du verdient.
Ich schicke dir eine Portion Kraft rüber und drück dich mal ganz lieb.