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Abgrenzen von negativem Umfeld

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jahana

Mitglied
Normalerweise war ich immer froh, dass ich Familie habe. Aber in letzter Zeit wünsche ich mich auf eine einsame Insel und nehme nur den Hund mit. Nicht einmal meine beste Freundin, es reicht, wenn wir einmal die Woche telefonieren.

Ich bin seit zwei Jahren verheiratet, mein Mann ist 7 Jahre älter als ich. Für mich die erste Ehe, für ihn die zweite. Wir wohnen im Hause meiner Mutter, mein Vater ist vor 15 Jahren verstorben. Natürlich gibt es verschiedene Ansichten, wie, wann, wo und was gemacht wird. Aber warum bin immer ich diejenige, die alles mitkriegt. Ich bin die älteste, Job öde, mein Mann schlecht gelaunt. Meine Schwester wohnt bei uns in der Wohnung mit, arbeitslos. Mein Bruder ist der jüngste und studiert. Wenn Probleme sind, bin immer ich der erste Ansprechpartner seitens meiner Mutter. Mit meinem Mann kann ich meinen Frust auch nicht besprechen (ist wohl eine Männerkrankheit), er setzt dann noch einen obendrauf. Mein Mann stellt auf stur, wenn meine Mutter ein Anliegen hat (sie hat gerne die Oberaufsicht).
Inzwischen reagiere ich gereizt, wenn nur die kleinste Kritik oder Anmerkung von ihr kommt. Wir wohnen auf dem Dorf, da wird noch so richtig doll geschafft. Mein Mann spielt da nicht mit, was ich auch verstehen kann. Wenn meine Mutter mir erzählt, dass sich die Nachbarn spöttisch über meinen Mann äußern, mein Bruder eventuell mal wegzieht zum Arbeiten, meine Schwester sowieso nichts auf die Reihe kriegt, und sie sich die "Arbeitsgemeinschaft" anders vorgestellt hat, muss ich mich doch sehr beherrschen um nicht wütend zu werden oder einfach loszuheulen. Ich würde mich gerne mehr abgrenzen und denken: DAs ist eure Sache, macht, was ihr wollt, lasst mich aus dem Spiel.

Dieses negative Umfeld belastet mich doch sehr. Hat jemand einen Tipp? Wem geht es auch so?

Für Tipps und Mitjammern bin ich dankbar.
 
Hi,

wenn du dich abgrenzen willst, solltest du vielleicht mit deinem Mann woanders hinziehn. Seit ihr beide Berufstätig?
Deine Mutter kommt ja anscheinend ganz gut allein zurecht und sie hat ja dann noch deine Schwester zum rumkommandieren. Wenn du ihr sagst, dass sie dich in Ruhe lassen soll, bringt ja wahrscheinlich auch nicht viel.

Tja, mehr kann ich dir sonst auch nicht sagen, außer dass du vielleicht mit deinem Mann euer eigenes Leben aufbauen solltet, ohne Mama und ohne Schwester, die ja bei euch wohnt.

lg missbi
 
Hallo missbi,

Danke für Deine Antwort. Ans Ausziehen habe ich auch schon gedacht.
Sollte ich mal intensiver ins Auge nehmen.

Nur, was denken dann die Nachbarn? 🙄 Wie kann ich denn meine Mutter nur mit dem ganzen Kram alleine lassen? 🙄

Es werden wahrscheinlich schon Schwierigkeiten geben, aber das sollte man als Herausforderung sehen.

lg jahana
 
Hi Jahana,

Also was die Nachbarn denken könnten, sollte dir egal sein. Lass sie doch denken was sie wollen.
Deine Mutter musst du ja auch nicht ganz allein lassen. Außerdem ist ja deine Schwester noch da, die kann deiner Mutter ja auch bei diversen Dingen helfen. Sie hat ja sonst nicht viel zu tun.
Ich weiß ja nicht wie groß die Arbeitsaufgaben sind, aber du könntes sie ja z.B. am Wochenende oder am Abend besuchen, um ihr im Haushalt oder im Garten oder wo auch immer, zu helfen.
Ich denke euch allen würde mal so ein wenig Abstand ganz gut tun. Dir vorallem, deiner Ehe, deine Mutter würde dich wahrscheinlich auch wieder mehr schätzen und deine Schwester müsste auch wieder etwas mehr in die Gänge kommen, was ihr vermutlich auch ganz gut tun würde.
Ihr müßt ja nicht gleich 100km wegziehn, aber evtl. in den Nachbarort.
Ich hab jetzt schon von so vielen Menschen aus meinem Bekanntenkreis mitbekommen, dass es manchmal echt notwendig ist, sich mal etwas von der Familie zu distanzieren, wenn es nur noch stress gibt oder wenn auf einem die ganze Verantwortung liegt. Das macht einen ja total fertig und dann ist man auch keine große Hilfe mehr, wenn man total ausgebrannt und nur noch genervt ist.

Also ich hoffe für dich, dass du einen Weg findest, alles Gute
lg missbi
 
Hallo,

ich denke um sich abgrenzen zu können muss man nicht unbedingt wegziehen...sicherlich ist das dörfliche Leben ein wenig enger..aber im Grunde ist es da überall eng....da wo Köpfe eng sind...Und nicht selten ist es der eigene Kopf der ziemlich eng ausgelegt ist...Also ich setze eher auf inneren Abstand...obwohl dazu auch manchmal eine zeitweilige lokale Trennung, also Ortswechsel und weg von der family ganz hilfreich sein kann.

Also abgrenzen heißt nicht nur zu denken: das ist eure Sache, macht was ihr wollt, sondern das auch laut zu sagen...offen und direkt seine eigene Meinung sagen und sagen, was man selber möchte und wie mans möchte, was einen nervt, was man ändern möchte, was man selber vom Leben und den anderen im Umfeld erwartet. Was hindert dich daran?

Was die Nachbarn denken ist doch schnurzpiepegal...es geht in erster Linie erstmal um dich und auch du hast ein Recht auf ein eigenständiges Leben jenseits zu enger familiärer Verpflichtungen...Es liegt an dir dort nach außen hin auf gute Art und Weise Grenzen zu setzen...Menschen funktionieren nunmal nach dem Prinzip Eigennutz und wenn sich jemand findet, der sich ausnutzen lässt...nun der wird ausgenutzt...

Ich würde dir raten: beruf mal nen Familienrat ein uns sprich offen aus dass du echt überlastet bist und dich überhaupt nicht wohl fühlst in deiner derzeitigen Rolle als Lenkerin aller familiären Geschicke und Seelenmülleimer deiner Mutter...etc. Und das du kurz davor stehst dich vom Acker zu machen, wenn sich nicht mal grundsätzlich was ändert...Was sich ändern könnte wäre , dass die arbeitslose Schwester mehr Aufgaben übernimmt, und das die Männer (Bruder + Ehemann) sich in Sachen Kommunikation und emotionaler Intelligenz mal fit machen. Ist ja echt der Hammer dass dein Mann nicht an dir und deinen Gefühlen interessiert ist..was ist denn da los??? Haste da nen kleinen Egomanen an der Hand? Einen der auf Macho macht und ne echt schiefe Definition von männlich-weiblich draufhat? Dem würde ich mal Dampf unterm Hintern machen, denn wenn er dich liebt sollte er dich achten und auch für dich da sein....in guten wie in schlechten Tagen...ansonsten bist du besser ohne ihn dran! Männerschultern sind da um sich auch mal anlehnen und ausheulen zu können.
Das Machtkämpfchen zwischen deinem Mann und deiner Mutter ist deren Sache...wenn ihr allerdings unter ihrem Dach wohnt...wird so was ja schwierig...
Und was du dringend benötigen würdest wären Freunde außerhalb der family, ne Freundin bei der du mal Frust ablassen kannst, eigene Hobbies..Freizeit und Freiräume von der family...setz das durch und unternimm etwas in der Hinsicht! Geh in einen Sportverein, oder REitkurs oder Schwimmkurs oder VHS-Kurs oder was weiss ich...nur mal rauskommen ab und zu...das schafft nen klaren Kopf und mit der Abgrenzung läuft es dann wesentlich leichter. Und belebt auch eine Beziehung wieder...manchmal ist es nie verkehrt, wenn ein wenig Konkurrenz ins Spiel kommt, wenn dein Mann sich deinen Frust nicht anhören will, wer weiss vielleicht gibt es ja nen anderen netten Typen, der will! Es ist nämlich keine Männerkrankheit dass Männers sich nicht um ihre Frauen kümmern, sondern eher ne Sache der Definition von Liebe und auch ERwartungshaltung der Frau...eine selbst konstruierte Wirklichkeit sozusagen. Keine Frau mit gesundem Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl läßt sich von ihrem Partner gefallen nicht ernst genommen und auch geachtet zu werden...die Männer drücken sich zwar erst oft, aber wenn man insistiert, also drauf besteht, dann gehts auch..und zwar verblüffend prima! War jedenfalls meine Erfahrung.
Die Männers sind traditionsgemäß oft emotional und kommunikationstechnisch unterbelichtet (außer bei Interessenlagen wie Fußball z.B. haste da mal den Teamgeist beobachtet, die wache Beobachtungsgabe und diese Gefühlsausbrüche..echt der Hammer! Aber wenns der Frau zu Hause schlecht geht habense ne ADS=Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) aber ein wenig Training bringt die schon auf Trab in der Hinsicht...

Verkauf, bzw. verschenke dich nicht unter Wert, sondern stell ruhig mal Ansprüche...Normale Sozialbeziehungen sind ein Tauschgeschäft: jeder gibt mal, jeder nimmt mal...alles andere ist Murks..wenn einer nur immer geben soll ist das ja eher Sklaverei oder? Und dagegen kann und sollte man was unternehmen.

Gruß
Tyra
 
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