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Abdriften in die Fantasiewelt

  • Starter*in Starter*in Fantasyheart
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F

Fantasyheart

Gast
Ihc krieg das nich so auf die Reihe..
Manchmal geht es wochen - oder monatelang gut, dann bin ich im hier und jetzt.. und plötzlich schalte ich einfach um.
Vergrabe mich in Musik, Videospielen, Büchern, BIldern.. manchmal schlafe ich nur tagelang, liege im bett und träume so halvb bewusst, halb unbewusst von irgendwelchen fantasiewelten und leuten..
ich geh nicht mehr aus dem haus, lass alles liegen oder mach nur das nötigste.. ich überlege, mich umzubringen, um irgendwo in einer besseren welt wieder aufzuwachen.. am besten im träumen einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen..

hilfe.. was soll ich denn machen?
 
Hallo,

wie alt bist du?

Ich hatte auch so eine Phase, als ich zwischen 14 und 16 war.

Hab Metal gehört, so Rhapsody, und Fantasybücher gelesen, so viel und so oft es nur ging, und ich hätte heulen können bei Filmen, in denen man Ritter sah und Fantasywesen (heute ergreift mich manches immer noch sehr, weil ich es nie erleben kann) und mich nächtelang in Spielen und Filmen ergangen. Im Unterricht gelesen, im Bus, überall. Gezeichnet. Eine Bildersammlung angelegt.

War auch depressiv, wollte sterben, ein besseres Leben. Einfach einschlafen und da aufwachen, wo es schöner ist.

Kennst du diese Zeilen aus einem Lied:

Soon the dew of morning filled all the silent wood
And when the sunbeams kissed his face
He opened his so lucky eyes in front of him the oak
The whispers of the river the freshness of the dawn
Oh, my god, where was I...
A land where my my dreams rule
Where hopes of victory become reality for every man

Ich hab darin geschwelgt und gebadet und den, um den es dort geht, SO beneidet. Wieso konnte ich nicht in so einem Land aufwachen? Wieso musste ich hier leben, in der grauen Realität?

Mittlerweile gehe ich stark auf die 25 zu und muss gestehen, heute noch manchmal so empfinden. Allerdings ist weit weniger Weltschmerz dabei als damals.

Im Laufe der Zeit hab ich auch andere Dinge kennengelernt, die bei mir in der Pubertät zu kurz gekommen sind. Und manche Sachen hab ich einfach verwirklicht.
Z.B. hab ich irgendwann einfach meine Freundin geschnappt und bin mit ihr auf Mittelaltermärkte gefahren. Oder auf Festivals. Auch eine Möglichkeit wären LARPs, da kannst du dich so richtig ausleben.

Aber ich muss dazu sagen: Ich hab die Schule in den Sand gesetzt und mein Abi auf Umwegen nachgeholt. Und ich hab die Erfahrung machen müssen, schmerzlich und langwierig war sie, dass ich mich vor dieser Welt nicht drücken kann und an meinen Defiziten arbeiten MUSS, um erfolgreich zu bestehen.
Dass ich lernen muss, auf Menschen zuzugehen, meinen Frust in was Positives umzuwandeln (Musik, Zeichnungen, Schreiben (Geschichten z.B.) Fantasyklamotten, da gibts viele Möglichkeiten) und vor dem Leben hier nicht davonlaufen darf und WILL.

Letzteres ist sehr wichtig. Klar sind deine Träume und Fantasien schön. Sie ersetzen aber NIEMALS die Realität, in der du mit ALLEN deinen Sinnen und deinem Körper fühlst. Schau mal, ich hab mir damals ausgemalt, wie es wäre, die perfekte Liebe zu finden mit dem tollsten Mann, den ich mir vorstellen konnte. Ich hatte vielleicht dabei ein kleines Kribbeln im Bauch und das Gefühl von Sehnsucht und das kam mir vor wie große Gefühle.
Und dann, in der Realität, saß ich auf einer Parkbank, mit 16. Neben mir ein schlaksiger, unbeholfener Junge. Wir schwitzten, wir waren verlegen, kamen grade aus dem Kino, ich fand ihn süß, war nicht verliebt, fühlte mich aber von ihm angezogen. Als wir uns küssten...meine Hände haben so gezittert, ich war nervös, meine Eingeweide fuhren Achterbahn...

Es war, obwohl es "nur" so ein schlaksiger, gleichaltriger Junge war und kein Held in strahlender Rüstung, tausendmal intensiver, interessanter und spannender als jede Fantasie. Weil es das Leben war.

Also versuche, dich in der Realität mehr auszuleben. Was mich schon viel zufriedener macht sind banale Dinge - Karussell fahren z.B...wenn ich von irgendeiner Maschine wild herumgewirbelt werde, das Gefühl habe, zu fallen oder zu schweben, gehts mir hinterher viel besser, ich bin lebendiger, aufgekratzter. Oder Sport. Ich hab nie Lust drauf, aber man spürt seinen Körper, und wenn man erst Fortschritte macht, es fühlt sich sehr gut an, besser als erwartet, mit Körper und Geist eins zu sein. Gut eignen würde sich da z.B. Kickboxen oder irgendwas mit Körperspannung, wo man sich steigern kann. Aber selbst etwas simples wie Laufen.

Irgendwann kam dann ja auch das Autofahren dazu. Auch etwas, bei dem ich mich spüren konnte. Es sind lauter so Kleinigkeiten, für die es sich zu leben lohnt. Die Fantasygeschichte seh ich heute als angenehme Entspannung, als kleinen Rückzugsort, wenn das Leben mal wieder zu stressig an mir vorbeirauscht.

Mein Leben erfuhr damals aber erst Aufwind, als ich die Dinge eben in die Hand nahm. Ganz toll auch: Nachts am Lagerfeuer sitzen, im Heerlager, mit den gewandeten Leuten, einer hatte eine Gitarre, wir sangen und tranken Met. Das sind Momente, für die es sich zu leben lohnt.
Oder ein paar Schritte auf dem Pferderücken von irgendeinem Pferd, das einem vom Rittertournier gehörte.

Freundschaften, Konzerte, irre Unternehmungen, verrücktes Zeug halt, spontan sein, aber auch an sich arbeiten, die Schüchternheit ablegen, sich weiterentwickeln, Ziele stecken, diese Sehnsucht, die in einem steckt, konstruktiv ausbauen und umwandeln, dass etwas dabei herauskommt. Es ist so eine große Inspiration für Bilder und Geschichten z.B...ich kann sehr gut Momente, die ich im Kopf sehe, in Worte umwandeln. Fällt mir leicht, weil so ein gutes Vorstellunsvermögen.

Aber du kannst nicht nur im Kopf leben. Die Welt hat mehr zu bieten.

Werde doch mal konkreter: Hast du Freunde? Wie alt bist du? Bist du schüchtern? Fühlst du dich hässlich? Wie ist die Beziehung zu deinen Eltern? Gehst du zur Schule? Machst du eine Ausbildung? Wie bist du zur Fantasy gekommen? Was hast du für Ziele? Hast du welche?

Puh, viel Text. Vielleicht kannst du mit dem ein oder anderen etwas anfangen.

Machs gut!
-Gast
 
Es ist schon sehr kurzsichtig von dir, zu glauben du würdest automatisch in einer anderen und besseren Welt wieder erwachen.
Du besitzt in dieser zahlreiche Möglichkeiten dein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten und zu verändern.
Und diese Möglichkeiten besitzt hier nicht jeder.
So empfehle ich dir mal den Song "Frei" von Daniel Wirtz zu hören und dir den textlichen Inhalt zu Herzen zu nehmen.

"Sei frei - solange es geht!
Bleib frei - solange du lebst!
Sei frei - und reite die Welle!
Sei frei - an ihrer Stelle!"

Jeder von uns besitzt das Recht sich temporär und sporadisch unglücklich zu fühlen, nur sollten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht aufhängen, denn iwo da draußen hocken Menschen die uns beneiden um unsere Möglichkeiten, aus diesen seelischen Tiefen wieder empor zu steigen.

Zudem wäre es hilfreich zu analysieren was genau dir an deinem Leben widerstrebt, ohne dir dem genau im Klaren zu sein, wirst du daran auch nichts verändern können.
 
Danke für eure Antworten, ihr beiden.

Es tat vor allem gut zu lesen, dass andere anscheinend doch nachvollziehen können, was ich meine, und dieselben oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Nur leider bin ich keine 14 oder 16 mehr, vielmehr hat diese, ich nenne es mal Phase, in der Zeit angefangen.
Heute bin ich fast 24 Jahre alt.

Mittelalterfeste, Larps, Spiele, Bücher oder schreiben, komponieren, zeichnen, singen.. ja, das sind so meine Hobbies. Letztlich habe ich nur leider das Gefühl, dass sie es schlimmer machen - diese Sehnsucht.
Das all dies mein Gefühl, weder in der richtigen Zeit noch im richtigen Körper zu sein, verstärkt und intensiviert.
Davon zu lassen, mir andere Hobbies zu suchen habe ich schon probiert. Im Endeffekt ist aber auch das keine Lösung, da ich sonst noch leerer bin.. mir das Lesen zu verbieten, wäre wie anderen Leuten das Essen oder Schlafen zu verbieten.
Und meiner Fantasie, meinen Träumen kann doch eh niemand EInhalt gebieten.

Ich kann mich gar nicht richtig ausdrücken, kann kaum beschreiben, wie dieses Gefühl ist.. als wenn man eben im falschen Körper gefangen wäre.
Das Äußere, was ich nun habe, ist einfach.. bin einfach nicht ich. Ebenso wie das, was mich umgibt; alles ist so unwirklich, so filmisch.
Wie bei Matrix. Alles gar nicht echt, nur eine vorübergehende Phase, eine Rolle, die cih verkörpern muss, die ich aber nicht bin.
Dieser Zustand schlägt mir in letzter Zeit immer stärker aufs Gemüt. Das Leben, das Studium, die Alltäglichkeiten - das setzt mir so zu, das "MUSS"-Gefühl, das MUSS der Erfüllung verschiedenster Erwartungen, das MUSS Ausfüllen der mir zugewiesenen Rolle im Leben - ich kann nicht mehr.
Das bin nicht ich. Das bin doch gar nicht ich.
Somit gelangen meine Gedanken automatisch immer wieder in die Richtung "Erlösung". Dem einfach alles ein Ende zu machen, den Druck loszusein, jemanden zu verkörpern, der ich nicht bin. Denn mein anderes Ich, das kann hier in dieser Welt und Zeit nicht existieren.

"Werde doch mal konkreter: Hast du Freunde? Wie alt bist du? Bist du schüchtern? Fühlst du dich hässlich? Wie ist die Beziehung zu deinen Eltern? Gehst du zur Schule? Machst du eine Ausbildung? Wie bist du zur Fantasy gekommen? Was hast du für Ziele? Hast du welche?"

Über die Zusammenstellung musste ich irgendwie schmunzeln. Ich beantworte das mal in Kurzform:
Ja, ich habe Freunde. Wenige, aber ich suche sie mir auch genau aus und weiss, dass sie richtige Freunde sind.
Ich bin fast 24.
Schüchtern, hm, für Fremde wahrscheinlich. In vertrauten Kreisen dagegen nicht, eher im Gegenteil.
Ob ich mich hässlich fühle, nun ja, schwer zu beantworten. Es ist eher ein Gefühl des nicht-passens. Mein Geist, mein Verstand, mein .. im lateinischen "Animus" trifft es, das passt nicht zur Hülle, meinem Körper.
Meine ELtern sind geschieden, ich habe Kontakt zu beiden Hälften.
Ich studiere.
Seit Kindesbeinen an bin ich Kontakt mit Fantasie - VIdeospiele, Mittelaltermärkte, FIlme, aber vor allem durch Bücher. Bücher sind mein Leben, ich liebe es zu lesen und zu schreiben.
Ziele habe ich eigentlich keine. Wozu auch? Mir ist der Sinn meines Daseins sehr unklar, somit weiss ich weder, wo ich hin will, noch was ich erreichen will.
Wenn man von Träumen spricht, die man gern hätte, dann bin ich groß dabei. Aber konkrete, erreichbare Ziele..?

Ich danke nochmal für eurer Interesse. Vielleicht kann ja jemand mit meiner Antwort etwas anfangen und hat Ideen.
 

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