Dann reihe ich mich mal ein in die Liste der Klagenden. Wie der Titel schon sagt habe ich mich zu einem beruflichen Neuanfang entschlossen, was allerdings schneller zu Problemen führte als mir lieb war.
Zunächst einmal ein wenig Kontext: nach einem erfolgreich abgeschlossenem Abitur (mit mittelmäßigen Noten) habe ich eine Ausbildung zum Elektroinstallateur gemacht. Im Nachhinein nicht meine cleverste Entscheidung, aber ich hatte schon einige Erfahrung auf dem Bau sammeln können über meinen Vater, der ebenfalls Elektriker ist, und der Arbeitsmarkt und die Zukunftsaussichten für Elektriker waren schon damals ganz gut. Nach der Lehre habe ich dann ein Studium als Ingenieur Elektrotechnik angefangen, war jedoch gezwungen es abzubrechen nach ein paar Jahren, da es an allen Ecken und Kanten gemangelt hat und einfach zu hoch für mich war.
Da fingen dann die eigentlichen Probleme an. Ich konnte einfach keinen Anschluss finden und erfolgreich wieder einsteigen als Handwerker. Durch das Studium hatte ich viel Zeit verloren und vieles aus meiner Lehrzeit vergessen. Die Branche hatte sich weiterentwickelt und ich war ein Geselle mit dem Wissenstand eines Azubis und das in meinen 30igern. Es wurde generell viel mehr von mir erwartet als ich wusste und leisten konnte. Einmal wurde mir sogar offen ins Gesicht gesagt es sei eine Frechheit, dass ich als Geselle und nicht als Azubi oder Leiharbeiter bezahlt werde und derjenige hatte vollkommen recht.
Jedenfalls folgte nach dem Studiumabbruch eine mehrjährige Achterbahnfahrt bei mehreren Arbeitgebers, wo ich als Installateur oder als Hilfsarbeiter tätig war. Zwischendurch bin ich sogar in den Einzelhandel gegangen, einfach um mir eine Pause zu gönnen von der Baustelle. Aber mittlerweile bin ich einfach nur müde vom ständigen Hin und Her. Abgesehen davon habe ich genug in der Branche gearbeitet und genug Leute kennengelernt um zu wissen, dass man so einen Job nicht bis zur Rente durchziehen kann, zumal der Trend was Arbeitsbedingungen auf der Baustelle angeht eindeutig nach unten geht. Also möchte ich mich lieber jetzt freiwillig beruflich neu orientieren, als dass ich in 15-20 Jahren dazu gezwungen werde durch meine Gesundheit etc.
Meine ersten Anlaufstellen waren das Internet und das Arbeitsamt, wo man mir erklärte, dass die finanzielle Förderung einer Umschulung in meinem Fall unwahrscheinlich sei, da der Arbeitsmarkt für Elektriker sehr gut sei und ich keine gravierenden gesundheitlichen Probleme hätte. Ich sollte vielleicht erwähnen, das mein Ziel ein technischer Beruf ist, der vom Anspruch her irgendwo dazwichen liegt zwischen meiner handwerklichen Arbeit als Elektriker und dem was ich seinerzeit an der Fachhochschule lernen und machen musste. "Gut", dachte ich mir, "machste halt eine klassische duale Ausbildung. Dauert zwar länger, aber du kannst mehr oder weniger bei null anfangen, kannst dich den Leuten beweisen für die du arbeitest und viel praktische Erfahrung sammeln und eine Ausbildungsbeihilfe ist leichter zu bekommen als eine Umschulungsförderung".
Also habe ich die Jobbörse abgeklappert und einen Haufen Bewerbungen geschrieben. Meine Richtlinien sind wie erwähnt ziemlich grob also konnte ich aus einer ganzen Palette von Berufen auswählen. Ich habe mich unter anderem als Fachinformatiker, technischer Zeichner für diverse Fachrichtungen, Medientechnologe und wiederum als Elektriker beworben, diesmal allerdings als Industrieelektriker und nicht als Baustellenelektriker.
Was folgte waren eine Menge Absagen, wobei ich vermute, dass ich für einige Ausbildungstellen einfach zu spät dran war (die meisten Bewerbungen habe ich Ende April bis Mitte Mai geschrieben). Die wenigen Einstellungstests, die ich machen durfte, waren auch wie ein Sprung ins kalte Wasser, da ich mich nicht allzu gut vorbereitet hatte. Es ist schon erschreckend wie schnell man einfachste Dinge aus der Schule vergisst und wenn man dann gefragt wird, was der Satz des Pythagoras ist und wie die dazugehörige Formel lautet, dann hilft alles Kopfkratzen nicht weiter. Die momentane Situation sieht so aus, dass ich noch auf die letzten Antworten auf meine Bewerbungsschreiben warte, aber ich gehe davon aus, dass das dieses Jahr nichts mehr wird und ich es nächstes Jahr wieder versuchen muss. Jobmäßig fällt mir auch nicht mehr viel ein ausser dem, was ich bereits genannt habe. Kfz Mechatroniker wäre vielleicht eine Option, aber ich habe den starken Verdacht, das es auf das Gleiche hinauslaufen wird wie Baustellenarbeit mit ähnlichen Problemen, nur eben anders verpackt.
Keine Ahnung worauf dieser Thread konkret hinauslaufen soll, aber ich schätze ein paar Denkanstöße wären ganz gut. Welche Fehler habe ich gemacht? Habe ich in meinem Alter überhaupt eine reale Chance auf einen Ausbildungsplatz oder kann ich nicht mit den 18 jährigen konkurrieren? Weitere Jobvorschläge wären wohl auch nicht schlecht.
MfG Anton
Zunächst einmal ein wenig Kontext: nach einem erfolgreich abgeschlossenem Abitur (mit mittelmäßigen Noten) habe ich eine Ausbildung zum Elektroinstallateur gemacht. Im Nachhinein nicht meine cleverste Entscheidung, aber ich hatte schon einige Erfahrung auf dem Bau sammeln können über meinen Vater, der ebenfalls Elektriker ist, und der Arbeitsmarkt und die Zukunftsaussichten für Elektriker waren schon damals ganz gut. Nach der Lehre habe ich dann ein Studium als Ingenieur Elektrotechnik angefangen, war jedoch gezwungen es abzubrechen nach ein paar Jahren, da es an allen Ecken und Kanten gemangelt hat und einfach zu hoch für mich war.
Da fingen dann die eigentlichen Probleme an. Ich konnte einfach keinen Anschluss finden und erfolgreich wieder einsteigen als Handwerker. Durch das Studium hatte ich viel Zeit verloren und vieles aus meiner Lehrzeit vergessen. Die Branche hatte sich weiterentwickelt und ich war ein Geselle mit dem Wissenstand eines Azubis und das in meinen 30igern. Es wurde generell viel mehr von mir erwartet als ich wusste und leisten konnte. Einmal wurde mir sogar offen ins Gesicht gesagt es sei eine Frechheit, dass ich als Geselle und nicht als Azubi oder Leiharbeiter bezahlt werde und derjenige hatte vollkommen recht.
Jedenfalls folgte nach dem Studiumabbruch eine mehrjährige Achterbahnfahrt bei mehreren Arbeitgebers, wo ich als Installateur oder als Hilfsarbeiter tätig war. Zwischendurch bin ich sogar in den Einzelhandel gegangen, einfach um mir eine Pause zu gönnen von der Baustelle. Aber mittlerweile bin ich einfach nur müde vom ständigen Hin und Her. Abgesehen davon habe ich genug in der Branche gearbeitet und genug Leute kennengelernt um zu wissen, dass man so einen Job nicht bis zur Rente durchziehen kann, zumal der Trend was Arbeitsbedingungen auf der Baustelle angeht eindeutig nach unten geht. Also möchte ich mich lieber jetzt freiwillig beruflich neu orientieren, als dass ich in 15-20 Jahren dazu gezwungen werde durch meine Gesundheit etc.
Meine ersten Anlaufstellen waren das Internet und das Arbeitsamt, wo man mir erklärte, dass die finanzielle Förderung einer Umschulung in meinem Fall unwahrscheinlich sei, da der Arbeitsmarkt für Elektriker sehr gut sei und ich keine gravierenden gesundheitlichen Probleme hätte. Ich sollte vielleicht erwähnen, das mein Ziel ein technischer Beruf ist, der vom Anspruch her irgendwo dazwichen liegt zwischen meiner handwerklichen Arbeit als Elektriker und dem was ich seinerzeit an der Fachhochschule lernen und machen musste. "Gut", dachte ich mir, "machste halt eine klassische duale Ausbildung. Dauert zwar länger, aber du kannst mehr oder weniger bei null anfangen, kannst dich den Leuten beweisen für die du arbeitest und viel praktische Erfahrung sammeln und eine Ausbildungsbeihilfe ist leichter zu bekommen als eine Umschulungsförderung".
Also habe ich die Jobbörse abgeklappert und einen Haufen Bewerbungen geschrieben. Meine Richtlinien sind wie erwähnt ziemlich grob also konnte ich aus einer ganzen Palette von Berufen auswählen. Ich habe mich unter anderem als Fachinformatiker, technischer Zeichner für diverse Fachrichtungen, Medientechnologe und wiederum als Elektriker beworben, diesmal allerdings als Industrieelektriker und nicht als Baustellenelektriker.
Was folgte waren eine Menge Absagen, wobei ich vermute, dass ich für einige Ausbildungstellen einfach zu spät dran war (die meisten Bewerbungen habe ich Ende April bis Mitte Mai geschrieben). Die wenigen Einstellungstests, die ich machen durfte, waren auch wie ein Sprung ins kalte Wasser, da ich mich nicht allzu gut vorbereitet hatte. Es ist schon erschreckend wie schnell man einfachste Dinge aus der Schule vergisst und wenn man dann gefragt wird, was der Satz des Pythagoras ist und wie die dazugehörige Formel lautet, dann hilft alles Kopfkratzen nicht weiter. Die momentane Situation sieht so aus, dass ich noch auf die letzten Antworten auf meine Bewerbungsschreiben warte, aber ich gehe davon aus, dass das dieses Jahr nichts mehr wird und ich es nächstes Jahr wieder versuchen muss. Jobmäßig fällt mir auch nicht mehr viel ein ausser dem, was ich bereits genannt habe. Kfz Mechatroniker wäre vielleicht eine Option, aber ich habe den starken Verdacht, das es auf das Gleiche hinauslaufen wird wie Baustellenarbeit mit ähnlichen Problemen, nur eben anders verpackt.
Keine Ahnung worauf dieser Thread konkret hinauslaufen soll, aber ich schätze ein paar Denkanstöße wären ganz gut. Welche Fehler habe ich gemacht? Habe ich in meinem Alter überhaupt eine reale Chance auf einen Ausbildungsplatz oder kann ich nicht mit den 18 jährigen konkurrieren? Weitere Jobvorschläge wären wohl auch nicht schlecht.
MfG Anton