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Angst wieder arbeiten zu gehen

ZebraTiger

Aktives Mitglied
Hallo,
ich war nur einmal in meinem Leben für 6 Monate arbeiten. Das war 2014. Ich bin seit 2006 krank, habe aber erst 2017 eine Diagnose erhalten. Aus dem Grund habe ich meine Krankheit immer versteckt und verheimlicht.

Auf der Arbeit war es dann so, dass ich wegen der Krankheit sehr oft gefehlt habe, viele Fehler gemacht habe, Dinge vergaß, vieles durcheinanderbrachte, oft zu spät kam, eher gehen musste, etc. und ich hatte viele Wissenslücken, weil ich schon im Studium ständig gefehlt habe oder nur körperlich anwesend war. Das habe ich natürlich auch versucht alles irgendwie zu verheimlichen, was aber nur bedingt klappte. Ich war jedenfalls aufgrund der Fehltage im Studium total unterqualifiziert und inkompetent. Habe mich auch oft nicht zur Arbeit getraut, weil ich etwas tun sollte, was ich nicht konnte, aber eigentlich im Studium hätte lernen müssen.

Ich bekam dann ziemlich schnell Anfeindungen und Kritik von Kollegen und Vorgesetzten. Meine fachliche Inkompetenz wurde bemängelt, Kollegen waren genervt, weil sie mich ständig vertreten mussten und die Vorgesetzten warfen mir vor, dass ich zu viel Feiern würde und deswegen so oft fehle oder zu spät komme. Ich war nur noch gestresst, war in ständiger Angst, dass wieder jemand merkt wie inkompetent ich bin, dass ich heimlich eher gehe oder ich wieder einen Fehler mache.

Positiven Kontakt zu Kollegen hatte ich nicht. Ein Sozialleben auch nicht, weil ich einfach zu krank war um während der Arbeit noch irgendwas zu machen. Kurz: Ich war totunglücklich, mein Selbstwertgefühl war im Keller. Schon im Studium ging es mir mies, weil ich auch da mit der Erkrankung nicht zurecht kam, als Simulant und Faulpelz oder einfach als dumm galt. Auch da war ich also sozial schon sehr isoliert. Sogar über Suizid habe ich oft genug nachgedacht.

Nach 6 Monaten ging es dann einfach nicht mehr. Ich habe mich so lange krank gemeldet bis ich entlassen wurde.

Als ich dann eine Diagnose bekam wendete sich mein Leben wieder zum Guten. Gesundheitlich ging es bergauf, ich habe Freunde gefunden, wieder Selbstbewusstsein aufgebaut, musste mich nicht mehr verstecken und wurde endlich glücklich. Habe mich in der Zeit mit Sozialhilfe, Hartz IV, Minijobs und freiberuflicher Arbeit durchgeschlagen.

Wirklich Bewerbungen geschrieben habe ich in der Zeit allerdings nicht. Ich habe ja nichts gelernt im Studium und keine weitere Qualifikation. Und die wollte mir das nicht noch mal antun was ich in den 6 Monaten erlebt habe.

Jetzt fand ich aber eine interessante Stelle auf die ich mich beworben und sogar ne Zusage erhalten habe. Allerdings merke ich, dass ich wirklich Angst habe. Ich habe keine Ahnung ob ich die Arbeit schaffen werde, also sowohl von der Gesundheit als auch von der Qualifikation her. Zudem habe ich Angst, dass durch die Arbeit mein Selbstwertgefühl wieder total im Keller ist, ich wieder ständig kritisiert werde, Kollegen mich anfeinden, ich meine Fehler/Inkompetenz/Krankheit verstecken muss, etc. und ich keine Zeit/Kraft mehr für Freunde habe und dann wieder sozial isoliert bin.

Ich bin daher echt hin und her gerissen ob ich den Arbeitsvertrag unterschreibe.

Wer kennt solche Ängste? Was macht man in so einer Situation?

LG
 
Unterschreiben und zusehen, ob die Arbeit einem gefällt. Viel lernen am Anfang. Das muss man immer. Egal wie lange man schon im Beruf ist.
 
meine Cousine zögert das Arbeiten gehen auch schon wieder seit fast einem Jahr wieder hinaus...sie ist arbeitslos und hält sich mit kleinen Minijobs über Wasser (zusammen mit dem Geld vom Arbeitsamt...) - so richtig ist sie aber auch nicht auf der Suche nach einem Job...wenn man normalerweise nach etwas sucht, dann findet man innerhalb von drei Monaten schon etwas...immerhin hat sie auch einen akademischen Abschluss...
hier ist es aber wohl eher keine Angst, sondern sie hat wohl einfach keinen Bock...
 
Wenn du nicht anfängst, wirst du nie herausfinden ob es klappt.
Du scheinst dir die Arbeit ja zuzutrauen.
Vielleicht bekommst du ja tolle Kollegen. Wer weiß ...
 
"Wenn du nicht anfängst, wirst du nie herausfinden ob es klappt."

Stimmt. Aber da ist auch wieder die Angst, dass ich durch Arbeit meinen Rentenstatus verliere, ich dann auf der Arbeit scheitere, in Hartz IV muss und dann zum Arbeiten gezwungen werde bzw. mich wieder vor allen verstecke damit keiner merkt, dass ich Hartz IV Empfänger bin.
 
Ich dachte, Du hättest den Rentenstatus noch gar nicht, sondern müsstest zuerst zur Untersuchung und das ginge wegen der Entfernung und dem schlechten Termin nicht. 😕
 
Hast du deine Ängste denn schonmal in Angriff genommen therapeutisch oder anders? Wenn es tief sitzt, und so hört es sich bei dir an, geht das in der Regel nicht von alleine weg. Oder ist das Problem wirklich nur in der Krankheit verankert?

Es ist nicht schlimm, nicht alles zu wissen für eine neue Arbeitsstelle. Im Gegenteil, das ist vollkommen normal. Die ersten Wochen bestehen meist aus lesen, lesen, zugucken, probieren, lernen. Und auch Kollegen wissen das. Wenn du aber jemand bist, der schnell den Kopf in den Sand steckt, dich versteckst und der Arbeit aus dem Weg gehst, lieber zu Hause bleibst, dich selbst schlecht machst, anstatt dir das einfach Stück für Stück anzueignen, dann können die Kollegen noch so nette Menschen sein, die werden das natürlich nicht toll finden. Es gibt ja einen Grund warum man jemanden neu einstellt und ihn gut einarbeiten möchte.

Ich hatte heute meinen ersten Tag in einem neuen Unternehmen, in einem Job, den ich so vorher noch nie gemacht habe. Mein Kopf raucht von all den neuen Informationen und ich weiß da kommt auch noch einiges auf mich zu, was ich mir jetzt gerade mit meinem jetzigen Wissen noch gar nicht zutraue. Und klar hab ich auch schiss, ich bin nicht gerade mit dem größtem Selbstbewusstsein gesegnet. Aber ich weiß auch, das kommt irgendwann mit der Zeit und andere Menschen kochen auch nur mit Wasser, machen mal Fehler, wissen nicht alles, haben auch mal bei null angefangen.

Wenn du nur aus deinen Krankheitsgründen nicht viel leisten kannst, ist die Frage ob ein Vollzeitjob (wenn es denn einer ist) überhaupt für dich in Frage kommt. Da solltest du mal in dich gehen, wieviel deiner Probleme tatsächlich in der Krankheit begründet ist, und was durch die negativen Zuschreibungen, die du dir gibst, ausgelöst wird. Anhand dessen kannst du dann auch schauen, was möglich ist oder möglich sein könnte in der Zukunft.
 
Jetzt fand ich aber eine interessante Stelle auf die ich mich beworben und sogar ne Zusage erhalten habe. Allerdings merke ich, dass ich wirklich Angst habe. Ich habe keine Ahnung ob ich die Arbeit schaffen werde, also sowohl von der Gesundheit als auch von der Qualifikation her. Zudem habe ich Angst, dass durch die Arbeit mein Selbstwertgefühl wieder total im Keller ist, ich wieder ständig kritisiert werde, Kollegen mich anfeinden, ich meine Fehler/Inkompetenz/Krankheit verstecken muss, etc. und ich keine Zeit/Kraft mehr für Freunde habe und dann wieder sozial isoliert bin.

Ich bin daher echt hin und her gerissen ob ich den Arbeitsvertrag unterschreibe.

Wer kennt solche Ängste? Was macht man in so einer Situation?

LG

Glückwunsch!!!

zu deinen gedanken, die hat man leider immer besonders wenn man schlechte erfahrung schon gehabt hat.
aber ich kann dir sagen das legt sich auch wieder. unterschreib und versuch es. du wirst schon sehen, es sind andere menschen und überall muss man sich einarbeiten. und das mussten auch deine kollegen
also bitte freu dich und starte das jahr 🙂
 

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