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Andere enttäuschen und der Umgang damit

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 116220
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G

Gelöscht 116220

Gast
Ich stelle meine Frage zunächst eher allgemein, um einen allzu großen und potenziell verwirrenden Wortschwall zu vermeiden.

Wie lernt man, mit der Enttäuschung anderer umzugehen?

Oft geht es darum, einen Umgang mit der eigenen Enttäuschung zu finden. Nie aber wird thematisiert, wie man lernt, mit der Enttäuschung anderer umzugehen.
Es gibt für mich kaum etwas schlimmeres als die Worte "Du hast mich enttäuscht".
In meinem Kopf wird das zur Lawine. Du hast versagt, du hast jemanden verletzt, du hast etwas schlechtes getan, DU bist ein schlechter Mensch.

Innerhalb weniger Wochen habe ich es gleich zweimal geschafft, Menschen zu enttäuschen. Es belastet mich, diese Worte, dieser Satz. Ich bekomme sie nicht aus meinem Kopf.
 
Es kommt darauf an, ob du jemanden bewusst belogen, betrogen und benutzt hast oder ob du einfach den Erwartungen des anderen nicht entsprochen hast. Zwischen diesen beiden Arten von Enttäuschungen würde ich strikt unterscheiden.

Die allermeisten Enttäuschungen gehören meiner Erfahrung nach zur zweiten Art. Vielleicht wäre es da das Beste, dem Enttäuschten offen zu sagen, dass er sich ein falsches Bild von dir gemacht hat, dass er da Wunschvorstellungen auf dich projiziert hat und sich dann selber nicht mit Selbstvorwürfen zu zerfleischen.

Es wird immer wieder vorkommen, dass sich andere ein Wunschbild von einem zurechtmachen, welches nicht der Realität entspricht und eine Beziehung mit unrealistischen Erwartungen überfrachten. Und wenn dann jemand enttäuscht ist, würde ich ihm genau das sagen.
 
Ich gebe meinen Vorschreibern Recht, denn es hängt tatsächlich damit zusammen, worum es geht. Von daher wäre es vielleicht doch besser, du würdest deine beiden "Fälle" hier schildern.

Ich z.B. bin unter anderem enttäuscht, wenn Versprechungen nicht eingehalten werden, wenn jemand etwas anderes vorgibt zu sein, wenn ich belogen werde, wenn ich betrogen werde (nicht nur körperlich, z.B. auch um Geld oder Materielles)...
 
Vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Meine Erfahrung ist leider, dass die meisten Menschen in solchen Fällen keinen Klärungsbedarf sehen. "Du hast mich enttäuscht und nichts, was du eventuell zu sagen kannst, könnte irgendetwas daran ändern." An Erklärungen ist selten jemand interessiert.

Die beiden Vorkommnisse der letzten Wochen waren zum einen, dass ich etwas, was ein Freund mir einmal geschenkt hatte, für das ich aber nun keine Verwendung mehr habe, an jemanden weitergeben wollte, von dem ich weiß, dass er daran Freude haben würde.
Besagter Freund reagierte sehr verärgert und nannte mich respektlos. Für mich ist seine Reaktion nicht nachvollziehbar, es bestand von seiner Seite aus leider auch keinerlei Interesse daran, sich meine Erklärungen anzuhören.
Zum anderen bat ich eine Freundin um Rat bezüglich einer Beziehungssache. Hintergrund waren sexuelle "Avancen" eines vergebenen und (angeblich) heterosexuellen Freundes. Ich hatte gehofft, dass eine Einschätzung von außen mir helfen könnte, sein Verhalten besser zu verstehen. Stattdessen machte sie es mir zum Vorwurf, ein Verhältnis mit einem vergebenen Mann zu haben und sagte mir, dass genau "sowas" der Grund dafür sei, warum so viele Menschen etwas gegen Homo- und Bisexuelle hätten.
In beiden Situationen fiel das Wort "enttäuscht".
Enttäuscht von mir, weil ich respektlos bin ohne es zu merken, ohne es sein zu wollen, und ohne es zu verstehen. Und eben leider auch, weil ich mich auf jemanden eingelassen habe, der seine Partnerin dadurch hintergeht. Dazu muss ich sagen, dass mir vollkommen bewusst ist, dass ich hier nicht moralisch richtig handle und das auch nie geleugnet habe. Aber heißt das, dass ich nicht um Rat bitten darf?
 
Solange ich MIR treu bleibe, kann ich ruhig mal wen enttäuschen.
(Männer sind oft enttäuscht, wenn sie nicht körperlich werden dürfen, obwohl der Abend doch "so schön war". Deren Problem. Eltern sind enttäuscht, wenn man nicht den Beruf ergreifen mag, den sie präferieren. Auch deren Problem. Mal so als Beispiel.)
 
Wenn man ständig Angst hat, andere zu enttäuschen, macht man sich manipulierbar. Das ist ganz wichtig, da rechtzeitig gegen zu steuern. Solange man andere nicht betrügt, belügt und ausnutzt, sollte man sich treu bleiben und von Anfang an klar zu dem stehen, was man ist.
 
Macht es für dich einen Unterschied, ob jemand sagt "Du hast mich enttäuscht" oder "Ich bin enttäuscht"?

Das erste klingt für mich sehr manipulativ, weil es wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen erzeugt und den anderen verantwortlich macht. Das zweite könnte man einfach als Selbstäußerung verstehen; man weiß damit quasi, wo der andere steht. Das sind so meine Gedanken.
 

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