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Alles zu viel momentan

Bibilein

Neues Mitglied
Hallo miteinander,

mich habe mich registriert, da ich mir mein Leid mal von der Seele schreiben will.

Eigentlich sind grad bei mir alle Kategorien betroffen, Beruf, Familie, Trauer, aber der Job belastet mich grad am meisten, daher schreibe ich hier.

Ich arbeite seit nun 7 Jahre im öffentlichen Dienst, nachdem ich zuvor etwa 10 Jahre in der freien Wirtschaft war. Ich mag meinen Job grundsätzlich gern, meine Tätigkeit, mein direktes kollegiales Umfeld. Jedoch muss ich sagen, dass es im öD viele „komische Menschen“ gibt…

Letztes Jahr bin ich umgezogen, da ich mir endlich den Traum eines kleinen und vor allem bezahlbaren Eigenheimes erfüllen konnte. Das Haus ist wieder in meiner Heimat. Mein Arbeitsweg hat sich hierdurch auf 70 km pro Strecke erhöht.

Ich war diesbezüglich eigentlich sehr optimistisch, da die Strecke per Bahn gut angebunden ist. Bahnhof zu Bahnhof in 30 Minuten, zzgl ein paar Minuten jeweils vom Bahnhof nach Hause bzw. ins Büro. Alles in allem also knapp eine Stunde, solange brauchte ich vorher mit dem Auto auch.

Jedoch stelle ich nach einem Jahr fest, dass der Zug quasi nie fährt, wie er soll. Und hierbei meine ich nicht die 10 Minuten Verspätung, die es mal so gibt, nein, ich meine spontane Baustellen ohne jeglichen Zugverkehr, Suizide, Bombenentschärfungen oder einfach nur die 4 Jahreszeiten, die der Bahn dazwischen kommen.

Ich brauche momentan gut und gerne 4 Stunden am Tag, um 8 Stunden zu arbeiten… Ich bin also derzeit nur zum Essen, duschen und schlafen Zuhause und merke, dass ich das nicht mehr kann.

Zwischenzeitlich dachte ich schon, dass der Umzug ein Riesenfehler war und ich wieder zurück ziehe…

Dann starb mein Vater vor drei Monaten ganz plötzlich und unerwartet. Nun bin ich froh und dankbar, in der Nähe meiner Mutter zu sein, um ihr in dieser Zeit beizustehen. Ich brächte es nicht übers Herz, jetzt wieder wegzuziehen und sie quasi ganz allein da zu lassen. Sie leidet sehr unter dem Verlust. Sie arbeitet nicht und die gesamte Freizeitgestaltung fand immer mit meinem Vater statt, sodass der Freundes- und Bekanntenkreis eher gering ist.

Und eigentlich bin ich so glücklich über das Haus, den Sommer im eigenen Garten verbringen zu können. Kein ständiger Ärger mit den fehlerhaften Nebenkostenabrechnungen des Vermieters, der ständig feiernden Nachbarn über mir…

Nun habe ich angefangen, mich in meiner Umgebung zu bewerben und auch Einladungen zu Gesprächen erhalten.

Ich habe mich nur im öffentlichen Dienst beworben, da ich mir der Privilegien und Sicherheit schon bewusst bin. Allerdings stelle ich feste wieviel Angst ich vor der eigenen Courage habe.
In meinem Job bin ich seit 7 Jahren, im Prinzip kann mir hier nichts passieren.

Ich wäre wieder in der Probezeit. Ich hab eine kleine Sozialphobie, das Kollegium ist sehr klein, was ist, wenn ich dort nicht gut aufgenommen werde? Oder feststelle, dass ich nicht dort hinpasse?

Ohne das Haus wäre ich vermutlich mutiger, aber ich habe noch nie so einen guten Job wie jetzt gekündigt…Bei allen anderen Jobs dachte ich immer: Was gleichwertiges werd ich wohl immer finden…

Aber dieses nur noch leben, um zu arbeiten, schaffe ich weder körperlich noch psychisch nicht mehr lange…

Ich danke fürs Lesen und freue mich über jede Form von Tipp oder Ratschlag.

Viele Grüße
 
Und wenn Du den Weg zur Arbeit selbständig mit dem Auto machst, wäre das keine Erleichterung? 70 km sind ja nicht alle Welt, es sei denn, es ist eine kurvenreiche Strecke. Aber wenn es sich um zusätzliche Kilometer handelt, dann allerdings vielleicht ...🤔🤔
 
Homeoffice? Manche Stellen im ÖD geben das her, manche nicht. Aber selbst wenn Du nicht jeden Arbeitstag fahren mußt, wäre das hilfreich.
Warum ist bei Dir die Bahn so schlecht? Normalerweise wird bei Zugausfall ein Ersatzbus gestellt. Außer Du wohnst an einer Haltestelle, wo sonst keiner außer Dir einsteigt.
 
Und wenn Du den Weg zur Arbeit selbständig mit dem Auto machst, wäre das keine Erleichterung? 70 km sind ja nicht alle Welt, es sei denn, es ist eine kurvenreiche Strecke. Aber wenn es sich um zusätzliche Kilometer handelt, dann allerdings vielleicht ...🤔🤔

Ich nutze das Auto ja bereits immer dann, wenn es mit der Bahn nicht klappt. Ich lebe jedoch im Ruhrgebiet, das heißt, dass die gesamte Strecke quasi ein einziger Stau ist.

Zudem sind die Spritkosten derzeit um ein Vielfaches teurer als das Zugticket und man kann dem Verschleiß des Autos zugucken…
 
Homeoffice? Manche Stellen im ÖD geben das her, manche nicht. Aber selbst wenn Du nicht jeden Arbeitstag fahren mußt, wäre das hilfreich.
Warum ist bei Dir die Bahn so schlecht? Normalerweise wird bei Zugausfall ein Ersatzbus gestellt. Außer Du wohnst an einer Haltestelle, wo sonst keiner außer Dir einsteigt.

Leider ist meine Stelle nur teilweise HO geeignet, da wir noch sehr viel analog arbeiten. Ich habe es beantragt und meine Chefin hat diverse Vorwände genannt, warum es derzeit nicht geht.

Angeblich bekämen wir kommendes Jahr die eAkte. Wobei ich mich nicht darauf verlassen will, dass es dann wirklich mit Homeoffice klappt.

THEORETISCH ist meine Stadt super ans Bahnnetz angeschlossen. Der Zug würde 2x die Stunde fahren, sogar nachts. Jedoch ist jeden Tag i‘was:

Letzte Woche gab es von Di - Do eine Baustelle und die Züge wurden umgeleitet. Ich konnte den Zug fahren, kam am Ziel jedoch an einen deutlich weiter entfernten Bahnhof an und musste mit der U-Bahn eine Stadtrundfahrt machen. Das hat Zeit gefressen. Die Züge kamen auch deutlich zu spät, etwa 30-40 Minuten. Donnerstag ist ein Autofahrer auf meiner Strecke mit dem Zug kollidiert und leider verstorben. Die Bahnstrecke war bis spät Abends gesperrt, die Zeit habe ich im Büro ausgeharrt.

Heute früh gucke ich in die App und es fuhr gar nichts: Baustelle, die Züge werden umgeleitet, SEV ab 08:30 Uhr. Um 08:30 Uhr wollte ich eigentlich bereits auf der Arbeit sein und die Baustelle war nicht angekündigt.

Eigentlich steigen bei uns sehr viele Menschen ein und aus, ich frage mich, wie die das machen...

Das Problem am Schienenersatzverkehr ist, dass nur der nächste Hauptbahnhof angefahren wird. Mit dem Zug eigentlich 9 Minuten, mit dem Bus gut und gerne 45 - 60 Minuten (je nach Verkehr). Von dort muss ich aber noch 3 Bahnhöfe weiter. Da ist das Auto trotz Stau schneller.
 
Beschwer Dich bei der Bahn. Die haben einen Infodienst, der Dich auf die Liste der zu informierenden Personen setzen kann, wenn auf Deiner Strecke was ist, das geht per App, auch kurzfristig (Unfall läßt sich nicht vorhersehen, Baustelle schon). Dann kannst Du für jeden Tag entscheiden, ob Auto oder Bahn.
 
Und wie sähe es mit Fahrgemeinschaften aus?
Klar, Stau ist auch sehr nervenaufreibend.

Prinzipiell fände ich das prima, vor allem, was die Kosten betrifft.
Ich müsste mir dazu jedoch Fremde suchen, da bei mir auf der Arbeit niemand aus der Ecke ist.

Ich werde aber mal schauen, ob diese Mitfahrportale dazu was sagen, denn das wäre wirklich ne Möglichkeit, die Kosten fürs Auto zu limitieren.
 
Beschwer Dich bei der Bahn. Die haben einen Infodienst, der Dich auf die Liste der zu informierenden Personen setzen kann, wenn auf Deiner Strecke was ist, das geht per App, auch kurzfristig (Unfall läßt sich nicht vorhersehen, Baustelle schon). Dann kannst Du für jeden Tag entscheiden, ob Auto oder Bahn.

Ehrlich? Sowas gibt es?

Ich informiere mich immer auf zuginfo.nrw, aber die Baustelleninfos sind dort eher schlecht…

Danke!!!
 
Ehrlich? Sowas gibt es?
Ich informiere mich immer auf zuginfo.nrw, aber die Baustelleninfos sind dort eher schlecht…
Das sind die allgemeinen Infos, die sind immer etwas vage. Ich weiß nicht wie es in NRW läuft, aber in Bayern gibt es einen Infodienst per App. Den kann man auf seine eigene persönliche Strecke beschränken lassen, damit man nicht Unmengen unnütze Daten bekommt. Frag mal bei der Bahnzentrale für Deine Region nach. Deutsche Bahn - DB Streckenagent: Ihre App für den Nahverkehr
 

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