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Anpassungsstörung

  • Starter*in Starter*in Chris2100
  • Datum Start Datum Start
C

Chris2100

Gast
Guten Tag,

erstmal tut es mir leid, dass ich, obwohl ich bereits einen Account registriert habe, jetzt schon den Thread erstellt habe (als Gast). Aber es muss jetzt einfach raus und ich weiß nicht, wie genau das funktioniert, wenn ich registriert bin, bzw. wie lange ich warten muss. Kurz zu mir: Christian (kurz: Chris), 20 Jahre alt, momentan arbeitslos, Single.

Folgendes....

Im März 2014 habe ich eine Atemnotattacke im Bus bekommen. Krankenwagen gerufen und direkt ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde mir gesagt, ich sei kerngesund, die Atemnotattacke sei also nur psychisch. Zu der Zeit hatte ich viel Stress. Erstens mit meiner Mum, da ich grade in der 11. Klasse war und ich diese abbrechen wollte, was ihr gar nicht gefallen hat. Gleichzeitig mit meinem Dad, zu dem ich generell kein gutes Verhältnis habe und mit meiner Ex-Freundin, die dann auch Schluss gemacht hat. So haben sich die Ärzte auch die Atemnotattacke erklärt. Sie meinten, es wäre einfach alles zusammenkommen.

Seitdem läuft alles nur noch bergab. Ich habe wöchentlich Atemnotattacken, bzw. Panickattacken. Ich bekomme Atemnot und mein Kreislauf sinkt in den Keller. Zudem fühlt sich alles nicht mehr "echt" an. Ich habe das Gefühl, dass alles einfach nur noch an mir vorbeirauscht. Das Leben fühlt sich nicht mehr wie das echte Leben an.

Ich bin derzeit bei der Caritas in der Beratung und meine Therapie beginnt dank der langen Wartezeiten in 2 Monaten. Zudem war ich bei einer Neurologin, die allerdings nicht viel gemacht hat, außer mir das selbe gesagt hat, wie die von der Caritas. Dort ist der nächste Termin auch erst in 1 1/2 Monaten. Ich komme einfach nicht klar, ich drifte komplett ab und distanziere mich komplett von der Außenwelt. Zudem trinke ich seit März 2014 regelmäßig Alkohol. Auch an Wochentagen, weil es mir einfach hilft, zumindest an dem Tag, an dem ich trinke.

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll... Die Wartezeiten liegen bei mehreren Monaten, ich halte das aber keine Monate mehr aus. Ich laufe damit jetzt seit 1 Jahr rum und das schlimmste ist die Atemnot. Mir fehlt einfach die Kraft zum Kämpfen, ich weiß nicht, wo ich die Kraft hernehmen soll, denn diese habe ich schon das letzte Jahr verbraucht. Doch ich kann nichts machen, ich kann nichts gegen diese Wartezeiten machen. Am liebsten würde ich jetzt direkt in Therapie gehen, damit ich alles was mir in der Vergangenheit passiert ist verarbeiten kann, aber das geht nun mal nicht. Deshalb trinke ich momentan auch noch Alkohol. Ich kann einfach nicht mehr und ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Mir wird gesagt, ich soll kämpfen, ja, aber woher soll ich die Kraft, die ich im letzten Jahr dafür schon verbraucht habe, nur nehmen?

Ich schreibe das alles hier, weil es einfach gut tut, das mal aufzuschreiben.

Grüße,
Chris
 
Ich kann einfach nicht mehr und ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Mir wird gesagt, ich soll kämpfen, ja, aber woher soll ich die Kraft, die ich im letzten Jahr dafür schon verbraucht habe, nur nehmen?

Gehe hinaus in die Natur, mache lange Spaziergänge, beobachte das Erwachen der Natur und lerne dabei Gedichte auswendig die Dich irgendwie ansprechen oder nimm ein Bestimmungsbuch mit, um die Pflanzen und Tiere kennen zu lernen denen Du begegnest.
Zwischendurch machst Du verrückte Sachen, springst über Bäche, balancierst über Baumstämme, kletterst auf Bäume, rennst irgendwelche Hügel hinauf und schreist oben die Wolken an, stapelst Steine am Ufer eines Flusses, lässt flache Steine über das Wasser hüpfen, zieh Schuhe und Socken aus, kremple die Hosenbeine hoch und gehe über eine Wiese im Morgentau .....
 
Hallo Christian,

diese Atemnot- und Panikattacken sind wirklich schlimm, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich hatte sie mir damals als Folge eines Drogenmißbrauchs eingefangen und habe auch einige Jahre damit zu kämpfen gehabt. Ich möchte dir aber Mut machen. Letztendlich ist es eine reine Kopfsache und dein Körper funktioniert nach wie vor einwandfrei. Du wirst weder ersticken, noch einen Herzanfall erleiden oder sonstiges. Es ist dummerweise alles nur Einbildung und die Angst vor der Angst befeuert das Ganze. Im Prinzip habe ich es genauso gemacht wie du. Ist nicht der Weisheit letzter Schluß, aber solange du noch keine Therapie hast, lindert Alkohol auf jeden Fall die Symptome. Ich habe halt abends immer so meine zwei bis drei Flaschen Bier getrunken und für den Fall einer akuten Panikattacke hatte ich immer ein Fläschen Baldriantinktur dabei und gegen die Atemnot hilft Pfefferminzöl. Einen Tropfen auf die Zunge und tief inhalieren. Ansonsten habe ich mir Melisse, Hopfen und Anis besorgt und mir vorm schlafengehen einen kräftigen Tee daraus gebraut, also mit so einem Stoffteesieb, dann 2 Esslöffel Melisse, 1 Hopfen, 1 Anis und das ganze 5-10 Minuten ziehen lassen. Das sediert dann so gut, dass man ziemlich gut durchschläft. Ansonsten immer das Mantra im Kopf -"Alles nur Einbildung, mir geht es gut". So nach 2 Jahren klang es dann langsam ab. Der Tipp mit der Natur ist sicherlich auch ganz gut, überhaupt sollte man sich viel beschäftigen, damit die Angst in den Hintergrund verdrängt wird.

Ich denke mit dieser Methode solltest du noch locker bis zur Therapie durchhalten können. Und nicht vergessen: Dein Körper ist vollkommen ok, nur dein Verstand spinnt rum.
 
hallo
ich kenne solch zeiten auch...mir hat es geholfen hier viel zu schreiben,über mcih und meine gefühle und gedanken.
einfach alles ablassn können,darüber schreiben, es nicht mehr verbergen zu müssen und alles loslassen, das gab raum für gute nergie.
vielleicht hilft es dir auch hier einiges aufzuschreibem,versuchs doch mal... 🙂

ach und trinken, okay kenne ich um gefühle kaputt zu machen, aber die krisen kommen auch dann ins leben,wenn man die kraft hat sie zu meistern. lerne dir zu vertrauen...suche andere dinge um kraft zu bekommen und die angst schätzen...

angst ist ein hinweisschild,mehr nicht.
panikanfälle kann man bearbeiten,wenn man sich zumutet, sich vertraut.


bachblüten sind ein guer begleiter gewesen für mich...
ich hatte auch panikanfälle und habe sie allein bearbeitet. es geht ;-)

alkohol macht nur durcheinander...mehr nicht ...
 
Guten Tag,

erstmal tut es mir leid, dass ich, obwohl ich bereits einen Account registriert habe, jetzt schon den Thread erstellt habe (als Gast). Aber es muss jetzt einfach raus und ich weiß nicht, wie genau das funktioniert, wenn ich registriert bin, bzw. wie lange ich warten muss. Kurz zu mir: Christian (kurz: Chris), 20 Jahre alt, momentan arbeitslos, Single.

Folgendes....

Im März 2014 habe ich eine Atemnotattacke im Bus bekommen. Krankenwagen gerufen und direkt ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde mir gesagt, ich sei kerngesund, die Atemnotattacke sei also nur psychisch. Zu der Zeit hatte ich viel Stress. Erstens mit meiner Mum, da ich grade in der 11. Klasse war und ich diese abbrechen wollte, was ihr gar nicht gefallen hat. Gleichzeitig mit meinem Dad, zu dem ich generell kein gutes Verhältnis habe und mit meiner Ex-Freundin, die dann auch Schluss gemacht hat. So haben sich die Ärzte auch die Atemnotattacke erklärt. Sie meinten, es wäre einfach alles zusammenkommen.

Seitdem läuft alles nur noch bergab. Ich habe wöchentlich Atemnotattacken, bzw. Panickattacken. Ich bekomme Atemnot und mein Kreislauf sinkt in den Keller. Zudem fühlt sich alles nicht mehr "echt" an. Ich habe das Gefühl, dass alles einfach nur noch an mir vorbeirauscht. Das Leben fühlt sich nicht mehr wie das echte Leben an.

Ich bin derzeit bei der Caritas in der Beratung und meine Therapie beginnt dank der langen Wartezeiten in 2 Monaten. Zudem war ich bei einer Neurologin, die allerdings nicht viel gemacht hat, außer mir das selbe gesagt hat, wie die von der Caritas. Dort ist der nächste Termin auch erst in 1 1/2 Monaten. Ich komme einfach nicht klar, ich drifte komplett ab und distanziere mich komplett von der Außenwelt. Zudem trinke ich seit März 2014 regelmäßig Alkohol. Auch an Wochentagen, weil es mir einfach hilft, zumindest an dem Tag, an dem ich trinke.

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll... Die Wartezeiten liegen bei mehreren Monaten, ich halte das aber keine Monate mehr aus. Ich laufe damit jetzt seit 1 Jahr rum und das schlimmste ist die Atemnot. Mir fehlt einfach die Kraft zum Kämpfen, ich weiß nicht, wo ich die Kraft hernehmen soll, denn diese habe ich schon das letzte Jahr verbraucht. Doch ich kann nichts machen, ich kann nichts gegen diese Wartezeiten machen. Am liebsten würde ich jetzt direkt in Therapie gehen, damit ich alles was mir in der Vergangenheit passiert ist verarbeiten kann, aber das geht nun mal nicht. Deshalb trinke ich momentan auch noch Alkohol. Ich kann einfach nicht mehr und ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Mir wird gesagt, ich soll kämpfen, ja, aber woher soll ich die Kraft, die ich im letzten Jahr dafür schon verbraucht habe, nur nehmen?

Ich schreibe das alles hier, weil es einfach gut tut, das mal aufzuschreiben.

Hey,

hatte auch Panikattacken und sind komplett weg. Ich hatte diese nicht wöchentlich sondern monatelang mehrmals täglich..Also etwas schlimmer als bei dir. Ich hab das auch ohne Therapie wegbekommen, hab nebenher etwas Sport und Entspannungsübungen gemacht. Wenn ich das ohne hinbekommen habe, dann bekommst du das mit Therapie erst Recht in den Griff.

Das wichtigste ist; Mach dir klar, dass du eigentlich genug Luft bekommst. Es besteht also gar keine Atemnot in dem Sinne, da es ja nur psychisch ist und ersticken kannst du auch nicht. Also bewahre einfach die Ruhe. Es kann gar nichts passieren. Wenn du das verstehst, dann bekommst du diese Attacken auch halbwegs in den Griff. Versuch immer regelmäßig und langsam weiterzuatmen und denk an was schönes. Nicht nur in dem Moment sondern generell. Du musst lernen immer positiv zu denken und zu bleiben. Lass dir nichts vermiesen.

Geh wirklich öfters Raus in die Natur, mach Spaziergänge und versuch mal Dinge zu tun, die dir Spaß machen. Sport ist natürlich immer gut, falls du es nicht schon machst. Das Leben besteht nicht nur aus Schule und Stress. Auseinandersetzungen mit Eltern hat jeder mal oder kein gutes Verhältnis. Auch ist es ganz normal, dass die Beziehung nicht läuft. Das wird dir im Leben öfters passieren. Versuch dich mal zu beruhigen und dir klarzumachen, dass das alles ja kein Weltuntergang ist. Nimms locker. Nimm das Leben ernst, aber nicht zuu ernst. Das Leben geht immer weiter, selbst im worst case gibt es immer eine Lösung, solange du nicht unheilbar krank bist und nur noch 3 Tage zu Leben hast. Dann gibts wirklich nichts mehr zu machen..

Arbeitslosigkeit ist vorübergehend und auch das Single sein hat ein Ende, falls dich das so sehr belastet.

Ach ja, Alkohol macht alles nur noch schlimmer. Damit solltest du schleunigst aufhören. Mit Alkohol kannst du dich nicht therapieren, sonst brauchst du bald ne doppelte Therapie gegen Panikattacken und noch Entzug vom Alkohol. Also lass das mal sein. Schau jetzt erst einmal das es dir wieder besser geht.

Verbring Zeit mit Leuten die dir gut tun, mach Dinge die dich glücklich machen. Das hat mir während meinen Panikattacken seehr geholfen. Ich habs komplett losbekommen. War natürlich nicht einfach, musste lange drum kämpfen. Das kann dir leider keiner abnehmen. Panikattacken sind belastend keine Frage aber man kann sie wirklich schnell in den Griff bekommen. Dann wenn es dir besser geht, schaust du einfach weiter, was du so vorhast mit Job/Schule usw.

Hör auf dir einzureden, du hättest keine Kraft oder so. Du bist gesund und erst 20 Jahre alt. Du hast noch einiges auf Lager. Red dir mal ein, dass du stark genug bist, um das alles zu schaffen. Also das Gegenteil! So wirst du natürlich keine Kraft haben, wenn du dir das ständig einredest. Ganz arg wichtig; Such dir wahre Freunde, die dich in der Zeit unterstützen und du Kraft tanken kannst und miteinander etwas Spaß haben kannst. Nicht immer muss es Familie oder Freundin sein. Es geht auch anders! Also Kopf hoch und aufstehen! Das packst du!

Alles gute
 
Zuletzt bearbeitet:
So, da mein Account nun aktiviert wurde, erst einmal danke für die Antworten!

Es hilft wirklich, sowas zu lesen. 🙂

Derzeit schwanke ich stark hin und her zwischen Optimismus und Pessimismus, weshalb ich oftmals auch sehr pessimistisch rüberkomme. Ich habe heute mal wieder etwas mit meinem Freunden unternommen und es hat echt gut getan! Nur das Alleine sein danach zu Hause war wieder schwer. Allerdings hat es mir am Tag sehr geholfen.

@Der_um_den_Baum_tanzt: Interessante Idee, ich werde es mal versuchen, zumindest mal im Wald spazieren gehen in Ruhe. 🙂

Zudem glaube ich auch, dass es mir helfen würde, eine Beschäftigung zu haben. Habt ihr da noch Ideen? Ich werde mal gucken, dass ich etwas Sport mache, vielleicht Jogge oder Fahrrad fahre, obwohl ich nicht der sportlichste bin. Hättet ihr sonst noch Vorschläge?

Grüße


 

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