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Angst vor Ausbildung, kein Selbstbewusstsein

CorpseBride

Mitglied
Hallo zusammen,

kurz zu meiner Situation:
- 2007 Abitur gemacht (guter Schnitt)
- danach 1 Jahr gearbeitet, währenddessen Bewerbungen geschrieben für ein duales Studium oder eine Ausbildung
- bekam Absagen ohne Ende, war aber auch bei Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen, teilweise stand nur ein weiterer Bewerber zwischen mir und dem Platz -> extrem frustrierend
- erst dieses Jahr kam ich endlich durch Vitamin B an einen Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau, praktischerweise gleich hier um die Ecke

Die Zeit während ich Bewerbungen geschrieben habe, saß ich quasi zu Hause rum und habe nichts getan. Jeder Tag war gleich und ich habe mich mehr und mehr unnütz und fehl am PLatz gefühlt.
Ich habe mich sehr von meiner Familie und Freunden zurückgezogen, weil ich die Fragen nach meinem Leben nicht mehr ertragen konnte. Jeder wollte mir Tipps geben, was ich denn tun könnte und was ich noch versuchen könnte etc.
Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist wirklich fast auf 0. Ich weiß seither nicht mehr was ich kann und vertraue mir selbst nicht und meinen Fähigkeiten.

Das hat mich sehr belastet und mein einziger Bezugsmensch war eigentlich mein Freund, dem ich aber irgendwann verboten habe, mit mir über das Thema zu sprechen, weil es mich so runtergezogen hat.

Jedenfalls arbeite ich jetzt seit Anfang Mai in der Firma und ich habe Freudentränen geweint, als ich erfahren habe, dass ich die Ausbildung habe. Meine Kollegen sind eigentlich alle nett und sehr jung, es gibt viele Azubis, die Personalerin ist super nett und die Chefs sind auch ok. (der eine jedenfalls)

Ich war aber nach der ersten Woche schon so fertig im Kopf, und habe extrem an der Ausbildung gezweifelt, weil ich dort teilweise _nur_ rumsaß und keiner sich so wirklich für mich verantwortlich fühlte. Da ziehen die Stunden hin wie Kaugummi und ich kam teilweise heulend nach Hause und war extrem schlecht drauf.

Ich sprach dann mit meiner Mutter und sie weiß, dass das nicht mein Traumjob ist, aber sie sagte mir auch, dass mein Brüder z.B. genau gleich über ihre Jobs denken, die selbst und mein Vater ebenso.
Mein Freund sagt mittlerweile auch er würde lieber was anderes machen, was mich zunächst auch aufgebaut hat.
Man muss ja nicht für immer in diesem Beurf arbeiten, das weiß ich natürlich, aber ich hätte eben gerne einen Job, den ich wenigstens einigermaßen gerne mache.

Ich denke mir aber ich habe nun schon 3 Jahre verschwendet, bin nun 22 und kann die Ausbildung nicht abbrechen, bzw. will ich auch gar nicht, denn eigentlich hätte ich es nicht besser treffen können.

Mein Problem ist einfach, dass ich absolut kein Selbstbewusstsein habe. Das äußert sich so, dass ich halt immer sehr still bin, ich spreche meist nur, wenn man mich anspricht und ich kann mich auch nicht einfach so zu einer Gruppe dazustellen oder völlig normal mit meinen Kollegen quatschen. Ich war nie sonderlich extrovertiert, aber es war wirklich noch nie so schlimm wie jetzt.
Die ganze Situation schüchtert mich total ein, weil die Belegschaft dort halt auch so eine eingeschworene Truppe ist. Aber alle haben mich sehr nett aufgenommen, deshalb verstehe ich mich selbst nicht.

Ich fühle mich auch mit meinen 22 nicht wie eine 22 Jährige, sondern eher als sei ich noch 14 oder so. Ich fühle mich nicht erwachsen und ich habe auch immer das Gefühl man nimmt mich nicht so wahr. Ich wohne halt auch noch zu Hause, eventuell hat es auch damit etwas zu tun. Ich muss halt noch nicht so viel Verwantwortung übernehmen irgendwie und meine Eltern helfen mir natürlich noch bei vielen Dingen.
Dabei habe ich kein Problem damit Verantwortung zu übernehmen. Ich könnte für mich selbst sorgen, ich weiß wie man einen Haushalt führt, ich habe einen Führerschein und ich weiß, dass ich mein Leben eigenständig führen kann.

Dennoch fühle ich mich einfach noch wie ein Kind und nicht gleichwertig mit meinen Kollegen, die teilweise nur 1 oder 2 Jahre älter sind als ich, weil die sich eben so anders geben und so selbstbewusst sind.

Ja jedenfalls wirkt sich das auf meine Ausbildung aus...ich schlafe schlecht, bin abends so lange wach bis ich vor Erschöpfung einschlafe, weil ich eigentlich gar nicht schlafen will...denn dann ist der Morgen so schnell wieder da und ich muss wieder aufstehen.
Jeden Morgen habe ich Bauchschmerzen, mir ist teilweise so schlecht, dass ich mich übergeben muss. Ich kann abends nicht abschalten und denke nur daran, wie ich den nächsten Tag vorbei bekomme und freue mich total, wenn ich endlich heim kann oder wenn endlich Wochenende ist. Ich leben quasi von Feierabend zu Feierabend und von Wochenende zu Wochenende.

Ich komme während der Arbeit mit meinen Aufgaben auch relativ gut klar, obwohl ich keinerlei kaufmännische Vorbildung habe. Doch es sind so viele unterschiedliche Vorgänge, die ich mir merken muss. Ich schreibe mir schon alles Schritt für Schritt auf, aber ich vergesse es halt auch immer wieder. Man sagt mir immer, das ist vollkommen normal, aber ich komme mir dann immer total dumm vor.

Ich arbeite z.B. seit dieser Woche Mittags mit dem Lageristen zusammen, und mache dort mit ihm den Warenein- und -ausgang.
Er sagte auch, dass es schwer ist, sich das alles gleich nach dem ersten Mal zu merken, aber dann lässt er mich z.B. alleine den Warenausgang machen und ich habe keinen Plan, was ich mache und habe Angst dass ich dann teure Ersatzteile an die falschen Adressen schicke und so.
Ich habe so unendliche Angst davor, etwas falsch zu machen (kam auch schon vor, mir reisst aber natürlich keiner den Kopf ab), weil ich einfach kein Vertrauen in mich habe.

Ich frage mich einfach immer, wieso andere in meinem Alter mal so locker ihr Leben meistern und offenbar keine Angst vor gar nichts haben. Und ich frage mich immer, ob andere Azubis sich auch so doof anstellen und noch so viele Fehler machen wie ich.

Ich weiß, dass man sich sein Selbstbewusstsein verdienen muss, aber ich weiss einfach nicht wie. Ich habe einige Freunde und Bekannte, die ich aber leider nicht oft sehe, weil sie über ganz Deutschland verteilt leben (Studium halt), ich hab eigentlich keine besonderen Hobbies, ich mache keinen Sport und meine Freizeitbeschäftigung besteht aus meinem Freund (mit ihm verbringe ich meine komplette Freizeit, wenn er hier ist), dem Fernseher, Büchern und dem Computer.
Ich gehe auch gerne mal alleine raus spazieren oder lege mich irgendwo in die Sonne und das stört mich auch nicht, weil ich auch mal gerne mit mir allein bin.

Eigentlich bin ich damit also nicht unglücklich, aber ich halte das nicht aus, wenn ich ständig so an mir zweifle und deshalb unglücklich mit der Arbeit bin. Ich kann auch nicht abschalten und denke jetzt schon wieder an den grauenvollen Tag morgen. Und daran, dass mein Freund bald wieder 5 Wochen weg ist und ich ihn nur am Wochenende sehe. Das deprimiert mich alles so und teilweise könnte ich einfach nur heulen.

Habt ihr irgendwelche Tipps, was ich tun kann? Geht es euch genauso wie mir? Wodurch verdient man sich denn sein Selbstbewusstsein?

Auch wenn keiner antwortet, war er schön das einfach alles mal rauszulassen. PUH.
 
Hey du,

mir geht oder erging es ähnlich wie dir, wenn jetzt auch meine Situation eine andere ist. Ich habe lange Zeit studiert, dann mein Studium abgebrochen und war jetzt dieses Jahr auch nur zu Hause, hab Bewerbungen geschrieben, an Tests teilgenommen, gelegentlich auch gearbeitet (aber das waren meist nur kurzfristige Jobs). Hab jetzt auch einen Platz, auch als Industriekauffrau übrigens.
Ich kann das nachvollziehen wie du dich fühlst. Also zumindest ging oder geht es mir auch so nachdem ich das Studium abgebrochen habe und zu Hause war/ bin (5 Jahre nach dem Abi), dass mein Selbstbewusstsein sehr gelitten hat und ich es auch einfach nicht mehr ertragen kann über mein Leben befragt zu werden.

Was mir jedoch immer hilft ist mir vor Augen zu halten, dass es viele Menschen gibt, die in der gleichen Situation sind (ich hab bei Einstellungstests zig Leute getroffen, die ein Studium abgebrochen hatten etc.). Außerdem versuch ich in schlechten Momenten auch immer dran zu denken, dass viele Menschen erst mit 27 oder 28 fertig sind und dann erst anfangen zu arbeiten.

In deinem Fall würde ich mir auch über legen, warum es dir so schlecht geht mit der Ausbildung. Liegt es wirklich am Beruf? Sind es diese Momente in der Ausbildung, wenn du z.B. nichts zu tun hast oder alleine gelassen wirst mit den Aufgaben, die dich fertig machen?
Ich denke z.B., dass du Sachen, wie das alleine gelassen werden mit Aufgaben oder wenn du nichts zu tun hast schon ansprechen kannst beim Ausbilder. Denn das sind ja Sachen, die man verändern kann und ich kann mir auch gut vorstellen, dass dein Ausbilder sicherlich ein offenes Ohr für dich haben wird und dir sicher auch helfen wird, zumal du ja auch schreibst dass alle sehr nett sind.

Zu dem Beruf: Du schreibst, dass es nicht dein Traumberuf ist. Was wäre denn dein Traumberuf oder in welche Richtung würdest du tendieren?
Ist die Ausbildung so schlimm, dass du meinst du schaffst es nicht ohne total fertig davon zu werden oder geht es doch irgendwie?
Also ich denke immer, wenn man gar nicht klar kommt und es einem richtig dreckig geht, ist es besser die Ausbildung/Studium abzubrechen. Allerdings muss man dann auch schauen, was die Gründe sind, dass es einem dreckig geht: Ist es wirklich der Beruf oder sind es dann echt persönliche Gründe (z.B. mangelndes Selbstbewusstsein, negatives Denken etc.)? An persönlichen Problemen kann man nämlich auch arbeiten. Da würde ich dann vielleicht echt empfehlen, psychologische Hilfe zu holen, oder aber, wenn man das nicht möchte oder es nicht möglich ist, vielleicht einen VHS Kurs zu dem Thema mitzumachen, Bücher zu dem Thema besorgen…
Also bei dir hört es sich auch eher so an, als wäre das mit dem Selbstbewusstsein das Hauptproblem, obwohl du auch schreibst, dass Industriekauffrau nicht dein Traumberuf ist.

Kommt man aber einigermaßen mit der Ausbildung klar, denke ich, man kann auch durchziehen und sich danach umorientieren.
Ich habe mein Studium abgebrochen, weil ich dadurch auch psychosomatische Beschweren hatte (Schlafstörungen, war depressiv) und ich hätte es so wahrscheinlich auch nicht geschafft bzw. mich nur kaputt gemacht dadurch. Und es lag definitiv am Studium.
Wäre es anders gewesen, also wäre es irgendwie gegangen, aber nicht mein Traumberuf gewesen, hätte ich denke ich durchgezogen und danach etwas anderes gemacht.

Du bist noch jung (also 22 Jahre ist ja kein Alter) und wenn du fertig bist kannst du immer noch etwas Neues machen bzw. ist es jetzt auch noch nicht zu spät sich umzuorientieren!

Was ich auch versuchen würde ist, dir Hobbys und Freizeitbeschäftigungen zu suchen. Die lenken ab, machen glücklich und man hat dann gar keine Zeit mehr sich Gedanken zu machen. Du scheinst irgendwie das Gefühl zu haben, dass es nur um den Beruf geht und das ist falsch. Außerdem bringen Hobbys auch was für das Selbstbewusstsein, wenn du etwa alleine in einen Verein eintrittst, ist das ja dann erstmal auch ne komplett neue Situation/neue Leute etc. Außerdem glaube ich, dass man dadurch auch zufriedener wird, wenn ein Hobby richtig Spaß macht und das ist auch gut fürs Selbstbewusstsein.

Sich in Freizeitsachen nur auf den Freund zu konzentrieren ist denke ich, auch nicht gut. Ich denke man braucht schon auch ein bisschen sein „eigenes Leben“.
Ich habe mich zuvor z.B. auch nur auf meinen Freund konzentriert, habe Hobbys gar nicht mehr ausgelebt und hatte/hab auch nicht so viele Freunde (also kannte davor schon wenig Leute, aber hab dadurch dass ich meinen Freund kennengelernt habe Unikontakte auch nicht so vertieft)….jetzt ist mein Freund weg und ich muss mir alles irgendwie neu aufbauen bzw. hatte, als er weg war gar nichts mehr. Also ich denke es ist schon gut, wenn man auch andere Kontakte pflegt und Hobbys hat, auch wenn das jetzt nicht immer so ausgehen muss wie bei mir.

Übrigens scheint es nur so als ob andere ihr Leben so locker meistern! Ich denke das auch immer, aber wenn man mal näher hinschaut, dann haben andere Leute auch Probleme, vielleicht nicht dieselben, aber jeder hat irgendwelche Probleme. Und sicher machen andere Azubis auch Fehler und das ist auch okay, denn als Azubi darf man das und wenn man keine Fehler machen würde, würde man auch nicht daraus lernen.

Also ich würde an deiner Stelle auch alles einfach etwas lockerer und mit Humor zu sehen versuchen. Sehe das alles als einen Lernprozess…also du bist ja noch jung und musst halt noch etwas selbstbewusster werden und lernen dich in der Berufswelt zurechtzufinden bzw. das Richtige zu finden.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen!
 
Hallo Gast,

es ist wirklich tröstlich zu lesen, dass es nicht nur mir so geht.
Ich weiß ja eigentlich auch, dass es nicht nur mir so geht, aber ich frage mich halt, wieso ich nicht einfach glücklich damit sein kann.

Ich habe jetzt am letzten Do und Fr sogar krank gemacht, damit ich nicht in die Firma musste, weil ich so Angst davor habe, hinzugehen und dann wieder dumme Fehler zu machen.
Ich weiss auch, dass das alles nur wegen meinem fehlenden Selbstbewusstsein so ist. Dabei bin ich z.B. unter Freunden gar nicht so still und introvertiert. Da kann ich auch mal richtig laut sein und die Führungsrolle übernehmen. Deshalb versteh ich nicht, wieso ich so ein Problem bei meinen Kollegen und Fremden damit habe.

Ich will mir einfach selbst nicht erlauben, Fehler zu machen. Ich komme mir halt auch irgendwie komisch vor, denn ich bin mit 22 relativ alt für eine Ausbildung und dann stehen da solche 19-Jährigen vor mir oder so, die 1000 mal mehr Ahnung haben als ich, weil sie eben schon die Ausbildung abgeschlossen haben.
Wenn es nach mir ginge, würde ich gerne alles auf einmal und sofort perfekt lernen und können.

Es wird niemals mein Traumberuf sein, aber ich denke auch, dass es gut machbar ist. Es ist nicht so totlangweilig, wie vllt. Steuerberater oder Finanzbuchhalter oder so. Das wären so richtig grauenvolle Jobs für mich. Ich habe im Prinzip auch keine Angst davor, denn ich weiß schon, dass es mir mit meinem Abitur relativ leicht fallen wird in der Schule.
Aber die Vorstellung, dass es jetzt noch 3 Jahre dauert, bis ich mal fertig bin und dass ich quasi so lange "nur" Azubi bin..das nervt einfach. Ich könnte jetzt schon fertig sein mit der Ausbildung und gutes Geld verdienen, das ärgert mich jetzt eben auch im Nachhinein.

Meine anfänglich starken Zweifel sind mittlerweile auch weniger geworden, denn ich weiß, dass es ein guter, solider Beruf ist und ich muss mich nicht schämen, dass ich trotz Abi "nur" eine Ausbildung mache.

Aber mein fehlendes Selbstbewusstsein macht es mir einfach so schwer. Ich schlafe extrem schlecht, ich esse wenig und so ein Tag in der Firma ist für mich extrem anstrengend, weil ich einfach immer darauf achte, wie ich auf andere wirke und dass auch ja keiner denkt, ich sei so ein Trauerkloß. Bin ich ja auch nicht, aber ich rede z.B. nicht sooo viel und ich glaube das wirkt auf Kollegen doch irgendwie abschreckend und die denken sich dann auch "Oh man, was für eine Trantüte" :/ Ich würde gerne viel offener sein (wobei ich das bin, man sieht es nur nicht), besser mit meinen Kollegen "zusammenarbeiten" und nicht ständig Panik vorm Arbeiten haben.

Gerade diese körperliche Beschwerden, machen es halt umso schwerer für mich.

Zu der Sache mit den Hobbies und so:
Ich glaube einfach, dass ich keinen Spaß an so einer Freizeitaktivität haben werde, wenn ich da alleine hingehe.
Früher war im quasi _immer_ in irgendeinem Sportverein und kam da auch gut mit allen klar, das hat sich natürlich geändert, weil ich auch die Zeit und Lust dafür nicht mehr hatte.
Im Grunde habe ich auch jetzt nicht wirklich die Zeit dafür. Ich komme erst um 17h nach Hause und will dann einfach nur an meinen PC, um mit meinem Freund zu skypen oder mich auf mein Bett werfen und gemütlich eine Runde fernsehen.

Ich bin halt dafür jedes Wochenende irgendwo unterwegs, tagsüber wie auch abends. Und eigentlich immer mit meinem Freund und eben anderen Freunden. Ich muss auch dazu sagen, dass mein Freund für mich nicht nur "Liebhaber" ist, sondern einfach wie mein bester Freund. Wir streiten uns eigentlich nie und haben viel Spaß miteinander und das obwohl wir schon 3 Jahre zusammen sind.

Ich weiß, dass ich mir eigentlich mein eigenes Leben mehr erhalten sollte, aber ich bekomme das einfach alles nicht unter einen Hut und im Grunde geht es mir aber mit diesem "gemeinsamen" Leben auch sehr gut. Das ist meine persönliche Oase, ich brauche dafür eigentlich nicht mehr.

Ich muss einfach irgendwie mein Selbstbewusstsein aufbauen. Ich habe schon diverse Internetseiten dazu durchforstet und werde mir sicher auch Lektüre dazu kaufen.

Ich hoffe aber auch einfach, dass sich das irgendwie auflöst. Ich werde älter, reifer, bekomme mehr Erfahrung und ab nächstem Jahr wird für mich auch ein neuer Abschnitt anfangen, wenn ich zu Hause ausziehe. Ich glaube das wird mir doch nochmal einen Schub geben und ich komme vielleicht irgendwann in etwa in meine alte Form zurück.

Aber es ist wirklich toll zu wissen, dass es wirklich Leute gibt, denen es sehr ähnlich geht wie mir 🙂

Liebe Grüße, CorpseBride
 
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Du hast es doch aber in der Hand, Dein späteres Leben jetzt schon "zu gestalten":

Niemals muß EINE AUSBILDUNG die EINZIGE sein!
Der VORTEIL des Abiturs ist schlicht: Du hast die Hochschulreife und KANNST Dich immer (auch parallel zum Job!) an einer Uni einschreiben.

Heute ist es in diesem Land für NIEMANDEN mehr ein Problem,an Fachliteratur ranzukommen.

Wer klug ist,hat die Schulzeit vor allem für EINES genutzt:
wenn man da eh den ganzen Tag RUMSITZEN muß,kann man auch aufpassen,mitarbeiten...um das Gehirn zu trainieren.
NICHT,um zu pauken.
Das ist meine private Ansicht, und ist es immer gewesen.
(Es war um Meilen BESSER,als das "Zuhause"!!!)

Die Zeit war eh "blockiert"-- man konnte lesen in der letzten Reihe
( im "Literatur-thread wurde es angesprochen--ich hab in der 9.Klasse "Krieg und Frieden" etc.etc.etc.gelesen..."nebenbei"...um nicht einzuschlafen 😀 ...-->--> ich kam "vom Dorf" mit einem foltermäßig frühen Schulbus :mad: ) ,

man konnte trainieren,frei zu sprechen...man konnte eben einfach nur das "systematische Denken" erlernen.
Und Leute beobachten in vielen Situationen.

Dazu hat man später keine Zeit mehr. Das ist ja logisch.

Also: Such Dir aus,was Dich INTERESSIERT und bilde dich da nebenbei--Sprachen,Handwerk, Spezialgebiete.

Dann kannst Du das kombinieren--DU BESTIMMST,was/wie Du später tätig bist!

Der Eine möchte eine klare strukturierte Angestelltentätigkeit und NICHTS selbst entscheiden,aber ranklotzen--der Andere möchte eher "fabulieren" und "rumflattern"--der Nächste möchte beides...
oder mal das mal das...
Das läßt sich zumindestens ANSTREBEN!

Fast NIEMAND muß heute unbedingt 45 Jahre an EINEM ARBEITSPLATZ verharren!

Die komische Wirtschaftssituation hat AUCH VORTEILE--man lernt notgedrungen mehr Bereiche kennen wg.der Kündigungen!

In Zeiten OHNE JOB kann JEDER ,sollte JEDER sich bilden--- Bücher ausleihen genügt.

Englisch,Computer, Finanzen,Recht, Ernährung, Blumen und Bienen 😉 ...Handwerk...es gibt sooo viele Dinge,die man sich aussuchen kann und die NICHTS kosten in einer Selbstausbildung! Es muß Spaß machen!

Solche Bedingungen waren absolut UNDENKBAR,als ich Schülerin/Studentin war! ((Wehmut!!)

Es ist ein Geschenk der Geschichte,daß der Mensch solche Möglichkeiten hat heute !

Deine Ausbildung solltest Du "durchziehen",wenn Du sie auch erträgst--und für "Dein Herz" such Dir das aus,was Du dann vielleicht kombinieren möchtest ! Strebe es an--auch,wenn Du erst mal NICHT den Wunscharbeitsplatz erhältst!

Das Gute am Menschen ist:er kann bis ins hohe Alter sein Gehirn trainieren!
Das ist sehr tröstlich (ich hab z.B. wg.Streß/Krankheit/Schicksal ganze "Wissenshaufen" total im Nirwana meines Kopfes verbuddelt...NICHTS ist da von Formeln,Vokabeln... boah! ÜBEL!)

Also... sieh es mal von DER Seite!

Ich kann Dich sehr gut verstehen--bei der Studienplatzwahl hatte ich KEINEN DUNST!
(Hab "im Ausschlußverfahren" alles "durchgetippt"...)

Medizin traute ich Schisser mir nicht zu (""das studieren nur "Streber" und "Selbstbewußte" ""...dachte ich DAMALS..)...
heute geht es meiner Tochter ähnlich wie Dir.

Ihr sag ich das selbe ,wie Dir--s.o. --es ist eben NICHT "Klappe zu-Affe tot" --das Lernen kann doch IMMER weitergehen!

Man kann Skripte kaufen--es muß NICHT die "teure bezahlte Privatschule" sein,kein "VHS-Kurs" !

Auch,wer in der Schule Mühe mit dem Lernen hatte,sollte sich nicht abschrecken lassen!

Es gibt sooo viele Arbeitslose,denen nur noch mehr das Selbstbewußtsein systematisch gekillt wird---statt,daß man ihnen sagt: Hey... tu von selbst etwas für Dich--und sei es nur,um neue Gebiete zu haben im Privatleben.

Die Einteiluing in "Nützlich" und "Bringt nix" ist völlig KACKE!

Das ist ein ÜBERNOMMENER Maßstab ,es ist die Sicht von oben nach unten---nur--ALLE MENSCHEN stehen auf gleicher Stufe!

Eher sind die arroganten Nadelstreifenträger das "Fußvolk"--weil sie nur auf dem selbstgedachten Sockel stehen,solange sie "in Amt und Würden" sind!
((grins))

Das ist doch so typisch-- gib einem Bürger ein Amt--und ER SELBST dünkt sich "wer weiß was"--und die Schafherde blökt ihn ehrfürchtig an.

Dabei ist JEDER irgendwann nur der Privatmensch,den das Schicksal keulen kann (und wird),der zu Hause den Müll trennt oder in der Bude verteilt...der morgens verknittert aus den Federn steigt.

Jede Arbeit ,die EHRLICH ist ,hat den gleichen Wert wie eine andere solche.

Nur...die "Halunkenjobs" sind unterste Schublade.
Auch--wenn derjenige damit Millionen "verdient"..bzw.bekommt.

Deshalb: Kopf anstellen, Dir was ausdenken FÜR DICH...und LÄCHELN!

Alles wird gut,Baby! 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey ich bins nochmal,

also womit ich auch aufhören würde, ist mir Gedanken darüber zu machen, was andere über dich denken. Ich mach das auch oft, aber es ist mittlerweile nicht mehr so schlimm wie früher, bzw. hinterfrage ich meine Gedanken auch oft.

Zitat:
"Bin ich ja auch nicht, aber ich rede z.B. nicht sooo viel und ich glaube das wirkt auf Kollegen doch irgendwie abschreckend und die denken sich dann auch "Oh man, was für eine Trantüte"."

Also du weißt ja gar nicht, ob sie so denken. Ich könnte mir eher vorstellen, dass sie denken, "Mensch die ist ja noch jung und auch erst seit kurzem in der Firma, vielleicht ist sie deshalb etwas ruhiger, aber mensch die ist total nett." Außerdem machen sich andere Menschen meistens gar nicht so viel Gedanken um Andere, im Kopf ist man ja doch meistens mit seinem eigenen Leben beschäftigt und denkt darüber nach.

Als ich so alt war wie du (also ich bin nur 2 Jahre älter aber trotzdem) hab ich mir auch immer Gedanken gemacht, was andere von mir denken, richtig schlimm zum Teil und ich war nicht wirklich selbstbewusst. Ich bin heute auch noch eher etwas ruhig und in einigen Situation manchmal immer noch etwas schüchtern, aber an Selbstbewusstsein habe ich doch echt viel dazu bekommen, schon allein durchs älter werden. Also ich will damit sagen durch Situationen die man in der Zeit erlebt lernt man ja auch und das verändert einen und man geht mit manchem vielleicht lockerer um. Ich kann mir vorstellen, dass du das in deiner Ausbildung vielleicht auch im nächsten Jahr merkst, dass du auf einmal doch sicherer bist. Du darfst auch nicht so viel von dir verlangen und dich unter Druck, wie gesagt du bist noch jung und musst erstmal lernen mit allem zurecht zu kommen. Du bist ja auch grad erst von der Schulwelt in die Berufswelt gekommen.

Das mit dem schlecht schlafen und wenig essen ist noch so ein Punkt. Ich würde sagen, da musst du auch versuchen etwas dran zu tun, wenn es ganz schlimm ist, denn wenn du tagsüber dann müde bist und hungrig, dann wird der Tag ja nur noch unangenehmer. Schläfst du denn gar nicht oder nur ganz wenig oder hält sich das noch in Grenzen?
Während meines Studiums hatte ich auch Schlafprobleme. Hab sie währendessen leider nicht in den griff bekommen, im Moment geht es gut, weiß nicht, wie das dann in der Ausbildung wird, aber hoffe, dass sie dann weg sind.
Aber ich hab damals überlegt in ein Schlaflabor zu gehen, die kennen sich ja auch mit Einschlafstörungen psychischer Natur aus, und vielleicht können die einem auch Methoden beibringen, dass man zumindest wieder gut schlafen kann.
Ansonsten helfen Schlaftees, Baldrian...von Tabletten würd ich die Finger lassen, die machen glaub ich irgnedwann süchtig und man schläft gar nciht so erholt.

Ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute!

LG
 
Hallo nochmal,

ich mache mir aber halt einfach ständig Gedanken darüber, was andre denken könnten. Es sagt sich so leicht "hör auf dran zu denken", aber ich kann es eben nicht einfach abstellen.
Mir ist z.B. auch wichtig, dass ich ordentlich aussehe und wenn ich dann mal nicht so einen guten Tag habe (z.B. schlechte Haut, kein gutes Outfit), dann verkriech ich mich so innerlich irgendwie, weil ich mir dann immer überlege wie hässlich man mich finden könnte und wie ich auf andere wirke.
Dabei bin ich gar kein Modepüppchen und ich trage auch einfach das, was mir gefällt. Dennoch lasse ich mich halt sehr beeinflussen. Ich komme mir neben den andere Azubienen bei uns auch immer total gammlig vor, weil die immer sehr chic und erwachsen aussehen.
Ich bin halt auch körperlich sehr schlank und habe kaum "weibliche Rundungen" (obwohl man mir immer sagt ich habe eine top Figur), das macht mir auch zu schaffen und das merke ich eben an meinem Verhalten.

Ich weiß, dass ich noch recht jung bin, aber ich stelle an mich selbst halt die Anforderung, dass ich mich erwachsen verhalte (ich bin es ja auch) und messe mich einfach an anderen in meinem Alter, die mir so viel erwachsener und weltoffener vorkommen. Dabei bin ich meiner Meinung nach kein Mauerblümchen, aber ich schaffe es einfach kaum aus mir rauszukommen, wenn ich mit Fremden zusammen bin.
Ich hoffe, dass sich das irgendwann legt, wenn ich mal länger arbeite und wieder Erfolgserlebnisse habe. Die letzte 3 Jahre waren halt hart für mich...

Das mit dem Schlafen und dem Essen ist momentan...ich sag mal "in Ordnung". Essen kann ich eigentlich wieder recht normal, ich habe auch gut Appetit in der Mittagspause und so, aber das Schlafen macht mir einfach etwas Probleme.
Das war bei mir aber schon immer so. Z.B. wenn ich in der Schule ein Referat halten musste oder eben vor der Klasse sprechen musste, konnte ich die Nacht davor immer kaum schlafen, weil ich so nervös war. Ich kann dann kaum einschlafen vor Nervosität und sobald ich in der Nacht oder morgens kurz aufwache, kommt mir der Gedanke an den Tag und mein Körper spielt verrückt: Mir wird heiß und kalt, ich bekomme Bauchschmerzen und kann nicht mehr einschlafen.
So kam es schon vor, dass ich z.B. morgens um 4 aufwache und dann nicht mehr einschlafen konnte..

Du kannst dir sicher vorstellen, wie fertig ich dann am Tag war.
Momentan geht es so, weil ich mich so ganz langsam an die Situation gewöhne, aber ich würde mich so sehr freuen, wenn mir die Arbeit auch mal Spaß macht und ich mich dort ganz normal fühle. Ich fühle mich halt immernoch recht fremd dort, obwohl ich schon fast 2 Monate da bin.

Ich habe mir aber nun einiges vorgenommen: Ich fahre während meinem Urlaub eine Woche zu einer Freundin nach Heidelberg mit dem Zug. Dann hab ich mal eine Woche "für mich" (ohne Freund) und ich habe dann auch niemanden auf den ich mich ständig verlassen und stützen kann.
Ich denke das brauch ich auch mal und vielleicht hilft es mir ja auch in meiner Situation.

Danke für deine Kommentare und Ratschläge, es ist wirklich erleichternd, das alles mal ausgesprochen zu haben. Ich glaube hier gibt es viele mit ähnlichen Problemen, die sich sonst niemandem anvertrauen.

lg,
CorpseBride
 

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