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Angst und Depression, erste eigene Wohnung

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Gast

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Hallo liebe Leute,

seit ein paar Wochen lese ich hier schon still und heimlich mit und frage mich, ob es Menschen gibt, denen es ähnlich geht wie mir und mir vielleicht einen Rat geben können.
Erstmal zu mir: ich bin weiblich, fast 20 Jahre, habe letztes Jahr mein Abi gemacht und seit 10 Monaten einen Freund, der 21 ist (mein erster).
So. Soviel dazu.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich schreib einfach mal drauf los.
Meine 16 jährige Schwester hatte letztes Jahr sehr starke Probleme mit Bulimie und nahm sehr stark ab, sodass sie letztendlich in die Klinik musste. Mich hat das sehr mitgenommen, genauso wie meine Mutter. Meine Mutter ist jetzt zum Glück schon in Therapie, aber ich warte schon seit 6 Monaten. In der Phase, in der alles so akut mit meiner Schwester war, war ich immer für meine Mutter da und sie hat mir alles erzählt und sich bei mir ausgeheult. Doch irgendwann hab ich gemerkt, dass ich das nicht mehr konnte. Mir ging es selbst zunehmend schlechter und ich war kaum noch zuhause. Das spitzte sich so zu, dass ich zu meinem Freund und seiner Familie gezogen bin.
Meiner Mutter gefällt das natürlich gar nicht. Sie will mich zurück haben und macht mir die Hölle heiß. Ich hab so starke Schuldgefühle! Sie versteht nicht, warum ich nicht mehr nach hause kann. Sie möchte nicht, dass ich in einer "fremden" Familie wohne und hat mir nun sogar angeboten, mir eine Wohnung zu zahlen.
Momentan geht es mir aber einfach schlecht. Mir wurden schon Depressionen diagnostiziert, aber einen Therapieplatz habe ich trotzdem noch nicht. Vielleicht kann ich als Notfall in die Tagesklinik, wobei ich davor auch angst habe.
Ich habe auch schon leichte Antidepressiva bekommen, aber ich weiß nicht, ob ich sie wirklich nehmen soll. Irgendwas könnte ja schief gehen...
Nun ja, ich merke auch, dass mein Freund auch nicht damit klar kommt, dass ich ständig weine.
Er ist total überfordert, aber er will trotzdem für mich da sein.
Meine größte Angst ist momentan, allein zu sein. Sobald ich allein bin, bekomme ich Magenschmerzen und werde traurig und kann gar nichts mehr mit mir anfangen. Hinzu kommt auch noch, dass mein Freund, sobald ich bei ihm ausziehe (was ich ja muss, sonst geht es ja gar nicht weiter) nicht direkt mitkommt. Das macht mir sehr zu schaffen. Ich habe noch nie allein gewohnt und weiß nicht, wie das wird, wenn ich jetzt schon solche Angst vorm allein sein habe. Ich habe darüber nachgedacht, dass ich dann ja eine Katze haben könnte, aber da sie in der Stadt nicht nacht draußen kann, bin ich mir nicht sicher, ob das gut für das Tier ist.
Mein Freund ist aber der Meinung, dass ich erstmal alleine wohnen soll, damit ich und auch er sieht, dass ich das schaffe und ich nicht so von ihm abhängig bin.
Ich habe einfach Angst. Ich will wieder fröhlich und lebensfroh und motiviert sein, doch ich finde einfach keinen Ausweg. Ich bin so ängstlich und depressiv geworden, dass ich mich selbst nur noch erbärmlich finde.

Danke, dass ihr mir zuhört.
Es tut mir Leid, wenn etwas unverständlich klingt, aber momentan kann ich meine Gedanken selbst kaum ordnen. Wenn ihr etwas nicht versteht, fragt einfach nach.
Merle
 
Hallo Merle,
ich denke, du solltest deinen Mut zusammenkratzen
und klar Nein zu den Forderungen deiner Mutter
sagen und Rücksicht auf deinen labilen Zustand
nehmen. Wenn es dir bei der Familie deines Freundes
gut geht, bleibe dort zumindest so lange, bis du ein
klares Ziel hast. Warum willst du dich unnötig quälen?
Deine Mutter hat nicht das Recht, dich zu "kaufen"
und sollte sich mal überlegen, was angemessen ist
und was nicht. Mach' ihr eine klare Ansage und dann
lebe dein (!) Leben.

Was deine Ängste betrifft, sind die vermutlich eine
normale Reaktion auf die Bedrohung, der du dich
gegenübersiehst. Denn Ängste und Depressionen
sind ja durchaus "gesund", wenn die Situation so
ist, dass es angemessen ist, sich zu ängstigen und
bedrückt ("depressiv") zu sein. Ich denke, das geht
vorbei, wenn du dich klar abgrenzt und dich nicht
von Bestechungsversuchen deiner Mutter verleiten
lässt, etwas zu tun, das nicht deinen Zielen und
deinem Willen entspricht. Es gibt keinen Zwang,
alleine in einer Wohnung zu leben 🙂

Alles Gute und ausreichend Kraft, dich zu wehren!
Werner
 

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