CorpseBride
Mitglied
Hallo zusammen,
kurz zu meiner Situation:
- 2007 Abitur gemacht (guter Schnitt)
- danach 1 Jahr gearbeitet, währenddessen Bewerbungen geschrieben für ein duales Studium oder eine Ausbildung
- bekam Absagen ohne Ende, war aber auch bei Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen, teilweise stand nur ein weiterer Bewerber zwischen mir und dem Platz -> extrem frustrierend
- erst dieses Jahr kam ich endlich durch Vitamin B an einen Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau, praktischerweise gleich hier um die Ecke
Die Zeit während ich Bewerbungen geschrieben habe, saß ich quasi zu Hause rum und habe nichts getan. Jeder Tag war gleich und ich habe mich mehr und mehr unnütz und fehl am PLatz gefühlt.
Ich habe mich sehr von meiner Familie und Freunden zurückgezogen, weil ich die Fragen nach meinem Leben nicht mehr ertragen konnte. Jeder wollte mir Tipps geben, was ich denn tun könnte und was ich noch versuchen könnte etc.
Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist wirklich fast auf 0. Ich weiß seither nicht mehr was ich kann und vertraue mir selbst nicht und meinen Fähigkeiten.
Das hat mich sehr belastet und mein einziger Bezugsmensch war eigentlich mein Freund, dem ich aber irgendwann verboten habe, mit mir über das Thema zu sprechen, weil es mich so runtergezogen hat.
Jedenfalls arbeite ich jetzt seit Anfang Mai in der Firma und ich habe Freudentränen geweint, als ich erfahren habe, dass ich die Ausbildung habe. Meine Kollegen sind eigentlich alle nett und sehr jung, es gibt viele Azubis, die Personalerin ist super nett und die Chefs sind auch ok. (der eine jedenfalls)
Ich war aber nach der ersten Woche schon so fertig im Kopf, und habe extrem an der Ausbildung gezweifelt, weil ich dort teilweise _nur_ rumsaß und keiner sich so wirklich für mich verantwortlich fühlte. Da ziehen die Stunden hin wie Kaugummi und ich kam teilweise heulend nach Hause und war extrem schlecht drauf.
Ich sprach dann mit meiner Mutter und sie weiß, dass das nicht mein Traumjob ist, aber sie sagte mir auch, dass mein Brüder z.B. genau gleich über ihre Jobs denken, die selbst und mein Vater ebenso.
Mein Freund sagt mittlerweile auch er würde lieber was anderes machen, was mich zunächst auch aufgebaut hat.
Man muss ja nicht für immer in diesem Beurf arbeiten, das weiß ich natürlich, aber ich hätte eben gerne einen Job, den ich wenigstens einigermaßen gerne mache.
Ich denke mir aber ich habe nun schon 3 Jahre verschwendet, bin nun 22 und kann die Ausbildung nicht abbrechen, bzw. will ich auch gar nicht, denn eigentlich hätte ich es nicht besser treffen können.
Mein Problem ist einfach, dass ich absolut kein Selbstbewusstsein habe. Das äußert sich so, dass ich halt immer sehr still bin, ich spreche meist nur, wenn man mich anspricht und ich kann mich auch nicht einfach so zu einer Gruppe dazustellen oder völlig normal mit meinen Kollegen quatschen. Ich war nie sonderlich extrovertiert, aber es war wirklich noch nie so schlimm wie jetzt.
Die ganze Situation schüchtert mich total ein, weil die Belegschaft dort halt auch so eine eingeschworene Truppe ist. Aber alle haben mich sehr nett aufgenommen, deshalb verstehe ich mich selbst nicht.
Ich fühle mich auch mit meinen 22 nicht wie eine 22 Jährige, sondern eher als sei ich noch 14 oder so. Ich fühle mich nicht erwachsen und ich habe auch immer das Gefühl man nimmt mich nicht so wahr. Ich wohne halt auch noch zu Hause, eventuell hat es auch damit etwas zu tun. Ich muss halt noch nicht so viel Verwantwortung übernehmen irgendwie und meine Eltern helfen mir natürlich noch bei vielen Dingen.
Dabei habe ich kein Problem damit Verantwortung zu übernehmen. Ich könnte für mich selbst sorgen, ich weiß wie man einen Haushalt führt, ich habe einen Führerschein und ich weiß, dass ich mein Leben eigenständig führen kann.
Dennoch fühle ich mich einfach noch wie ein Kind und nicht gleichwertig mit meinen Kollegen, die teilweise nur 1 oder 2 Jahre älter sind als ich, weil die sich eben so anders geben und so selbstbewusst sind.
Ja jedenfalls wirkt sich das auf meine Ausbildung aus...ich schlafe schlecht, bin abends so lange wach bis ich vor Erschöpfung einschlafe, weil ich eigentlich gar nicht schlafen will...denn dann ist der Morgen so schnell wieder da und ich muss wieder aufstehen.
Jeden Morgen habe ich Bauchschmerzen, mir ist teilweise so schlecht, dass ich mich übergeben muss. Ich kann abends nicht abschalten und denke nur daran, wie ich den nächsten Tag vorbei bekomme und freue mich total, wenn ich endlich heim kann oder wenn endlich Wochenende ist. Ich leben quasi von Feierabend zu Feierabend und von Wochenende zu Wochenende.
Ich komme während der Arbeit mit meinen Aufgaben auch relativ gut klar, obwohl ich keinerlei kaufmännische Vorbildung habe. Doch es sind so viele unterschiedliche Vorgänge, die ich mir merken muss. Ich schreibe mir schon alles Schritt für Schritt auf, aber ich vergesse es halt auch immer wieder. Man sagt mir immer, das ist vollkommen normal, aber ich komme mir dann immer total dumm vor.
Ich arbeite z.B. seit dieser Woche Mittags mit dem Lageristen zusammen, und mache dort mit ihm den Warenein- und -ausgang.
Er sagte auch, dass es schwer ist, sich das alles gleich nach dem ersten Mal zu merken, aber dann lässt er mich z.B. alleine den Warenausgang machen und ich habe keinen Plan, was ich mache und habe Angst dass ich dann teure Ersatzteile an die falschen Adressen schicke und so.
Ich habe so unendliche Angst davor, etwas falsch zu machen (kam auch schon vor, mir reisst aber natürlich keiner den Kopf ab), weil ich einfach kein Vertrauen in mich habe.
Ich frage mich einfach immer, wieso andere in meinem Alter mal so locker ihr Leben meistern und offenbar keine Angst vor gar nichts haben. Und ich frage mich immer, ob andere Azubis sich auch so doof anstellen und noch so viele Fehler machen wie ich.
Ich weiß, dass man sich sein Selbstbewusstsein verdienen muss, aber ich weiss einfach nicht wie. Ich habe einige Freunde und Bekannte, die ich aber leider nicht oft sehe, weil sie über ganz Deutschland verteilt leben (Studium halt), ich hab eigentlich keine besonderen Hobbies, ich mache keinen Sport und meine Freizeitbeschäftigung besteht aus meinem Freund (mit ihm verbringe ich meine komplette Freizeit, wenn er hier ist), dem Fernseher, Büchern und dem Computer.
Ich gehe auch gerne mal alleine raus spazieren oder lege mich irgendwo in die Sonne und das stört mich auch nicht, weil ich auch mal gerne mit mir allein bin.
Eigentlich bin ich damit also nicht unglücklich, aber ich halte das nicht aus, wenn ich ständig so an mir zweifle und deshalb unglücklich mit der Arbeit bin. Ich kann auch nicht abschalten und denke jetzt schon wieder an den grauenvollen Tag morgen. Und daran, dass mein Freund bald wieder 5 Wochen weg ist und ich ihn nur am Wochenende sehe. Das deprimiert mich alles so und teilweise könnte ich einfach nur heulen.
Habt ihr irgendwelche Tipps, was ich tun kann? Geht es euch genauso wie mir? Wodurch verdient man sich denn sein Selbstbewusstsein?
Auch wenn keiner antwortet, war er schön das einfach alles mal rauszulassen. PUH.
kurz zu meiner Situation:
- 2007 Abitur gemacht (guter Schnitt)
- danach 1 Jahr gearbeitet, währenddessen Bewerbungen geschrieben für ein duales Studium oder eine Ausbildung
- bekam Absagen ohne Ende, war aber auch bei Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen, teilweise stand nur ein weiterer Bewerber zwischen mir und dem Platz -> extrem frustrierend
- erst dieses Jahr kam ich endlich durch Vitamin B an einen Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau, praktischerweise gleich hier um die Ecke
Die Zeit während ich Bewerbungen geschrieben habe, saß ich quasi zu Hause rum und habe nichts getan. Jeder Tag war gleich und ich habe mich mehr und mehr unnütz und fehl am PLatz gefühlt.
Ich habe mich sehr von meiner Familie und Freunden zurückgezogen, weil ich die Fragen nach meinem Leben nicht mehr ertragen konnte. Jeder wollte mir Tipps geben, was ich denn tun könnte und was ich noch versuchen könnte etc.
Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist wirklich fast auf 0. Ich weiß seither nicht mehr was ich kann und vertraue mir selbst nicht und meinen Fähigkeiten.
Das hat mich sehr belastet und mein einziger Bezugsmensch war eigentlich mein Freund, dem ich aber irgendwann verboten habe, mit mir über das Thema zu sprechen, weil es mich so runtergezogen hat.
Jedenfalls arbeite ich jetzt seit Anfang Mai in der Firma und ich habe Freudentränen geweint, als ich erfahren habe, dass ich die Ausbildung habe. Meine Kollegen sind eigentlich alle nett und sehr jung, es gibt viele Azubis, die Personalerin ist super nett und die Chefs sind auch ok. (der eine jedenfalls)
Ich war aber nach der ersten Woche schon so fertig im Kopf, und habe extrem an der Ausbildung gezweifelt, weil ich dort teilweise _nur_ rumsaß und keiner sich so wirklich für mich verantwortlich fühlte. Da ziehen die Stunden hin wie Kaugummi und ich kam teilweise heulend nach Hause und war extrem schlecht drauf.
Ich sprach dann mit meiner Mutter und sie weiß, dass das nicht mein Traumjob ist, aber sie sagte mir auch, dass mein Brüder z.B. genau gleich über ihre Jobs denken, die selbst und mein Vater ebenso.
Mein Freund sagt mittlerweile auch er würde lieber was anderes machen, was mich zunächst auch aufgebaut hat.
Man muss ja nicht für immer in diesem Beurf arbeiten, das weiß ich natürlich, aber ich hätte eben gerne einen Job, den ich wenigstens einigermaßen gerne mache.
Ich denke mir aber ich habe nun schon 3 Jahre verschwendet, bin nun 22 und kann die Ausbildung nicht abbrechen, bzw. will ich auch gar nicht, denn eigentlich hätte ich es nicht besser treffen können.
Mein Problem ist einfach, dass ich absolut kein Selbstbewusstsein habe. Das äußert sich so, dass ich halt immer sehr still bin, ich spreche meist nur, wenn man mich anspricht und ich kann mich auch nicht einfach so zu einer Gruppe dazustellen oder völlig normal mit meinen Kollegen quatschen. Ich war nie sonderlich extrovertiert, aber es war wirklich noch nie so schlimm wie jetzt.
Die ganze Situation schüchtert mich total ein, weil die Belegschaft dort halt auch so eine eingeschworene Truppe ist. Aber alle haben mich sehr nett aufgenommen, deshalb verstehe ich mich selbst nicht.
Ich fühle mich auch mit meinen 22 nicht wie eine 22 Jährige, sondern eher als sei ich noch 14 oder so. Ich fühle mich nicht erwachsen und ich habe auch immer das Gefühl man nimmt mich nicht so wahr. Ich wohne halt auch noch zu Hause, eventuell hat es auch damit etwas zu tun. Ich muss halt noch nicht so viel Verwantwortung übernehmen irgendwie und meine Eltern helfen mir natürlich noch bei vielen Dingen.
Dabei habe ich kein Problem damit Verantwortung zu übernehmen. Ich könnte für mich selbst sorgen, ich weiß wie man einen Haushalt führt, ich habe einen Führerschein und ich weiß, dass ich mein Leben eigenständig führen kann.
Dennoch fühle ich mich einfach noch wie ein Kind und nicht gleichwertig mit meinen Kollegen, die teilweise nur 1 oder 2 Jahre älter sind als ich, weil die sich eben so anders geben und so selbstbewusst sind.
Ja jedenfalls wirkt sich das auf meine Ausbildung aus...ich schlafe schlecht, bin abends so lange wach bis ich vor Erschöpfung einschlafe, weil ich eigentlich gar nicht schlafen will...denn dann ist der Morgen so schnell wieder da und ich muss wieder aufstehen.
Jeden Morgen habe ich Bauchschmerzen, mir ist teilweise so schlecht, dass ich mich übergeben muss. Ich kann abends nicht abschalten und denke nur daran, wie ich den nächsten Tag vorbei bekomme und freue mich total, wenn ich endlich heim kann oder wenn endlich Wochenende ist. Ich leben quasi von Feierabend zu Feierabend und von Wochenende zu Wochenende.
Ich komme während der Arbeit mit meinen Aufgaben auch relativ gut klar, obwohl ich keinerlei kaufmännische Vorbildung habe. Doch es sind so viele unterschiedliche Vorgänge, die ich mir merken muss. Ich schreibe mir schon alles Schritt für Schritt auf, aber ich vergesse es halt auch immer wieder. Man sagt mir immer, das ist vollkommen normal, aber ich komme mir dann immer total dumm vor.
Ich arbeite z.B. seit dieser Woche Mittags mit dem Lageristen zusammen, und mache dort mit ihm den Warenein- und -ausgang.
Er sagte auch, dass es schwer ist, sich das alles gleich nach dem ersten Mal zu merken, aber dann lässt er mich z.B. alleine den Warenausgang machen und ich habe keinen Plan, was ich mache und habe Angst dass ich dann teure Ersatzteile an die falschen Adressen schicke und so.
Ich habe so unendliche Angst davor, etwas falsch zu machen (kam auch schon vor, mir reisst aber natürlich keiner den Kopf ab), weil ich einfach kein Vertrauen in mich habe.
Ich frage mich einfach immer, wieso andere in meinem Alter mal so locker ihr Leben meistern und offenbar keine Angst vor gar nichts haben. Und ich frage mich immer, ob andere Azubis sich auch so doof anstellen und noch so viele Fehler machen wie ich.
Ich weiß, dass man sich sein Selbstbewusstsein verdienen muss, aber ich weiss einfach nicht wie. Ich habe einige Freunde und Bekannte, die ich aber leider nicht oft sehe, weil sie über ganz Deutschland verteilt leben (Studium halt), ich hab eigentlich keine besonderen Hobbies, ich mache keinen Sport und meine Freizeitbeschäftigung besteht aus meinem Freund (mit ihm verbringe ich meine komplette Freizeit, wenn er hier ist), dem Fernseher, Büchern und dem Computer.
Ich gehe auch gerne mal alleine raus spazieren oder lege mich irgendwo in die Sonne und das stört mich auch nicht, weil ich auch mal gerne mit mir allein bin.
Eigentlich bin ich damit also nicht unglücklich, aber ich halte das nicht aus, wenn ich ständig so an mir zweifle und deshalb unglücklich mit der Arbeit bin. Ich kann auch nicht abschalten und denke jetzt schon wieder an den grauenvollen Tag morgen. Und daran, dass mein Freund bald wieder 5 Wochen weg ist und ich ihn nur am Wochenende sehe. Das deprimiert mich alles so und teilweise könnte ich einfach nur heulen.
Habt ihr irgendwelche Tipps, was ich tun kann? Geht es euch genauso wie mir? Wodurch verdient man sich denn sein Selbstbewusstsein?
Auch wenn keiner antwortet, war er schön das einfach alles mal rauszulassen. PUH.