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Bin noch wie betäubt

29braveheart07

Neues Mitglied
Hallo,
ich bin neu hier und fange direkt mal an.
Vor zwei Wochen ist mein Mann nach 2jährigem Kampf gegen Krebs gestorben und irgendwie hab ich das noch nicht richtig kapiert, obwohl ich in den letzten Stunden und Minuten bei ihm war. Er musste noch zwei OP`s über sich ergehen lassen und aus der zweiten ist dann nicht mehr aufgewacht (er blieb im künstlichen Koma ). Nach der Besprechung mit den Ärzten haben wir nach 3Tagen das Kreislaufmedikament abgestellt und dann ging es sehr schnell und wirklich friedlich zu Ende.
Die Trauerfeier war vor 1 Woche und die Urnenbeisetzung ist morgen.
Ich kann immer noch nicht glauben, dass mein Schatz nicht mehr da ist. Es ist ein Gefühl, als wäre er noch im Krankenhaus....Ich kann auch nicht weinen....Ich bin so leer ...Die Welt, das Leben läuft weiter...aber einfach an mir vor bei...als würde ich in einer Luftblase sitzen...ich habe keinen Hunger...ich kann nicht schlafen...und nächste Woche müsste ich wieder arbeiten ...aber ich kann doch nicht einfach so weiter machen....
Liebe Grüße
 
Mein herzliches Beileid an dich 🙁
Ich denke du bist noch in der ersten Phase der Trauerbewältigung und in dieser können wir nicht wahrhaben was passiert ist. Du beschreibst dass du es versuchst, aber das es sich einfach noch anfühle als sei er im Krankenhaus. Ich denke dass deine Gefühle von deinem Unterbewusstsein sind, da du ja in deinem Bewusstsein versuchst es zu begreifen. Wenn man jahrelang mit einem geliebten Menschen zusammen war, und dieser dann einfach weg ist kommt uns dies so unecht vor. Mit der Zeit wird noch die Trauer in dir aufsteigen und du wirst verstehen was es heißt - das alles wird sicherlich nicht leicht und vielleicht solltest du dir in dieser Zeit zu einem Psychologen gehen der dir beiseite stehen kann. Doch mit der Zeit - mit der Trauer, wirst du alles verarbeiten können und du wirst merken dass das Leben auch so weiter geht auch wenn er weiterhin in deinem Herzen bleiben wird.
Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe ( ich leide an Verlustängsten und für mich wäre es das aller schlimmste was passieren kann man mein Partner stirbt. Ich würde innerlich auch sterben... )
Wenn du mit mir schreiben möchtest oder dir noch was am Herzen liegt dann schreib mir ruhig 🙂
 
Habe grade den letzten Arztbericht vom Krankenhaus abgeholt, las ihn durch und wollte weinen, aber es ist, als ob mir es verboten wird....es geht nicht....und wenn, dann nur ganz kurz.
Mein Hausarzt meint es wäre gut, noch 2Wochen zuhause zubleiben und hat mich krankgeschrieben.
Ich weiss nicht, was ich den ganzen Tag tuen soll...vorher war es so, dass ich nur für meinen Schatz da war, er brauchte mich, er war zu schwach um alleine in die Küche zu gehen....oder aufs Klo...jetzt ist der Platz neben mir so leer...ich bin leer..und trotzdem erschrecke ich, wenn ich auf die Uhr sehe, und es ist abend.... wieder eine Nacht ohne ihn.....allein..naja fast...unser Hund hat jetzt seinen Platz im Bett eingenommen...Einfach so ist er aufs Bett gekommen, als feststand dass mein Mann nicht mehr nachhause kommt.
Irgendwas hat er gespürt...an dem Tag (an dem wir beschlossen haben, die Geräte auszuschalten)hat er abends gebellt (macht er nur, wenn jemand von der Familie nach hause kommt) hat an der Tür gewartet und als niemand kam, ist er aufs Bett gekommen....
Ich hoffe,was ich schreibe ist nicht zu durcheinander, aber das sind meine Gedanken....

Ja zu einer Psychologin gehe ich bereits, seid der Krebsdiagnose meines Mannes um damit und den ganzen Alltagsproblemen fertig zu werden, aber ich habe mich ertappt, dort nicht alles zu erzählen, was mich beschäftigt.
Je näher ich einen Menschen kennenlerne desto weniger erzähle ich von meinen Problemen...

Danke für Eure lieben Worte, bis bald
 
Vielleicht solltest du dir noch irgendetwas Neues suchen womit du anfangen kannst - vielleicht gibt es ja bei euch auch Gruppen für Menschen von denen Angehörige gestorben sind. Ich denke es wäre wichtig sich richtig auszutauschen und solchen menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen könnte man sich vielleicht leichter öffnen und mehr erzählen. Nimm dir auch Zeit für dich gehe vielleicht spazieren versuche innerlich ruhig zu werden ganz ruhig dann kommen die Gefühle von alleine.
Ich wünsche dir alles alles Liebe !
 
Ich denke auch daß die Trauerphasen nach und nach kommen werden.
Wenn dir irgendwann zum weinen zumute ist dann lass es einfach zu und wehr dich nicht dagegen, wenn nicht dann trauerst du eben auf eine andere Art um deinen Mann. Du solltest jetzt nur nicht anfangen dich einzukapseln und dich vor Freunden zu verschliessen- sicher wollen dir einige helfen und dich unterstützen, lasse es auch zu. Schön daß du deinen Hund an deiner Seite hast, er gibt dir sicherlich auch etwas Halt und zwingt dich dein Leben weiterzuleben- er muss ja versorgt werden. Tier spüren das wenn ein geliebter Mensch geht, mein Hund hat mir auch sehr geholfen als mein VAter starb.
LAss dir Zeit alles zu verdauen
Alles Liebe
 
Danke für lieben Antworten.
Nein, ich versuche mich nicht zurückzuziehen nur ist es so, dass wir eigentlich keine Freunde hatten, denn mein Schatz und ich waren uns genug.

Wir gingen normal arbeiten, hatten die zwei Kinder, die jetzt fast schon ihr eigenes Leben leben, und wir hatten uns.

Es war so, wir hatten natürlich mal Streit, aber meine Schwägerin sagte letztlich noch "Zwischen Euch passte kein Blatt"

Und jetzt ist es so, dass alle meinen, ich bräuchte Unterhaltung; andauernd geht das Telefon,"ist alles in ordnung bei dir, ruf ruhig an wenn was ist, komm wir fahren mal dahin..." das ist alles so lieb gemeint, das habe ich gar nicht verdient und ich kann damit nicht umgehen,wir waren es doch, die alle Kontakte zur Aussenwelt abgebrochen hatten, nicht aus bösem Sinn, sondern einfach nur, weil wir es nicht brauchten, ja es sogar störend war.

Er fehlt mir so, ich habe Angst seine Stimme zu vergessen, Fotos kann ich immer anschauen, aber seine Stimme, sein Lachen und sogar auch das Schimpfen kann ich nicht mehr hören...
Bevor er gestorben ist, als er im Koma lag habe ich zu ihm gesagt" lass los, dann kann ich dich mit nach hause nehmen...Ich versuche mir immer zu sagen, dass er bei mir ist, aber das klappt nicht so wirklich....
Warum ist dieses sch...Leben so ungerecht?
liebe grüße
 
Erstmal mein herzliches Beileid.... Man kann in deiner Situation gar nicht die richtigen Worte finden..... ich bin mit 35 Jahren Witwe geworden und ich weiss noch dass es einige Menschen gab, die grosse Scheu hatten, wie sie mir gegenübertreten sollen. Ich kann das sooo gut nachvollziehen..... wenn man selber dann aussen vor ist, fühlt man genauso! Den Verlustschmerz kann einen niemand abnehmen, das geht nunmal nicht. Ich bin damals zu einem Therapeuten gegangen und ja, da war meine beste Freundin und sie war auch eine ganze Weile der einzige Mensch, den ich überhaupt an mich ranliess. Aber sie war einfach unverzichtbar -- sie war so ein grosser Trost und immer für mich da! Ob in der Sterbewoche als solche, als auch danach!

Was mich mit Schreck erfüllt, dass du keine Freunde hast, weil dein Mann und du dich soo zurückgezogen habt. Das ist nicht gut. DAS macht den Verlust noch schlimmer als er eh schon ist. Sich nur und einzig auf den Partner zu fixieren, lässt einen hinterher alleine dastehen. Ausserdem ist es einfach gesund auch andere Kontakte zu haben und zu pflegen. Du bist jetzt 40 Jahre und viiel zu jung für dieses zurückgezogene Eremitenleben. Sicher hast du derzeit nicht die Kraft oder sonstwas, aber irgendwann solltest du wieder Kontakte knüpfen. Ich halte es langfristig für lebenswichtig für dich, wirklich! Freunde sind einfach ein grosses und kostbares Gut, die einen auch in so einer Situation auffangen, einfach da sind. Oder einfach "ein Freund" -- da du sie nicht hast, würde ich dir dringend raten, dir einen Therapeutin zu suchen oder eine Selbsthilfegruppe, wo andere Menschen sind, die solch einen Verlust durchgemacht haben, die genauso fühlen wie du. Sowas im Alleingang schaffen zu wollen ist schlicht der Wahnsinn.....

Ganz liebe Grüsse
Nachtblume
 
Gleich geht es zu meiner Therapeutin, bin mal gespannt, wie wiet ich mich Öffnen kann, oder ob ich nur belangloses Zeug erzähle.

Grade ist mir ein Satz eingefallen, den der behandelnde Arzt zu mir sagte : Ohne mich hätte mein Mann es gar nicht geschafft so lange zu leben. Das waren nicht die orginal Worte, aber ich denke, er wollte mir damit sagen, dass ich "meine Sache " gut gemacht habe und für meinen Schatz noch ein paar Monate länger ohne Krankenhausaufenthalt rausgeschlagen habe.
Mein Verstand sagt mir das ist ein Lob, eine Anerkennung ein Trost...

Aber mein Herz sagt mir, durch mich musste mein Mann noch länger leiden, er hätte es schon viel früher hinter sich haben können, ohne immer wiederkehrende, immer stärker werdende Schmerzen, denn die letzten Monate waren geprägt von Schmerzen, immer wieder die Angst, wann ist mal so schlimm, dass die Schmerzmedikation zuhause (per Tropf) nicht ausreicht.
So ging das eingentlich über die kompette Zeit, die Tage, an denen er beschwerdefrei war kann man an zwei Händen abzählen.

Meine Güte wie egoistisch ich doch war und es immer noch bin...Ich hasse mich dafür.

Ich habe das Gefühl, dass ich alles, was ich "anfasse" "kaputt" mache, denn bevor wir uns kennenlernten(vor 13 Jahren), war er kerngesund.
Erst dann kamen Leistenbruch, Herzbeschwerden, Bluthochdruck und dann Krebs dazu, meine Mutter ist sehr Krank (parkinson) mein Vater seit kurzer Zeit auch, meine Kindern gehts seelisch nicht gut(ist eine andere Geschichte, die mit dem Vater des Erzeugers zu tun hat), meine Katze hatte Lungenkrebs...
Am Besten, ich lasse gar nicht mehr zu, dass man mich näher kennenlernt, dann kann ich auch keinem Unglück bringen.
lg
 

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