I
Ina
Gast
Hallo miteinander!
Bevor ich mit meiner Litanei beginne, möchte ich mich schon einmal im Voraus dafür bedanken, dass es hier Leute gibt, die ihre Zeit dafür ‚opfern’, sich den Sorgen anderer zu widmen und sich dann auch ernsthaft damit befassen. Wie vermutlich viele andere auch habe ich mich nämlich schon seit Längerem ein wenig durchgelesen und bin beeindruckt, wie man sich hier mit Rat und Tat zur Seite steht. *Respekt*
Na ja, dann will ich mich mal einreihen.
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich hier eine relativ verkürzte Fassung darstellen werde, denn das Original, das ich im Word in einem Rutsch niedergeschrieben habe, war über fünf Seiten lang. Das möchte ich hier niemandem zumuten.
Ich habe seit fast vier Jahren eine anfangs mehr, inzwischen weniger glückliche Beziehung; es war, nebenbei bemerkt, auch meine erste und somit einzige. Mit sechzehn hat er sich (von sich aus) bei mir per eMail gemeldet, nach drei Wochen habe ich ihn zum ersten Mal gesehen, und nach drei Abenden, die wir redend im Garten meines Elternhauses verbrachten, haben wir uns geküsst und waren seitdem fest zusammen. Mein erster Kuss, übrigens. Wieder drei Wochen später habe ich mit ihm geschlafen (ich erwähne das nur, um zu unterstreichen, wie ‚richtig’ mir alles vorkam; denn im Grunde erschien es mir – auch meiner Erziehung wegen – eigentlich noch zu früh). Es war mein erstes Mal.
So weit, so gut. Ich war glücklich mit ihm, zwei Jahre lang war alles wunderschön. Fast schon kitschig. Dann machte er sein Abi, und danach fing alles an, sich irgendwie zu verändern.
Meine Mutter, die ich bis dahin als meine beste Freundin betrachtet hatte, begann damit, ihn abzulehnen. Das war nicht leicht für mich, weil ich zwischen den beiden stand. Ich wollte ihn aber nicht aufgeben, obwohl sie in allen Dingen Recht hatte: er nutzte mich in gewisser Hinsicht aus, er belog mich und traf sich mit anderen Mädchen…usw. Wir hatten uns nach solchen Episoden zwar immer gestritten, weil ich das nicht akzeptieren konnte (ich meine, er KANN sich ja mit anderen treffen, das ist völlig okay, aber er muss mich dann doch nicht deswegen anlügen! Schließlich ist er ja nie fremdgegangen), aber ich wollte das Negative einfach nicht sehen.
Als ich achtzehn war und meine Mutter ihm das Haus verbot, habe ich mir kurzerhand eine eigene Wohnung gesucht und bin ausgezogen. Dann musste ich neben dem Gymnasium noch an der Kasse arbeiten, aber das nahm eben ich als gegeben hin.
Wir sind zusammengezogen (klar; wenn schon, denn schon), und ich hatte eine unglaublich glückliche Phase. Finanziell gesehen war es natürlich schwierig, aber da meine Eltern geschieden sind, konnte ich die Miete mit dem Unterhalt bezahlen, den mein Vater mir zahlen muss.
Dann lief es aus dem Ruder.
Wir stritten uns nur noch; unter Anderem, weil er finanziell gesehen so gut wie nichts beitrug, und das war wirklich hässlich. Wir trennten uns nach einem Jahr zusammenwohnen und versöhnten uns bald darauf wieder. Nach dem anfänglichen Glück kehrte bald wieder der Alltag ein, und wir trennten uns erneut.
Es wurde eine unendliche Geschichte. Näheres lasse ich aus, das hier wird ohnehin schon zu lang; aber inzwischen habe ich den Eindruck, dass er sich eigentlich gar nichts mehr aus mir macht. Es tut weh, weil ich ihn aus unerfindlichen Gründen immer noch liebe, aber wenn ihm etwas nicht passt (wenn ich ihn zum Beispiel frage, warum er mir verheimlicht, dass er mit anderen Mädchen Sms schreibt, wenn doch nichts dran ist), sagt er, das ginge mich alles nichts an und geht einfach. Dann meldet er sich doch wieder, weil er weiß, dass mich ihm verzeihe, und alles beginnt von vorn.
Das wird mir zuviel, es überfordert mich völlig. Er weiß irgendwie nicht, was er will; er sagt, er hätte absolut keine Lust auf Beziehung, wenn wir uns immer streiten, aber dann vermisse er mich doch wieder (das ist ein indirekter Vorwurf, weil wir uns nur streiten, wenn ich irgendwas erwähne, was mir nicht passt).
Er meinte, manchmal würde ihn alles ‚ankotzen’, aber wenn er dann gegangen wäre, würde er mich sofort wieder vermissen; und er wüsste einfach nicht, was er eigentlich wollte. Das läge nicht daran, dass er mich nicht lieben würde oder so, sondern…er wüsste es nicht. Und er hätte Angst, dass er vielleicht zu lange brauchen würde, und wenn er dann sich selber Klarheit verschafft hätte, hätte ich vielleicht schon einen anderen. Es sei ja nicht so, dass ich nicht wahnsinnig hübsch sei usw., und dass er mich nicht verlieren wollte, nur weil er irgendein Problem mit sich selber hätte.
Ich habe gesagt, dass er sich das so lange überlegen solle, bis er sich irgendwann sicher wäre, weil ich keine Lust hätte, in der Reserve zu sitzen, bis er sich dann vielleicht doch mal anders entscheiden würde. Seitdem ist Funkstille (jetzt ist das alles noch nicht mal eine Woche her, und ich vermisse ihn bereits wieder)
Vielleicht liest sich irgendjemand bis hier hin durch und kann mir vielleicht einen Rat geben, ob es sich überhaupt noch lohnt, sich Hoffnungen zu machen. Wenn nicht - was soll ich denn machen? Na ja, vielen Dank jedenfalls bis hierher - hat schon geholfen, das überhaupt aufzuschreiben.
Liebe Grüße - Ina
Bevor ich mit meiner Litanei beginne, möchte ich mich schon einmal im Voraus dafür bedanken, dass es hier Leute gibt, die ihre Zeit dafür ‚opfern’, sich den Sorgen anderer zu widmen und sich dann auch ernsthaft damit befassen. Wie vermutlich viele andere auch habe ich mich nämlich schon seit Längerem ein wenig durchgelesen und bin beeindruckt, wie man sich hier mit Rat und Tat zur Seite steht. *Respekt*
Na ja, dann will ich mich mal einreihen.
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich hier eine relativ verkürzte Fassung darstellen werde, denn das Original, das ich im Word in einem Rutsch niedergeschrieben habe, war über fünf Seiten lang. Das möchte ich hier niemandem zumuten.
Ich habe seit fast vier Jahren eine anfangs mehr, inzwischen weniger glückliche Beziehung; es war, nebenbei bemerkt, auch meine erste und somit einzige. Mit sechzehn hat er sich (von sich aus) bei mir per eMail gemeldet, nach drei Wochen habe ich ihn zum ersten Mal gesehen, und nach drei Abenden, die wir redend im Garten meines Elternhauses verbrachten, haben wir uns geküsst und waren seitdem fest zusammen. Mein erster Kuss, übrigens. Wieder drei Wochen später habe ich mit ihm geschlafen (ich erwähne das nur, um zu unterstreichen, wie ‚richtig’ mir alles vorkam; denn im Grunde erschien es mir – auch meiner Erziehung wegen – eigentlich noch zu früh). Es war mein erstes Mal.
So weit, so gut. Ich war glücklich mit ihm, zwei Jahre lang war alles wunderschön. Fast schon kitschig. Dann machte er sein Abi, und danach fing alles an, sich irgendwie zu verändern.
Meine Mutter, die ich bis dahin als meine beste Freundin betrachtet hatte, begann damit, ihn abzulehnen. Das war nicht leicht für mich, weil ich zwischen den beiden stand. Ich wollte ihn aber nicht aufgeben, obwohl sie in allen Dingen Recht hatte: er nutzte mich in gewisser Hinsicht aus, er belog mich und traf sich mit anderen Mädchen…usw. Wir hatten uns nach solchen Episoden zwar immer gestritten, weil ich das nicht akzeptieren konnte (ich meine, er KANN sich ja mit anderen treffen, das ist völlig okay, aber er muss mich dann doch nicht deswegen anlügen! Schließlich ist er ja nie fremdgegangen), aber ich wollte das Negative einfach nicht sehen.
Als ich achtzehn war und meine Mutter ihm das Haus verbot, habe ich mir kurzerhand eine eigene Wohnung gesucht und bin ausgezogen. Dann musste ich neben dem Gymnasium noch an der Kasse arbeiten, aber das nahm eben ich als gegeben hin.
Wir sind zusammengezogen (klar; wenn schon, denn schon), und ich hatte eine unglaublich glückliche Phase. Finanziell gesehen war es natürlich schwierig, aber da meine Eltern geschieden sind, konnte ich die Miete mit dem Unterhalt bezahlen, den mein Vater mir zahlen muss.
Dann lief es aus dem Ruder.
Wir stritten uns nur noch; unter Anderem, weil er finanziell gesehen so gut wie nichts beitrug, und das war wirklich hässlich. Wir trennten uns nach einem Jahr zusammenwohnen und versöhnten uns bald darauf wieder. Nach dem anfänglichen Glück kehrte bald wieder der Alltag ein, und wir trennten uns erneut.
Es wurde eine unendliche Geschichte. Näheres lasse ich aus, das hier wird ohnehin schon zu lang; aber inzwischen habe ich den Eindruck, dass er sich eigentlich gar nichts mehr aus mir macht. Es tut weh, weil ich ihn aus unerfindlichen Gründen immer noch liebe, aber wenn ihm etwas nicht passt (wenn ich ihn zum Beispiel frage, warum er mir verheimlicht, dass er mit anderen Mädchen Sms schreibt, wenn doch nichts dran ist), sagt er, das ginge mich alles nichts an und geht einfach. Dann meldet er sich doch wieder, weil er weiß, dass mich ihm verzeihe, und alles beginnt von vorn.
Das wird mir zuviel, es überfordert mich völlig. Er weiß irgendwie nicht, was er will; er sagt, er hätte absolut keine Lust auf Beziehung, wenn wir uns immer streiten, aber dann vermisse er mich doch wieder (das ist ein indirekter Vorwurf, weil wir uns nur streiten, wenn ich irgendwas erwähne, was mir nicht passt).
Er meinte, manchmal würde ihn alles ‚ankotzen’, aber wenn er dann gegangen wäre, würde er mich sofort wieder vermissen; und er wüsste einfach nicht, was er eigentlich wollte. Das läge nicht daran, dass er mich nicht lieben würde oder so, sondern…er wüsste es nicht. Und er hätte Angst, dass er vielleicht zu lange brauchen würde, und wenn er dann sich selber Klarheit verschafft hätte, hätte ich vielleicht schon einen anderen. Es sei ja nicht so, dass ich nicht wahnsinnig hübsch sei usw., und dass er mich nicht verlieren wollte, nur weil er irgendein Problem mit sich selber hätte.
Ich habe gesagt, dass er sich das so lange überlegen solle, bis er sich irgendwann sicher wäre, weil ich keine Lust hätte, in der Reserve zu sitzen, bis er sich dann vielleicht doch mal anders entscheiden würde. Seitdem ist Funkstille (jetzt ist das alles noch nicht mal eine Woche her, und ich vermisse ihn bereits wieder)
Vielleicht liest sich irgendjemand bis hier hin durch und kann mir vielleicht einen Rat geben, ob es sich überhaupt noch lohnt, sich Hoffnungen zu machen. Wenn nicht - was soll ich denn machen? Na ja, vielen Dank jedenfalls bis hierher - hat schon geholfen, das überhaupt aufzuschreiben.
Liebe Grüße - Ina