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Angst, dass Tochter die Probezeit nicht schafft

G

Gast

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Hallo liebes Forum!
Vorab: wenn das hier in BERUF nicht passt, bitte verschieben. Danke!

Ich brauche von euch Rat, aufmunternde Worte,...Vielleicht mache ich mir auch zu sehr einen Kopf?!

Ich bin Mutter einer 17-jährigen Azubine für Gesundheits- und Krankenpflege und mache mir große Sorgen, dass meine "Kleine" die Probezeit nicht besteht.

Wir kommen aus Bayern. Meine Tochter hat einen Realschulabschluss. Ihr Papa wohnt in Berlin und für meine Tochter stand schnell fest, dass sie eine Ausbildung zur Krankenschwester in Berlin machen möchte. Trotz Bedenken war meine Freude für sie sehr sehr groß, als die Zusage von einem großen + namenhaften Krankenhaus in Berlin kam. Unter 1000 Bewerbern ist sie eine der Glücklichen, die zu den 20 Auserwählten gehört. Seit 3 Monaten ist meine Tochter nun in Ausbildung. In ihrem Kurs ist sie mit 17 die Jüngste, eine von 2 mit Realschulabschluss, der Rest nur Abiturienten und über 20 Jahre.

Die erste Klausur war gut (Note 2). Die nächsten beiden Klausuren jeweils 3. Da habe ich mir noch keine großen Sorgen gemacht, auch wenn meine Tochter da schon meinte, dass der Stoff sehr viel und schwer ist, sie aber trotzdem sehr gerne zur Schule geht (mehr als zu Realschulzeiten). Die nächsten beiden Klausuren waren eine 4. Ihr könnt euch vorstellen, wie niedergeschlagen sie war, weil sie auch immer die schlechteste von der Klasse war.

Es folgte - für alle Schüler - ein Gespräch mit der Schulleitung. Meine Tochter wurde gelobt, dass sie gut im Unterricht aufpasst, aber die Noten besser werden müssen.

Ich weiß, dass meine Tochter lernt und sich vorbereitet. Sie ist schon sehr ehrgeizig in der Schule und will es freilich packen und sich selbst auch beweisen, dass sie es kann. Nun sind nur noch 3 Monate bis zum Ende der Probezeit. Wenn der Notendurchschnitt von 3,0 nicht erreicht ist, heißt es "Auf Wiedersehen" und man bekommt die Kündigung in die Hand gedrückt. Sie steht jetzt auf 3,2. Also nur "ein wenig" über den geforderten Schnitt und ich hoffe und bange, dass meine Tochter noch unter 3,0 bzw. genau 3,0 kommt. Ich habe fürchterliche Angst, dass sie es nicht schafft. Weil, was dann? Wer gibt ihr noch eine Chance, nachdem sie während der Probezeit gekündigt wurde?

Ich rede ihr immer gut zu, bau sie auf und sage ihr, dass sie das packt. Sie ist ja nicht dumm, soll aber immer gut & intensiv lernen. Meine Ängste sage ich ihr nicht, da ich sie nicht unter Druck setzen möchte.

Es würde mir so unendlich Leid für sie tun, wenn sie die Probezeit nicht übersteht. Es kommen noch ein paar Klausuren dran und ja, man kann ja auch noch gute Noten schreiben und die 4er ausgleichen. Aber wenn nicht.... 🙁

Würde gerne diese Gedanken abschalten, aber es geht nicht. Kann auch nur am Telefon für sie da sein, weil ich ja in Bayern bin.

Sollten die nächsten Klausuren schlecht sein, was soll ich ihr raten? Vor Ende der Probezeit nach einer neuen Ausbildungsstelle suchen? Nochmal als Krankenschwester - geht das überhaupt? Selber kündigen? Oder FSJ machen? Oder einfach mal abwarten, was sich bis zum Ende der Probezeit tut und dann erst reagieren?

Vermutlich hört sich das alles jetzt so an, als wäre ich sehr enttäuscht von meiner Tochter. Das bin ich NICHT. Ich bin sehr stolz auf meine Kleine, dass sie es soweit geschafft hat. Ich leide nur extrem mit ihr mit, wenn sie solche Tiefschläge erlebt, weil man ihr auch anmerkt, dass es ihr Traumjob ist und sie Krankenschwester werden möchte. Mehrere Praktika haben ihren Wunsch darin bestärkt.

Einerseits bestätigt sie, dass sie das packt und den Notenschnitt verbessert, redet von der Zukunft, als hätte sie die Probezeit schon längst bestanden. Andererseits redet sie sich ein, dass sie der dümmste Mensch auf Erden ist und nichts hinbekommt. Da bricht mir glatt das Herz, wenn ich sowas höre 🙁

Über Weihnachten kommt sie nach Hause. Das Thema "Ausbildung" möchte ich bewusst über die Festtage ruhen lassen. Aber ich weiß nicht, ob ich danach mit ihr mal reden soll, was "wir" tun sollen, wenn die Probezeit nicht geschafft wird - sozusagen einen Plan B ausdenken. Wäre das klug?

Danke für eure Zeit und sorry für den langen Text.
 
Aber ich weiß nicht, ob ich danach mit ihr mal reden soll, was "wir" tun sollen, wenn die Probezeit nicht geschafft wird - sozusagen einen Plan B ausdenken. Wäre das klug?

Nein.
Sie ist 17 Jahre alt, sie macht den Beruf den sie wollte und sie ist in eine andere Stadt gezogen. Deine Tochter weiß was sie will und was sie kann, sie ist nicht mehr deine “Kleine“.
Wenn ihr Notendurchschnitt nicht den Erwartungen entspricht, weiß sie es auch selbst und wird sich da ihre Gedanken zu machen.

Überlege dir für dich schon mal eine Lösung, falls deine Tochter nach deinem Rat fragt. Wenn du sie jetzt von dir aus ansprichst, erhöht das nur den Druck auf sie.
 
Ich habe fürchterliche Angst, dass sie es nicht schafft. Weil, was dann? Wer gibt ihr noch eine Chance, nachdem sie während der Probezeit gekündigt wurde?

Andererseits redet sie sich ein, dass sie der dümmste Mensch auf Erden ist und nichts hinbekommt.
Da bricht mir glatt das Herz, wenn ich sowas höre 🙁

Über Weihnachten kommt sie nach Hause. Das Thema "Ausbildung" möchte ich bewusst über die Festtage ruhen lassen. Aber ich weiß nicht, ob ich danach mit ihr mal reden soll, was "wir" tun sollen, wenn die Probezeit nicht geschafft wird - sozusagen einen Plan B ausdenken. Wäre das klug?

Danke für eure Zeit und sorry für den langen Text.

Liebe Mama einer Azubine,

erstmal Gratulation zu einer Tochter, die sich tolle Ziele gesetzt hat und an der Umsetzung arbeitet.

Um Dir zu helfen, möchte ich Dir zuerst mal stark abraten, Angst Platz zu geben. Dies einfach deshalb, weil ich sehr befürchte, dass diese Angst von Deiner Tochter gespürt wird. Und wenn Deine Angst auch nur unbewusst wahrgenommen wird.....dann ist es schon zuviel.

Ich befürchte, Du hast schon viel zu oft Deine eigene Ängstlichkeit zum Vorschein kommen lassen.

Ähnlich unklug ist es von Deiner Tochter, wenn sie sich als der dümmste Mensch der Welt bezeichnet. Das macht Null Sinn. Damit untergräbt sie ihr eigenes Selbstwertgefühl. Wenn Du mitbekommst, dass sie sowas äussert, solltest Du ihr schon sagen, dass das jetzt völlig falsch ist und sie das bitte unterlassen soll.

Wenn man ein großes Ziel vor Augen hat und dafür viel lernen muß, dann hilft außer Konzentration auf das Lernziel nur "noch mehr Konzentration". Da darf kein Platz sein, um ängstlichen Gedanken nachzuhängen.

Und kommen freie Minuten und Stunden, in denen man nicht lernen will oder muß, dann beschäftigt man sich nur mit schönen Dingen und entspannt sich.

Sollte Deine Tochter durchfallen, was jetzt wegen 2 Vieren noch nicht befürchtet werden muß, dann ist es wahrscheinlich ein Hinweis darauf, dass ihr Lernsystem nicht optimal war. Strukturiert lernen ist etwas, was man lernen kann. Lernen will gelernt sein. Je nachdem, wie lange es noch hin ist, bis wieder Klausuren geschrieben werden, ist es evt. möglich, jemanden nach Lernsysteme und Strukturen zu befragen, der dies beherrscht. Aber ob Deine Tochter zum Thema Lernsysteme Tipps haben möchte, solltest Du sie vorher dazu befragen und nichts ohne ihre Zustimmung organisieren.

Im Leben kann man nicht immer gewinnen. Deshalb muß man große Ziele nicht automatisch abschreiben, auch wenn mal etwas schief geht. Es ist nur wichtig, dass man nach einer Niederlage überlegt, was man hätte besser machen können. Mit dem Schicksal hadern ist keine Hilfe. Aber alle Gedanken, was machen wir wenn.... sind jetzt einfach kontraproduktiv. Bitte ab sofort keine einzige Minute mehr damit verschwenden. Das zieht doch nur runter!

Damit ergibt sich automatisch, dass auch eine Überlegung für Plan B jetzt nicht angesagt ist. Damit würdet ihr nur den Mißerfolg anziehen bzw. herbeireden.

LG; Nordrheiner
 
Meine Tochter war auch die Jüngste in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester. Und sie hatte einen Realschulabschluss. Und das ganze erste halbe Jahr hatte ich ständig den Eindruck, ich habe eine Erstklässlerin vor mir, obwohl sie die Schule als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat. Die Umstellung ist sehr schwer, besonders eben ohne Abi, da die Ausbildungsinhalte eher für das Niveau des Abis passen. Das heißt, es musste sehr viel gelernt werden und verstanden.

Ich selbst hatte als Erwachsene diese Ausbildung noch mal angefangen, ich musste sehr viel tun, um mitzukommen, allerdings hatte ich auch einen sehr hohen Anspruch an mich.

Später wird das etwas einfacher. Wenn sie die Grundlagen dann beherrscht, dann weiß sie, wovon sie redet.
Natürlich gibt es Richtlinien für das Bestehen der Probezeit, ich habe aber erlebt bei Nachbars Tochter, die wirklich gar nicht gut war, dass sie bleiben durfte bis zum Schluss, dann aber die Prüfung nicht geschafft hat. Also schaut, was sind ihre Möglichkeiten.

Für Dich mach einen Plan B. Ja. Damit wirst Du selbst auch ruhiger. Du kannst nichts verhindern, also bleib gelassen und Deine Ruhe kann mehr Selbstvertrauen bei Deiner Tochter schaffen. Wie ist sie in der Praxis? Das wird ja auch mit einbezogen. Sprich mit ihr über neue Möglichkeiten erst, wenn sie es selbst anspricht.

Im Übrigen, wenn gar nichts geht oder sie später doch die Prüfung nicht schafft, sie kann dann als Krankenpflegehelferin arbeiten, das aber nur zur Info.

Ich drücke Euch die Daumen. Ich weiß nicht, wie Deine Tochter lernt. Vielleicht auch mal da hinschauen, ob eine andere Art und Weise mehr zum Ziel führt.

Lieben Gruß, kiablue
 
Wenn der Notendurchschnitt von 3,0 nicht erreicht ist, heißt es "Auf Wiedersehen"

Das würde ich noch einmal überprüfen. Ich glaube das nicht. Mit einer 3 hat man den Lehrer zufriedengestellt. Eine 4 ist ausreichend.

Der Betrieb -schon gar kein KH mit ihrem Personalmangel- wird eine Auszubildene raus kicken. Die Charitee kocht auch nur mit Wasser.

Ich würde mich beim BR -oder besser Deine Tochter- beraten lassen. Ich kann es erst glauben, wenn ich das schriftlich sehe.

Alles Gute und ja, Deine Angst überträgt sich auf die "Kleine". Ich finde es sehr lobenswert, daß sie nach Berlin gezogen ist.

Kolya
 
Ich finde diese Sorgen irgendwie unbegründet. Zwei Vieren sind noch lange nicht das Ende. Ich habe bei meiner ersten Klausur eine 6 geschrieben (mit Abitur, darf man eigentlich niemanden erzählen) =) Am Ende zählt sowieso der Gesamtnotendurchschnitt (auf keinen Fall schlechter als vier) und die Bewertung von der praktischen Arbeit. Es kann auch jemand der notentechnisch glänzt ungeeignet für den Beruf sein und muss sich ebenso am Ende verabschieden. Alles schon gesehen.

Wenn die Probezeit nicht bestanden wird und die Schule Potential sieht, dann kommt es auch vor das von vorne begonnen werden kann. Wenn die Schule die Möglichkeit nicht bietet, kann man es dann in einem anderen Betrieb versuchen. Allerdings habe ich schon erlebt, dass diejenigen die die Probezeit nicht bestanden haben wirklich ungeeignet waren (zumindest fürs Krankenhaus), ein zweites Mal nicht durch die Probezeit kamen, oder was schlimmer ist: am Ende endgültig am Examen scheiterten und ohne nichts dastanden. Da muss man sich auch eingestehen, dass ihnen mit einem Berufswechsel mehr geholfen wäre als mit einer 2. (3. , 4. ... ) Chance.

Hab Vertrauen in deine Tochter. Wo ein Wile, da auch ein Weg.
 
Lieber Gast,

ich kann es sehr gut verstehen, dass du dir viele Sorgen und Gedanken um deine Tochter machst.

Aber wie du selber schreibst: sie ist erst 17 Jahre "alt", ist in der Ausbildung von allen die jüngste, und es ist gerade mal die Hälfte der Probezeit vorbei!

Jetzt wartet erst mal in Ruhe ab, wie es weitergeht, wie die nächsten Klausuren ausfallen.
Vielleicht schafft sie es ja besser als gedacht, wer kann das jetzt schon wissen.

Im Moment sollte sie einfach versuchen sich auf das zu konzentrieren was als nächstes kommt, Schritt für Schritt, und nicht schon jetzt die Pferde scheu machen und sich die schlimmsten Sachen vorstellen.

Und erst dann, wenn es tatsächlich am Ende trotzt aller Anstrengung nicht reichen sollte, dann ist es immer noch früh genug sich zu überlegen, welche Alternativen es für sie geben könnte. Aber vielleicht erledigt sich das ja von selber, wenn sie es schafft.

Ich glaube du machst bis jetzt eigentlich genau das Richtige: du versuchst sie zu unterstützen und ihr beizustehen so gut es geht, und dir deine eigenen Ängste möglichst nicht anmerken zu lassen.

Ich weiß wirklich aus eigener Erfahrung, dass man sich oft völlig unnötige Sorgen und Gedanken macht. Und das bringt einem eigentlich keinen Vorteil, im Gegenteil, es kostet sehr viel Kraft und macht einem das Leben viel schwerer als nötig.

Erst mal abwarten ob es nicht vielleicht sogar besser klappt als gedacht.

Sie ist noch so jung, da gibt es wirklich keinen Grund jetzt schon alle Felle wegschwimmen zu sehen.

Ich drücke euch die Daumen,
und sende viele Weihnachtsgrüße.
 
Hallo zusammen!
Ich, die Mama der Azubine, wollte mich nochmal kurz bei euch melden und euch mitteilen, dass meine Tochter die Probezeit bestanden hat 🙂
Ich freu mich sooo für sie und bin mega stolz auf meine Kleine!!!
Einen schönen Abend!
 

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