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bin ich schuld?

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hallo, meine mutter hat selbstmord im alkoholrausch begangen, ich hatte davor einige monate früher den kontakt abgebrochen da sie sich offensichtlich nicht helfen lassen wollte gegen ihr problem..
nun mach ich mir natürlich vorwürfe, obwohl sie mir damals nie wirklich ne kindheit geschenkt hatte (bin mit 9 zu meiner oma gekommen, sie ist ebenfalls leider verstorben, jedoch schon vor 3 jahren; wo meine trauer aber immernoch durch die starke bindung stärker ist).

nun weiß ich nicht wie ich damit umgehen soll... darf ich dann überhaupt trauern oder sollte ich doch froh sein, da sie mir in der letzten zeit vor ihrem ableben mehrmals "sorgen" machte?
 
Hallo,

selbstverständlich darfst du um deine Mutter trauern, wer sollte dir das verbieten oder untersagen? Du kannst wann immer du willst auf die Art und Weise trauern, wie deine Gefühle es erfordern.

Was die Schuld angeht...der Alkohol scheint (nach dem, was du schreibst) deine Mutter in den Selbstmord getrieben zu haben. Denkst du, ihre Entscheidung wäre anders ausgefallen, wenn du den Kontakt nicht abgebrochen hättest? Mit so einer Frage, auf die du nie eine Antwort bekommen wirst, quälst du dich nur selber...und redest dir Schuld ein.

Was deine Mutter sicher ehr vor dem Selbstmord gerettet hätte, wäre ein Loskommen vom Alkohol und wenn du getan hast, was in deiner Macht lag, um sie vom Alkohol zu befreien und es hat nicht genügt...also mehr als das tun, wozu man fähig ist, geht nicht.

Trauere und verarbeite es, wann und wie es kommt.

Alles Gute!
Rock
 
Hallo,

ich hatte auch eine Mutter die alkoholsüchtig war. Ich habe auch zwei Wochen bevor sie gestorben ist den Kontakt zu ihr abgebrochen und ihr ausrichten lassen das sie keine Tochter mehr hat. Habe mir nach ihrem Tot auch grosse Vorwürfe gemacht. Ich bin in Therapie gegangen, viele Jahre danach aber erst. DU bist in keinerstweise Schuld daran ! Das darfst Du Dir nicht einreden ! Es ist ein normales menschliches Verhalten das die Menschen um den Süchtigen sich die schuld erstmal dafür geben. Der Alkoholiker selbst hat sich dieses Los herausgesucht, nicht Du... Ich würde Dir empfehlen Dir einen Therapeuten zu suchen umd das ganz zu verarbeiten. Du bist auch nicht bei Deiner Mutter aufgewachsen und die Kindhheit ist eine Zeit im Leben die sehr prägend ist und es sicherlich Narben gibt die aufgearbeitet werden sollten. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten.

viele Grüsse
CurlySue
 
Hallo,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Meine Mama ist vor vier Wochen an einer Überdosis Tabletten gestorben und mit dem Alk hatte sie auch sehr große Schwierigkeiten...
Ich hatte in der letzten zeit auch kein gutes Verhältnis mehr zu ihr und gebe mir nun auch die Schuld. Hätte ich nur dies und hätte ich nur das usw. und sofort....
Anfangs habe ich mir das trauern auch verboten weil ich dachte ich hätte das recht nicht dazu und das ist manchmal immer noch so. Aber ich weine schon ab und zu, meistens aber verdränge ich es weil es noch mehr schmerzt wenn ich die Gefühle zu lasse.
Natürlich darfst Du traurig sein! Natürlich darfst Du weinen! Vorallem darfst Du auch wütend auf Deine Mama sein!!! Das bin ich auch und ich schimpfe sie (auch wenn sie mich nicht hören kann) Und egal was war, es war Deine Mama und das tut immer weh!!!
Mir wird auch geraten mir therapeutische Hilfe zu suchen, bin auch dabei aber es ist schwierig, entweder sie nehmen keine Patienten an oder erst in einigen Wochen.
Das solltest Du trotz alledem auch versuchen! Denn ich weiß für mich das ich es alleine nicht schaffe...
Leider kann ich Dir nicht mehr sagen weil es mir auch beschssen geht.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!
 
Oh, Mann, zuerst habe ich den Thread von Dauni gelesen, der mir sehr nahe gegangen ist und nun ähnliches Schicksal von Dir, lieber Gast.

Ich muß Dr. Rock wirklich Recht geben, egal wie Du reagiert hättest, ich bin davon überzeugt, daß es zum gleichen Ergebnis gekommen wäre.

Es gibt einfach Konsequenzen im Leben, die man sehr wohl "in die Zukunft" hinauszögern kann, aber letztendlich nicht verhindern kann. Wir Menschen können viel bewirken, sind aber auch in vielerlei Hinsicht ohnmächtig.

Mein Freund, früher Beziehung - heute Freund, war Junkie. Ich konnte machen was ich wollte, es hat sich an seiner Situation nix geändert...ich wollte immer verhindern, daß er wieder in den Knast muß, aber ich konnte es sicherlich aufschieben, aber eben nicht verhindern.

Ja, es ist immer so einfach zu sagen, sie war Drogen- oder Alkoholabhängig und das war ihre Entscheidung. Das ist auch möglicherweise richtig. Trotzdem habe ich auch ein tiefes Mitgefühl für die Alkoholabh. oder Drogenkonsumenten. Ich selbst bin essüchtig und weiß wie schwer es ist, davon loszukommen. Ich bin selbst mit Einsamkeit konfrontiert und meine Versuche, dies zu ändern, endet meistens frustran. Ich schreibe es nicht, um auf mich zu lenken, sondern einfach zu schreiben: ja, es ist verdammt schwer, von einer Sucht wegzukommen...Hinzu kommen auch noch Redewendungen, wie: Deine Entscheidung und Falle doch nicht in die Opferrolle...gerade diese Anstupser, die gutgemeinten führen oft auch zu einem Überangepaßten, aber verlogenen Verhalten.

Ich denke, ja, man kann auch mitfühlen und auch, als Angehöriger abtrauern, wie "Scheiße" es sich anfühlt, ohnmächtig zu sein...Ja, lieber Gast oder Dauni, manchmal können wir nix tun, selbst dann nicht, wenn das Leben für unsere Liebsten furchtbar war...Das ist traurig...Es ist aber auf gar keinem Fall Eure Schuld. Das Leben ist wirklich hart...ihr seid die Kinder und habt auch Eure Geschichte, Eure Belastungen und Erfahrungen mit Euren Eltern gemacht, selbst wenn ihr heute Erwachsene seid und daß ihr den Kontakt abgebrochen habt, dafür habt ihr gute Gründe gehabt. Ich habe mal eine Mutter (!!!!) kennengelernt, die ihren drogenabh. Sohn verloren hat...sie sagte mir, es war für sie eine Entlastung...so stark war sie unter Druck all die jahre und ich denke, ihr ward da für Eure Mütter, aber irgendwo sind auch Kraftgrenzen...

Eure Wut kann ich gut nachvollziehen, es ist verrückt, wieviele Paletten an Gefühlen man durchmacht...

Ich wünsche allen Drogenabhängigen und Angehörigen alles Gute und Euch auch, lieber Gast und liebe Dauni und liebe Winnie, ich glaube, Du warst auch betroffen, soweit ich das mitbekommen habt...

🙁 w.
 

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