G
Gelöscht 133245
Gast
Liebe Mitglieder,
Ich habe ein Anliegen und das Gefühl, dass ich mit niemandem darüber sprechen kann. Ich habe im Moment keine engen Freunde, aber einen liebevollen und engen Partner und ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Dennoch fühle ich mich mit meinen Sorgen und Gefühlen bei niemandem, mit dem ich darüber spreche, verstanden.
In der Berufsfindung habe ich mich nach dem Schulabschluss lange schwer getan. 4 Jahre lange habe ich mal dies, mal das ausprobiert, bin von hier nach da gezogen, und kaum dort angekommen hing ich schon dem nächsten Traum und der nächsten Idee hinterher. Dass ich diese unentschlossene Lebensart führen konnte, habe ich der finanziellen Unterstützung meiner Eltern zu verdanken.
Die Erwartung meiner Eltern an mich, eine Ausbildung anzufangen und abzuschließen und die Sorge um mich stand mir im Rücken, aber sie ließen mich meine Erfahrungen machen. Bald darauf habe ich meine "Traum-Ausbildungsstelle" gefunden, mit netten Kollegen und einer erfüllenden Arbeit. Monatelang habe ich mit dem Auf und Ab meiner Gedankenkreisel gespielt. Ich war wirklich glücklich mit der Arbeit, doch das Arbeitspensum hat mir kaum Platz mehr für Aktivitäten außerhalb der Arbeit gelassen und am Abend oder an freiem Sonntagen fühlte ich mich traurig und leer. Oft habe ich geweint, ohne genau zu wissen warum. Nach der Arbeit war ich so energielos, dass ich mich oft um 19 Uhr, ohne Abendessen hingelegt und bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen habe. Meine erste Ausbildung brach ich dann nach 3 Monaten, am letzten Tag meiner Probezeit ab, aus dem Gefühl heraus "entkommen" zu müssen. Ich hatte Angst, dass die Arbeit mich fängt und festhält, in diesem Chaos aus Traurigkeit, Erfüllung und absoluter Überforderung. Meine Kollegschaft war überrascht und traurig über meine Kündigung und mein Chef bot mir an, jederzeit wieder in die Ausbildung einzusteigen, wenn ich soweit wäre. Schnell nach der Kündigung stellte ich fest, dass es genau das war, was ich wollte, genau die Arbeit, genau die Menschen um mich herum. So setzte ich die Ausbildung nach 3 Monaten fort und hielt diese bis zum Ende des 2. von 3 Lehrjahren, also ca. 1,5 Jahre durch. Durchhalten ist dabei das richtige Wort, denn mein Zustand besserte sich in dieser Zeit nicht. Nichts hätte besser sein können an der Arbeit und den Menschen um mich herum, aber ich begann innerlich auszubrennen. Irgendwann fiel es mir schwer, die Fassade zu halten und an vielen Tagen hatte ich keine Energie mehr, um bei der Arbeit zu lächeln und mich mit den Menschen um mich herum zu unterhalten. Ich weinte viel, mir fehlte die Zeit für mich und für Erholung. Kurz vor dem 3. und letzten Lehrjahr also kündigte ich verzweifelt.
Wir beschlossen einen Auflösungsvertrag, ich weiß nicht, welche Gründe ich damals nannte. Ich habe mich umorientiert und gemutmaßt, es läge an der Berufswahl. Ich wollte eine andere Ausbildung ausprobieren, doch auch diese brach ich aufgrund einer ähnlichen Situation nach nur 2 Monaten ab. Die Flucht aus unangenehmen Situation durch Kündigung fühlte sich für mich an wie eine Erlösung.
Die 3 Ausbildungsverhältnisse die ich abgebrochen hatte, waren nicht das erste Mal, dass ich derartige Erfahrungen gemacht hatte. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr und mehrere Vorpraktika für Ausbildungsstellen hatte ich vorzeitig beendet, manchmal vor lauter Nervosität (ich leide unter sozialen Ängsten) sogar bereits abgesagt, bevor sie begannen. Ich habe nie darunter gelitten, nicht zu arbeiten, weil ich meist etwas mit mir anzufangen weiß und mich nicht langweile. Auch bin ich gerne alleine und vermisse nicht den regelmäßigen sozialen Kontakt, den viele Menschen an der Arbeit genießen. Dennoch komme ich gerne "voran" und verfolge ein Ziel und ein Warum. Ich arbeite gerne, wenn ich weiß, wofür ich es tue und es weitestgehend auf eine Art und Weise tun kann, die für mich Sinn ergibt. Ich mag es nicht, wenn andere Menschen mir etwas vorschreiben und mir nicht begründen können, warum es so zu tun ist. Auch mag ich es nicht, wenn ich mir meine Zeit nicht selbst einteilen kann.
In mir löst es fast eine Art schmerzenden Unmut aus, wenn mir vorgeschrieben wird, um wie viel Uhr ich wo zu sein und was zu tun habe.
Ich möchte damit nicht sagen, dass ich mich nicht an Termine halten könnte und ich habe auch nichts gegen selbsterwählte und sinnhafte Routinen, nur finde ich es furchtbar, mein Leben in einem Raster aus: um 5 Uhr stehe ist auf; um 7 Uhr bin ich bei der Arbeit; um 12:30 gibt es Mittagessen, einzuordnen.
Nachdem ich meine 3. Ausbildung abgebrochen und eine Psychotherapie gemacht habe, habe ich eine Ausbildung in Teilzeit abgeschlossen. Es war reiner Zufall, dass ich von der Möglichkeit erfahren habe, als ich nach einem Jahr der nun 4. Ausbildung kurz davor war, erneut aufzugeben. Mit reduzierten Stunden war die Arbeitsbelastung minimiert, mir ging es besser.
Mittlerweile bin ich seit einem Jahr im Arbeitsleben angekommen. Ich habe gelernt, dass das Ersparte auf dem Konto irgendwann zur Neige geht und dass die Flucht aus der belastenden Situation zwar kurzfristig Erleichterung verschafft, aber auch am "Vorankommen" hindert. Ich habe eine Stelle gefunden, die genau dem entspricht, was ich mir gewünscht habe. Eine Vollzeitstelle wurde mir auf meine Bitte als 80%-Stelle angeboten. Bei der Arbeit gibt es keinen Zeitdruck und im Großen und Ganzen ist die Arbeit erfüllend und sinnstiftend. Die Kollegschaft ist nett, wenn auch rein auf kollegialer Basis. Auch mit meinem Gehalt bin ich als Teilzeitkraft zufrieden. Dennoch ertrage ich es an vielen Tagen nicht, derartig fremdbestimmt zu sein. Mein gelernter Beruf ist in fast allen Betrieben an feste Arbeitszeiten gebunden. Ich muss jeden Tag um die selbe Uhrzeit aufstehen, um die selbe Zeit losfahren, komme um die selbe Zeit wieder nach Hause und bin nicht selten völlig erschöpft. Es tut mit körperlich fast weh, derartig funktioniert zu müssen. Jeden Tag aufs Neue. Und kaum hat das Wochenende begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Wenn ich versuche, eine Lösung für meine Probleme zu finden, drehe ich mich immer wieder in Kreis. Zum ersten Mal in meinem Leben verdiene ich ein Gehalt knapp über der Armutsgrenze, welches mir Sicherheit gibt. Wenn ich meine Stunden reduziere, würde es mir besser gehen, aber das Geld würde nicht reichen, um ein Leben nach meinen Vorstellungen aufzubauen. Ich habe überlegt, eine weitere Ausbildung in einem anderen Bereich zu machen der mir gefällt und in dem flexiblere Einteilung der Arbeitszeit eher möglich ist und mir mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung zurückgeben würde. Wieder in Ausbildung würde ich für einen nicht unbedeutend langen Zeitraum jedoch auch wieder weniger Geld verdienen.
Meine Gedanken drehen sich immerzu im Kopf, an manchen Tagen stark, an manchen Tagen bin ich im Reinen mit mir und der Situation. Doch es geht Auf und Ab, jeden Tag geht es mir anders. An schlechten Tagen habe ich nicht genug Energie um zu handeln und meine Situation zu ändern, an guten Tagen sehe ich gar keinen Grund dafür. An manchen Tagen habe ich eine fast brennende Energie in mir die ich alleine dadurch regulieren zu weiß, mir selbst wehzutun indem ich mich kratze, beiße, schlage. So eine unbändige Wut über meine gefühlte Machtlosigkeit, dass ich mir nicht anders zu helfen weiß. Manchmal stehe ich schon morgens auf und weine vor lauter Erschöpfung, diesem Alltag ausgeliefert zu sein. Ich fühle mich so ausgeliefert, weil ich weiß, dass ich den rational und gesellschaftlich richtige Weg gehe um ein vernünftiges und sorgloses Leben zu führen. Nur geht es mir oft so schlecht dabei, dass ich dem gerne entkommen würde. Aber ich möchte auch auf eigenen Beinen stehen, gesund sein und mich nicht in die Opferrolle begeben. Ich möchte nicht psychisch krank sein oder mich vom Amt abhängig machen. Im Moment habe ich noch die Wahl, welches Leben ich führen möchte. Zumindest denke ich das. Noch habe ich den guten Job. Wenn ich genau so weiter machen würde, würde ich Schritt für Schritt an alles kommen, was ich mir im Leben erträume. Und doch merke ich, dass mich die Energiekapazitäten, die ich dabei aufwende mit der Zeit innerlich ausbrennen.
Von Nahestehenden höre ich, ich solle nicht so viel Grübeln, nicht alles zerdenken, zufrieden sein mit dem was ich habe und nach und nach das verändern, was mir nicht passt. An manchen Tagen gelingt mir das. Doch an den Meisten nicht. Ich schaffe es immer öfter nicht, die Fassade aufrecht zu erhalten.
Manchmal, wenn es niemand sieht, beginne ich bei der Arbeit zu weinen und viel zu oft spreche ich meinen Partner darauf an, wie schlecht es mir geht. Ihn belastet das, aber helfen kann nur ich mir alleine. Ich weiß nicht wie. Ich fühle mich in der Zwickmühle und habe oft Angst, mein noch so stabiles Leben mit Grübeleien ins Wanken zu bringen und meine liebgewonnene Stabilität und Sicherheit zu verlieren.
Ich bin dankbar für Menschen, die fühlen wie ich und vielleicht die ein oder andere Geschichte erzählen können, wie sie damit umgehen.
Liebe Grüße
Ich habe ein Anliegen und das Gefühl, dass ich mit niemandem darüber sprechen kann. Ich habe im Moment keine engen Freunde, aber einen liebevollen und engen Partner und ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Dennoch fühle ich mich mit meinen Sorgen und Gefühlen bei niemandem, mit dem ich darüber spreche, verstanden.
In der Berufsfindung habe ich mich nach dem Schulabschluss lange schwer getan. 4 Jahre lange habe ich mal dies, mal das ausprobiert, bin von hier nach da gezogen, und kaum dort angekommen hing ich schon dem nächsten Traum und der nächsten Idee hinterher. Dass ich diese unentschlossene Lebensart führen konnte, habe ich der finanziellen Unterstützung meiner Eltern zu verdanken.
Die Erwartung meiner Eltern an mich, eine Ausbildung anzufangen und abzuschließen und die Sorge um mich stand mir im Rücken, aber sie ließen mich meine Erfahrungen machen. Bald darauf habe ich meine "Traum-Ausbildungsstelle" gefunden, mit netten Kollegen und einer erfüllenden Arbeit. Monatelang habe ich mit dem Auf und Ab meiner Gedankenkreisel gespielt. Ich war wirklich glücklich mit der Arbeit, doch das Arbeitspensum hat mir kaum Platz mehr für Aktivitäten außerhalb der Arbeit gelassen und am Abend oder an freiem Sonntagen fühlte ich mich traurig und leer. Oft habe ich geweint, ohne genau zu wissen warum. Nach der Arbeit war ich so energielos, dass ich mich oft um 19 Uhr, ohne Abendessen hingelegt und bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen habe. Meine erste Ausbildung brach ich dann nach 3 Monaten, am letzten Tag meiner Probezeit ab, aus dem Gefühl heraus "entkommen" zu müssen. Ich hatte Angst, dass die Arbeit mich fängt und festhält, in diesem Chaos aus Traurigkeit, Erfüllung und absoluter Überforderung. Meine Kollegschaft war überrascht und traurig über meine Kündigung und mein Chef bot mir an, jederzeit wieder in die Ausbildung einzusteigen, wenn ich soweit wäre. Schnell nach der Kündigung stellte ich fest, dass es genau das war, was ich wollte, genau die Arbeit, genau die Menschen um mich herum. So setzte ich die Ausbildung nach 3 Monaten fort und hielt diese bis zum Ende des 2. von 3 Lehrjahren, also ca. 1,5 Jahre durch. Durchhalten ist dabei das richtige Wort, denn mein Zustand besserte sich in dieser Zeit nicht. Nichts hätte besser sein können an der Arbeit und den Menschen um mich herum, aber ich begann innerlich auszubrennen. Irgendwann fiel es mir schwer, die Fassade zu halten und an vielen Tagen hatte ich keine Energie mehr, um bei der Arbeit zu lächeln und mich mit den Menschen um mich herum zu unterhalten. Ich weinte viel, mir fehlte die Zeit für mich und für Erholung. Kurz vor dem 3. und letzten Lehrjahr also kündigte ich verzweifelt.
Wir beschlossen einen Auflösungsvertrag, ich weiß nicht, welche Gründe ich damals nannte. Ich habe mich umorientiert und gemutmaßt, es läge an der Berufswahl. Ich wollte eine andere Ausbildung ausprobieren, doch auch diese brach ich aufgrund einer ähnlichen Situation nach nur 2 Monaten ab. Die Flucht aus unangenehmen Situation durch Kündigung fühlte sich für mich an wie eine Erlösung.
Die 3 Ausbildungsverhältnisse die ich abgebrochen hatte, waren nicht das erste Mal, dass ich derartige Erfahrungen gemacht hatte. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr und mehrere Vorpraktika für Ausbildungsstellen hatte ich vorzeitig beendet, manchmal vor lauter Nervosität (ich leide unter sozialen Ängsten) sogar bereits abgesagt, bevor sie begannen. Ich habe nie darunter gelitten, nicht zu arbeiten, weil ich meist etwas mit mir anzufangen weiß und mich nicht langweile. Auch bin ich gerne alleine und vermisse nicht den regelmäßigen sozialen Kontakt, den viele Menschen an der Arbeit genießen. Dennoch komme ich gerne "voran" und verfolge ein Ziel und ein Warum. Ich arbeite gerne, wenn ich weiß, wofür ich es tue und es weitestgehend auf eine Art und Weise tun kann, die für mich Sinn ergibt. Ich mag es nicht, wenn andere Menschen mir etwas vorschreiben und mir nicht begründen können, warum es so zu tun ist. Auch mag ich es nicht, wenn ich mir meine Zeit nicht selbst einteilen kann.
In mir löst es fast eine Art schmerzenden Unmut aus, wenn mir vorgeschrieben wird, um wie viel Uhr ich wo zu sein und was zu tun habe.
Ich möchte damit nicht sagen, dass ich mich nicht an Termine halten könnte und ich habe auch nichts gegen selbsterwählte und sinnhafte Routinen, nur finde ich es furchtbar, mein Leben in einem Raster aus: um 5 Uhr stehe ist auf; um 7 Uhr bin ich bei der Arbeit; um 12:30 gibt es Mittagessen, einzuordnen.
Nachdem ich meine 3. Ausbildung abgebrochen und eine Psychotherapie gemacht habe, habe ich eine Ausbildung in Teilzeit abgeschlossen. Es war reiner Zufall, dass ich von der Möglichkeit erfahren habe, als ich nach einem Jahr der nun 4. Ausbildung kurz davor war, erneut aufzugeben. Mit reduzierten Stunden war die Arbeitsbelastung minimiert, mir ging es besser.
Mittlerweile bin ich seit einem Jahr im Arbeitsleben angekommen. Ich habe gelernt, dass das Ersparte auf dem Konto irgendwann zur Neige geht und dass die Flucht aus der belastenden Situation zwar kurzfristig Erleichterung verschafft, aber auch am "Vorankommen" hindert. Ich habe eine Stelle gefunden, die genau dem entspricht, was ich mir gewünscht habe. Eine Vollzeitstelle wurde mir auf meine Bitte als 80%-Stelle angeboten. Bei der Arbeit gibt es keinen Zeitdruck und im Großen und Ganzen ist die Arbeit erfüllend und sinnstiftend. Die Kollegschaft ist nett, wenn auch rein auf kollegialer Basis. Auch mit meinem Gehalt bin ich als Teilzeitkraft zufrieden. Dennoch ertrage ich es an vielen Tagen nicht, derartig fremdbestimmt zu sein. Mein gelernter Beruf ist in fast allen Betrieben an feste Arbeitszeiten gebunden. Ich muss jeden Tag um die selbe Uhrzeit aufstehen, um die selbe Zeit losfahren, komme um die selbe Zeit wieder nach Hause und bin nicht selten völlig erschöpft. Es tut mit körperlich fast weh, derartig funktioniert zu müssen. Jeden Tag aufs Neue. Und kaum hat das Wochenende begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Wenn ich versuche, eine Lösung für meine Probleme zu finden, drehe ich mich immer wieder in Kreis. Zum ersten Mal in meinem Leben verdiene ich ein Gehalt knapp über der Armutsgrenze, welches mir Sicherheit gibt. Wenn ich meine Stunden reduziere, würde es mir besser gehen, aber das Geld würde nicht reichen, um ein Leben nach meinen Vorstellungen aufzubauen. Ich habe überlegt, eine weitere Ausbildung in einem anderen Bereich zu machen der mir gefällt und in dem flexiblere Einteilung der Arbeitszeit eher möglich ist und mir mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung zurückgeben würde. Wieder in Ausbildung würde ich für einen nicht unbedeutend langen Zeitraum jedoch auch wieder weniger Geld verdienen.
Meine Gedanken drehen sich immerzu im Kopf, an manchen Tagen stark, an manchen Tagen bin ich im Reinen mit mir und der Situation. Doch es geht Auf und Ab, jeden Tag geht es mir anders. An schlechten Tagen habe ich nicht genug Energie um zu handeln und meine Situation zu ändern, an guten Tagen sehe ich gar keinen Grund dafür. An manchen Tagen habe ich eine fast brennende Energie in mir die ich alleine dadurch regulieren zu weiß, mir selbst wehzutun indem ich mich kratze, beiße, schlage. So eine unbändige Wut über meine gefühlte Machtlosigkeit, dass ich mir nicht anders zu helfen weiß. Manchmal stehe ich schon morgens auf und weine vor lauter Erschöpfung, diesem Alltag ausgeliefert zu sein. Ich fühle mich so ausgeliefert, weil ich weiß, dass ich den rational und gesellschaftlich richtige Weg gehe um ein vernünftiges und sorgloses Leben zu führen. Nur geht es mir oft so schlecht dabei, dass ich dem gerne entkommen würde. Aber ich möchte auch auf eigenen Beinen stehen, gesund sein und mich nicht in die Opferrolle begeben. Ich möchte nicht psychisch krank sein oder mich vom Amt abhängig machen. Im Moment habe ich noch die Wahl, welches Leben ich führen möchte. Zumindest denke ich das. Noch habe ich den guten Job. Wenn ich genau so weiter machen würde, würde ich Schritt für Schritt an alles kommen, was ich mir im Leben erträume. Und doch merke ich, dass mich die Energiekapazitäten, die ich dabei aufwende mit der Zeit innerlich ausbrennen.
Von Nahestehenden höre ich, ich solle nicht so viel Grübeln, nicht alles zerdenken, zufrieden sein mit dem was ich habe und nach und nach das verändern, was mir nicht passt. An manchen Tagen gelingt mir das. Doch an den Meisten nicht. Ich schaffe es immer öfter nicht, die Fassade aufrecht zu erhalten.
Manchmal, wenn es niemand sieht, beginne ich bei der Arbeit zu weinen und viel zu oft spreche ich meinen Partner darauf an, wie schlecht es mir geht. Ihn belastet das, aber helfen kann nur ich mir alleine. Ich weiß nicht wie. Ich fühle mich in der Zwickmühle und habe oft Angst, mein noch so stabiles Leben mit Grübeleien ins Wanken zu bringen und meine liebgewonnene Stabilität und Sicherheit zu verlieren.
Ich bin dankbar für Menschen, die fühlen wie ich und vielleicht die ein oder andere Geschichte erzählen können, wie sie damit umgehen.
Liebe Grüße