Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Alles zerbricht ohne Hoffnung auf Besserung, kann nicht mehr

Shawnee

Neues Mitglied
Ich wende mich hier an das Forum, weil ich langsam keinen Rat mehr weiß. Das einzige was ich weiß "ich kann langsam nicht mehr kämpfen".
Und woher ich noch Kraft nehmen soll.

Seit meinem Abi habe ich viele Rückschläge erlebt und seit dem Zeitpunkt scheint nichts mehr so richtig zu funktionieren.

Kurz zu mir: Aufgewachsen in einer kleinen Familie als Einzelkind. Meine Eltern haben mich bisher immer unterstützt und auch finanziell bin ich mehr als gut abgesichert. Meine Schullaufbahn war sehr gut, mein Abi habe anschließend mit 1,X bestanden. Das Ziel fest vor Augen: Studium, Ausland, guter Beruf, irgendwann Familie. Willkommen in der Erwachsenenwelt, der Einstieg ist gelungen.

Seit dem geht aber alles schief... u.a. in der Liebe, was derart schlimm für mich gewesen ist, das ich regelrechte Abgründe in mir erkennen musste wo es mir egal war zu leben (seit dem Angst vor dem Rückfall). Aber das Thema gehört nicht hier her.

Dann Auslandsjahr, in der Welt rumtingeln - Auszeit um mir klar zu werden was ich studieren möchte. Hat geklappt: Ein technisch, kreativer Beruf sollte es werden. Zurückgekehrt in die Heimat, Praktikum absolviert, Studium angefangen, Studium sofort wieder geschmissen. Zu künstlerisch, zu realitätsfern und ich hätte nie gedacht, dass extrem hohe Arbeitslosigkeit in diesem Feld mich so fertig machen könnte und mir derart viele Sorgen bereitet.

Einmal ist keinmal. Studium abzubrechen ist verzeihlich. Habe lange überlegt, wieder kurze Auszeit, wieder mehrere Praktikas um wirklcih sicher zu gehen. Ausbildung und dann Studium im Hotelfach sollte es werden. Großer Fehler. Eine Ausbildung abzubrechen ist Todsünde heutzutage, und nach einer Auszeit + Abbruch eines Studiums kann ich mir das erst recht nicht erlauben. Ich bin unglücklich. Die Arbeit ist die Hölle geworden. Weder Betriebsklima stimmt noch die Arbeitsbedingungen. Von Bezahlung als Azubi braucht man ja nicht reden (1,X € die Stunde). Habe versucht mich zu motivieren = es geht nicht mehr. Versuche durhczuhalte und frage mich jeden Tag mehr wo ich noch die Kraft hernehmen soll um das durchzustehen. Soziale Freizeitaktivitäten sind nahezu unmöglich durch die Arbeitszeiten. Freunde treffen auch, und dazu habe ich keine Kraft. Ich merke wie ich mich zum negativen verändere. Wie ich mich abschotte. Wie ich um mich herum eine Schutzmauer aufbaue. Es gibt Tage wo ich mir denke ich packe das, und wieder so viele Tage wo ich nur noch weine und weine...

Ich sehe langsam keinen Ausweg. Ich bin ein Mensch der nicht in den Tag hinein leben kann, ich brauche immer ein Ziel vor Augen, ein Licht am Horizont, an dem ich mich festhalten kann, daraufhin arbeiten. Aber ich sehe keines. Ich sehe nur Dunkelheit. Ich habe Zukunftsangst, weil ich nicht weiß, was ich noch beruflich tun soll. So viele Studiengänge aber keiner der mich wirklich anspricht, keiner wo ich sagen kann "das passiert mir kein 3. Mal", keiner wo ich sagen kann "da brenne ich für" "das macht mir Spaß". Berufsfindungstest ergaben Schwachsinn wie Forstwirtschaft und Japanologie. Weder Bäume noch Japan ist irgendwie ein Schwerpunkt von mir jemals gewesen. Rausgeschmissenes Geld und Zeit. Lässt mich nur noch mehr verzweifeln.

Zu allem Überfluss schärft sich die Situation zu Hause zu. Die Familie war das letzte was mir noch halt gibt: Momentan schreien wir uns nur an, ich fühle mich nur noch kraftlos. Meine Mutter droht mit Auszug "wir können sehen wo wir bleiben" und "du hast dir Hotel ausgesucht also selbst schuld und finde dich damit ab, oder studier irgendwas! Spaß sowas gibt es nicht mehr heutzutage!!"

Ich fühle mich grade so leer. Keine Freunde, Familie zerbricht, momentane Ausbildung ist die Hölle, keine Perspektive für die Zukunft. Wo finde ich Halt?? WO?? Ich kann nicht mehr... diesen Satz habe ich so oft gesagt, aber meine Eltern verstehen es nicht, werden aggressiv, vll weil sie es überfordert. Ich habe nicht nur Angst, den gleichen Fehler ein 3. Mal zu begehen sondern auch wieder so abzurutschen wie damals. Ich möchte doch das Leben genießen! Aber wie... wie.... und wie gehts weiter... wohin...
 
Hey...es ist irgendwie gar nich so einfach die richtigen Worte und passende Tipps zu finden! Ich finde erstmal total gut, dass du so ganz genaue Pläne von deiner Zukunft hast, das fehlt vielen ja zur heutigen Zeit! Da du dein erstes Studium bereits abgebrochen hast, ist es sicher schwierig und auch nicht so gut, das 2. nun auch abzubrechen! Du sagtest, dass das Betriebsklima so schlecht ist....ist es denn möglich, den Betrieb zu wechseln??? Eigentlich muss es doch während einer Ausbildung eine solche Möglichkeit geben...wäre das eine Option für dich? Ich wünsch dir wirklich alles alles Gute!!!
 
Danke für die Antwort. Naja welche Pläne für die Zukunft? Ich habe ja keine, das ist es ja.

Gestern habe ich wieder lange gesucht. Ich lande immer wieder in der Sackgasse. Nicht das mich die Studienfächer so wenig interessieren würden, ich habe einfach Angst mich wieder falsch zu entscheiden. Zum 3. Mal. Ich will mich absichern wo es keine Absicherung gibt. Nicht die, die ich suche. Alle um mich herum scheinen ihr Traumfach aber gefunden zu haben.

Meine Familiensituation ist jetzt völlig eskaliert. Meine Mutter, die mich bisher immer unterstützt habe, schreit mich nur an, dass ich selbst schuld dran sei keine Freunde mehr zu haben ich solle diesen Beruf im Hotel weiter machen oder halt irgendwas studieren. Ich würde NIE etwas finden was mir Spaß macht, ich würde NIE erfolg darin haben, es sei unnütz was ich hier tue, ich würde mich gar nicht bemühen. Ohne soziale Kontakte sei ich eh verloren und ich solle ihr endlich sagen was ich studiere weil es sie auch fertig macht. Dann schreit sich noch weiter, dass sie sich umbringen wollte (hat sie schon mal angedeutet) wegen früher, das sie auch nicht mehr kann.............

Kann nur noch weinen... wenn nichts mehr bleibt... nichts. nichts. nichts. was nützen gute Noten, was nützt es, dass ich früher mal stark und mutig war und früher Freunde hatte. Vielleicht hat sie recht mit allem was sie sagt, nur es bringt mich nicht weiter zu wissen dass ich nichts kann, und es zu nichts bringen werde.
Ich habe so viel Angst entwickelt vor Dingen die ich früher ganz anders angegangen bin. Ich würde mich am liebsten in eine Ecke setzen und NICHTS mehr tun nur noch weinen... so fühle ich mich grade.

Was ich brauche ist vielleicht gar nicht mal der perfekte LEbensplan. Aber meinen Mut wiederzufinden. Das mich mal jemand in den Arm nimmt und mir sagt "hey du schaffst das, bleib ruhig du hast noch Zeit und dann findest du auch was, ich glaube an dich". aber das Gegenteil ist der Fall, weil es sie auch überfordert. Aber sie merkt nicht, dass sie alles so viel schlimmer macht. Habe versucht ihr das zu sagen.. schrie nur ich wäre undankbar, sie hat mir doch gesagt ich solle irgendwas studieren, das Geld hätte ich ja bekommen.

Fazit: Meiner Familie kann ich meine Sorgen nie wieder mitteilen. Muss auch da verstummen. Sie können mir nicht helfen. nicht konkret, aber Kraft geben erst recht nicht... im Gegenteil. Nur was bleibt noch? Was?
Habe so langsam Angst, dass meine Mutter sich wirklich was antut... dann würde ich es auch... habe ich noch nie geschrieben. Ich habe selbst Angst vor mir selber..

Ich kann und will nicht mehr... dieser Abgrund von früher ist so greifbar nah. Ich weiß einfach nicht mehr wo ich Halt finden sollte...

Es wäre ihr völlig egal ob ich ausziehe oder nicht. Vielleicht wäre es besser sich nichts mehr mitzuteilen ihrer Ansicht nach.

Ausziehen heißt für mich völlige vereinsamung. Aber eigentlich ist es jetzt ja sowieso so weit. Wenn selbst die Familie einem sagt, dass sie nichts mehr hören will.
Ich kann verstummen, mich auch vor den letzten Menschen die mir geblieben sind völlig zurückziehen. Aber was kommt dann.... mir bleibt nichts mehr. Außer eine beschissene Ausbildung die mir sämtliche Kraft raubt und keiner Perspektive. Außer der bloßen Theorie, dass ich sie hätte, würde ich anders handeln und denken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Shawnee,

ist nicht ganz leicht dir zu antworten. Ich habe bei dir, bei euch (Familie) das Gefühl, dass die normalen Maßstäbe verloren gegangen sind. Es hört sich alles so, entschuldige, total überspannt und hysterisch an, so als würde die Welt gleich untergehen und mindest dreiviertel der Familie wären bei einem Amokdrama auf grässlichste Weise ums Leben gekommen, so ein bischen nach, naja Soap der übelsten Sorte.

Deine Mutter will sich umbringen, weil du dich ausbildungstechnisch verhauen hast, aha. Du siehst keinen Sinn in nichts mehr, weil du nicht weißt, was du willst, aha. Du warst früher mutig und entscheidungsfreudig, hattest gute Freunde ohne Ende und heute bist du ein Häufchen Elend, ok. Du hattest Beziehungsprobleme (vermutlich Dramen) und warst irgendwann mal ganz unten, auch ok. Und was, in aller Welts Namen, ist daran wirklich schlimm?

Es waren deine Entscheidungen. Du hast sie getroffen bzgl. der Ausbildung und wahrscheinlich auch in beziehungstechnischer Natur. Wo steht denn geschrieben, dass alles immer so zu funktionieren hat, wie man es sich vorstellt? Nirgendwo und das aus gutem Grund: Weil es eben nicht so ist. Bis vor kurzem lief bei dir alles wie geschmiert und genau aus diesem Grund scheint sich in dir die Meinung festgesetzt zu haben, dass das gefälligst auch so weiterzugehen hat. Und genau aus diesem Grund kommst du im Moment auch nicht vom Fleck. Du kannst dich scheinbar nicht von der Vorstellung befreien, dass alles so läuft wie du dir das vorstellst und zwar genau so, ohne jede Abstriche, und bevor du bereit bist, dich von dieser Vorstellung zu befreien, bist du eher bereit zu zerstören.

Was du als "Zielstrebigkeit" bezeichnest, würde ich eher als "Dickköpfigkeit" ansehen. Und wer immer ein Ziel vor Augen braucht sollte nicht vergessen, dass in den meisten Fällen der Weg das Ziel ist und selbiger ist manchmal steinig. Da du das Gehen auf steinigen Wegen erst noch lernen mußt - so hat es zumindest den Anschein - solltest du dich im Moment vor allen Dingen darauf konzentrieren ohne Jammern und Wehklagen diesen Weg zu gehen. Durchhaltevermögen und Geduld werden manchem nicht in die Wiege gelegt, ergo muß es erlernt werden. Und in vielen Fällen erkennt man erst dadurch, dass man sich selbst überwindet, wieviel Kraft und Potential in einem steckt und vor allen Dingen wo es sich maßgeblich entfaltet. Sieh deine augenblickliche Situation als Prüfung deiner Persönlichkeit und betrachte jeden Tag als gewonnene Schlacht. Die Zähigkeit, das Durchsetzungsvermögen und die Geduld welche du dir jetzt aneignen kannst, wird dich später in die Lage versetzen schwere und schwerste Aufgaben mit Erfolg und Bravour zu meistern. Das Leben hat noch viel mit dir vor, aber vor dem Erfolg steht die harte Arbeit und die Entbehrung, das gilt auch noch heute, auch wenn die Medien uns etwas anderes vorgaukeln. Nicht jeder ist ein Zuckerberg oder ein Superstar und die meisten dieser Neuzeitidole verschwinden ja auch oft wieder sang- und klanglos, nur das wird dann verschwiegen.

Und was die Freunde angeht: Wenn es gute Freunde waren, kommen sie auch wieder zu dir zurück, wenn die Zeit gekommen ist. Alle Anderen kann man sowieso vergessen.

Ich möchte dir raten: Vergiß deine Ängste, sie bringen nichts, sie führen zu nichts, sie sind nur eine Projektion deines inneren Beleidigtseins. Höre auf zu jammern. Zieh die Sache durch, von mir aus wutschnaubend und mit zusammengebissenen Zähnen und mach jeden Tag einen dicken Strich in deinem Kalender. Irgendwann ist er dann da, der letzte Tag der Frohn und dann kannst du dich wieder aufrichten und sagen: "So, das wäre geschafft. Ich kann mich selbst überwinden. Ich bin stark und zäh. Ich schaffe das, was ich mir vornehme, gegen jeden Widerstand."

Und ich bin mir sicher, dann weißt du auch mit absoluter Sicherheit, was du als nächstes zu tun hast.

lg

ithink
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine Antwort. Teilweise hast du recht, es wird alles vielleicht überbewertet. Die Welt geht nicht unter. Teilweise muss ich aber auch korrigieren, habe es vielleicht nicht richtig rübergebracht:

- Es ist nicht so, dass meine Mutter sich so fühlt wegen mir. Hat in erster Linie damals nichts mit mir zu tun gehabt, anderes Thema.

- Ich versuche einen Sinn zu sehen, aber ich fühle mich einfach nur noch kraftlos weil alles was ich anpacke schief läuft und ich nun Angst habe da nicht mehr rauszukommen.

- ich habe nirgendwo geschrieben ich habe gute Freunde ohne Ende gehabt. Vor 5 Jahren hatte ich 4-5 Freunde. Jetzt 0,5 Freunde, wenn überhaupt. Ich ziehe mich zurück, fühle mich was Freundschaft betrifft gewissermaßen wertlos, weil ich nichts geben kann, nichts erzählen außer meiner Arbeit und meinen Gefühlen die mich immer weiter runterziehen.

- Ja ich weiß es waren meine Entscheidungen. Falsche Entscheidungen. Das wird mir ja auch von anderen ständig vorgeworfen. "Du hast dich entschieden also komm damit klar". Aber das hilft mir nicht weiter.

- Bis vor kurzem lief alles geschmiert? Nein... seit 4 Jahren geht es bergab, jeden Monat, jede Woche, jeden Tag gefühlt ein kleines Stückchen mehr bergab. Ich habe Angst weil ich nicht weiß wohin noch. Versuche wieder bergauf zu laufen und rutsche doch wieder...

- Ohne Jammern den Weg gehen = WIE? Dazu brauche ich Kraft und Mut, irgendeine vernünftige Perspektive. Die Hoffnung es wird wieder besser werden! Ich habe viel geschafft und auch Dinge getan die sich andere nicht zugetraut hätten. Bin auch damals über mein Tief hinweg gekommen, habe wieder Energie gehabt, mein Leben geändert... aber dann ging es wieder bergab. Ich kann das nicht mehr als Prüfung betrachten "Ich muss nur kämpfen und Geduld haben dann wird das wieder". Ich kann nicht mehr! Ich fühle mich innerlich nur noch leer.... zum verändern braucht man Energie.

- "Vergiss deine Ängste" = wie?
 
Hallo Shawnee,

hatte ja gehofft, dass sich noch jemand anderes zu Wort meldet, deswegen auch ein wenig provokativ geschrieben, aber die scheinen noch alle im Winterschlaf zu verharren.

- Es ist nicht so, dass meine Mutter sich so fühlt wegen mir. Hat in erster Linie damals nichts mit mir zu tun gehabt, anderes Thema.

Dann brauchst du dir den Schuh ja auch nicht anzuziehen. Laß sie mit deinen Sorgen in Ruhe, sie scheint ja genug mit sich selbst zu tun zu haben.

- Ich versuche einen Sinn zu sehen, aber ich fühle mich einfach nur noch kraftlos weil alles was ich anpacke schief läuft und ich nun Angst habe da nicht mehr rauszukommen.

Wirklich alles oder nur wenig im Vergleich zu früher? Versuche dem, was NICHT schief läuft im Moment die Priorität zu geben. Suche nicht nach dem großen Sprung, sondern freue dich über den kleinen Hüpfer.

- ich habe nirgendwo geschrieben ich habe gute Freunde ohne Ende gehabt. Vor 5 Jahren hatte ich 4-5 Freunde. Jetzt 0,5 Freunde, wenn überhaupt. Ich ziehe mich zurück, fühle mich was Freundschaft betrifft gewissermaßen wertlos, weil ich nichts geben kann, nichts erzählen außer meiner Arbeit und meinen Gefühlen die mich immer weiter runterziehen.


Sorry, hörte sich so an. Und dass du nichts geben kannst, stimmt ja so nicht, oder? Du kannst vielleicht mit nichts ANgeben, aber das dürfte wahre Freunde auch nicht interessieren. Habt ihr vielleicht gemeinsame Aktivitäten, die ihr auch heute noch gerne macht? Karten spielen, Bowling, Sport, egal was. Ab und zu ein netter gemeinsamer Abend kann dich vielleicht etwas aufmuntern.

- Ja ich weiß es waren meine Entscheidungen. Falsche Entscheidungen. Das wird mir ja auch von anderen ständig vorgeworfen. "Du hast dich entschieden also komm damit klar". Aber das hilft mir nicht weiter.


Wie schon gesagt, war auch ein wenig provokativ. Aber was spricht denn wirklich dagegen, die Sache jetzt bis zum Ende durchzuziehen? Du mußt dir doch damals etwas dabei gedacht haben? Du hattest doch bestimmt weitergehende Vorstellungen? Wären die denn mit Abschluß der Ausbildung nicht wieder aktuell?

- Bis vor kurzem lief alles geschmiert? Nein... seit 4 Jahren geht es bergab, jeden Monat, jede Woche, jeden Tag gefühlt ein kleines Stückchen mehr bergab. Ich habe Angst weil ich nicht weiß wohin noch. Versuche wieder bergauf zu laufen und rutsche doch wieder...


Seit vier Jahren. Du schriebst, du hast das Studium früh abgebrochen. Dann müßtest du ja jetzt schon recht lange in der anderen Ausbildung stecken. Mit dem Abschluß in der Tasche könntest du dich zumindest notfallmäßig auf eigene Füsse stellen, oder?

- Ohne Jammern den Weg gehen = WIE? Dazu brauche ich Kraft und Mut, irgendeine vernünftige Perspektive. Die Hoffnung es wird wieder besser werden! Ich habe viel geschafft und auch Dinge getan die sich andere nicht zugetraut hätten. Bin auch damals über mein Tief hinweg gekommen, habe wieder Energie gehabt, mein Leben geändert... aber dann ging es wieder bergab. Ich kann das nicht mehr als Prüfung betrachten "Ich muss nur kämpfen und Geduld haben dann wird das wieder". Ich kann nicht mehr! Ich fühle mich innerlich nur noch leer.... zum verändern braucht man Energie.


Die Perspektive wäre erst einmal der Abschluß. Dann s.o. und wenn du schon andere Dinge geschafft hast, warum dann nicht auch diese? Nur weil es keinen Spaß macht? Vieles im Leben macht keinen Spaß, manches nie, manches erst nach einer gewissen Zeit, weniges durch und durch, that's life. A propos, wie lange müßtest du denn noch?

- "Vergiss deine Ängste" = wie?

Betrachte sie als deinen persönlichen Feind. Prinzipiell sind sie es ja, die dir alle Kraft rauben und dir den Eindruck vermitteln, alles ginge den Bach runter und werde immer schlechter. Tatsächlich werden Ängste erst durch das Anerkennen ihrer Existenz, durch das schiere Zulassen der durch sie erzeugten pessimistischen Denkvorgänge zu deiner subjektiven Realität. Tatsächlich weißt du doch gar nicht was wirklich auf dich zukommt, wie die Zukunft nun wirklich ausschauen wird. Du interpolierst, aber mit der falschen Basis. Jede Angst die zukünftig hochkommt, solltest du bei den metaphorischen Haaren packen, und ihr ins Gesicht sagen, dass sie dir schadet, dass sie überhaupt keine Existenzberechtigung hat, und dass sie sich schleunigst von dannen machen soll.

Weißt du: Menschen sind zum Mond geflogen, haben ohne Sauerstoff Achtausendergipfel erklommen und sind trotz
Amyotropher Lateralsklerose Nobelpreisträger geworden, da muß es dir doch gelingen, aus dieser Situation etwas zu machen, oder?

lg

ithink

 
Zuletzt bearbeitet:
Dankeschön für die ausführliche Antwort. Hat mir schon mehr geholfen als die letzte ;-)

Dann brauchst du dir den Schuh ja auch nicht anzuziehen. Laß sie mit deinen Sorgen in Ruhe, sie scheint ja genug mit sich selbst zu tun zu haben.

Klar, es ist dennoch sehr schwierig für mich. Schließlich war sie bislang der letzte Mensch mit dem ich noch richtig offen reden konnte und wollte. Jetzt geht das nicht, muss begreifen, dass auch sie mir nicht helfen kann. Im Gegenteil, mich belastet jetzt das was sie gesagt hat noch zusätzlich.

Sorry, hörte sich so an. Und dass du nichts geben kannst, stimmt ja so nicht, oder? Du kannst vielleicht mit nichts ANgeben, aber das dürfte wahre Freunde auch nicht interessieren. Habt ihr vielleicht gemeinsame Aktivitäten, die ihr auch heute noch gerne macht? Karten spielen, Bowling, Sport, egal was. Ab und zu ein netter gemeinsamer Abend kann dich vielleicht etwas aufmuntern.

Irgendwie leider doch. Habe ständig andere Arbeitszeiten, meistens dann wenn andere frei haben. Ich kann nichts im Vorraus planen und Feierabend steht für mich meistens in den Sternen wann das genau ist. Nach der Arbeit verabreden bedeutet für mindestens eine Person 2-3 Stunden rumzusitzen wenns blöd läuft. Klar es würde funktionieren sich zu trefffen. Wenn man wirklich will geht alles. Aber selbst da hapert es. Mir fehlt es einfach an interessanten Gesprächsthemen. Über die Arbeit kann ich nicht mehr reden, weil es nicht nur mich sondern auch mein Umfeld belastet. Über meine Zukunft zu sinnieren ist noch schlimmer. Die Vergangenheit ist auch kein Thema. Über Hobbys? Klar "Du ich habe heute einen echt spannenden Roman gelesen, achja du hasst ja lesen, ups ich vergaß". So enden wir immer wieder im Small Talk. Die neue Liebe und die... ich höre zu. Ja gerne. Aber ehrlich gesagt mich reizen Treffen nicht mehr. Einerseits weil ich mich nur verkriechen möchte und andererseits weil ich irgendwie nicht den Spaß daran empfinde wie andere. Vielleicht bin ich unnormal, ja bin ich wohl.

Aber was spricht denn wirklich dagegen, die Sache jetzt bis zum Ende durchzuziehen? Du mußt dir doch damals etwas dabei gedacht haben? Du hattest doch bestimmt weitergehende Vorstellungen? Wären die denn mit Abschluß der Ausbildung nicht wieder aktuell?

Ich werde es ja durchziehen, eine andere Alternative bleibt kaum. Aber es raubt mir dennoch die Kraft und die Freude am Leben momentan. Meine Vorstellungen die ich hatte, waren falsch, trotz Praktikas.

Seit vier Jahren. Du schriebst, du hast das Studium früh abgebrochen. Dann müßtest du ja jetzt schon recht lange in der anderen Ausbildung stecken. Mit dem Abschluß in der Tasche könntest du dich zumindest notfallmäßig auf eigene Füsse stellen, oder?

4 JAhre deshalb, weil es schon in der Schulzeit anfing. Studium, Praktikas etc. da kommt einiges an Zeit zusammen. Im besten Falle muss ich noch 1,5 Jahre durchhalten. Und "kein Spaß" ist sehr milde ausgedrückt.

Ja du hast recht meine Angst lähmt mich wahrscheinlich zu sehr. Es ist einfach schwer diese Angst nicht zu haben, wenn man schon mehrfach euphorisch an eine Sache rangegangen ist, sich abgesichert hat so gut es ging, und man es abbrechen musste. Und wenn sich das mehrfach wiederholt, dann denkt man, das würde ewig so weitergehen. Dazu dieser hohe Gesellschaftsdruck, glattgebügelter Lebenslauf etc. Was ich grade tue ist Zickzackkurs. Dieser Druck wird immer höher, dass es dieses Mal klappen muss. Aber wieder nicht.

Irgendwie habe ich ständig depressive Phase (ob es wirklich Depresssion ist oder nicht, dazu habe ich keine Lust und Kraft das auch noch zu interpretieren), ich schaff es immer da raus für einige Tage und es geht mir wieder besser (so wie jetzt) aber kaum sind 3-4 Tage rum, stürze ich wieder ab, ich fühl mich dann absolut hilflos und alles scheint nur noch schwarz um mich herum. Und an so Tagen wie heute wo es mir besser geht, kann ich deine Meinung viel eher teilen "Alles nicht so schlimm, es geht immer weiter, ich schaffe das, die Angst macht mich nicht klein, es geht vielen so". Aber dann kommt wieder die andere Seite, gegen die ich ankämpfe. Wie oft schaffe ich da wieder raus? Was wenn einmal nicht? Hmm..
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
SanfteWelle Wenn alles ein bisschen viel wird Ich 23
W Gerade alles zu viel: Trennung, Verlust, Job... Ich 80
Schutzhuette Ich fühle mich nicht gut obwohl alles gut ist... Ich 27

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben