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Alkoholproblem in "Schwiegerfamilie"

PlanlosPlanlos

Neues Mitglied
[FONT=&quot]Hey Leute, [/FONT]
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[FONT=&quot]bräuchte mal ein paar Meinungen zu einem Problem mit meiner "Schwiegermutter". [/FONT]
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[FONT=&quot]Kurze Beschreibung zu Ausgangssituation: Mein Freund und ich sind seit fast 10 Jahren zusammen und leben mittlerweile auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinen Eltern.[/FONT]
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[FONT=&quot]An sich komm ich mit ihr recht gut klar, wäre da nicht ihr Alkoholproblem. Dies besteht schon seit Jahren. Es ist allerdings nicht so, dass sie jeden Tag oder schon morgens blau ist. Sondern eher:Sobald irgendein zwischenmenschliches Problem auftaucht (mit Mann, Sohn, Freunden oder auch mir) zieht sie sich zurück und trinkt größere Mengen Hochprozentiges.[/FONT]
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[FONT=&quot]Der Höhepunkt des Problems gab es vor ca. 3 Jahren. Meist beschränkten sich die Vorfälle auf den Abend oder späten Nachmittag. Nach starkem Konsum lag sie danach besinnungslos im Bett oder auf der Couch. Wenn es nicht so arg war, kam sie auch mal zu uns rüber und hielt uns wirre und recht sinnlose Gespräche. Keine Problemeinsicht war vorhanden. Mein Freund und ich versuchten sie dann möglichst schnell wieder auf unsrer Wohnung zu bekommen. Wir drückten auch explizit aus, dass wir ihr Verhalten nicht gutheißen und tolerieren wollten. Wenn sie sich Hilfe suche wollte, würden wir sie unterstützen, aber definitiv nicht in ihrer Sucht.
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[FONT=&quot]Im Sommer 2014 bemerkte ich das erste Mal (ich war zu Fuß im Dorf unterwegs und sie kam zufällig vorbei und nahm mich mit), dass sie zumindest angetrunken Auto fährt.[/FONT]
[FONT=&quot]Natürlich stritt sie alles ab, auch ihrem Ehemann war es egal. Öffentlich (auch vor uns) streitet er ab, dass seine Frau ein Problem hat. Hinter verschlossenen Türen provoziert er sie pausenlos mit ihrer "Schwäche". Trinkt demonstrativ selbst größere Mengen Wein vor ihr, um ihr vorzuhalten, wie toll er seinen eigenen Konsum im Griff hat. Verführt sie in der Öffentlichkeit zum Trinken – Denn, was sollen die Leute denken, wenn die Frau plötzlich keinen Alkohol mehr trinkt. Man würde doch merken, dass etwas bei denen nicht stimmt, und sowas darf nicht sein. Der schöne Schein nach außen muss gewahrt werden.[/FONT]
[FONT=&quot]Der Sohn ist auch hilflos, kommt nicht mit Vernunft seinen Eltern bei.
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[FONT=&quot]Dann kam ein Tag im Winter, seine Mutter war zu einem Termin abends unterwegs und fuhr dabei ein parkendes Auto an und beging Fahrerflucht. Laut ihrer Aussage wollte sie die Sache später regeln, denn es sei ja nur ein Kratzer gewesen, aber der Termin superwichtig.
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[FONT=&quot]Nur blöd für sie, dass die Aktion jemand mit bekommen hatte und die Polizei rief. Noch bevor sie wieder zuhause war, standen auch schon die Beamten vor ihrer Tür und nahmen Schwiegermutti mit. Ihr Mann war nur sauer, weigert sich irgendwas zu tun. So blieb es an meinem Freund und mir hängen, sie von der Wache abzuholen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir nur dass sie alkoholisiert gefahren und der Führerschein ist erstmal weg sei.
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[FONT=&quot]Wir ahnten nicht, wie stark sie alkoholisiert war. Da ich sie in verschieden Alkoholisierungsgraden bereits erleben durfte, sie noch halbwegs verständlich reden konnte und auch kaum sonstige Ausfallerscheinungen zeigte, ahnten wir nicht, dass sie dennoch 1,8 Promille (Bluttest) hatte.
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[FONT=&quot]Die Höhe ihres Alkoholpegels war uns erstmal lange nicht bekannt. Der ganze Papierkram (inkl. festgestelltem Blutwert, Sperrzeiten etc.) wurde vor uns verheimlicht, wir fragten auch nicht nach. Ist ja schließlich ihre Sache gewesen. Positiv war, dass sie sich zumindest ihrem Hausarzt anvertraute und der dieser anscheinend (genaueres bekamen wir nie mittgeteilt) weitere Stellen zur Hilfe empfahl.
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[FONT=&quot]Insgesamt war in dem Jahr nach dem polizeibekannten Vorfall die Entwicklung ihrer Suchterkrankung positiv.Sie hatte eine gewisse Problemeinsicht (wobei die Polizei und der Besitzer des demolierten Autos für sie immer noch eine Teilschuld trugen - die hatten ja schließlich "total überreagiert"). Naja sie war in ärztlicher Behandlung, es gab keine größeren Vorfälle, bei der wir sie betrunken angetroffen hatte.
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[FONT=&quot]Dann ca. ein Jahr später (anscheinend war Sperrfrist abgelaufen) wollte sie den Führerschein neu beantragen/wieder zurück. Und da kam "plötzlich" für sie raus, dass das mit dem Wiedererhalt des FS gar nicht so einfach ist, da bei einem solchen Blutwert die MPU unumgänglich ist. Auf dem Amt, auf dem sie es erfahren hatte, meinte anscheinend ein recht einfühlsloser Beamter zudem: "Sie müsse sich gar nicht die Mühe machen, die nötigen Anträge/Formulare auszufüllen, der Erfahrung nach schaffe die MPU ja eh so gut wie keiner".
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[FONT=&quot]Kurz danach wurden mein Freund und ich erst in das ganze Ausmaß des Vorfalls eingeweiht (inkl. dem damaligen Alkoholwert), als sie sich bei uns über ihre Misere aufheulte. Plötzlich waren wieder alle anderen schuld, die blöden Polizisten die sie damals nicht darüber informiert hatten, dass sie zur MPU muss, der Idiot der die Fahrerflucht angezeigt hatte etc. Hätte sie das alles früher gewusst, hätte sie ja schon sich viel früher um die MPU kümmern können. Anscheinend war sie der Meinung, sie läuft nach einem Jahr aus Amt, bekommt den FS wieder und alles ist gut. Wär ich rechtzeitig informiert gewesen, hätten ich auch ihr ganz eindeutig sagen können, dass sie um die MPU nicht drum rumkommt. Nur durch ihre Geheimniskrämerei über das Thema, konnten wir nichts wissen. Wir boten ihr an sie weiterhin zu unterstützen, wenn sie neben ihrer Krankheitsbehandlung auch Vorbereitungskurse zur MPU besuchen wolle. Dies lehnte sie alles ab, da der Beamte mit der recht blöden Aussage ein Sohn/Neffe o.ä. von jemand aus ihrem Bekanntenkreis ist von dem sie sehr viel hielt, und so jemand müsse ja recht haben.
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[FONT=&quot]Kurz darauf teilte sie uns mit, sie haben ja ihr Trinken mittlerweile "im Griff" und sich dazu entschlossen in Zukunft ohne FS Auto zu fahren. Sie sei ja in 40 Jahren mit Führerschein nie von der Polizei angehalten worden, hatte bis zu dem Vorfall nie einen Unfall gehabt. Daher sei es unnötig sich um den FS zu bemühen. Die MPU sei ja eh nur Abzocke und Schikane, sie würde ja nicht auffallen. Mein Freund und ich waren vollkommen entsetzt, konnte sie aber nicht zu Vernunft bringen. Ihr Mann unterstützte sie sogar in ihrem Vorhaben, war der gleichen Meinung wie sie. Außerdem müsse er sie nicht mehr zum Einkaufen etc. fahren und sei somit diese Belastung los.[/FONT]
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[FONT=&quot]Vernünftige Gespräche sind vor allem mit dem Schwiegervater eh nicht möglich, er hat so eine klassische Familienpatriachen-Rolle: Seine Meinung ist Gesetz, Widerworte werden nicht geduldet. Wir hätten kein Recht darauf uns einzumischen. Da mein Freund und ich keine Möglichkeit sahen, beschlossen wir uns erst mal rauszuhalten. Gespräche sind nicht möglich und wir beschlossen es einfach zu ignorieren. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt ihr Trink-Verhalten halbwegs im Griff, wir dachten sie hätte auch noch eine Reihe weitere Hilfs- und Beratungsangebote angenommen. Wir beschlossen also, dass wenn keine alkoholisierten Vorfälle auftreten, sie bzgl. des Autofahrens zu ignorieren. Mein Freund will auf keinen Fall den Familienfrieden gefährden und wenn Mutti ohne FS Auto fährt, sei das ihre Sache. Solange sie nicht trinkt stellt sie schließlich keine größere Gefahr da, als andere Autofahrer. Die Konsequenzen wenn sie angehalten wird, in Unfälle verwickelt wird, der fehlende Versicherungsschutz müsse sie selbst tragen und sie sei ja schließlich alt genug.
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[FONT=&quot]So weit so gut, dieser "Beschluss" von ihr ist jetzt auch über ein Jahr her. Es ging lange genug gut und ist (wenn sie nicht trinkt) auch nicht meine Angelegenheit. Nur ist es ja mal leider so, dass sich so einen Alkoholerkrankung nicht einfach in Luft auflöst.[/FONT]
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[FONT=&quot]In der Zwischenzeit ist noch folgendes diesbezüglich herausgekommen: Der Hausarzt der informiert war und bemüht war ist mittlerweile im Ruhestand. Soweit ich weiß, hat sie den neuen nie über ihre Suchtproblematik informiert. Bei einem Psychologen oder Psychiater war sie trotz Empfehlung des alten Arztes nie gewesen. Auch eine empfohlene Selbsthilfegruppe hat sie, wenn überhaupt, nur wenige Male aufgesucht.[/FONT]
[FONT=&quot]Die einzige Behandlung, die sie wirklich erfahren hatte, war dass der alte Hausarzt sie zu weitern (nicht wahrgenommen) spezialisierten Stellen weiterleiten wollte und ihr Tabletten zur Beruhigung und gegen den Suchtdruck verschrieben hat.[/FONT]
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[FONT=&quot]Mittlerweile gibt es auch Anzeichen, dass sie wieder vermehrt trinkt. So waren wir 2 Wochen in Urlaub, als wir wieder zurückkamen fehlten größere Mengen hochprozentiger Alkohol aus unserer Wohnung (vorsichtig geschätzt 1,5-2l; aus definitiv ungeöffneten Flaschen fehlten beträchtliche Mengen, Flaschen in denen noch einiges war, standen plötzlich leer im Schrank usw.). Mittlerweile steht sie auch abends (ca. 2 x pro Woche) wieder vor unserer Wohnung und hält uns wieder wirre Gespräche. Oft dauert es eine Stunde und länger bis ich sie wieder los bin.[/FONT]
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[FONT=&quot]Problem ist, mein Freund steht der ganzen Situation immer hilfloser gegenüber. Die Sache mit den leeren Flaschen wurde nicht angesprochen. Er wolle die Sache erst mit seinem Vater bereden, es passierte nichts. Die wirre Auftritte abends werden bagatellisiert: „Die ist halt mittlerweile so. Das kann man gar nicht mehr unterscheiden, ob sie was getrunken hat oder nicht. Die ist ja früher ja auch nie auf den Punkt genommen“. Ich finde man riecht es auch, wenn sie getrunken hat. Weniger den Alkohol selbst, als die komische Mischung aus Parfum und Bonbons, mit dem sie versucht die Anzeichen einer Alkoholfahne zu verbergen. In ihren nüchternen Phasen, riecht sie nie so penetrant. Aber leider hat mein Freund generell einen extrem schlechten Geruchssinn.
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[FONT=&quot]Mein Problem ist, ich kann das ganze Verhalten nicht weiter tolerieren. Ich bin mir fast sicher, dass sie auch wieder manchmal angetrunken fährt. Mir ihr oder ihrem Mann lässt sich nicht reden. Mein Freund kommt mit der Situation auch nicht wirklich klar und kommt auch nicht an sie ran. Wir können halt versuchen, den Kontakt zu minimieren, aber selbst das bringt nicht viel, da wir in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen. Weitere Familienangehörige und Freunde sind entweder gar nicht eingeweiht oder wissen nur dass der FS mal kurze Zeit weg war. Aber nicht das ganze Ausmaß dahinter. Es zudem wurde auch ein Verbot ausgesprochen weiter Familienangehörige zu informieren, auch mein Freund ist die ganze Sache mehr als peinlich und gegen ein solches Vorgehen.
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[FONT=&quot]Weitere Vertrauenspersonen die ins Gewissen reden könnten mit ins Boot zu holen, ist daher ohne gewaltigen Ärger für mich nicht möglich.
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[FONT=&quot]Vor kurzem hab ich vor meinem Freund offen gesagt, dass ich keine Lust hab weiter zuzuschauen, wenn seine Mutter wieder zu saufen und fahren anfängt. Dass ich sie lieber anzeigen werde, als damit leben zu müssen, dass sie sich vielleicht selbst oder gar andere totfährt. War vielleicht sehr offen und direkt, aber er leugnet, dass sie alkoholisiert fahren würden, und überhaupt dass sie wieder stark trinken würde.
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[FONT=&quot]Er bezeichnete mich als Denunziantin und dass er mit mir, im Falle einer Anzeige, Schluss machen würde. Schließlich würden auch einige Freunde von uns nach dem Trinken fahren (Ehrlich gesagt ist mir nur eine Person bekannt, die überhaupt trinkt und fährt und bei dieser ist aber auch nach 2 Bieren Schluss mit fahren). Ich sei somit nicht mehr für ihn haltbar und müsse auch damit rechnen, dass ich ein Großteil unsrer Freunde verlieren würde, wenn ich seine Mutter anzeige. Mit einer Denunziantin will ja keiner was zu tun haben. [/FONT]
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[FONT=&quot]Naja ich glaube nicht daran, finde seinen Umgang mit mir und meinem Gewissen mehr als abartig. Man muss dazu noch wissen, dass die Beziehung ansonsten gut läuft. Ich kann es auch verstehen, dass er den Schritt der Anzeige nicht selbst bei der eigenen Mutter tun kann. Ich will der Frau auch nicht einfach eins auswischen, dafür ist sie (wenn sie nüchtern) ist, eine sehr freundliche Person. Ich würde sie auch nicht anzeigen, wenn sie nüchtern ohne FS fährt. Das ist ihre Sache und ihr Risiko. [/FONT]
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[FONT=&quot]Wie seht ihr die Situation?[/FONT]
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[FONT=&quot]Im Moment besteht mein Beschluss darin bei der Polizei anzurufen, wenn ich weiß wo sie unterwegs ist und ich den begründeten Verdacht hab, dass sie getrunken hat. Gespräche haben soweit nichts gebracht, daher sehe ich mich leider zu dem Schritt gezwungen.


Das war jetzt ein verdammt langer Text und musste mal von der Seele geschrieben werden. Ich hoffe das ganze ist denoch halb verständlich.

Liebe Grüße
Frau PlanlosPlanlos
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Hallo,

Das ist eine schlimme Situation und umso schlimmer ist es, wenn sich alle damit "abfinden" - wenn sie aber selbst Hilfe ablehnt, dann kann man da leider auch nichts machen.

Was du aber tun kannst:
du kannst es anonym melden, dass ein Auto der Marke X in der Farbe Y auf der ABC Straße unterwegs ist und Schlangenlinien fährt oder du gesehen hast, wie die Fahrerin offensichtlich betrunken eingestiegen ist.
Dann guckt die Polizei nach und wird relativ schnell heraus finden, dass die Dame keinen Führerschein hat und das wird strafrechtlich harte Konsequenzen nach sich ziehen.
Ob es was hilft im Bezug auf die Sucht ist fraglich, aber zumindest wird sie es sich sicher überlegen, ob sie Sowas nochmal macht.
Ansonsten kannst du dich auch Anonym bei der Polizei beraten lassen.
Das hinter dem Rücken deines Partners zu machen ist sicherlich nicht fair, aber da eh jeder alles unter den Teppich kehrt, fände ich das moralisch akzeptabel, denn hier geht es ganz konkret um Menschenleben, wie du schon richtig geschrieben hast.
Dann wärst du aus der ganzen Nummer soweit raus und deine Schwiegermutter kann selbst zusehen, wie sie aus dem Schlamassel wieder heraus kommt.
 
Ich kenne die Alkoholproblematik aus nächster Nähe. Tatsache ist, dass deine Schwiegermutter ohne eine körperliche Entgiftung im Krankenhaus und dann folgend eine stationäre, mehrmonatige Therapie und im Anschluß daran regelmäßige Teilnahme einer Selbsthilfegruppe, es nicht schaffen wird, vom Alkohol loszukommen. Natürlich braucht sie auch die volle Unterstützung der Familie. Aber all das ist nur möglich, wenn sie es selbst will. Ohne ihren Willen geht da nichts. Alkoholismus ist eine Krankheit und hat mit dem Willen oder Charakterschwäche nichts zu tun. Denn sie ist nicht in der Lage z.B. zu sagen, ich trinke heute zwei Gläser Wein und dann ist Schluß. Sie leidet unter einem Kontrollverlust und der hat zur Folge, dass sie nicht einfach aufhören kann zu trinken, selbst wenn sie es will. Die Einsicht von ihr, dass sie Alkoholikerin ist, ist der erste Schritt in eine trockene Zukunft. Ich will auch nicht verschweigen, dass die Rückfallquote sehr hoch ist. Deshalb glaube ich nicht, dass es bei ihr Zeiten gegeben hat, wo sie ihren Alkoholkonsum unter Kontrolle hatte. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass viele Alkoholiker heimlich trinken und lügen können wie gedruckt.

Dass sie ohne Führerschein fährt ist ganz übel. Selbst wenn sie nicht trinken würde und dann einen Unfall hätte, können das böse Folgen haben. Noch schlimmer mit Alkohol. Da gefährdet sie Andere und kann u.U. eine ganze Familie zerstören. Und ihre eigene Familie in den Ruin treiben. Ich habe dafür kein Verständnis und würde nochmals versuchen mit dem Schwiegervater zu reden. Vielleicht gibt es in deiner Umgebung auch eine Vertrauensperson die dir behilflich sein kann.

Ob ich sie anzeigen würde? Ich weiß es nicht. Vielleicht schon. Denn sie gefährdet andere Menschenleben. Sieht dein Freund das nicht auch so? Vielleicht kann er mal seiner Mutter ins Gewissen reden, dass sie das freiwillig lässt. Denn die Folgen können katastrophal sein. Außerdem ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie in eine Polizeikontrolle kommt. In ihrer Haut möchte ich dann nicht stecken. Ihren Führerschein wird sie dann niemals mehr wiedersehen.

Frage sie mal und auch deinen Schwiegervater, wie sie reagieren würden, wenn ihr eigener Sohn durch einen ange-(be)trunkenen Autofahrer tödlich verletzt wird. Ich kenne Alkoholiker denen mit einem Alkoholgehalt im Blut von 1,7 Promille nicht anzumerken ist, dass sie betrunken sind. Das sind Spiegeltrinker. Da wundern sich schon oftmals Ärzte, die mit dieser Problematik vertraut sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Anuga für Deine liebe Antwort.

Das mit ins Gewissen reden ist so eine Sache. Klar haben wir es schon oft versucht, nur leider ohne jeglichen Erfolg. Die ganze Alkoholismus-Problematik (das Verheimlichen, die Problemeinsicht und der Kontrollverlust) ist mir mehr als bewusst. Sie ist krank und braucht Hilfe und dies geht nicht ohne eigenen Willen. Ich persönlich hatte gottseidank noch nie wirklich in meinem Umfeld andere Erfahrungen mit Alkoholismus, dennoch bin ich auf dem Gebiet nicht uninformiert (bei meinem Studium gab es in der Richtung auch einige Berührungspunkte ;-) )

Der Willle zur Therapie und Problemeinsicht ist quasi nicht (mehr) vorhanden. Nach dem Führerscheinverlust war mal ein Ansatz an Einsicht vorhanden, doch das Vergangenheit. Das Problem liegt meines Erachtens auch bei ihrem Mann, der wenig unterstützend ist und extrem auf seine Außenwirkung bedacht ist. Für ihn darf es keine Probleme in der Familie geben (oder zumindest nicht solche, die für Außenstehende sichtbar sind). Dort Unterstützung zu finden ist nicht möglich.

Mein Freund tut mir einfach nur leid, er kann selbst seiner Mutter nicht helfen. Und auch Vertrauenspersonen zu finden ist nicht wirklich einfach. Mir fällt auch keine Person ein, die engen Kontakt mit ihr hat und offen mit ihr reden würde. Ich glaub schon, dass meinem Freund die Gefährungsproblematik durchaus bewusst ist. Er war auch recht schockiert, als sie verkündete wieder zu fahren. Aber reden bringt nichts. Ich erinnere mich an die Diskussion, als sie uns den Beschluss verkündet hatte. Wir hatten eher das Gefühl mit einem bockigen 16-jährigen Teenager zu reden, als mit einer erwachsenen Frau von über 60.


Auch mit den Polizeikontrollen ist es so eine Sache. Wir wohnen sehr ländlich und spontane Polizeikontrollen sind hier nicht sehr üblich. Hab mich über die Wahrscheinlichkeit in Kontrollen zu geraten auch schon mit vielen andern Leuten unterhalten. Die meisten wurden so gut wie nie kontrolliert. Hier ist recht bekannt, dass die Gefahr kontrolliert zu werden nur zu gewissen Anlässen wirklich besteht. Meist abends, wenn grad mal ein Dorffest irgendwo in der Nähe war oder wie jetzt zu Karneval. Sonst eigentlich nie. Die 2x in meinem Leben, bei denen ich persönlich angehalten wurde, waren einmal genau zu so einem Fest und das andere Mal in der nächsten größeren Stadt. Aber sonst ist hier auf dem Land ist nicht wirklich viel mit "zufälligen" Polizeikontrollen los. Also darauf zu hoffen, dass der Zufall zuschlägt ist keine wirkliche Option.

Da keine Einsicht herrscht seh ich die Anzeige, als letzten Weg der mir bleibt, die Gefahr zu minimieren.
 
Ich würde sie bei der nächsten fahrt in jedem fall anonym anzeigen.....im zweifel erfährt aie ja nixht mal, warum die polizei sie anhält.

Deinem freund musst du das ja nicht erzählen...

Ansonsten machst du dich mitschuldig am nächsten unfall.....
 
Hallo Planlos,
der Dreh- und Angelpunkt ist dein „Schwiegervater“. Wenn er hauseigene Probleme unter den Teppich kehrt, ist das keine gute Voraussetzung, um hier hilfreich einzugreifen. Du solltest also versuchen, ihn auf deine Seite zu ziehen. Vielleicht hat er auch einen guten Freund dem man vertrauen kann. Er sollte dann mit ins Boot geholt werden und mit deinem Schwiegervater reden. Ihm auch die Folgen eines evtl. Unfalls bzw. Polizeikontrolle klar machen. So wie du ihn schilderst, wird das wohl sehr schwer werden. Wahrscheinlich hat nur er die Möglichkeit seine Frau davon zu überzeugen, dass sie ohne Führerschein bzw. mit Alkohol das Autofahren sein lässt.

Er muss lernen zu begreifen, dass Alkoholismus nichts ist dessen man sich schämen bzw. sich minderwertig fühlen muss. Im Gegenteil. Jeder Alkoholkranke der es schafft ein trockenes, gesundes Leben zu führen, verdient von seiner Umwelt/Mitmenschen die größte Hochachtung. Und jeder der sich darüber abfällig äußert, sollte mal nachmachen, was diese Menschen geleistet haben. Ohne einen Tropfen Alkohol bis ans Lebensende durchzuhalten, ist eine Leistung die nicht unterschätzt werden darf. Wo doch der Alkohol an jeder Ecke zu finden ist. Denn auch wenn die von mir vorgeschlagenen Therapien gemacht werden, ist es immer noch sehr schwer, im alltäglichen Leben dem Alkohol zu entsagen.

Um den Familienfrieden nicht noch mehr ins Ungleichgewicht zu bringen, würde ich vorerst von einer Anzeige absehen. Dies wäre mein allerletztes Mittel hier einzugreifen. Denn wenn es so wie bisher weitergeht, wirst du dich schuldig fühlen, im Falle eines Unfalls.
 

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