O
out_of_order
Gast
Hallo allerseits,
Ich habe einen Job den ich nicht ausstehen kann. Aber vielleicht ist die Vorgeschichte hier sinnvoll:
Ich bin 24 und habe ein Ingenieurs-Studiengang absolviert. Das Studium habe ich gemacht weil ich nach der Schule nicht auf Anhieb eine Ausbildungsstelle gekriegt habe (waren vielleicht 10 Bewerbungen), und da dachte ich mir "na gut, dann eben Studium".
Das Studium ging dann recht reibungslos ab da die Lehrinhalte für mich sehr interessant waren und es mir somit nicht all zu schwer fiel zu lernen. Die Prüfungen habe ich alle im Erstversuch geschafft und das Studium in der Regelzeit mit einer Diplomarbeit abgeschlossen.
Da ich kein großer Networker (Stichwort Softskills, komm ich noch drauf) bin war ich nach dem Studium erst mal arbeitslos für 3 Monate. Ich hab mich in meinem Bereich auf alles mögliche Beworben, vom Ingenieur über Trainee bis hin zum Arbeiter. Dann hab ich eine befristete Stelle als Schichtarbeiter gekriegt. Das hat mir ganz gut gefallen, ich verstand mich super mit den Kollegen und die Arbeit war auch halbwegs abwechslungsreich und es gab genug zu tun. Die Stelle war jedoch an einen Auftragsaufschwung gekoppelt. Als dieser Einbrach gabs die Stelle dann auch nicht mehr und so wurde ich nach 4 Monaten nicht mehr gebraucht.
Nach weiteren 3 Monaten und zahlreichen Bewerbungen bekam ich dann die Zusage für eine Ingenieursstelle, womit wir dann jetzt endlich in der Gegenwart angelangt sind. Ich habe nie großen Wert darauf gelegt unbedingt Ingenieur zu werden, das Studium war mehr aus Interesse und weil ich keine Ausbildungsstelle bekam. Aber ich dachte mir, och wenn ich jetzt schon Diplom hab dann kann ich das ja mal probieren. Natürlich haben auch meine Eltern mich dahingehend gedrängt, dass ich doch n super Diplom habe und jetzt ein ganz erfolgreicher Ingenieur werden muss weil das super toll ist... Na was ich so bisher an Abteilungsleitern gesehn hab und wie die Leben (müssen) ist das alles andere als super toll für mich... Wie dem auch sei...
Im ersten Monat wurden mir noch, so zu sagen zum Aufwärmen, vom Chef Aufgaben gestellt wie "Rechne dies aus, rechne das aus, stell diese Formel auf etc...". Das hat noch ganz gut geklappt. Danach ging aber die "richtige" Arbeit los. Koordinierung der Arbeitsabläufe in Zusammenarbeit mit Kollegen und Unterstellten. Das funktioniert aber so was von gar nicht weil Softskills bei mir praktisch nicht vorhanden sind. Ich kann überhaupt nicht gut mit den Leuten umgehen, habe Schwierigkeiten auf sie zuzugehen und verstehe vieles nicht oder falsch, ganz einfache Dinge. Ich hab das Gefühl bei mir gibt es einen Knick in der Leitung und Informationen kommen gar nicht erst an. Es widerstrebt mir auch anderen Anweisungen zu geben. Das geht zum Teil soweit dass ich wirklich ne halbe Stunde im Büro sitze und mich selbst versuche dazu zu zwingen solche Interaktionen einzugehen. Diese halbe Stunde mache ich also praktisch gar nichts... Kurz gesagt ich bin so was von nicht als Führungspersönlichkeit geeignet, viel ungeeigneter könnte man kaum sein! Nun bin ich aber in der Situation dass ich ja eigentlich genau diese Aufgabe übernehmen soll... So wache ich also jeden Morgen auf und alles in mir weigert sich wieder zu dieser Arbeit zu gehen. Das geht nun seit beinahe einem halben Jahr so und ich will nicht mehr. Es hat sich mittlerweile sowieso eine Art Dauerblackout-Zustand eingependelt sodass ich zum Teil einfachste Aufgaben nicht mehr hinkriege und mein Gedächtnis zum Sieb geworden ist und ich alles mögliche vergesse und Aufgaben schlicht und ergreifend nicht erledige. Ich will einfach nur noch raus und hoffe jeden Tag dass endlich die Kündigung kommt aber scheinbar ist es nicht so einfach Ingenieure zu finden.
Jetzt könnte ich noch einige Absätze schreiben dass die Kollegen alles andere als hilfreich sind, die Arbeitsatmosphäre völlig unterste Schublade ist und eine Einarbeitung praktisch nicht stattfand... aber soweit ich bisher gelesen und von ehemaligen Mitstudenten gehört habe ist das in der Arbeitswelt absolut üblich, vor allem bei Jobs mit hoher Qualifikation, daher erspare ich euch das.
Ich habe angefangen mich für andere Stellen zu bewerben, beschränke mich dabei nur noch auf Jobs ohne Führungsposition. Da ich schon mal solch eine Arbeit gemacht habe, weiss ich dass ich damit eigentlich klar komme. Das Aufstehen am Morgen und dabei genau zu wissen was in der Arbeit kommt und zu wissen nicht überfordert zu werden, ist für mich mittlerweile unbezahlbar geworden und ich würde alles was ich jetzt habe sofort für so etwas wegschmeißen!
Dass jeder mit einer Ausbildung für die entsprechenden Jobs bessere Chancen hat als ich ist mir klar. Das Studium wird mir dabei zum Fluch. Die Frage, wieso ich denn keinen Beruf meiner Ausbildung entsprechend haben will, kommt 100%tig. Und da kann ich schlecht antworten "weil ich keine Softskills und Führungsqualitäten habe und meiner Meinung nach auch jetzt schon etwas ausgebrannt bin", damit fliege ich doch sofort aus dem Rennen. Ich möchte nicht meinen Job kündigen und dann arbeitslos sein, aber auf keinen Fall will ich noch länger als die Probezeit dauert bleiben, und die ist bald um. Nur tue ich mich eben bei meinen Bewerbungen schwer weil ich über meinen aktuellen Job dabei heftig stolpere und erklären muss wieso ich trotz meines bisher glänzendem Lebenslaufes keine entsprechenden Berufe mehr haben will. Ich wünschte mir ich hätte das Studium nicht geschafft oder gar nicht erst angefangen und ich würde mein Studium im Lebenslauf am liebsten verschweigen (nur hätte ich dann eine 4 jährige Lücke auszufüllen :-/).
Ich würde am liebsten sofort kündigen, nur leider weiss ich auch nicht genau wie ich das dann vermitteln soll... ok eigentlich muss ich in der Probezeit gar keinen Grund angeben, aber gefragt werde ich sicherlich und da muss ich ja irgendwas sagen...
Naja, es hat ein bischen gut getan das alles los zu werden, auch wenn dadurch nichts gelöst ist. Ich freue mich sehr darüber wenn ihr eure Meinung dazu schreibt und vielleicht hat der ein oder andere ja sogar eine Idee wie ich diese miserable Geschichte doch noch halbwegs wenig negativ darstellen kann in Bewerbungen, denn positiv lässt sich das bestimmt nicht mehr abschließen. Sicher bin ich mir nur, dass die letzten Monate die mit Abstand schlimmste Zeit in meinem Leben waren!
Gruß
out_of_order
Ich habe einen Job den ich nicht ausstehen kann. Aber vielleicht ist die Vorgeschichte hier sinnvoll:
Ich bin 24 und habe ein Ingenieurs-Studiengang absolviert. Das Studium habe ich gemacht weil ich nach der Schule nicht auf Anhieb eine Ausbildungsstelle gekriegt habe (waren vielleicht 10 Bewerbungen), und da dachte ich mir "na gut, dann eben Studium".
Das Studium ging dann recht reibungslos ab da die Lehrinhalte für mich sehr interessant waren und es mir somit nicht all zu schwer fiel zu lernen. Die Prüfungen habe ich alle im Erstversuch geschafft und das Studium in der Regelzeit mit einer Diplomarbeit abgeschlossen.
Da ich kein großer Networker (Stichwort Softskills, komm ich noch drauf) bin war ich nach dem Studium erst mal arbeitslos für 3 Monate. Ich hab mich in meinem Bereich auf alles mögliche Beworben, vom Ingenieur über Trainee bis hin zum Arbeiter. Dann hab ich eine befristete Stelle als Schichtarbeiter gekriegt. Das hat mir ganz gut gefallen, ich verstand mich super mit den Kollegen und die Arbeit war auch halbwegs abwechslungsreich und es gab genug zu tun. Die Stelle war jedoch an einen Auftragsaufschwung gekoppelt. Als dieser Einbrach gabs die Stelle dann auch nicht mehr und so wurde ich nach 4 Monaten nicht mehr gebraucht.
Nach weiteren 3 Monaten und zahlreichen Bewerbungen bekam ich dann die Zusage für eine Ingenieursstelle, womit wir dann jetzt endlich in der Gegenwart angelangt sind. Ich habe nie großen Wert darauf gelegt unbedingt Ingenieur zu werden, das Studium war mehr aus Interesse und weil ich keine Ausbildungsstelle bekam. Aber ich dachte mir, och wenn ich jetzt schon Diplom hab dann kann ich das ja mal probieren. Natürlich haben auch meine Eltern mich dahingehend gedrängt, dass ich doch n super Diplom habe und jetzt ein ganz erfolgreicher Ingenieur werden muss weil das super toll ist... Na was ich so bisher an Abteilungsleitern gesehn hab und wie die Leben (müssen) ist das alles andere als super toll für mich... Wie dem auch sei...
Im ersten Monat wurden mir noch, so zu sagen zum Aufwärmen, vom Chef Aufgaben gestellt wie "Rechne dies aus, rechne das aus, stell diese Formel auf etc...". Das hat noch ganz gut geklappt. Danach ging aber die "richtige" Arbeit los. Koordinierung der Arbeitsabläufe in Zusammenarbeit mit Kollegen und Unterstellten. Das funktioniert aber so was von gar nicht weil Softskills bei mir praktisch nicht vorhanden sind. Ich kann überhaupt nicht gut mit den Leuten umgehen, habe Schwierigkeiten auf sie zuzugehen und verstehe vieles nicht oder falsch, ganz einfache Dinge. Ich hab das Gefühl bei mir gibt es einen Knick in der Leitung und Informationen kommen gar nicht erst an. Es widerstrebt mir auch anderen Anweisungen zu geben. Das geht zum Teil soweit dass ich wirklich ne halbe Stunde im Büro sitze und mich selbst versuche dazu zu zwingen solche Interaktionen einzugehen. Diese halbe Stunde mache ich also praktisch gar nichts... Kurz gesagt ich bin so was von nicht als Führungspersönlichkeit geeignet, viel ungeeigneter könnte man kaum sein! Nun bin ich aber in der Situation dass ich ja eigentlich genau diese Aufgabe übernehmen soll... So wache ich also jeden Morgen auf und alles in mir weigert sich wieder zu dieser Arbeit zu gehen. Das geht nun seit beinahe einem halben Jahr so und ich will nicht mehr. Es hat sich mittlerweile sowieso eine Art Dauerblackout-Zustand eingependelt sodass ich zum Teil einfachste Aufgaben nicht mehr hinkriege und mein Gedächtnis zum Sieb geworden ist und ich alles mögliche vergesse und Aufgaben schlicht und ergreifend nicht erledige. Ich will einfach nur noch raus und hoffe jeden Tag dass endlich die Kündigung kommt aber scheinbar ist es nicht so einfach Ingenieure zu finden.
Jetzt könnte ich noch einige Absätze schreiben dass die Kollegen alles andere als hilfreich sind, die Arbeitsatmosphäre völlig unterste Schublade ist und eine Einarbeitung praktisch nicht stattfand... aber soweit ich bisher gelesen und von ehemaligen Mitstudenten gehört habe ist das in der Arbeitswelt absolut üblich, vor allem bei Jobs mit hoher Qualifikation, daher erspare ich euch das.
Ich habe angefangen mich für andere Stellen zu bewerben, beschränke mich dabei nur noch auf Jobs ohne Führungsposition. Da ich schon mal solch eine Arbeit gemacht habe, weiss ich dass ich damit eigentlich klar komme. Das Aufstehen am Morgen und dabei genau zu wissen was in der Arbeit kommt und zu wissen nicht überfordert zu werden, ist für mich mittlerweile unbezahlbar geworden und ich würde alles was ich jetzt habe sofort für so etwas wegschmeißen!
Dass jeder mit einer Ausbildung für die entsprechenden Jobs bessere Chancen hat als ich ist mir klar. Das Studium wird mir dabei zum Fluch. Die Frage, wieso ich denn keinen Beruf meiner Ausbildung entsprechend haben will, kommt 100%tig. Und da kann ich schlecht antworten "weil ich keine Softskills und Führungsqualitäten habe und meiner Meinung nach auch jetzt schon etwas ausgebrannt bin", damit fliege ich doch sofort aus dem Rennen. Ich möchte nicht meinen Job kündigen und dann arbeitslos sein, aber auf keinen Fall will ich noch länger als die Probezeit dauert bleiben, und die ist bald um. Nur tue ich mich eben bei meinen Bewerbungen schwer weil ich über meinen aktuellen Job dabei heftig stolpere und erklären muss wieso ich trotz meines bisher glänzendem Lebenslaufes keine entsprechenden Berufe mehr haben will. Ich wünschte mir ich hätte das Studium nicht geschafft oder gar nicht erst angefangen und ich würde mein Studium im Lebenslauf am liebsten verschweigen (nur hätte ich dann eine 4 jährige Lücke auszufüllen :-/).
Ich würde am liebsten sofort kündigen, nur leider weiss ich auch nicht genau wie ich das dann vermitteln soll... ok eigentlich muss ich in der Probezeit gar keinen Grund angeben, aber gefragt werde ich sicherlich und da muss ich ja irgendwas sagen...
Naja, es hat ein bischen gut getan das alles los zu werden, auch wenn dadurch nichts gelöst ist. Ich freue mich sehr darüber wenn ihr eure Meinung dazu schreibt und vielleicht hat der ein oder andere ja sogar eine Idee wie ich diese miserable Geschichte doch noch halbwegs wenig negativ darstellen kann in Bewerbungen, denn positiv lässt sich das bestimmt nicht mehr abschließen. Sicher bin ich mir nur, dass die letzten Monate die mit Abstand schlimmste Zeit in meinem Leben waren!
Gruß
out_of_order