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fragezeichen

Gast
Hallo!! Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eine Auskunft geben könntet: mein Freund, inzwischen 33 Jahre alt, wurde seit frühster kindheit mißbraucht, zwar nicht körperlich, aber, wie ich meine, seelisch und emotional. Er wurde z.B übers Wochenende in seinem Zimmer eingesperrt,wenn seine Eltern web wollten, durfte nache der Schule nicht ins Haus,sondern mußte im Windfang warten, und so weiter. N Schlag ins gesicht gabs auch mal vom Stiefvater, und wenn dabei Blut floss, mußte er das danach aufwischen. Er wurde auch zwischenzeitlich ins Heim und in eine Pflegefamilie gegeben, weil seine "Eltern" es zu materiellem Wohlstand bringen wollten und er dabei wohl störte. Sein ganzes Leben, bis heute, geben ihm seine Eltern das Gefühl, ne absolute Null und nix wert zu sein. Ich weiß nicht, ob er mir alles erzählt hat, oder da noch mehr war.
Nun ist es so, das er überhaupt kein selbstwertgefühl besitzt (woher auch), wenn ich auch nur die kleinste Kritik an ihm übe, stellt er alles in Frage,und auch positives über seine Person (wie z.B. ein "ich liebe dich") kann er nur schwer annehmen und es kaum glauben.
Er steckt auch so voller Aggressionen, sodass er am Wochenende nach Alkoholgenuß auf einer Party und einer leichten Kritik meinerseits unsere gesamte Wohnungseinrichtung zertrümmert hat :-(.
Er sieht nun endlich ein, das er dringend Hilfe braucht, und nun wollt ich fragen: Wohin zuerst wenden? Und kann man die Eltern auch nach so langer Zeit noch anzeigen?
Die wissen gar nicht was sie ihm angetan haben........

Danke und liebe Grüße, s
 

Hallo fragezeichen,

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Hallo fragezeichen,

du hast die Sachlage schon sehr gut und mitfühlend eingeschätzt, dass dein Freund eventuell fachliche Hilfe benötigt, denn in Hinsicht auf seine Aggressionen scheint ja so einiges im Argen zu liegen!
Ich selber habe auch eine Kindheit mit einem gewalttätigen und recht lieblosen Elternhaus (genau wie bei deinem Freund: um den Traum vom Haus auf dem Land und von einer Familie etc. zu leben, flossen hinter den gutbürgerlichen Kulissen ne Menge Tränen und es setzte ne Menge Hiebe) hinter mir und es hat lange Jahre gedauert, bis ich mich emotional und auch mit dem Verstand da rauslösen konnte, d.h. mit der Vergangenheit abschliessen konnte.
Ein guter Weg ist über eine Verhaltenstherapie oder andere psychologische Therapien. Dort lernt man sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, sein Selbstbild bewusst wahrzunehmen und was man daran verändern möchte, bzw. muss und wie man das kann.
Was das Selbstwertgefühl betrifft. Mir hat der Sport sehr viel gebracht. Insbesondere Kampfsportarten sind sehr gut geeignet, einen guten Umgang mit sich selbst zu finden, Körper- und Geistgefühl zu entwickeln, sich seiner Menschlichkeit mit allem Wut/Aggressionen und Frust und Angst und Schmerz bewusst zu werden, und v.a. einen Weg zu finden damit angemessen umzugehen. Und auch wichtig: viele Sozialkontakte, ständiger Austausch mit anderen Menschen etc.
Ich denke man kann an mehreren Punkten ansetzen, das bringt am ehesten was. D.h. sowohl geistig (Psychotherapie, Meditation, z.B. Zen, intellektuell per Bücher oder Anthropologie-Seminaren) als auch körperlich (Sport, Kampfsport, Laufen etc.). Mir hat das Studium über das Wesen des Menschen viel gebracht, die Dinge der Vergangenheit mit mehr Abstand und Abgeklärtheit zu betrachten und damit auch ruhn zu lassen. Im Zen habe ich gelernt loszulassen, jetzt zu leben und ohne Blick zurück nach vorn zu schauen.
Und dieses Forum ist auch ein guter Austauschplatz für Erfahrungen von Menschen, die ähnliche Lebensschicksale teilen. Das wäre schonmal ein guter Ansatzpunkt oder? Vielleicht kann sich dein Freund hier selber mal einige Ratschläge holen, d.h. V.a. muss dein Freund an allererster Stelle den Willen und die Einsicht mitbringen, etwas an seinem Leben/seiner Lebensqualität zu ändern, indem er einen Abschluss mit der Vergangenheit findet. Ob die Rache per Anzeige was bringt, glaube ich nicht...im Übrigen denke ich, dass an sich nur körperlicher=sexueller Mißbrauch eine Straftat darstellt, der auch erst nach geraumer Zeit (30 Jahre??bin mir nicht sicher) verjährt. Dahingehend müsstest du/ihr mal im Strafrecht kramen.
Was sich dein Freund klarmachen muss, ist dass er in keiner Weise verantwortlich ist für das frühere Tun seiner Eltern, er aber nun als Erwachsener dennoch selber voll verantwortlich ist für sein eigenes heutiges Tun/Verhalten und seine weitere Entwicklung. Auch wenn seine Eltern "ein Griff ins Klo" waren, er ne Menge schlimmer Dinge mitmachen musste, heisst das noch lang nicht, dass dadurch sein Leben für alle Zeit hinüber ist, bzw. ein Freischein für ewiges Selbstmitleid und unkontrollierte Wut/Aggressionsausbrüche. Jeder hat die Möglichkeiten sich zu ändern, eine unschöne Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich um eine schönere Zukunft zu bemühen. Und jeder, insbesondere der, der in einer Beziehungen lebt, ist dafür verantwortlich bei Problemlagen an sich zu arbeiten.
Gerade die menschliche Aggression ist ein nicht zu unterschätzendes Ding. Wenn die Erstsozialisation einen ungünstigen Umgang damit gelehrt, bzw. vorgelebt hat, besteht die Gefahr diese ungünstigen Traditionen fortzusetzen, d.h. geschlagenes Kind schlägt später selber Kind....es sei denn man konnte sich bewusst von der Tradition lösen und selber mit einigen Mühen (ohne geht es nicht! ist ein Stückweit ne Konditionierungssache, die ggf. therapeutisch umgemodelt werden muss) zu einem besseren Sozialverhalten kultivieren!
Das letzte Mal waren es nur die Möbel, die zu Bruch gingen, was kann als Nächstes folgen?

Wie du siehst kann man ne Menge machen, gesetzt den Fall man hat den ausreichenden Willen dazu, dann findet sich schon der individuell passende Weg! Mach deinem Freund klar, dass er die Sache genügend ernst nehmen sollte.

Lieber Gruss
Tyra
 

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