Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

"alles wird gut!?!" - problemkind mit 15

  • Starter*in Starter*in jackyc
  • Datum Start Datum Start
J

jackyc

Gast
hallo,
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:
ich bin jacky (jacqueline), 40 jahre, 2 kiner (12 und 15) und seit 96 geschieden, wieder geheiratet im april diesen jahres (man soll ja die hoffnung nie aufgeben).

mein problem: meine tochter saskia (15 1/2 jahre).

sie war immer schon ein papa-kind und zutiefst getroffen, als er uns ´94 (sie war grad 4 jahre) verlassen hat. in meiner damals grenzenlosen wut habe ich soviel nicht verstanden - ich glaube, heute zahlt sie mir heim, dass ich nicht bei ihm geblieben bin.
damals allerdings fin eine odysse an...
ein halbes jahr nach der trennung lernte ich einen anderen mann kennen, von dem ich glaubte, er wäre die große liebe (ja, mit 30 glaubt man noch an sowas).
ein jahr später zogen wir bei ihm ein -
kurzfassung - ich zog 3 x mal ein und aus bei ihm in 4 jahren - bis ich nicht mehr konnte und endgültig wegging. er kam mit den kindern nicht klar, sie nicht mit ihm und ich nicht mit der situation.
wieder ein halbes jahr nach dieser trennung lernte ich meinen jetzigen mann kennen - es gibt sie doch - die große liebe!!!!
leider hat all das meine kinder wohl sehr mitgenommen, obwohl ich immer für sie da war, sie in meinem leben immer an erster stelle standen - dennoch wollte ich nie auch auf ein eigenes leben verzichten - falsch ?? - nun, man wird sehen...
jedenfalls ist meine tochter mit den jahren immer aggresiver geworden. doch ich habe lange zeit die augen verschlossen. sie war im akkordeonorchester, gut in der schule, lernte klavierspielen... mit 12 jahren wollte sie zu ihrem papa ziehen. da dieser sich in all den jahren nicht wirklich für sie interessiert hat, zudem vollzeit berufstätig war, gerade mit einer neuen freundin zusammengezogen war hielt ich es für keine gute idee - er aber schon (klar, fiel damit doch die leidige unterhaltszahlung weg) - außerdem war er nie wirklich am leben seiner kinder interessiert, kannte sie kaum (die wochenenden verbrachten sie meist vor PC oder Fernseher, kam zu keinem Vorspiel des orchesters oder klavierkonzert - kurz enttäuschte seine kinder, wann immer möglich. und trotzdem wollte sie zu ihm. schweren herzens musste ich sie gehenlassen - aber es kam wie vorhergesehe. papa wurde mit dem freiheitsdrang seiner tochter nicht fertig, tochter rutschte in schule ab, nahm drogen und entzog sich jeglicher kontrolle. bei einem ferienaufenthalt bei mir im letzten jahr im april teilte er uns telefonich mit, dass er sie nicht zurück will!! wir waren gerade umgezogen, mussten wieder alles wegen saskia ummodeln, machten es aber (jedenfalls ich - gerne). seit dieser zeit wird es immer schlimmer mit ihr. ich habe von anfang an das JA miteinbezogen und sie macht seit oktober eine psychotherapie aber nichts hilft. sie hält sich an keine regeln, macht mehr oder weniger was sie will. kann super lieb sein - aber wehe, sie bekommt nicht ihren willen. ihre freiheit und freunde gehen ihr über alles. sie lügt, klaut, schlägt (ja, auch mich), schreit rum, rastet völlig aus, wenn sie ihren willen nicht bekommt. durch ein gerichtsurteil (sie hatte mit einer freundin eine handtasche gefunden und die darin befindliche ec-karte nebst geheimzahl benutzt und eingekauft - es mir aber später erzählt - was den staatsanwalt milde gestimmt hat) haben wir nun eine familienbetreuerin, die uns bei unseren schwierigkeiten zur seite stehen soll. ich bin ziemlich fertig, zumal ich mir von ihr viel anhören muss (stirb doch, ich scheiss auf dich, du warst noch nie für mich da ...) leider hat das auch auswirkungen auf meine beziehung - wir sind nur noch am streiten...

"alles wird gut" - was soll nur werden??? ich liebe sie so sehr, aber ich bin am ende mit meiner kraft!
 
Hey Jacky,

ich melde mich mal als Mensch, der wohl beide Seiten ganz gut kennt. In meiner Kindheit sind wir auch ständig zu irgendwelchen Männern gezogen und dann wieder ausgezogen, das hat mich natürlich auch mitgenommen und in diesem Alter, in dem jetzt auch Deine Tochter ist, hatte ich genau die gleiche Einstellung zu meiner Mutter - und meinte es durchaus ernst damit. Sie war mir egal, ein Dorn im Auge, so wie ich mich eben immer als Kind gefühlt hatte in ihren Augen.
Heute habe ich selber eine Tochter, die ist noch jünger, erst 9, aber trotzdem hat sie auch schon einiges durch. Die perfekte Familie konnte ich ihr leider bisher nicht bieten, sie meint immer, wenn Papa da wäre, wäre alles, wirklich alles perfekt (und dabei haben wir uns getrennt als sie gerade ein Jahr alt war). Also aus dieser Sicht mache ich mir auch ziemliche Sorgen was in ein paar Jahren auf mich zukommen könnte...

Das mit der Therapie ist kein falscher Ansatz, aber wenn ich an mich damals zurückdenke... glaube nicht, dass ich da ernsthaft mitgemacht hätte. Das Problem lag ja eigentlich nicht bei mir, sondern in der Kombination Mutter/Ich/gemeinsame Vergangenheit. Noch bis vor Kurzem sogar habe ich nie gesehen, dass meine Mutter auch eine schwere Zeit hatte und dass wir eigentlich vieles dadurch gemeinsam haben, auch mehr gemeinsam erlebt haben, als ich immer dachte. Die Probleme sah ich eben immer nur auf meiner Seite. Trotzdem hätte es nichts genutzt, wenn sie mir einfach gesagt hätte "Du, ich hab auch gelitten", das wäre mir egal gewesen, aus meiner Sicht wahrscheinlich sogar recht geschehen...
Das einzige, was ich mir heute vorstellen kann, was etwas hätte nutzen können, wäre eine gemeinsame Therapie gewesen. Da ist Platz für beide Erinnerungen, emotionen beider Seiten, Sichten beider Seiten aber dazu eben noch jemand, der es ein wenig lenken, begleiten kann und vor allem STOP sagt, wenn einer von Euch (ja da schließe ich auch Dich mit ein) sich in verletzte Emotionen verrent und dem anderen aus Hilflosigkeit der eigenen Gefühle noch mehr verletzt.

Gel06
 
Hallo Jackyc
Es macht mich sehr Betroffen wenn ich das Lese.Warum machen die Kinder das mit uns.Welches Recht nehmen sie sich raus.Ich kann dir leider keinen Ratschlag geben.Aber ich verstehe dich und deine Gefühle!
Wenn du das Bedürfniss hast zu reden mail mich privat an!
Wünsche dir alles Liebe und ganz viel Kraft!!
LG
mausilein(Sabine)
 
Hallo
hab Dir eben ein Mail geschickt!
Das Problem ist, denke ich, dass wir mit Geburt unserer Kinder aufhören sollen, als eigenständige Menschen zu existieren. Ich wollte das nie, bin daher auch immer angeeckt! Ich habe meinen Kindern jeden Wunsch von den Augen abgelesen, Reiten, Klavier lernen, Klavier kaufen, tanzen, Taxi fahren usw. Immer hart an der Grenze zum Existenzminimum - und heute werd ich bekaut und belogen. Was soll also das ganze??? Ich hab nocht nicht mal einen Glückwunsch zum Muttertag erhalten. ***schnief, mir doch egal, schnief***
Aber jetzt ist Schluss - wenn keiner an mich denkt, denk ich selbst an mich!

Bisher dachte ich immer, dass ich die einzige mit diesem Problemen bin. Leider musste ich hier feststellen, dass es wohl nicht so ist (So fühle ich mich doch gleich weniger als Versagerin!!!)

Alle Macht den Müttern - Und Buh allen Klugscheißern, die genau wissen, was die lieben Kinder wollen und brauchen!

Wir haben doch auch nur ein Leben - und Gott weiß, wieviele Tränen ich schon wegen meiner Tochter vergossen habe. Sie wurde weder vernachlässigt noch sonst was. Alles, was ich mir vorwerfen kann ist meine Mutterliebe.

Doch wie heißt es: Erwarte keine Dankbarkeit, dann spürst Du den Tritt nicht so, den Du bekommst.

Bis bald
LG Jacky
 
Jacky lass dich nicht runterziehen. Jeder sieht und hört anderes und macht sich so seine Gedanken. Alle vertrauen dir hier ihren Teil ihrer Betrachtungsweise an. Lady_Nina hat festgestellt dass die Erziehung eine wesentliche Rolle spielt. Gut sieh es nicht gleich als Vorwurf du kannst für dich und dein Gewissen bestätigen dass du für sie alles getan hast und für sie da warst. Also fällt der Punkt weg, worüber regst du dich also auf.
Sortier für dich aus was in deinem Fall möglich wär versuch aus jedem seines Winkels deine Situation zu beleuchten. Jeder will nur helfen manchmal sind wir ungeschickt in der Formulierung und merken nicht wenn wir verletzen. Sei nicht allzu böse auf uns. schick dir ganz viel Kraft -----------------------
 
Liebe Jacky! Auch ich möchte Dir ganz viel Kraft wünschen und Du hast recht,auch wir Mütter haben ein Leben und nur dieses eine Leben. Mit der Geburt der Kinder opfert man sich automatisch auf, selbst wenn einem das garnicht so bewußt ist. Man kann nur sein Bestes geben und wenn man dies guten Gewissens von sich behaupten kann dann lass dich auch nicht kritisieren und fühle dich nicht schlecht. Ich kenne auch Mütter---grad mit Kindern im Alter zwischen 14 und 17 , die abends da sitzen und einfach nur weinen und nicht wissen was sie falsch gemacht haben oder tun könnten denn ihre Kinder sind ihnen völlig entglitten. Pupertät ist schon anstrengend-natürlich für beide Parteien. Auch meiner Freundin konnte ich nur raten (ihre Tochter ist 16 und auch alles andere als "dankbar" oder feinfühlig : Lass dich nicht unterkriegen, lass dir nicht alles gefallen! Auch bei aller Mutterliebe;es gibt Grenzen!! Sicher leidet Deine Tochter unter der Zurückweisung ihres Vaters und unter dem was sonst noch nicht so gut gelaufen ist. Doch erstens ist es nicht Deine Schuld, zweitens kannst du es auch nicht ändern und drittens ist - mal hart vormuliert - das Leben kein Wunschkonzert. Manchen sind schlimmere Dinge zugestoßen und sie sind trotzdem nett und schieben nicht die Schuld für alles auf andere. Vielleicht solltet ihr doch eine gemeinsame Therapie in Betracht ziehen. Schaden könnte es sicher nicht. Und man merkt daß dir ja auch sehr viel an deiner Tochter und an eurem Verhältnis liegt , und daß Deine neue und wie du sagst eigentlich gute Beziehung nachher noch an diesem Problem kaputtgeht darf ja auch nicht sein! Du hast ja schließlich auch viel hinter Dir und abgesehen davon auch das Recht glücklich zu sein und geliebt zu werden!! Ich wünsche dir von Herzen die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die du nicht ändern kannst, und alles alles Gute und---viel Glück! Ich drücke dich- Eternity
 
Ich lese in den Augen meiner Kinder AUCH jede Menge Wünsche(*grins*)-man kann aber Analphabet spielen......und will keineswegs so ein arrogantes Elternteil sein,wie ich es erlebte...mit Gewalt und Ignoranz.
Und ich versuche mit mehr oder weniger Erfolg(das heißt:manchmal scheint der "Erfolg"sehr unsichtbar*lach*) die Gratwanderung.
Meine Kinder erlebten (ohne ihre oder meine Schuld)jede Menge Armut/Ungerechtes Schicksal/Streßzeiten...
Und ich bin auch deshalb nicht immer gelassen,gerecht,fair...
Aber:ich rede über ziemlich ALLES mit ihnen..über ihre Sorgen,über meine Probleme,über die Grenzen der Demokratie...über meine Fehler...und natürlich andauernd(klar!!*kicher*) über ihre Schlumpeleien,Frechheiten...
Es ist eine ewige Gratwanderung.
Aber ich zeige nach "Gewitter" später auch immer,wie lieb ich sie hab.Trotzallem.Und--die Zärtlichkeit,die sich meine Eltern "verboten" (so eine bescheuerte Erziehung!!!!)gebe ich reichlich.
Und zeige auch,daß ich mich über putzige Kinderzeichnungen,abstrakte Geschenke,Aufmerksamkeiten,Knutschies freue.
Und ich bin sehr froh,daß die extremsten Streits folgenlos blieben(da ich wegen Vergangenheit bei lauten Szenen PANIK bekomme...).
Hm...mein "Muttertag"begann mit finstersten traurigen Gedanken an die Situation mit meinen Eltern,ging weiter mit pennenden Teanagern(guuut!!Ruuuuhe!!),einer (weitergeschenkten???) Rose deshalb schon am Vorabend,beim "Aufstehen" wurde Schoko nachgereicht...virtuellen Grüßen und einem einem etwas unordentlichen Zwerglein...welches mir 4 Hustenbonbons(WOW!!),meine selbstgekaufte gezuckerte Kondensmilch...unerkennbares Gebasteltes(Häää??) und Küßchen schenkte.
Und mit mir frühstückte.Immerhin EIN netter junger Mann in meinem Leben.
#
Da ich Feiertage hasse..und auch nicht förmlich bin,hat mich trotzdem das alles sehr gefreut.Und ich hatte mal wieder einen Grund zum Heulen.
Hab ich mir gedacht: zwar wäre aktivere Mutter-entlastung noch schöner gewesen...aber:
bin sehr froh,daß ich immerhin ab und zu so richtig "angeschleimt" werde....denn nur eine "gutgelaunte Mom" ist auch eine "hilfsbereite Mom"..denn:ich habe schon erfolgreich bissel dazugelernt...da ich AUCH solche Fehler machte....zu einseitiges Geben (als Gegenreaktion zu finsterer Kindheit).
Ein Patentrezept gibts nicht.
Immer wieder versuchen,sich zu verstehen aber auch zu fordern.Sich ernst nehmen.Von klein auf SAGEN,daß niemand perfekt ist und jede Familie eigene Regeln hat.
Falsch ist eine Haltung:ich habe das und das getan,nun sei gefälligst dankbar.
Dann lieber AUCH schon früh mal streiken.STOP sagen.
Wenn man nicht so überreich gibt,werden kleine Dinge mehr gewürdigt?
Ich finde bedenklich,welche MENGEN an Geschenken z.B. zu Ostern,Nikolaus,Kindertag übergeben werden..JEDER WUNSCH muß erfüllt werden.
Naja...wie gesagt..bin auch nur ein "Suchender im Nebel"...mache hoffentlich ein bißchen weniger Fehler als meine Eltern.

Und finde es nur immer megatraurig,wenn sich gerade in den WICHTIGSTEN Jahren(14-18) so enorm die negativen Emotionen aufbauen.
Eigentlich fänd ich eine "Elternnotfallbesteck" mit diversen Betäubungsgasen,Schnell-beruhigungstropfen...und LMAA-Pillen gut...oder solche "Austobe-käfige"..hm--Hamsterrad?
Oder bemannte Raketen...von der Ostsee können die Jugendlichen 500km zurücklaufen und sich abkühlen dabei...nun ja...irgendwie sehe ich mal wieder eine Marktlücke....
Ich grüße und umarme alle gestreßten Eltern !
ES WIRD IRGENDWANN BESSER!! (Für die Kids mit uns--*lach* !!)

Yeah...sagt Euch die emotionsgeschüttelte
Micky (-;
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben