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Ambivalenz und Sexualität

baltar

Aktives Mitglied
Hallo,

ich habe ja an anderen Stellen schon beschrieben, dass es bei mir mit der sexuellen Entwicklung in eine andere Richtung gegangen ist und ich dadurch Gefühle habe, die mich belasten.

Um es gleich vorweg zu sagen, ich bin kein Borderliner. Bei Borderline ist es ja gerade das Phänomen Ambivalenz im Gefühlsleben. Aber Borderline wurde bei mir nie diagnostiziert.

Meine Frage ist folgende: Liebe und Sexualität gehören doch eigentlich zusammen. Wenn eine Person sich in eine andere verliebt, fühlt sie sich von dieser doch auch sexuell angesprochen. Mein bester Kumpel, mit dem ich über das Thema gesprochen habe, hat mir gesagt, dass für ihn beides untrennbar zusammengehört.

Bei mir ist es aber anders. Ich verliebe mich in Frauen, sehr attraktive. Aber sexuell fühle ich mich nicht angesprochen, es spricht mich etwas anderes an. Es sind bei mir eher masochistische Fantasien, in denen ich etwas tun oder erdulden muss, was ich eigentlich nicht möchte.

Bin ich alleine mit dem Phänomen, dass Liebe und Sexualität bei mir auseinanderfallen? Wenn jemand z. B. einen Fetisch für Schuhe hat, ist er dann auch in die Schuhe verliebt, oder kann er sich parallel auch in einen Menschen verlieben? Ist ein Sadist verliebt darin, anderen Menschen Schmerz zu bereiten, oder kann er auch einen Menschen lieben? Ich habe meinen Therapeuten gefragt, aber er hat dazu keine Antwort gehabt.

Die Frage ist bestimmt extrem schwer zu beantworten, aber das ist eine Frage, welche die persönliche Identität betrifft. Und da fühle ich mich tief unsicher in mir.
 
Hi!
Um ehrlich zu sein, ich weis nicht in wie fern mein Kommentar irgendwas bringt. Kann aber von meiner Seite sagen, dass ich das Gefühl habe, ich kann mich in andere verlieben, fühle mich aber nie sexuell angezogen. Mich widert das eher an.

Ich dachte bisher immer, ich mag gewisse Menschen einfach gern. Aber wenn ich mich zurückerinnere, sind die Gefühle schon ziemlich stark gewesen. Und es sind meistens doch Männer. Das weist schon bisschen darauf hin, dass es nicht einfach eine gute Freundschaft oder sowas war. Zu Frauen habe ich nahezu nie solche Gefühle entwickelt.

Aber wie oben bereits gesagt, ich habe nie ein sexuelles Verlangen. Daher denke ich schon, dass diese Dinge getrennt vorkommen können.

Grüße
 
Die Frage ist bestimmt extrem schwer zu beantworten, aber das ist eine Frage, welche die persönliche Identität betrifft. Und da fühle ich mich tief unsicher in mir.
Wieso? Du sagst ja selber, Liebe fühlen klappt, Lust haben klappt auch. Noch gabs keine Einigung von diesen beiden Elementen, dir ist lieber, du lebst das getrennt aus. Warum nicht? Manche können das nicht, die brauchen beides zugleich, um sich stimmig zu fühlen. Kann man, muss man aber nicht.
 
Sexualität hat immer etwas mit Gefühlen zu tun.
Während der freiwilligen Handlungen entstehen mehr oder weniger starke Gefühle zu/für den/die Gegenüber.
Diese Gefühle müssen allerdings nicht mit Liebe gekoppelt sein.

Sexarbeiter*innen lernen meist diese Gefühle zu beherrschen/unterdrücken.

In den meisten, oder zumindest in vielen Fällen ist jemand, der romantisch liebt, nicht bereit hinzunehmen, dass der/die Geliebte die Gefühle beim Sex mit Dritten teilt.

Aus meiner Sicht ist es möglich, dass Du jemanden romantisch liebst, ohne den Wunsch, das Verlangen nach Sex mit dieser Person zu haben.

Das ist meine Sicht der Dinge
 
Ich halte das Thema für ebenso spannend wie schwierig, und kann hier nur meine Sicht beisteuern.

Liebe und Sexualität gehören doch eigentlich zusammen.

Ich sehe das anders.

Man kann Sex haben mit Menschen, die man nicht liebt. Einfach so, aus Spaß. Unsere Körper bieten die Möglichkeit, am Sex Spaß zu haben, und wenn alle Beteiligten sich einig sind, dass es nicht mehr als das werden soll, dann ist das doch völlig in Ordnung. Mir selbst gibt das nichts, die wenigen Male, das ich das versucht habe, sind lange her und waren o.k., mehr aber auch nicht.

Man kann Menschen lieben, ohne Sex mit ihnen zu haben. Auch Menschen des bevorzugten Geschlechts, die man attraktiv findet. Es gibt eine Liebe ohne sexuelle Komponente.

Mir ist klar, dass mir bei "Sex ohne Liebe" viele zustimmen werden, bei "Liebe ohne Sex" nicht. Ich behaupte auch nicht, dass das für alle Menschen gelten muss.

Dieses "Auseinanderfallen" von Liebe und Sex, was du beschreibst, habe ich so nicht. Meine Frau liebe ich und wir haben Sex. Ich kann mir aber vorstellen, dass es auch anders geht. Ich könnte mir beispielsweise auch vorstellen, mit einer asexuellen Person zusammen zu sein, für die Liebe, und für Sex mit anderen Menschen einfach nur Spaß zu haben. Ich lebe das nicht so, aber es erscheint mir auch "lebbar" so.
 
Vielleicht bin ich zu sehr vom Fernsehen statt vom realen Leben geprägt. In Filmen und Fernsehen sieht man ja immer folgende Szenen: Das Liebespärchen findet sich irgendwann, küsst sich, und schläft miteinander. Das gehört alles untrennbar zusammen. Ich hab allerdings auch mal in Fernsehen eine Sendung gesehen, da war ein Pärchen, das asexuell lebt.

Wie gesagt, das ist wohl eine sehr schwierige Frage, ich hab da unsichere Gefühle.
 
Weil du masochistische Masturbationsfantasien hegst? Das ist menschlich. Viele Menschen haben abstoßende Bilder im Kopf, wenn sie Hand anlegen. Nicht schön. Aber durchaus menschlich.
Möchtest du den Zustand ändern?

Das ist ja gerade eine zentrale Frage bei mir. Zum einen fühle ich mich falsch, zum anderen sind es meine Fantasien, die mich geprägt haben und mich ausgemacht haben. Gehe ich dem Trieb nach, fühle ich mich gut, hinterher hab ich aber Schuldgefühle, weil ich es als falsch ansehe und ich wieder schwach geworden bin. Es ist so, als ob man einen Schalter umgelegt hat, vorher ist es total angenehm, hinterher kommt die Selbstverachtung. Soweit ich das mitbekommen habe, sind sexuelle Fantasien nicht veränderbar, man kann z. B. aus einem Fetischisten keinen Exhibitionisten machen per Therapie.
 
Ich finde die Frage, an was jemand bei der Masturbation denkt, nebensächlich.

Masturbation und Masturbationsphantasien sind doch ein wunderbares Ventil für all das, was wir mit einem Partner, in der realen Welt, vielleicht eben gerade nicht ausleben können oder auch wollen.

Ich werde hier nicht schreiben, an was ich da schon alles gedacht habe, aber glaub mir, da war die eine oder andere "Peinlichkeit" dabei. Und? Es sind meine Phantasien! Meine, nur meine, und eben auch nur Phantasien.

Noch etwas sehr Persönliches zum Thema "Auseinanderfallen" von Liebe und Sex. Sagen wir es so: Ich habe eine Vorliebe für einen gewissen Körperteil. Genau dieser sieht bei meiner Frau, die ich so sehr liebe, nicht so aus, wie ich es mir wünschen würde. Sexuell Begehren tue ich diesen Körperteil eher bei anderen Frauen, und ich nehme mir auch die Freiheit, mir da was anderes vorzustellen beim Sex, und meine Frau weiß das.

Sie kann nichts für ihren Körper, ich kann nichts für meine Vorlieben. Liebe heißt nicht, alles toll zu finden. Liebe heißt einander so zu vertrauen, dass man es aushält, wenn der andere auch mal was anderes toll findet.
 

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