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Ausbildungsabbruch als Todesurteil?

Du glaubst das wirklich, was du schreibst, dass die "meisten" Arbeitgeber nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen als dir 25 Minuten lang zu sagen, dass du dein eigenes Grab geschaufelt hast?

JA, genau sowas ist schon zugetroffen. Wo es am Ende hieß, dass ich mich unbedingt für andere Berufe bewerben sollte. So krass das auch klingt.


Wenn man meint, dass die Ausbildungsinhalte vom Ausbilder nicht vermittelt werden, beschwert man sich je nach Ausbildungsberuf bei der Handwerkskammer oder der IHK. Dann werden die Betriebe ueberprueft. Wenn deine Aussage stimmt, wird denen die Ausbildungseignung entzogen und dir waere die Fortsetzung deiner Ausbildung in einem anderen Betrieb ermoeglicht worden.

Eben nicht. Ich war bei der IHK, sogar mehrmals. Mehr als dort anzurufen, ob das stimmt konnten die nicht. Da stand Aussage gegen Aussage und ich hatte verloren. Geändert hatte sich nichts.

Ganz heisser Tipp: Nach Nordkorea auswandern, dann brauchst du dir keine Sorgen mehr machen wegen sozialer Markwirkschaft, Antikapitalismus oder politischem Aktivismus.

Ach, ganz toller Tipp. Die sind ja sooo Sozialistisch. Was für ein Quatsch!

...
 
Eben nicht. Ich war bei der IHK, sogar mehrmals. Mehr als dort anzurufen, ob das stimmt konnten die nicht. Da stand Aussage gegen Aussage und ich hatte verloren. Geändert hatte sich nichts.

Das kann nicht stimmen, denn du hast einen Ausbildungsnachweis in Form eines Berichtsheftes angelegt, in dem du schoen saeuberlich jeden Tag oder jede Woche aufgeschrieben hast und vom Arbeitgeber wahrheitsgemaess abgezeichnet wurde, was du in der Woche gemacht hast und was du neues gelernt hast, ebenso in der Berufsschule! Wenn du nichts gelernt hast, steht auch nichts in deinem Heft, das uebrigens wahrheitsgemaess geschrieben und gegengezeichent werden muss. Wenn also nichts drin stand, hattest du sehr wohl den Beweis, dass der Ausbilder seiner Aufgabe nicht nachgekommen ist.
 
Mein Berichtsheft habe ich immer aktuell und wahrheitsgemäß ausgefüllt. Der IHK waren aber in gewisser Weise die Hände gebunden, da der Betrieb jährlich über 20 Auszubildende hat. Die haben mich auch nur mit diesen Worten vertröstet: "Jetzt bleibens halt erstmal in der Firma und mal schauen, vielleicht wird es ja im 2. Lehrjahr besser." Es wurde nicht besser!

Ich rede mir ständig ein, dass ich Schuld an dieser prekären Lage wäre - in gewisser Weise bin ich es ja auch. Ich hätte es eben so hinnehmen müssen, aber meine Gesundheit war mir wichtiger. Ich bin ein Depp!
 
Du glaubst das wirklich, was du schreibst, dass die "meisten" Arbeitgeber nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen als dir 25 Minuten lang zu sagen, dass du dein eigenes Grab geschaufelt hast?

du wirst lachen, ich hatte sowas in der art schonmal. hab mich damals für eine ausbildung zur rechtsanwaltsfachangestellten beworben und wurde von besagtem anwalt persönlich angerufen und zu einem "probetag" eingeladen. ich hab mich wahnsinnig gefreut, bin dezent geschminkt und in entsprechender kleidung dort aufgetaucht und wurde schon total unhöflich empfangen.

der "probetag" endete nach einem 10-minuten-gespräch, in welchem er mir erläuterte, dass ich doch eigentlich viel zu alt sei für eine solche ausbildung (damals war ich anfang 20), da seine ganzen anderen azubis um die 16 wären und er könne mir zwar ein praktikum anbieten, doch "davon hätten wir ja beide nix, da ich nur geld und zeit koste und nichts leiste und er keine lust hat, mich für sowas zu bezahlen".

zudem kreidete er mir an, dass ich kein eigenes auto zur verfügung hatte, denn "wie solle ich denn da jeden morgen pünktlich zur arbeit kommen" (ich wohne 15 GEHminuten von dieser kanzlei entfernt!). dass seine 16-jährigen azubis aber noch nichtmal einen führerschein besitzen und es offensichtlich auch pünktlich zur arbeit schaffen, daran hat er wohl nicht gedacht.

zum abschluss des gesprächs schlug er mir allen ernstes vor, ich solle doch hartz IV beantragen gehen, das sei sinnvoller als mich mit jobben durchzuschlagen!

im grunde habe ich während des ganzen gesprächs eigentlich nur darauf gewartet, dass jeden moment kai pflaume mit der versteckten kamera aus dem aktenschrank springt, denn ich kam mir - auf gut deutsch - wirklich mächtig verarscht vor von diesem winkeladvokaten.

nach besagtem termin bin ich jedes noch so kleine detail immer und immer wieder durchgegangen, aber ich konnte absolut keinen fehler meinerseits festmachen, der letztendlich diese enorme antipathie des anwalts meiner wenigkeit gegenüber hervorgerufen haben könnte.

ich weiß, wie man sich zu einem vorstellungsgespräch kleidet, habe eine ordentliche erziehung genossen und war bemüht, mich so gewählt wie nur möglich auszudrücken.
und wenn ihm irgendetwas an meinem lebenslauf nicht gepasst hätte, dann wäre er am telefon wohl kaum so überfreundlich gewesen bzw. hätte mich doch gar nicht erst in seiner kanzlei antanzen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann die Arbeitgeber doch verstehen - sie haben einfach Angst, dass du ein arbeitsscheues Sensibelchen bist oder gar mit gutem Grund gemobbt wurdest. Vor allem aber, dass du bei der kleinsten Überforderung oder Gegenwind wieder aufgibst. Bei deiner "antikapitalistischen Einstellung" kann man das sogar als Außenstehender vermuten, nichts für ungut...
Andererseits würde ich nicht vorschnell aufgeben. Eine einzige abgebrochene Ausbildung ist noch kein Todesurteil, das war einfach Pech, bei zweien sähe es schon anders aus.

Wenn deine Zeugnisse wirklich so gut sind, vielleicht gäbe es ja auch noch weitere Möglichkeiten der schulischen Weiterbildung? Ich kenne mich da nicht so aus, aber vielleicht könntest du ja die (Fach)hochschulreife erwerben und ein Studium anfangen? Danach interessiert eine abgebrochene Ausbildung ganz sicher nicht mehr, dann fühltest du dich eben unterfordert und zu Höherem berufen ;-)
Allerdings sind dort beim Lernen noch etwas andere "Nehmer-Qualitäten" gefragt.
 
also ich hab 2 mal die ausbildung abgebrochen, bei der ersten wurde ich von meinen arbeitskolleginnen gemoobbt und meine chefin war auch ne hexe. und bei der zweiten hat mich mein chef ausgenutzt, sollte zuhause sein klo putzen und alles, dann hab ich was kaputt gemacht und die haftpflichtversicherung wollte nit zahlen weil ich ja nit dem seine wohnung putzden darf. das gehört ja nit zu meiner arbeit. also hab ich gekündigt.
natürlich hat man schwierigkeiten ne neue zu finden. aber seit fast einem jahr bin ich wieder und zwar total glücklich in ner ausbildung. es macht mir rießen spaß und meine chefin is auch einmalig. also es is ni t so das es unmöglich is wieder was zu finden
 
Man kann die Arbeitgeber doch verstehen - sie haben einfach Angst, dass du ein arbeitsscheues Sensibelchen bist oder gar mit gutem Grund gemobbt wurdest.

bitte? m.e. hat sich niemand das "recht" rauszunehmen, andere psychisch zu malträtieren / terrorisieren, denn nichts anderes ist mobbing. wenn den kollegen was nicht passt, könnten sie den azubi auch sachlich darauf hinweisen und, falls sich die situation nicht bessert, den vorgesetzten darüber informieren.

mobbing ist unterste schublade und wird demnach von entsprechend niedrigen, armseligen charakteren betrieben, die andere "runterdrücken" müssen, um sich selbst besser zu fühlen.
einfach nur erbärmlich, nichts weiter.

ich habe auch schon einen betrieb aufgrunddessen verlassen und habe diese entscheidung keine sekunde bereut. sicherlich sollte man nicht bei jedem kleinen streit die "hilfe, ich werde gemobbt!"-keule schwingen, aber wenn du tag für tag psychisch fertiggemacht wirst, man dich teilweise sogar komplett ignoriert, wenn du deine kollegen ansprichst, dann hast du in einem solchen betrieb doch echt nichts mehr verloren.
da ist jegliche basis für eine gute zusammenarbeit bereits im keim erstickt.
 

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