Hallo Charlotte.
Ich wende mich gerade an Dich, um einen Erklärungsversuch als Laie zu starten.
Vielleicht denkst du über den Text nach und kommst zu einem Ergebnis, das gut für dich ist.
Lass uns zunächst zusammen einen kleinen Ausflug in die Physik beginnen.
Der allgemeinen Wissenschaft zufolge lässt sich Materie – also das, was man sehen oder riechen oder anfassen kann, in Scheiben schneiden. Werden die Scheiben immer dünner, so landet man bei Molekülen, also miteinander verbundene Atome.
Atome wiederum bestehen aus einem Atom-Kern und Schalen mit Elektronen, die fleissig darum herum kreisen. Diese Elektronen bestehen eher aus „Nichts“, sind aber unglaublich schnell.
Wenn man ein Atom versucht anzufassen, also versucht so ein kreisendes Elektron zu ertasten, dann kommt das Elektron auch bei der kürzesten Zeit des Tastens derart oft am Daumen vorbei geflogen, dass man am Ende gar nicht mehr feststellen kann, wo gerade sich das Elektron befindet. Vorne oder hinten oder auf der Seite. Der Daumen tastet also und fühlt eine kleine Kugel.
diese Elektronen nun sausen um einen Atomkern aus Protonen. Protonen sind so ähnlich wie Elektronen und lassen sich wiederum so oft zerlegen, dass man den Durchblick verliert, wer gerade um wen kreist oder wo sich was befindet.
Ganz klar ist aber mittlerweile, dass in dem ganzen Gewirbel eine unvorstellbare Energie verborgen wurde, um das alles in Gang zu bringen. So erklärt sich auch, dass man die Energie zurück bekommt, wenn man eine Kernreaktion in Gang bringt. Man bringt sie nämlich dadurch in Gang, dass man hochexplosives Material um Uran pappt und entzündet und dadurch dermaßen viel Druck auf das Körnchen ausübt, dass die Innenteile des Körnchens aus ihrer Bahn geraten und wild anfangen, durch die Gegend zu fliegen. Sie reißen dann alles mit und es knallt.
Ich komme also leider zu dem Ergebnis, dass die ganze Welt aus einem gut sortierten „Nichts“ mit riesig viel Energie im Inneren besteht. Ich komme dann aber auch zu dem Ergebnis, dass alles andere drumherum ebenfalls aus nicht wirklich „mehr“ besteht, zumal man Meteore, die vom Himmel fallen analysiert hat und oft schlicht und ergreifend: Eisen gefunden hat.
Menschen bestehen vermutlich aus Mineralien und Wasser . Zumindest sehen Bestatter das so, wenn sie jemanden in ein Krematorium bringen, wo das Wasser verdampft und der Rest problemlos in eine Büchse passt.
Lebende Menschen sind vorher aber etwas kunstvoller zusammen gesetzt. Da gibt es Zellen und ein bisschen Chemie, was an kleinen Uhu-Punkten der Zellen kleben bleibt, und was ab und zu durch ein bisschen Elektrotechnik vorwärts geschoben wird.
So entstehen dann im Kopf die Gedanken.
Gedanken können sich vervielfältigen – und damit komme ich zur Psychologie.
Immer dann, wenn es niemanden gibt, der einem „einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf“ gibt, denkt man an seiner Aufgabe weiter. Gedanken können also durch andere gestört werden – oder nicht, wenn es niemanden neben einem gibt.
Wenn man sich nun überwiegend nur noch mit dem oben erwähnten „Nichts“ auseinander setzt und Folgen von Folgeerscheinungen durchdenkt, muss man sich das als Wissenschaftler bezahlen lassen - oder man dreht sich im Kreis.
Denn irgendwann hat man auf seiner visuellen Tapete Gleichungen mit unglaublich vielen Unbekannten niedergeschrieben.
Wissenschaftler würden deswegen hier sofort aufhören und die Tapete zerteilen.
Sie würden die Stücke an andere Wissenschaftler verteilen, damit jeder von denen sich mit seinem Schnipsel auseinander setzt.
Wundere Dich nun bitte nicht, dass ebenfalls jeder der Wissenschaftler irgendwann aufgibt, wenn es seinen Schnipsel nicht bis ins Allerkleinste geklärt hat, ansonsten wäre die Wissenschaft nämlich bereits allwissend und es gäbe nichts mehr zu erforschen.
Nun komme ich zu Dir.
Du bist also von Deiner Rolle als Mensch bereits dazu übergegangen, kleinere Hintergründe gedanklich zu entwickeln.
Wie ganz klar zu erwarten war, tun sich - betrachte mal die Wissenschaftler oben – weit mehr Fragen auf, als Du beantworten kannst. Jede Frage zerteilt sich automatisch in weitere Unterfragen.
Dass ein einziger Mensch damit überfordert ist und nicht die gesamte Kompetenz der Wissenschaft ersetzen kann, dürfte einleuchten.
Menschen, die also diesen Weg eingeschlagen haben, brauchen einen Anstoß, um das sein zu lassen.
Der Anstoß besteht darin, dass man jemanden findet, der einem erklärt, warum es so nicht weiter gehen kann, der einem vielleicht aber auch erklärt, dass man diese Gedanken durch „Tun“ ablegen kann.
Damit man weiss, zu wem man geht, haben solche Leute eine Berufsbezeichnung für sich erfunden. Zb Psychologen.
Sie setzen sich mit einem hin und schreiben die ganzen Ästchen und Verzweigungen der Gedanken auf und kappen die dann an einer sinnvollen Stelle wie Efeu am Gartenzaun. Ausserdem erklären sie was man tun muss damit es dort nicht wieder neu und weiter wächst.
Was würdest Du denn jetzt tun, wenn Du meiner Argumentation folgst?
Du würdest sehen, dass ich Dir - was Deine Gedanken betrifft – teilweise zustimme, teilweise aber nicht. Ist auch egal, da es dazu eh keine schnelle Lösung gibt.
Du würdest aber sehen, dass Dich das ganze völlig überfordert.
Wenn Du das dann einsiehst, brauchst Du Alternativen.
Die Alterative kann eigentlich nur zu Deinem eigenen Schutz ausgelegt werden, weil Du das andere alles eh nicht ändern kannst.
Das bedeutet, dass Du Erfolg darin verspüren müssen sollst, wenn Du irgend etwas anderes tust, was Dich am Denken hindert. (Efeu- Triebe kappen)
Wenn Du also danach feststellst, dass Du einen Moment anders, also glücklicher gelebt hast, und das dann immer wiederholst, dann war es das irgendwann mit den Atomen. Sie werden unwichtig.