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Als Kind missbraucht und meine Mutter stellt mich als Lügnerin dar

Chillymilly

Neues Mitglied
Es hat knapp 13 Jahre gedauert bis ich mich hierzu überreden konnte auch wenn ich selber nicht genau weis was es bringen soll schreibe ich meinem Kind und meinem Partner zu liebe.
Das ganze war vor knapp 13 Jahren heute bin ich 23. Meine Mutter ihr (inzwischen) exfreund war am Anfang ganz nett. Doch von Zeit zu Zeit wurde er immer komischer. Erst waren es nur kleinere Auseinandersetzung, wo jeder vielleicht sagen würde das sei normal zwischen dem neuen Partner der Mutter und ihrer Kinder. Doch das ganze wurde immer schlimmer er wurde in Abwesenheit meiner Mutter immer aufdringlicher berührte mich an stellen die ich nicht wollte küsste mich und steckte mir seine Zunge in in Mund und drohte mir das ich nichts sagen darf, sonst würde er meiner Mutter weh tun. Er schaute mir und meiner Schwester beim duschen zu m. Seine ekelhaften Blicke werde ich bis heute nicht los. Als ich einige Zeit später anfing zu versuchen mich verbal gegen ihn zu stellen, schlug und wirkte er mich.
Meine Mutter bekam davon nie was mit zumindestens glaube ich das. Da wir auch nicht wirklich ein gutes Mutter Kind Verhältnis haben , war es für mich auch nie eine Option ihr nach der Trennung von ihm ihr irgendwas zu sagen.
Nach dem sich meine Mutter nach einigen Jahren Horror von ihm trennte war es aber nicht vorbei knapp 1 Jahr stellte er meiner Mutter, meiner Schwester und mir noch nach. Was mich jedesmal erneut aus der Bahn schmiss. Ich Fing am Unterricht der bei Männer statt fand nicht mehr zu besuchen , wo sich meine Mutter wie so häufig nie fragte warum sondern nur an Strafen dafür nach dachte.
Ich fing an gegenüber meiner Mutter aggressiv zu werden weil ihr die Schuld für alles gab, weil ich mir dachte, wenn sie nur genauer hingeschaut hätte hätte sie mir und meiner Schwester vieles erspart.
Ich wurde in der Schule und in meinem Umfeld auffällig.
Ich begann mit Leuten rum zu hängen wo ich mich sicher fühle und wusste das ER mir nichts tun kann. Das ganze führte dazu das ich in ein schlechtes Umfeld rutschte und auch begann Drogen zu nehmen. Auch hier fragte sich meine Mutter nie warum nur. Sie suchte mir bei mir die Schuld.
Als ich mit 15 nach Kiel kam weit weg von allem beruhigte sich vieles ich begann mich auf mich selbst zu konzentrieren und ein wenig Ordnung in meinem Leben zu schaffen. Als ich ein Jahr später zurück kam war aber alles wie zuvor. Ich kam genau so wenig mit allem klar wie vorher. Dadurch das ich auch nie jemanden hatte wo ich das Gefühl hatte mich dem jenigen anvertrauen zu können blieb ich mit alle dem alleine.jetzt knapp 13 Jahre später dachte ich das ich vieles inzwischen verarbeitet habe. Doch sobald ER thema wird bricht meine Welt zusammen, so als wäre ich immer noch das 10 jährige Mädchen von damals.
Inzwischen habe ich mich meinem Mann und einem guten Freund anvertraut, die beide meinen das ich das nur verarbeiten kann und damit lerne umzugehen wenn ich mir dafür Hilfe suche. Nur leider ist es schwer welche zu bekommen Bzw zeitnah zubekommen. Und immer und immer frage ich mich was mir das genau bringen soll..
In zwischen bin ich in einer Psychiatrie angemeldet wo ich lernen soll mei. Hier und jetzt zu kontrollieren..
Denn die Spätfolgen sind nicht grade ein leichtes Reisegepäck. Dank der Unterstützung die ich nun erhalte konnte ich mich überwinden meinem Vater das mir widerfahrene zu schreiben. Erst machte er den Anschein für mich da zu sein doch er konfrontiert meine Mutter mit allem. Sie behauptete das ich Lüge und mir das alles ausdenken würde. Sie redete solange auf meinem Vater ein bis auch er mir nicht mehr glaubte.. Es ist eine so wahnsinnige zusatz Belastung wenn man nicht mal auf den rückhalt der eigenen Eltern bauen kann... Man fühlt sich wieder so alleine und im Stich gelassen... Sie kommen einen mit den Aussagen wenn es wirklich wahr wäre würdest du ja Anzeige erstatten... Aber das es alles schwerer ist als wie sie es sich vorstellen können sie nicht verstehen. Ich verstehe einfach nicht wie sie mir sowas als meine Eltern antun können.. Jetzt soll ich schuld sein das alles so scheiß lief in meiner Kindheit.. Jetzt soll ich schuld sein das ich psychische Schäden dadurch habe die sich in vielen verschieden Symptomen äußern (Aggressivität, angst vor kontrollverlust, ordnungszwänge, borderline, depression,ect.)????? Ich finde die machen es sich ganz schön leicht und mir damit nö h viel schwerer diese Therapie durch zu ziehen. Ich musste einfach mal alles raus lassen ohne verurteilt zu werden u d vielleicht findet man ja auch Leute die einen ähnlichen Weg gehen müssen...
 
Hallo Chillymilly,

ich habe mich bereits mit 12 Jahren gefragt, was kann ich für meine Eltern und kam schon damals zu der Antwort nichts. Fast zufällig wird man in eine hineingeboren und muss eventuell versuchen erst einmal mit dieser zu leben und sich dabei selbst positiv zu entwickeln. So sah ich Familie nie als eine "freundschaftliche Verbindung", die bedingungslos zu einem stehen und einen unterstützen.

Früh wusste ich auch, dass Freunde dieses Manko in der eigenen Familie auffangen können, dies lehrten mich meine Freunde stets im Leben. Auch wenn unsere Geschichten unterschiedlich sind, sehe ich hier eine Parallele zu Dir und Deinen Problemen. Deine Eltern gaben und geben Dir nicht, was Du brauchtest und brauchst, aber Deine Zeilen zeigen mir auch, dass Du eine ähnliche Unterstützung im Leben im Hier und Jetzt bekommst, wie ich damals. In Deinem Ehemann und in Deinem Kumpel sehe ich die Menschen, die Dir das geben, was Dir bei Deinen Eltern fehlt. Daher glaube ich, dass diese Menschen für Dich und Deine Problembewältigung viel wichtiger sind als Deine Eltern. Sie zeigen Dir, ok, Du hast ein Problem, aber wir stehen zu Dir.

Verstehe meine bisherigen Worte bitte nicht falsch, denn ich glaube zu spüren, welches Leid Du durch den erlittenen Missbrauch und die fehlende Unterstützung durch Deine Eltern durchschreiten musst. Ich möchte mit meinen Worten lediglich versuchen, Deinen Blickwinkel auf das Positive im Negativen zu richten. Negativ ist, was Du erleiden musstest und erleidest, positiv sind aber Dein Ehemann und Dein Kumpel, die für Dich da sind. Auch wenn Deine Eltern Dich alleine lassen bist Du demnach dennoch nicht allein, Du bist umgeben von nahen Menschen. Dies ist das eigentlich Wichtige für Dich und Deine Problembewältigung. Eltern wird dabei manchmal zu viel Gewicht eingeräumt - auch wenn der Wunsch Unterstützung bei den Eltern zu finden, verständlich ist.

Es ist gut richtig, dass Du Dir professionelle Hilfe holst. Viele Trauma kann man nicht allein oder mit Freunden gemeinsam bewältigen. Dafür braucht man dann Fachleute. Ich habe über 2 Jahre geglaubt, mein Trauma, welches ich mit 53 Jahren erlebte, allein bewältigen zu können und kam damit anfangs auch recht gut klar. Ab einem bestimmten Zeitpunkt musste ich mir aber selbst eingestehen, dass ich eine Therapie brauche, um mit meinem Problem fertig zu werden.

Deine bisherige Lebensgeschichte insbesondere Dein Schulschwänzen bedingt durch das Geschlecht der Lehrer und dem Abgleiten in falsche Kreise kann ich nachvollziehen. Dich trifft keine Schuld, da all dies verständlich ist. Natürlich war dies aber nicht gut für Dich. Deswegen freut mich, dass Du diesen Weg verlassen konntest und auf einem besseren Weg Dich befindest, auf dem Du durch Deinen Ehemann und Deinen Kumpel unterstützt und begleitet wirst. Die Einsicht, dass Du Hilfe brauchst, ist der Weg, der Dir zeigen wird, dass eine glückliche Gegenwart und Zukunft trotz einer immens schlechten Vergangenheit stets möglich ist. Dir wünsche auf diesem Weg alles erdenkbar Gute.

Lieben Gruß, KBS
 

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