Du glaubst das wirklich, was du schreibst, dass die "meisten" Arbeitgeber nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen als dir 25 Minuten lang zu sagen, dass du dein eigenes Grab geschaufelt hast?
du wirst lachen, ich hatte sowas in der art schonmal. hab mich damals für eine ausbildung zur rechtsanwaltsfachangestellten beworben und wurde von besagtem anwalt persönlich angerufen und zu einem "probetag" eingeladen. ich hab mich wahnsinnig gefreut, bin dezent geschminkt und in entsprechender kleidung dort aufgetaucht und wurde schon total unhöflich empfangen.
der "probetag" endete nach einem 10-minuten-gespräch, in welchem er mir erläuterte, dass ich doch eigentlich viel zu alt sei für eine solche ausbildung (damals war ich anfang 20), da seine ganzen anderen azubis um die 16 wären und er könne mir zwar ein praktikum anbieten, doch "
davon hätten wir ja beide nix, da ich nur geld und zeit koste und nichts leiste und er keine lust hat, mich für sowas zu bezahlen".
zudem kreidete er mir an, dass ich kein eigenes auto zur verfügung hatte, denn "
wie solle ich denn da jeden morgen pünktlich zur arbeit kommen" (ich wohne 15 GEHminuten von dieser kanzlei entfernt!). dass seine 16-jährigen azubis aber noch nichtmal einen führerschein besitzen und es offensichtlich auch pünktlich zur arbeit schaffen, daran hat er wohl nicht gedacht.
zum abschluss des gesprächs schlug er mir allen ernstes vor,
ich solle doch hartz IV beantragen gehen, das sei sinnvoller als mich mit jobben durchzuschlagen!
im grunde habe ich während des ganzen gesprächs eigentlich nur darauf gewartet, dass jeden moment kai pflaume mit der versteckten kamera aus dem aktenschrank springt, denn ich kam mir - auf gut deutsch - wirklich mächtig verarscht vor von diesem winkeladvokaten.
nach besagtem termin bin ich jedes noch so kleine detail immer und immer wieder durchgegangen, aber ich konnte absolut keinen fehler meinerseits festmachen, der letztendlich diese enorme antipathie des anwalts meiner wenigkeit gegenüber hervorgerufen haben könnte.
ich weiß, wie man sich zu einem vorstellungsgespräch kleidet, habe eine ordentliche erziehung genossen und war bemüht, mich so gewählt wie nur möglich auszudrücken.
und wenn ihm irgendetwas an meinem lebenslauf nicht gepasst hätte, dann wäre er am telefon wohl kaum so überfreundlich gewesen bzw. hätte mich doch gar nicht erst in seiner kanzlei antanzen lassen.