Tom_Vienna
Mitglied
Liebe Community,
ich bin gerade so verzweifelt, was meine berufliche Zukunft angeht, dass es mir sogar sehr schwer fällt, mein Problem hier in diesem Forum zu schildern, aber ich probiere es mal.
Nun ja, wie soll ich anfangen? Also... ich hatte bereits im Sommer 2017 eine Krise und habe mir damals viele wertvolle Tipps von der Community geholt, für die ich sehr dankbar bin. Nun bin ich zwar in einer etwas anderen Situation als damals, aber das Grundproblem ist immer noch das gleiche.
Das ist übrigens der Thread von damals: https://www.hilferuf.de/forum/beruf/241993-bald-30-und-nichts-im-leben-erreicht.html
Damit ihr euch nicht alles durchlesen müsst, fasse ich meine Problematik kurz zusammen: Ich bin 30 Jahre alt, habe ein abgeschlossenes Bachelorstudium und bin derzeit Masterstudent, wobei ich für den Abschluss noch ungefähr ein Jahr benötigen werde. Leider liefen in den Jahren nach der Matura einige Dinge in meinem Leben schief, da ich zwei Studien abbrach und danach für zwei Jahre im Verkauf jobbte. Mit 23 machte ich einen Neuanfang und begann ein drittes Studium, welches ich aber erst mit 28 abschloss, da mir aufgrund der beiden abgebrochenen Studien sämtliche Beihilfen gestrichen wurden und ich neben dem Studium einen 30-Stunden-Job in einem Callcenter ausüben musste. Unmittelbar danach fand ich auch meinen ersten studiumbezogenen Job, den ich von Juni 2016 bis Oktober 2017 ausübte. Leider war dieser Job von Anfang an die reinste Hölle, doch aus Angst, aufgrund meines schlechten Lebenslaufs keinen anderen Job zu finden und danach für längere in der Arbeitslosigkeit zu landen, übte ich diesen Job so lange aus bis ich psychisch komplett am Ende war und irgendwann einfach nicht mehr konnte. Nachdem ich damals im Sommer 2017 von vielen FreundInnen, von meinen Eltern und auch von vielen Usern dieser Community den Tipp bekam, so schnell wie möglich zu kündigen, wagte ich Ende August diesen Schritt und arbeitete dort bis Mitte Oktober.
Zwar bereue ich meine Entscheidung nicht, doch leider haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet: Nun bin ich seit vier Monaten auf Jobsuche, bekomme nur Absagen und werde nicht einmal zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Mein Bewerbungsschreiben und mein CV wurden schon mehrfach durchgecheckt, doch daran liegt das Problem nicht, sondern wahrscheinlich an meiner langen Studiendauer.
Aus Verzweiflung bewerbe ich mich seit Anfang Februar auch für Jobs, die weit unter meinen Qualifikationen liegen. Inzwischen habe auch schon eine Jobzusage für ein Callcenter erhalten, in dem ich voraussichtlich Anfang März 2018 beginnen werde. Doch ich weiß wirklich nicht, ob ich diesen Job annehmen soll (der Arbeitsvertrag wurde noch nicht unterschrieben), da ich mich bereits nach einem halben Schnuppertag dort überhaupt nicht wohlfühlte. Die MitarbeiterInnen lästerten ständig über andere KollegInnen, kommunizierten untereinander auf tiefstem Niveau und man merkte den meisten einfach sofort an, dass sie schlecht gebildet waren. Und auch die Bezahlung ist miserabel und entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich unter diesen Umständen dort glücklich werden soll. Doch das AMS (das ist das österreichische Arbeitsamt bzw. Jobcenter) hat mir schon mit einem Weiterbildungskurs gedroht, wenn ich nicht bald einen Job finde, jedoch wird dabei keine Rücksicht auf mein laufendes Studium genommen. Noch dazu soll demnächst ein Hartz-IV-ähnliches Modell in Österreich eingeführt werden, von dem auch ich betroffen wäre.
Verdammt, so gut wie jeder in meinem Freundeskreis hat einen anständigen Job, verdient gut, führt eine glückliche Beziehung und einige sind sogar in der Familiengründungsphase. Nur bei mir läuft alles verkehrt und ich habe ständig das Gefühl, dass ich ein Versager bin, der nichts im Leben erreicht hat. Ich weiß, man soll sich nicht mit anderen Leuten vergleichen, doch ich bin von all dem, was viele meiner FreundInnen schon längst erreicht haben, noch weit entfernt und muss mich als 30-Jähriger noch immer mit irgendwelchen schlecht bezahlten Callcenter-Jobs herumschlagen. Habe ich wirklich dafür studiert? Lohnt es sich überhaupt noch, den Master fertigzumachen, wenn ich dann wieder nur in einem Callcenter lande? Das Problem ist, dass die Motivation, das Masterstudium fortzusetzen einfach nicht mehr da ist, nachdem ich aufgrund der vielen Jobabsagen in den letzten Monaten immer mehr das Gefühl habe, dass mir der Master sowieso nichts bringt. Mal ehrlich, was habe ich noch für Chancen, wenn ich mich mit 31 oder 32 als Einsteiger für einen Akademikerjob bewerbe und gerade mal ein bisschen mehr als ein Jahr Berufserfahrung in meinem Fachgebiet vorzuweisen habe?
Ein paar FreundInnen meinten übrigens, dass ich alles viel zu negativ sehe, mir damit nur selber Steine in den Weg lege und vielleicht mal mit einem Psychologen sprechen sollte. Aber ganz ehrlich, niemand könnte alles positiv sehen, wenn es jobmäßig schon seit zwei Jahren so schlecht läuft wie bei mir. Glaubt mir, ich brauche keinen Psychologen, sondern nur einen anständigen Job, der meinen Qualifikationen entspricht. Aber habe ich eurer Meinung nach überhaupt noch realistische Chancen auf einen Akademikerjob oder soll ich mich damit abfinden, dass beruflich gesehen der Zug für mich schon abgefahren ist und nie etwas Besseres als einen Callcenter-Job finden werde?
Ich bin für jeden Tipp dankbar!
ich bin gerade so verzweifelt, was meine berufliche Zukunft angeht, dass es mir sogar sehr schwer fällt, mein Problem hier in diesem Forum zu schildern, aber ich probiere es mal.
Nun ja, wie soll ich anfangen? Also... ich hatte bereits im Sommer 2017 eine Krise und habe mir damals viele wertvolle Tipps von der Community geholt, für die ich sehr dankbar bin. Nun bin ich zwar in einer etwas anderen Situation als damals, aber das Grundproblem ist immer noch das gleiche.
Das ist übrigens der Thread von damals: https://www.hilferuf.de/forum/beruf/241993-bald-30-und-nichts-im-leben-erreicht.html
Damit ihr euch nicht alles durchlesen müsst, fasse ich meine Problematik kurz zusammen: Ich bin 30 Jahre alt, habe ein abgeschlossenes Bachelorstudium und bin derzeit Masterstudent, wobei ich für den Abschluss noch ungefähr ein Jahr benötigen werde. Leider liefen in den Jahren nach der Matura einige Dinge in meinem Leben schief, da ich zwei Studien abbrach und danach für zwei Jahre im Verkauf jobbte. Mit 23 machte ich einen Neuanfang und begann ein drittes Studium, welches ich aber erst mit 28 abschloss, da mir aufgrund der beiden abgebrochenen Studien sämtliche Beihilfen gestrichen wurden und ich neben dem Studium einen 30-Stunden-Job in einem Callcenter ausüben musste. Unmittelbar danach fand ich auch meinen ersten studiumbezogenen Job, den ich von Juni 2016 bis Oktober 2017 ausübte. Leider war dieser Job von Anfang an die reinste Hölle, doch aus Angst, aufgrund meines schlechten Lebenslaufs keinen anderen Job zu finden und danach für längere in der Arbeitslosigkeit zu landen, übte ich diesen Job so lange aus bis ich psychisch komplett am Ende war und irgendwann einfach nicht mehr konnte. Nachdem ich damals im Sommer 2017 von vielen FreundInnen, von meinen Eltern und auch von vielen Usern dieser Community den Tipp bekam, so schnell wie möglich zu kündigen, wagte ich Ende August diesen Schritt und arbeitete dort bis Mitte Oktober.
Zwar bereue ich meine Entscheidung nicht, doch leider haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet: Nun bin ich seit vier Monaten auf Jobsuche, bekomme nur Absagen und werde nicht einmal zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Mein Bewerbungsschreiben und mein CV wurden schon mehrfach durchgecheckt, doch daran liegt das Problem nicht, sondern wahrscheinlich an meiner langen Studiendauer.
Aus Verzweiflung bewerbe ich mich seit Anfang Februar auch für Jobs, die weit unter meinen Qualifikationen liegen. Inzwischen habe auch schon eine Jobzusage für ein Callcenter erhalten, in dem ich voraussichtlich Anfang März 2018 beginnen werde. Doch ich weiß wirklich nicht, ob ich diesen Job annehmen soll (der Arbeitsvertrag wurde noch nicht unterschrieben), da ich mich bereits nach einem halben Schnuppertag dort überhaupt nicht wohlfühlte. Die MitarbeiterInnen lästerten ständig über andere KollegInnen, kommunizierten untereinander auf tiefstem Niveau und man merkte den meisten einfach sofort an, dass sie schlecht gebildet waren. Und auch die Bezahlung ist miserabel und entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich unter diesen Umständen dort glücklich werden soll. Doch das AMS (das ist das österreichische Arbeitsamt bzw. Jobcenter) hat mir schon mit einem Weiterbildungskurs gedroht, wenn ich nicht bald einen Job finde, jedoch wird dabei keine Rücksicht auf mein laufendes Studium genommen. Noch dazu soll demnächst ein Hartz-IV-ähnliches Modell in Österreich eingeführt werden, von dem auch ich betroffen wäre.
Verdammt, so gut wie jeder in meinem Freundeskreis hat einen anständigen Job, verdient gut, führt eine glückliche Beziehung und einige sind sogar in der Familiengründungsphase. Nur bei mir läuft alles verkehrt und ich habe ständig das Gefühl, dass ich ein Versager bin, der nichts im Leben erreicht hat. Ich weiß, man soll sich nicht mit anderen Leuten vergleichen, doch ich bin von all dem, was viele meiner FreundInnen schon längst erreicht haben, noch weit entfernt und muss mich als 30-Jähriger noch immer mit irgendwelchen schlecht bezahlten Callcenter-Jobs herumschlagen. Habe ich wirklich dafür studiert? Lohnt es sich überhaupt noch, den Master fertigzumachen, wenn ich dann wieder nur in einem Callcenter lande? Das Problem ist, dass die Motivation, das Masterstudium fortzusetzen einfach nicht mehr da ist, nachdem ich aufgrund der vielen Jobabsagen in den letzten Monaten immer mehr das Gefühl habe, dass mir der Master sowieso nichts bringt. Mal ehrlich, was habe ich noch für Chancen, wenn ich mich mit 31 oder 32 als Einsteiger für einen Akademikerjob bewerbe und gerade mal ein bisschen mehr als ein Jahr Berufserfahrung in meinem Fachgebiet vorzuweisen habe?
Ein paar FreundInnen meinten übrigens, dass ich alles viel zu negativ sehe, mir damit nur selber Steine in den Weg lege und vielleicht mal mit einem Psychologen sprechen sollte. Aber ganz ehrlich, niemand könnte alles positiv sehen, wenn es jobmäßig schon seit zwei Jahren so schlecht läuft wie bei mir. Glaubt mir, ich brauche keinen Psychologen, sondern nur einen anständigen Job, der meinen Qualifikationen entspricht. Aber habe ich eurer Meinung nach überhaupt noch realistische Chancen auf einen Akademikerjob oder soll ich mich damit abfinden, dass beruflich gesehen der Zug für mich schon abgefahren ist und nie etwas Besseres als einen Callcenter-Job finden werde?
Ich bin für jeden Tipp dankbar!