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Beruflich total unglücklich - Ausmachen von Perspektiven

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Gast

Gast
Guten Morgen!

Kurz vorweg: Ich wollte mich für ein Thema nicht extra registrieren, hoffe ihr nehmt das nicht ganz so kritisch.

Ich habe momentan ein ziemlich großes Problem in meinen Leben und brauche mal die Meinung von außenstehenden, da ich sonst immer nur dasselbe zu hören bekomme.

Ich werde jetzt 23 Jahre alt und bin momentan mehr oder weniger arbeitslos. Zur Zeit habe ich einen 450€ Aushilfsjob um meinen Lebenslauf zu füllen und nicht arbeitslos eintragen zu müssen. Um das ganze besser zu verstehen erklär ich euch kurz meine Vorgeschichte.

Ich habe damals die Schule nicht wirklich ernst genommen. Ich verbrachte die Zeit lieber damit mit Freunden zu zocken und Spaß zu haben. Dennoch habe ich es geschafft die Hauptschule nach der 10. Klasse mit dem Realschulabschluss zu verlassen.

Zu dem Zeitpunkt war ich 16 Jahre alt. Ich hatte mir damals auch keine genaue Vorstellung gemacht was ich mal beruflich machen möchte. Sicher war nur das ich am PC arbeiten möchte, da ich sowieso den ganzen Tag davor saß und mir das Spaß gemacht hat, also Bürojob. Ich weiß nicht mehr warum, aber nach der Schule hatte ich den Wunsch Maler und Lackierer zur lernen und fand ich direkt nach den Sommerferien einen Ausbildungsplatz in einer kleinen Malerfirma. Ich war allerdings nicht sonderlich gut in diesem Job. Handwerklich bin ich nicht begabt und das "schnelle" arbeiten liegt mir nicht. Trotzdem machte es mir Spaß und ich wusste sowieso nicht was ich anderes machen sollte.

Die Firma ging dann nach einen Jahr pleite und ich musste mir eine neue Firma suchen, in der ich meine Ausbildung fortsetzen konnte. Ich fand auch relativ schnell etwas und ging weiter arbeiten. Im Gegensatz zur alten Firma war dies die größte Malerfirma der Stadt. Dort wurde viel mit Wärmedämmung und Fassaden gearbeitet, worin ich noch absolut keine Erfahrung drin gesammelt habe. Ich war noch schlechter als vorher und wurde von den Kollegen regelrecht fertig gemacht. Da ich damals noch ziemlich schüchtern war, hab ich mein Mund nicht aufgemacht und mir alles gefallen lassen. Irgendwann hab ich mich täglich gequält zur Arbeit zu gehen und die Sache dann letztendlich abgebrochen. Ich konnte nicht mehr.

Meine Eltern waren stinksauer, haben es dann aber irgendwann auch verstanden. Ich fing also wieder bei Null an. Zu dem Zeitpunkt war ich dann 18 Jahre alt. Ich wollte dann eine neue Ausbildung zum Bürokaufmann machen, um meinen ursprünglichen Wunsch wieder nachzugehen. Durch meine eigene Blödheit fing ich dann allerdings eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel an. Ein schwerwiegender Fehler!

Ich absolvierte erst ein 6 Monatiges Praktikum und bekam dann den Ausbildungsplatz. Anfangs machte mir das ganze auch sehr viel Spaß. Die Kollegen waren alle sehr freundlich, die Vergütung war gut und die Arbeit lag mir sehr. Ich war in meiner Ausbildung sehr gut! Ich lernte schnell und die Kollegen schätzten mich. Irgendwann wurde es allerdings sehr stumpf. Ich wurde nicht mehr wirklich gefördert und die Arbeit war jeden Tag dasselbe. Es gab schlichtweg keine Abwechslung mehr, da ich einfach alles konnte. Meine Leistung nahm immer weiter ab, war aber was den Verkauf anging weiterhin sehr gut! Die Beratung direkt am Kunden hat mir weiterhin Spaß gemacht, der Rest war pure langeweile. Regale aufräumen/auffüllen, den Laden ordentlich halten. Das war im Grunde genommen schon fast alles. Die wirklich wichtigen Aufgaben übernahm der Filialleiter oder unsere Handelsfachwirte die auch in der Ausbildung waren. Mehrere Gespräche mit dem Filialleiter halfen da leider auch nicht. Es wurde viel versprochen aber nichts gehalten! Am meisten kotzte mich allerdings die Arbeitszeit an. Frühschicht ging von 09🤐5 - 18:30, spätschicht von 11:30 - 20:00. Ich hatte ein Samstag im Monat frei, den ich aber auch nicht immer bekommen habe. Während meine Freunde frei hatten war ich arbeiten. Ich hatte gar keine Freizeit mehr und erlebte auch rein gar nichts mehr. Ich dachte ich gewöhn mich daran, aber es war nicht so. Zumal der Lohn nach der Ausbildung echt ein Witz ist! Viele Stunden für ein Hungerlohn.

Während der Ausbildung lernte ich meine derzeitige Freundin kennen. Wir sind mittlerweile über 1 Jahr zusammen und ich liebe sie von ganzen Herzen! Ich hätte nie gedacht mal so eine tolle Person kennenzulernen und bin immernoch sehr glücklich mit ihr. Damit kommen wir auch eigentlich schon zum Punkt!

Sie macht ein duales Studium und hat einen Job den ich schon immer haben wollte. Ihre Arbeit ist sehr abwechslungsreich und interessiert mich sehr. Die Firma ist weltbekannt und erfolgreich. Sie hat natürlich auch hart dafür gearbeitet. Gutes Abitur, dazu noch Nebenjobs und Auslandserfahrung da sie erst seit ein paar Jahren nach Deutschland gezogen ist. Sie hat geregelte Arbeitszeiten, am Wochenende frei und eben die vielfältigen Aufgaben und eine vorbildliche Ausbildung.

Mit 20 ist sie fertig mit Ausbildung und Studium, bekommt direkt ne gute Stelle und ein verdammt gutes Gehalt. Natürlich bin ich neidisch darauf - wer wäre das nicht? Jedenfalls brachte mich das zum umdenken und zu dem Punkt an dem ich jetzt stehe.

Ich habe meine Ausbildung dieses Jahr abgeschlossen. Zwar schlecht in der Schule (Lustlosigkeit) aber dafür mit einem vernünftigen Arbeitszeugnis. Ich hätte übernommen werden können, allerdings in einer anderen Stadt (30km entfernt) und nur Teilzeit (1200€ Brutto). Hätte für mich zum Leben nicht gereicht und ich wollte in dem Beruf eigentlich sowieso nicht weiter arbeiten.

Ich hab mit ihr sehr viel über dieses Thema gesprochen. Sie hat stets ein offenes Ohr für mich und kann meine Situation auch nachvollziehen.

Da ich mich nach meiner Ausbildung dazu entschieden hatte mein Fachabitur nachzuholen, um hinterher auch studieren gehen zu können, musste ich mit meinen Eltern einen halben Krieg führen. Seitdem ist der Familienfrieden total im A****. Ich sollte nach ihrer Meinung einfach arbeiten gehen und ausziehen, egal ob ich glücklich bin oder nicht.

Letztendlich bekam ich dann doch noch ihre Zustimmung - die letzte Chance! Meine Eltern machten mir unweigerlich klar das sie mich in keinster Weise unterstützen werden und ich keinen Cent von denen zu Gesicht bekomme. Ich dachte das ich mich mit Schüler-BaFög und Nebenjob ganz gut über Wasser halten konnte, dem war aber nicht so. Mein Vater verdient jährlich ganz ordentlich was natürlich angerechnet wird und mir letztendlich nur 54€ BaFög im Monat einbrachte.

Meine Eltern wussten das ich nie besonders gut in der Schule war und lernen für mich ein Fremdwort war. Ich besuchte die 12. Klasse der Fachoberschule Technik. Ich dachte das ein Jahr Fachabi schon schaffbar wäre, selbst im Fachfremden Bereich (Wirtschaft war voll, deswegen habe ich Technik gewählt, obwohl ich von Technik echt keine Ahnung habe). Ich war in den Hauptfächer auch sehr gut, nur in den Technikfächern bin ich total abgesackt. Letztendlich schmiss ich die Schule nach 2 Monaten und ich stehe an dem Punkt an dem ich jetzt bin.

Ich habe jetzt ein Paar Bewerbungen in den Einzelhandel geschickt und auch prompt zusage zu einem Bewerbungsgespräch bekommen. Das ganze ist nächste Woche und ich bin auch zuversichtlich das ich den Job bekommen werde, da das Telefoninterview schon sehr positiv verlaufen ist.

Das Problem ist das ich den Job eigentlich gar nicht machen will. Es endet genauso wie in meiner Ausbildung. Zuviel Stunden für zuwenig Geld. Dazu die stumpfe Arbeit die jeden Tag gleich ist und mich total unterfordert.

Wenn ich den Job bekommen werde haben mir meine Eltern schon klar gemacht das ich ich bis Juni ausgezogen sein MUSS! Es wird monatlich allerdings nur für eine ein Zimmer Wohnung reichen, da ich nicht nur nur allein für die Wohnung arbeiten möchte, sondern mir auch mal was "gönnen" möchte. An ein Auto ist sowieso nicht zu denken.

Eigentlich wollte ich nächstes Jahr zurück auf die Wirtschaftsschule um mein Fachabitur zu machen, diesmal im richtigen Bereich den ich gelernt habe und mich auch interessiert. Danach dann halt ein Studium dranhängen. Wird allerdings dann mit einer eigenen Wohnung nicht finanzierbar sein, da ich wohl auch diesmal nicht mit genug BaFög rechnen kann. Selbst mit einer WG wirds wohl nicht schaffbar sein, da ich mit keiner finanzieller Unterstützung meiner Eltern rechnen kann und den letzten Rest Familienfrieden zerstören würde.

Meinen Eltern ist es egal ob ich unglücklich bin. Ich soll einfach arbeiten gehn und fertig. "So ist das Leben. Du hast das gelernt, also hast du jetzt Pech gehabt!" Sie sind nicht daran interessiert das ich mich weiterbilden möchte.

Ich könnte zwar neben dem Beruf meinen Handelsfachwirt machen, allerdings will ich komplett raus aus dem Handel. Das ganze geht auch immerhin 1,5 - 2 Jahre und danach müsste ich den Betriebswirt dranhängen um wirklich etwas "handfestes" zu haben. Solange halte ich es in dem Beruf allerdings nicht wirklich aus. Ich bin jetzt schon komplett unglücklich und finde keinen wirklichen Spaß mehr im Leben. Das ich den Job erstmal annehme steht außer Frage, schließlich brauch ich das Geld um hier raus zu kommen.

Alle meine Freunde sitzen fest im Sattel und sind glücklich mit ihrem Leben, meine Freundin ist auch erfolgreich und ich steh daneben und fühl mich wie der letzte Idiot.

Ich weiß momentan gar nicht mehr was ich machen soll. Ich werd den Job nehmen, und dann ? Ich hab schon wieder Angst noch unglücklicher zu werden als ich es eh schon bin.

Dazu muss ich sagen das meine Freundin bei jedem Schritt hinter mir steht und mich immer unterstützt. Ohne sie wüsste ich gar nicht mehr weiter.

Könnt ihr mir dazu noch etwas sagen? Versteht mich überhaupt jemand oder seht ihr das genauso wie meine Eltern?

Gebt mir mal eine paar Meinungen. Falls ihr fragen habt gebe ich gerne Antwort.

Liebe Grüße
 
Hallo Gast,
ich denke nicht, dass deine Eltern für dein Glück
zuständig sind, sondern du selbst. Du hast eine
Ausbildung, die du auch durch ihre Unterstützung
abgeschlossen hast und wenn sie keine weitere
mehr finanzieren möchten, ist das ihre Entschei-
dung und vom Gesetz her auch gedeckt.

Und auch dass Arbeit per se Spaß machen muss,
ist kein Naturgesetz. Es ist einfach eine Notwen-
digkeit, damit man seinen Lebensunterhalt ver-
dienen und sich in der Freizeit sinnvoll beschäftigen
kann - vielleicht solltest du diese Freizeit einfach
dazu nutzen, dich weiterzubilden (Fernschule?)
und ansonsten deinen Job so gut machen, dass
du evtl. Aufstiegschancen wahrnehmen kannst.

Ich meine, Glück entsteht dadurch, dass man mit
dem zufrieden ist, was man jeweils erreicht hat
und trotzdem offen für Weiterentwicklung bleibt.
Wenn du aber ständig nach dem schaust, was nicht
funktioniert und was nicht geht oder auf wen du
neidisch sein kannst, wirst du vermutlich nie zu-
frieden werden.

Gruß, Werner
 
Stell dir das mal nicht so toll vor...

Ich hab ne Ausbildung zur KFB gemacht, war immer super froh, dass ich nicht MFA oder Erzieherin erlent hab.

Jedoch bin ich mittlerweile auch an dem Punkt, Geld passt, aber Arbeit ist einfach nur scheiße.
Von der Arbeit her gehts mir wie dir. Weiterbildungen werden mir abgeschlagen etc.

Und von meinen Eltern könnte ich da auch keinen Rückhalt erwarten, da heißts immer nur, bei mir ist es auch nicht anders und du kannst nicht immer davon laufen.

Es gibt durchaus Menschen, die genau so eine Arbeit brauchen. Aber für mich ist das auch nichts.
Gibt natürlich auch tollere Jobs im Bürobereich.

Allerdings könntest du dich als Einzelhandelsakufmann auch im Büro bewerben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo lieber Gast (gib dir doch wenigstens einen Nick, damit wir dich etwas persönlicher ansprechen können 😉 ),

ich rate dir, weiter an deinem Ziel festzuhalten und alles dafür nötige in Angriff zu nehmen. Du hast nämlich zwei große Vorteile gegenüber zum Beispiel mir: 1. scheinst du zu wissen, was du beruflich machen willst, d. h. du hast ein konkretes Ziel und 2. bist du erst Anfang 20 und hast vermutlich noch keine weiteren Verpflichtungen, die wirklich ein gewisses Einkommen erfordern und auch noch keine weiteren "dringenden" Lebenspläne wie Kinder etc. Wenn du dich schon seit Jahren mit den Gedanken beschäftigst, beruflich eigentlich was anderes machen zu wollen, dann solltest du diesem Drang auch nachgeben. Ich bin 29 und weiß seit 11 Jahren, dass meine gewählte Berufsrichtung nicht das richtige für mich ist und ich habe es mich aber bis heute noch nicht getraut, wirklich einen Schnitt und was Neues zu machen, weil ich nicht richtig weiß "wohin". Das macht einen auf Dauer krank, psychisch und auch körperlich. Wir müssen alle noch sehr lange arbeiten bis zum Ruhestand und verbringen viel Zeit mit Arbeit, da muss das einfach zumindest "gut auszuhalten" oder am besten wirklich etwas sein, mit dem man sich identifiziert und wo man auch im Durchschnitt gerne hingeht.
Klar hast du es nicht einfach, weil dich deine Eltern nicht unterstützen wollen, aber du musst mit deinem Leben glücklich klar kommen und nicht sie und wenn man etwas wirklich will, dann kann man es auch erreichen. Natürlich bedeutet das für eine Weile einige Einschnitte, entweder in dem ungeliebten Job arbeiten und nebenher am Abend das Fachabi machen, oder Vollzeit auf die Wirtschaftsschule und abends irgendwo kassieren oder sowas... Beides wird wenig Freizeit bedeuten, aber es ist ja nur vorübergehend und für das Ziel, nach dem du strebst! Und wenn deine Freundin da hinter dir steht, ist es doch optimal, da wird sie dir keinen Druck machen von wegen "mehr gemeinsame Zeit" usw. Und vielleicht kann sie dich ja auch finanziell unterstützen? Ich weiß ja nicht, wie "ernst" eure Beziehung schon ist, aber wenn sich zwei Leute eine Wohnung teilen, sind das für beide relativ gesehen weniger Fixkosten... 😉

Viele Grüße,
Tigereule
 
Moin!

Danke für eure Antworten.

Es geht mir auch nicht darum das mir meine Eltern irgendwas finanzieren sollen, das kann ich von derer Seite aus auch verstehen. Es geht darum WIE sie mir gegenüber treten. Sie sagen mir quasi direkt ins Gesicht das ich zu Blöd für die Schule bin und trauen mir gar nichts zu. Mit meinen Dad rede ich schon fast gar nicht mehr, nur das nötigste. Als ich meiner Familie klar gemacht habe das ich nach meiner Ausbildung wieder zur Schule gehen möchte hat mein Dad mich direkt nur noch angebrüllt und mich behandelt wie das letzte. Als ich dann hinterher abgebrochen habe waren sie sichtlich froh darüber.

Am liebsten würde ich ab nächsten Jahr August wieder Vollzeit das Fachabi auf der richtigen Schule nachholen. Das ganze dauert dann nämlich nichtmal ein Jahr, sondern nur 10 Monate und ich wäre damit fertig und kann direkt weiter an die Uni gehen.

Das Problem ist nur ob ich das ganze mit einer eigenen Wohnung bewältigen könnte. Das Gehalt meines Dads wird wieder an das BaFög angerechnet und ich weiß nicht ob da diesmal was gescheites bei rumkommt. Mit 450€ Job und Kindergeld wäre ich bei ca 600€, da brauch in mindestens noch 200€ BaFög um wenigstens zu überleben. Für ein Jahr sollte das sicher funktionieren.

Meine Freundin ist sich noch nicht sicher ob sie mit einziehen wird. Das ganze ist bei ihr Familiär bedingt, zusätzlich verdient sie in ihrem dualen Studium auch nicht wirklich viel und muss monatlich noch 200€ Studiengebühren abdrücken, heißt soviel wie ihr Kindergeld wäre damit auch weg. Zusammengelegt wären wie dann bei 1000€, mein BaFög nicht mit eingerechnet.

Wenn ich mit Fachabi fertig wäre, wäre sie dann auch mit allem fertig. Dann hätten wir finanziell auch keine Sorgen mehr. Das Studentenbafög wäre auch höher, und wir könnten ganz gut in einer kleinen Wohnung leben und hätten keine Geldprobleme.

Ein Problem was ich allerdings habe ist allerdings, dass wenn ich jetzt ausgezogen bin und nach einen Jahr wieder mit nem Bafög Bescheid zu meiner Eltern komme und nach einer Unterschrift bitte, sie mich vermutlich umbringen werden. Damit würde ich wieder den kompletten Familienfrieden zerstören. Immerhin hätte ich dann wieder nen Job gekündigt und stände wieder ohne alles da. Das würden sie wieder nicht akzeptieren. Zumal ist nicht nur meine Eltern alleine sind, sondern wirklich meine KOMPLETTE Familie was gegen meine Pläne hat. Wenn sie mir dann noch die Unterschrift verwehren und ich mit dem Amt gegen sie vorgehen muss, dann bricht komplett die Hölle los.

Ich könnte auch mein Handelsfachwirt über die Firma machen, allerdings weiß ich wieder nicht wie realistisch das ganze ist. Firmen reden viel wenn der Tag lang ist. Zumal viele Einzelhandelsfirmen nicht daran interessiert sind ihre Leute weiterzubilden, immerhin habe sie ja rein gar nichts davon. Für nen reinen Verkäufer sind Fachwirte zu teuer. Ich möchte auch ehrlich gesagt nicht jahrelang darauf warten bis ich dann irgendwann mal die Chance bekommen den Fachwirt zu machen. Halte es so schon kaum aus im Verkauf. Die Arbeitszeiten sind lebensunfreundlich, die Bezahlung unter aller sau. Zudem wüsste ich nicht wie ich mir den Betriebswirt hinterher bezahlen soll, der ist mächtig teuer. Da bin ich ehrlich gesagt mit einem Vollzeitstudium besser dran. Zumal mir lernen eh nicht ganz so leicht fällt.
 
Oh Mann, das ist wirklich eine verzwickte Situation, wenn die ganze Familie so gegen einen ist. Da merkt man erst, wie gut man es hat, wenn man da Rückhalt bekommt... Das ist wirklich ungerecht, wie man sein eigenes Kind so "abstempeln" kann. Aber gut, deine Familie wirst du nicht ändern. Da kannst du nur den Kampf alleine bzw. mit Freundin kämpfen und hinterher hast du es ihnen bewiesen.
Nach deiner Rechnung hilft da glaub ich wirklich nur noch ein Bildungskredit, wobei ich aber nicht weiß, ob man den auch für Fachabitur schon bekommen kann. Alternativ eben nur Job noch eine Weile aushalten und irgendwie Geld zurücklegen... Aber ich kann dich auch sehr gut verstehen, wenn du sagst, dass du deinen Job nicht länger aushältst. Mir geht es genauso und dass man blöd angeguckt wird, wenn man die wirtschaftliche Sicherheit gegen die "Flausen" wie eine neue Ausbildung freiwillig aufgibt.
Wichtig ist auch, dass du dich nicht zu sehr mit anderen vergleichst. Jeder braucht unterschiedlich lange, um sich klar zu werden, was man wirklich will. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man von erstaundlich vielen Leuten ganz ähnliche Zweifel und Geschichten hört, wenn man mal wirklich ein offenes Gespräch über die beruflichen Ziele sucht. Ich habe aufgrund des Vergleiches mit anderen viel zu lange gezögert, mich wirklich mit mir und meinen Wünschen zu beschäftigen und mich dann vielleicht auch zu trauen, den Schnitt zu machen. Ich habe gegenüber dir sicherlich den Vorteil, dass ich durch meine Familie Rückhalt und wirtschaftliche Sicherheit habe, aber mir fehlt leider noch das Ziel und das ist was genauso frustrierend, wenn nicht sogar noch mehr...

VG Tigereule
 
Ich kann deine Eltern sehr gut verstehen. Du hast doch bisher machen können was du wolltest (auch mit Unterstützung der Eltern), du hattest doch schon alle Chancen, wenn ich mir deinen Werdegang ansehe, sehe ich allerdings nicht, dass wirklich etwas dabei rumgekommen ist.

Was du nun konkret tust, musst du selbst wissen. Ich möchte dir allerdings zwei elementare Dinge an die Hand geben:

1.) Wenn du kein Durchhaltevermögen hast, wenn du nicht in der Lage bist etwas durchzuziehen auch bei extremer Frustration oder Abneigung, dann wirst du in keinem Beruf der Welt jemals zu etwas kommen. In fast jedem Beruf muss man auch Dreck fressen (bildlich gesprochen), manchmal auch über lange Zeit, es gibt kaum Jobs die immer toll sind, sondern viele sind mal gut, mal schlecht. Kein Arbeitgeber will einen Schönwetter-Mitarbeiter, der es nur bringt wenn alles toll ist. Im Gegenteil, erst wenn es nicht toll läuft zeigt sich was jemand drauf hat. Gute Arbeit bringen wenn alles stimmt, kann fast jeder.

2.) Wenn du gut bist, dann wirst du es packen. Egal ob dich irgendjemand unterstützt oder du ganz alleine auf der Welt bist. Wenn du gut bist, wirst du trotzdem alle Widerstände überwinden. Gute Leute machen ihren Weg. Die Frage ist also, ob du gut bist. Ich habe meine Zweifel.
 
Moinsen.

Ich war gut in meinen Beruf. Ich habe die Ausbildung mit einer ordentlichen Prüfung abgeschlossen und hätte meine Übernahme sicher gehabt. Mein Arbeitszeugnis ist ebenfalls alles andere als schlecht. Daraus schließe ich mal das ich kein schlechter Mitarbeiter war und trotz meiner Abneigung zu diesem Beruf die ganze Sache ziemlich gut durchgezogen habe.

Der Grund warum ich meine Malerausbildung abgebrochen war, dass ich handwerklich einfach gar nicht begabt bin. In der Theorie wusste ich alles, aber praktisch umsetzen war dann eher nicht mein Ding. Vorallem unter enormen Zeitdruck.

Wenn ich "gut" bin, dann zahlt mir trotzdem keiner die Wohnung. Geld fliegt durch automatisch auf einen zu, nur weil man "gut" ist.

Ich hab mich übrigens versucht mit meiner kaufmännischen Ausbildung im Büro zu bewerben, leider aussichtslos. Da man in dem Beruf kaum Berührungen mit dem Thema Büro hat, ist man einfach nicht qualifiziert genug.

Ich hoffe einfach das mein Gespräch gut verläuft und ich den Job erstmal bekomme. Dann hab ich wenigstens erstmal meine Ruhe und bin weg von meinen Eltern.
 
Hatte heute mein Gespräch. Der Herr wirkte sehr unfreundlich und spielte sich direkt als Chef auf. Ging gar nicht auf mich ein und stellte auch keine Fragen. Naja, ich solle Samstag für 5 Stunden vorbeikommen und mir das ganze mal anschauen. Bezahlung gibt's 1500€ Brutto (40h/Woche), verhandelbar ist rein gar nichts. Weiterbildung nur nach längerer Betriebszugehörigkeit und hartem A**** aufreißen.

Bin bis jetzt noch nicht wirklich begeistert. Werde Samstag sehen ob ich mit meiner Art dort in den Laden passe. Sollte das passen und ich den Job zusätzlich auch bekommen, dann nehm ich das ganze erstmal an um mehr zu verdienen als jetzt. Sind wenigstens um die 1100€ Netto. Nicht toll, aber besser als Momenten. Werde mich dann nebenbei noch weiter bewerben und evtl gibt's bessere Angebote von Firmen die mich mehr interessieren. Meine Firma in der ich als Aushilfe arbeite, hat momenten auch noch eine interessante Stelle im Vertrieb offen. Evtl erreich ich dort noch was. Immerhin hab ich dort gute Arbeitszeiten und arbeite im Büro.

Ziehe dann in den nächsten 6 Monaten von hier aus und habe meine Ruhe. Freundin zieht wohl mit ein. Werde mich dann nächsten Jahr trotzdem zur Schule anmelden um mir alle Möglichkeiten offen zu halten. Bafög lasse ich mir vorher durchrechnen um ein genaues Ergebnis zu bekommen. Evtl passts ja diesmal und es lässt sich 8 Monate damit überleben.

Alternative ist dann weiter arbeiten und den Handelsfachwirt anpeilen.


Hoffen wir mal das beste.
 
Hallo,
ich verstehe micht, warum du dich erneut zur Schule anmelden willst, wenn du bisher keinen Bock darauf hattest und Lernen nach deiner Aussage "nicht dein Ding ist". 😕
 

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