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Gast
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Hallo,
habe bis vor kurzem im Einzelhandel gearbeitet und bin jetzt in einer anderen Firma in der Verwaltung tätig. Der Job war eine absolute Notlösung und hat, obwohl ich nur sechs Monate und Teilzeit dort gearbeitet habe, fürchterlich an Nerven und Konstitution gezehrt. Das Ganze ging so weit, dass ich an Dauerübelkeit litt (die bis heute noch, aber nur schwach, anhält) und jeden Tag Medikamente nehmen musste - und zwar wegen der Hygiene.
Ich könnte eine ganze Liste an Dingen erstellen, die dort völlig normal waren und stur durchgezogen wurden:
- Kühlwaren wurden von mir bei der Lieferung in den Laden transportiert und blieben dort gerne mal stundenlang im beheizten (!) Raum mehr oder weniger neben der Heizung stehen. Ich bot immer und immer wieder an sie direkt in die Kühlung zu räumen, aber das wurde abgelehnt. Ich hätte sie rein zu tragen, die andere Person würde sie doch wegräumen. Das zog sich aber wie gesagt manchmal Stunden hin (meistens gut 3-4). Drinnen war es meist sehr warm, draußen, da Wintermonate, meistens sehr kalt. Hat niemanden interessiert. Die Waren fingen deshalb oft an zu "schwitzen".
- Der Hof, in den die Waren gebracht und teilweise auch gelagert wurden war in einem völlig desolaten Zustand und den Elementen ausgesetzt. Überall Dreck und uralte, schmuddelige Paletten, auf dem die Sachen gelagert wurden. Tauben waren regelmäßige Gäste. Im Winter wurden hier teilweise Kühlwaren gelagert - und zwar in Körben, die mit Pappe bedeckt wurden! Mein Einwand, man müsse halt weniger Waren einkaufen, wurde belächelt. Draußen gelagert (und zwar um Weihnachten ganz speziell - da war es gut 10 Grad +!) wurden u.a. Milch, Wurst, Eier, Käse und Joghurt. Den Kunden durfte ich nicht sagen, dass die Sachen von draußen kamen. Wenn ich nach hinten ging, um die Sachen zu holen, musste ich sagen, dass ich sie aus dem Kühlschrank holen würde.
- Sachen wurden regelmäßig umverpackt. War ein Glas mit Sauerkraut abgelaufen, wurde der Inhalt eben in eine Plastiktüte umverpackt und neu etikettiert - mit neuem Mindesthaltbarkeitsdatum! Neue Vorgehensweise laut Filialleiterin, die darin absolut kein Problem sah. Ich habe eine Tüte, die sie umverpackt hat (Inhalt 11 Tage abgelaufen), heimlich weg geschmissen, als sie zum Shoppen ging. Vorher habe ich sie aufgemacht - das Sauerkraut roch komisch.
- Rund um die Brottheke war alles voll mit Getreide - und Motten bzw. Mottenmaden. Als die Filialleiterin Pheromonfallen auslegte und ich zwei Tage später nachsah, war schon alles voll. Kunden kamen regelmäßig mit Waren wie Getreide/Haferflocken/Cerealien die komplett verseucht waren, alles voll mit Gespinsten und Maden. Hauptsächliche Brutstätte - meiner Meinung nach - war diese Brottheke. Da der Schrank dahinter als Ablage diente und alles vollgestellt wurde, bildeten sich schon mal Ecken mit Mehl/Körnern, die nie sauber gemacht wurden. Als ich einmal alles komplett reinigte, reagierte man genervt (ich hätte ja Wichtigeres zu tun) - ich fand diverse Maden und Gespinste. O-Ton: "Ist doch nicht so schlimm!"
Das geht ins Endlose weiter. Die Kühlung roch entsetzlich ranzig, ich fand mehrere Male Milchtüten mit Schimmel am Boden (?), der "Angestelltenkühlschrank" war eine absolute Katastrophe - der Boden mit dicker, gelber Verkrustung und einem Geruch, der einem den Magen umdrehte (auch hier wurden Lebensmittel zum Verkauf gelagert!) und auch bei den Lieferungen waren die gelieferten Lebensmittel oft verunreinigt (oft sahen Waren aus, als wären sie in eine Pfütze gefallen). Brot wurde offen angeliefert und stand in einem staubigen, miefigen Gang herum, ohne jede Abdeckung. Offene Tüten wurden von der Filialleitung einfach mit Tesa-Film zugeklebt und weiter verkauft (abschreiben mochte sie überhaupt nicht) und Verpackungen die von z.B. ausgelaufenen Flüssigkeiten beschmutzt waren, wurden mit einem Tuch gesäubert - einem Tuch, wohlgemerkt, von zweifelhafter Herkunft.
Tücher wurden in dem Laden für einfach alles benutzt und anschließend irgendwo hin gehangen, um eventuell mal gesäubert zu werden. Ob für den Boden, die Brottheke, die Spüle, das Klo - das war völlig unklar. Da niemand Vollzeit arbeitete, wusste keiner genau, was wofür benutzt worden war. Deshalb verwendete ich immer frische, was die Filialleiterin nicht gerne sah.
Ich hatte nie in meinem Leben Probleme mit Übelkeit, aber von Beginn meiner Tätigkeit bis heute kämpfe ich damit, musste verschreibungspflichtige Medikamente einwerfen, um mich nicht jeden Abend übergeben zu müssen und kann diverse Lebensmittel nicht mehr essen. Ich wollte mich immer ans Gesundheitsamt wenden, vor allem um die Kunden in Zukunft davor zu schützen, aber es gibt ein riesiges Problem:
Wenn ich mit diesen Dingen an das Gesundheitsamt gehe weiß jeder, dass ich es war. Diese Dinge weiß kein Kunde. Täten sie es, würde dort niemand mehr einkaufen gehen. Ich bin aus dem Vertrag raus und jetzt in einem anderen Job (zum Glück), aber ich habe Bedenken, dass ich mich in riesige Probleme verstricke, wenn ich mich jetzt ans Amt wende. Ich bin auch während meiner Tätigkeit nicht zum Amt gegangen, weil ich Angst hatte, man würde mit dem Finger auf mich zeigen und direkt mit der Vertragsstrafe zuschlagen, die in meinem damaligen Vertrag vereinbart war. Des Weiteren hatte die Filialleiterin ein riesiges persönliches Problem mit mir (hauptsächlich, vermute ich, wollte sie dass ich den Großteil der Woche übernehme, die anderen ab und zu einspringen und sie nur hier und da reinschneit und Kaffee trinkt) und sie wird wohl sofort ahnen, dass ich es war.
Wenn meine Meldung so weite Kreise zieht dass der Laden geschlossen wird (was ich nicht annehme) befürchte ich richtig böses Blut.
Kann ich zu 100 % sicher sein dass das Amt die Hinweise anonym behandelt? Dass es nicht rausplaudert, von einem ehemaligen Mitarbeiter davon erfahren zu haben? Meldet sich das Amt vorher an?
Wie gehe ich nun vor? Anrufen? Brief schreiben? Termin machen?
Ich habe neben meinen Beobachtungen auch noch Photobeweise (mit dem Handy geknipst) und kann eine Zeugin, eine Ladenbesitzerin aus der Stadt, nennen, die z.B. von der Kühlung im Hof bei den Temperaturen über 10 Grad wusste und fragte, ob wir nicht schon Ratten hätten.
Oder gibt es sonstige Möglichkeiten?
Wäre für jede Idee dankbar!
habe bis vor kurzem im Einzelhandel gearbeitet und bin jetzt in einer anderen Firma in der Verwaltung tätig. Der Job war eine absolute Notlösung und hat, obwohl ich nur sechs Monate und Teilzeit dort gearbeitet habe, fürchterlich an Nerven und Konstitution gezehrt. Das Ganze ging so weit, dass ich an Dauerübelkeit litt (die bis heute noch, aber nur schwach, anhält) und jeden Tag Medikamente nehmen musste - und zwar wegen der Hygiene.
Ich könnte eine ganze Liste an Dingen erstellen, die dort völlig normal waren und stur durchgezogen wurden:
- Kühlwaren wurden von mir bei der Lieferung in den Laden transportiert und blieben dort gerne mal stundenlang im beheizten (!) Raum mehr oder weniger neben der Heizung stehen. Ich bot immer und immer wieder an sie direkt in die Kühlung zu räumen, aber das wurde abgelehnt. Ich hätte sie rein zu tragen, die andere Person würde sie doch wegräumen. Das zog sich aber wie gesagt manchmal Stunden hin (meistens gut 3-4). Drinnen war es meist sehr warm, draußen, da Wintermonate, meistens sehr kalt. Hat niemanden interessiert. Die Waren fingen deshalb oft an zu "schwitzen".
- Der Hof, in den die Waren gebracht und teilweise auch gelagert wurden war in einem völlig desolaten Zustand und den Elementen ausgesetzt. Überall Dreck und uralte, schmuddelige Paletten, auf dem die Sachen gelagert wurden. Tauben waren regelmäßige Gäste. Im Winter wurden hier teilweise Kühlwaren gelagert - und zwar in Körben, die mit Pappe bedeckt wurden! Mein Einwand, man müsse halt weniger Waren einkaufen, wurde belächelt. Draußen gelagert (und zwar um Weihnachten ganz speziell - da war es gut 10 Grad +!) wurden u.a. Milch, Wurst, Eier, Käse und Joghurt. Den Kunden durfte ich nicht sagen, dass die Sachen von draußen kamen. Wenn ich nach hinten ging, um die Sachen zu holen, musste ich sagen, dass ich sie aus dem Kühlschrank holen würde.
- Sachen wurden regelmäßig umverpackt. War ein Glas mit Sauerkraut abgelaufen, wurde der Inhalt eben in eine Plastiktüte umverpackt und neu etikettiert - mit neuem Mindesthaltbarkeitsdatum! Neue Vorgehensweise laut Filialleiterin, die darin absolut kein Problem sah. Ich habe eine Tüte, die sie umverpackt hat (Inhalt 11 Tage abgelaufen), heimlich weg geschmissen, als sie zum Shoppen ging. Vorher habe ich sie aufgemacht - das Sauerkraut roch komisch.
- Rund um die Brottheke war alles voll mit Getreide - und Motten bzw. Mottenmaden. Als die Filialleiterin Pheromonfallen auslegte und ich zwei Tage später nachsah, war schon alles voll. Kunden kamen regelmäßig mit Waren wie Getreide/Haferflocken/Cerealien die komplett verseucht waren, alles voll mit Gespinsten und Maden. Hauptsächliche Brutstätte - meiner Meinung nach - war diese Brottheke. Da der Schrank dahinter als Ablage diente und alles vollgestellt wurde, bildeten sich schon mal Ecken mit Mehl/Körnern, die nie sauber gemacht wurden. Als ich einmal alles komplett reinigte, reagierte man genervt (ich hätte ja Wichtigeres zu tun) - ich fand diverse Maden und Gespinste. O-Ton: "Ist doch nicht so schlimm!"
Das geht ins Endlose weiter. Die Kühlung roch entsetzlich ranzig, ich fand mehrere Male Milchtüten mit Schimmel am Boden (?), der "Angestelltenkühlschrank" war eine absolute Katastrophe - der Boden mit dicker, gelber Verkrustung und einem Geruch, der einem den Magen umdrehte (auch hier wurden Lebensmittel zum Verkauf gelagert!) und auch bei den Lieferungen waren die gelieferten Lebensmittel oft verunreinigt (oft sahen Waren aus, als wären sie in eine Pfütze gefallen). Brot wurde offen angeliefert und stand in einem staubigen, miefigen Gang herum, ohne jede Abdeckung. Offene Tüten wurden von der Filialleitung einfach mit Tesa-Film zugeklebt und weiter verkauft (abschreiben mochte sie überhaupt nicht) und Verpackungen die von z.B. ausgelaufenen Flüssigkeiten beschmutzt waren, wurden mit einem Tuch gesäubert - einem Tuch, wohlgemerkt, von zweifelhafter Herkunft.
Tücher wurden in dem Laden für einfach alles benutzt und anschließend irgendwo hin gehangen, um eventuell mal gesäubert zu werden. Ob für den Boden, die Brottheke, die Spüle, das Klo - das war völlig unklar. Da niemand Vollzeit arbeitete, wusste keiner genau, was wofür benutzt worden war. Deshalb verwendete ich immer frische, was die Filialleiterin nicht gerne sah.
Ich hatte nie in meinem Leben Probleme mit Übelkeit, aber von Beginn meiner Tätigkeit bis heute kämpfe ich damit, musste verschreibungspflichtige Medikamente einwerfen, um mich nicht jeden Abend übergeben zu müssen und kann diverse Lebensmittel nicht mehr essen. Ich wollte mich immer ans Gesundheitsamt wenden, vor allem um die Kunden in Zukunft davor zu schützen, aber es gibt ein riesiges Problem:
Wenn ich mit diesen Dingen an das Gesundheitsamt gehe weiß jeder, dass ich es war. Diese Dinge weiß kein Kunde. Täten sie es, würde dort niemand mehr einkaufen gehen. Ich bin aus dem Vertrag raus und jetzt in einem anderen Job (zum Glück), aber ich habe Bedenken, dass ich mich in riesige Probleme verstricke, wenn ich mich jetzt ans Amt wende. Ich bin auch während meiner Tätigkeit nicht zum Amt gegangen, weil ich Angst hatte, man würde mit dem Finger auf mich zeigen und direkt mit der Vertragsstrafe zuschlagen, die in meinem damaligen Vertrag vereinbart war. Des Weiteren hatte die Filialleiterin ein riesiges persönliches Problem mit mir (hauptsächlich, vermute ich, wollte sie dass ich den Großteil der Woche übernehme, die anderen ab und zu einspringen und sie nur hier und da reinschneit und Kaffee trinkt) und sie wird wohl sofort ahnen, dass ich es war.
Wenn meine Meldung so weite Kreise zieht dass der Laden geschlossen wird (was ich nicht annehme) befürchte ich richtig böses Blut.
Kann ich zu 100 % sicher sein dass das Amt die Hinweise anonym behandelt? Dass es nicht rausplaudert, von einem ehemaligen Mitarbeiter davon erfahren zu haben? Meldet sich das Amt vorher an?
Wie gehe ich nun vor? Anrufen? Brief schreiben? Termin machen?
Ich habe neben meinen Beobachtungen auch noch Photobeweise (mit dem Handy geknipst) und kann eine Zeugin, eine Ladenbesitzerin aus der Stadt, nennen, die z.B. von der Kühlung im Hof bei den Temperaturen über 10 Grad wusste und fragte, ob wir nicht schon Ratten hätten.
Oder gibt es sonstige Möglichkeiten?
Wäre für jede Idee dankbar!