Ja denke sehr oft noch an ihn...Ich habe nicht nur Depressionen hinzu kommen noch Angst und Panikattacken.
Ja, Angst- und Panikattacken greifen bei Depressionen Hand in Hand. Ich weiß selbst wie das ist.
Mitlerweile denke ich auch das ich immer tiefer in ein Loch sinke wo man nur schwer wieder raus kommt.Ich möchte endlich wieder ein normales Leben führen aber davon bin ich noch sehr weit entfernt :-(
Das erinnert mich an meine Zeit vor etwa 6 Monaten. Damals hatte ich auch starke Depressionen und Angstattacken.
Ich kann dir nun folgendes Raten:
1) Du musst immer daran denken, was du wirklich brauchst. Konzentriere dich auf das Wesentliche. Achte immer auf dich. Du musst dich permanent selbst beobachten, um da wieder herauszukommen.
Konzentriere dich also auf die wesentlichen Ziele deines Alltags und behalte dabei immer deinen Weg im Blick.
Weg und Ziel bilden eine Einheit und du solltest beide Aspekte nie aus den Augen verlieren.
Ich denke mal das Erste wäre es sich darauf zu konzentrieren, dass du deinen Alltag im Griff hast.
2) Dieser einzelne Vorfall ist zwar sehr schlimm, aber du musst lernen ihn anders zu bewerten. Du musst damit umgehen können.
Auf der Welt sterben täglich Menschen. Die Umstände sind teilweise sogar noch schlimmer oder tragischer, als bei dir.
Der Tod ist ein natürlicher Bestandteil des Lebens und das musst du in dir verankern. Es ist zwar sehr schlimm, gehört aber zum Leben dazu.
Du musst aus deinem jetzigen "geistigen" Gefängnis herauskommen. Die Depressionen musst du überwinden. Hast du sie überwunden, dann nehmen auch die Angstattacken ab.
Als Hinweis: Wenn du Panikattacken hast, dann konzentriere dich immer auf das was du wirklich brauchst. Ich weiß es braucht am Anfang viel Übung, aber wenn man Panik hat, dann vergisst man schnell die Realität und du musst lernen deine Angstattacken zu bewältigen.
Körper und Geist haben eine starke Wechselwirkung. Daher rate ich dir viel Ausdauersport zu treiben. Warum Ausdauersport? Das ist die beste Möglichkeit, um deinen Gefühlshaushalt stabil werden zu lassen. Achte immer darauf, dass du dir genügend Ruhepausen gönnst und möglich genügend Nahrung zu dir nimmst.
3) Du musst Eigenverantwortung übernehmen. Du bist die einzige Person, die dich da herausbringen kann.
Ich will jetzt nicht sagen, dass du das nicht hast, weil ich dich ja nicht kenne, aber das ist in solchen Phasen das Wichtigste überhaupt.
Du bist keinesfalls dein eigenes ein Opfer. Du bist dein eigener Wegweiser. Du entscheidest für dich selbst.
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Keiner von uns kann eine Therapie ersetzen. Du solltest dich auf jeden Fall in Behandlung geben lassen, wenn du ganz sicher da wieder herauskommen willst.
Warum? Die Therapeutin bzw. der Therapeut kann besser auf dich eingehen, als ich zum Beispiel jetzt. Ich sehe ja nur, was du mir schreibst und sonst weiter nichts.
Ich kann dir für den Anfang ein Buch empfehlen:
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Gefühle verstehen, Probleme bewältigen: Ein praktischer Ratgeber zur Bewältigung von Ängsten, Unsicherheiten, Minderwertigkeits- und Schuldgefühlen, Eifersucht, depressiven Verstimmungen.
Autoren: Doris Wolf & Rolf Merkle
ISBN-13: 978-3923614189
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So ein Ratgeber ist sehr gut, wenn man psychische Schwierigkeiten hat. Zur Selbsthilfe eignet sich dieses Buch jedenfalls sehr gut.
Noch etwas:
Du bist für deine Gefühle und Gedanken verantwortlich. Du kannst entscheiden, was du denkst und wie du dich fühlst. Das was du denkst spiegelt sich in deinen Gefühlen wieder.
Ich trage jetzt seit ein paar Tagen ein Gummiband, dass ich immer schnippe, wenn ich rückfällige Gedanken habe. Soetwas ist eine anerkannte psychotherapeutische Standardmethode zur Selbststeuerung der eigenen Gedankenwelt.
Was ich noch raten kann:
Schreibe Tagebuch. Schreibe deine ganzen Gefühle des Tages darin nieder.
Du kannst auch Gedichte schreiben.
Wieso? Das dient zur Selbstreflexion und zur Verringerung der eigenen seelischen Schmerzen.
Du wirst schnell sehen, dass das viel bringt. Du musst dich allerdings ernsthaft damit auseinandersetzen.
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Aller Anfang ist schwer.
Ich habe circa 6 Monate gebraucht, um wieder stabil zu werden. Das dauerte sehr lange, aber ich hatte die Geduld und die musst du auch aufbringen.
Du musst geduldig mit dir selbst sein !
Ich bin persönlichkeitsgestört und ich muss daher sehr stark darauf achten, dass meine Psyche stabil bleibt. Deswegen kann ich mich so gut in deine Lage hineinversetzen.
So weit erstmal bis hierhin.