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31 und an der Schwelle zwischen Freiheit und Gebundensein. Stelle alles in Frage

  • Starter*in Starter*in Ullivo
  • Datum Start Datum Start
U

Ullivo

Gast
Hallo Ihr. Ich bin 31, hatte bisher 5 Beziehungen die alle minimum 2 Jahre gingen, und 1-2 "One Night Stands". Ich war früher sehr schüchtern und hatte erst mit 18 die erste Freundin bzw. den ersten Kuss. Im Laufe der Jahre entwickelten sich immer längere Beziehungen, später stellte ich fest dass ich Prinzip nicht allein sein wollte oder Angst hatte wieder allein zu sein, deshalb nahm ich jede (ohnehin rare Möglichkeit) wahr, da ich eben nicht grade der Draufgänger war. Erst mit 29 hatte ich eine kurze Phase in der ich aufgegangen bin und teilweise mehrere Kontakte auf einmal hatte. Unter diesen Kontakten war auch meine jetzige Partnerin, eine sehr liebe, tolle und hübsche Frau, gar keine Frage. Mit Ihr bin ich nun wieder 1 1/2 Jahre zusammen, da mich diese Bett-Gehupfe irgendwie auch nicht erfüllte.

Aber nicht nur das Thema um meine Beziehung spielt eine Rolle, sondern auch die Beobachtung dass allmählich alle Kumpels von früher anfangen sich fest zu binden, Kinder zu kriegen, zusammenziehen, und mittlerweile vermisse ich ein bisschen die wilde Zeit von früher und habe Angst zu wenig gelebt zu haben, bzw. sehen mich manchmal einfach nach etwas mehr Action in meinem Leben. Ist das normal? Ich fühle mich einfach noch nicht so weit jetzt Kinder in die Welt zu setzen und fortan mich nur noch der Familie zu widmen, und habe irgendwie permante Angst dass die gelegenheit in die Stadt zu gehen und Spaß zu haben immer seltener wird, da ich irgendwann vielleicht auch schief angesehen werde wenn ich bisschen Party veranstalte.

Auffällig ist auch sobald jemand Single ist lässt er keine Gelegenheit aus auf die Pirsch zu gehen, in meinem Umfeld kommt man kaum noch raus weil alle immer mit der Freundin beschäftigt sind. Hoffe Ihr versteht was ich meine und könnt mir bisschen zusprechen? hab ich so ne kleine Midlife-Crisis ? Meine Freundin spricht öfters davon dass sie sich vorstellen kann mich mal zu heiraten, ich blocke da immer irgendwie ab weil ich mich einfach noch nicht so weit fühle.
 
Hallo Ullivo,
die "Midlife-Crisis" ist zwar für etwas ältere Semester reserviert,
aber eine Art Krise hast du sicher trotzdem. Das Wort Krise hat
etwas mit Entscheidung zwischen verschiedenen Wegen zu tun.
Offenbar hast du die Befürchtung, dass Spaß nur als Single geht
und deine Art von Spaß deine "feste Beziehung" gefährden könn-
te - oder dass du zwar eine Partnerschaft hast, aber keinen Spaß
mehr. Andererseits hattest du ja gar nicht so viel Spaß während
deiner "wilden Zeit", wenn ich dich richtig verstanden habe.

Könnte es sein, dass dir einfach Kontakt zu Gleichaltrigen fehlt,
mit denen du alle möglichen Arten von Spaß haben kannst, und
nicht nur einen von der Art, die eher zu einem Alter passt, das
du nun mal hinter dir gelassen hast? Wenn ich mich an die Zeit
in deinem Alter erinnere, kann ich dir sagen, dass man auch mit
anderen Eltern, deren Kindern oder den Kindern im eigenen
Haushalt haben kann. Es gibt ja nicht nur die eigene Partnerin,
mit der man alle seine Zeit verbringt, wenn man sich fest bindet
(ob nun verheiratet oder nicht). Außerdem gibt es ja in Sachen
Ehe keinen "Standardvertrag", in den du einwilligen musst - du
kannst durchaus verhandeln und z.B. gleich von Anfang an klar-
machen, dass du trotzdem ab und zu auf Party machen willst
und vielleicht auch nicht immer 100% treu sein wirst. Da ist es
besser, ehrlich zu sein, wenn man sich gut kennt und nicht von
vorneherein eine Enttäuschung einzurichten oder deshalb ganz
auf Bindung zu verzichten. Ein offenes Gespräch mit deiner zu-
künftigen Frau 😉 wäre da sicher hilfreich.

Alles Gute!
Werner
 
Hallo Werner,

Auslöser meines Denkens ist vermutlich die Tatsache dass sich im Freundeskreis in letzter Zeit einiges tut, und viele die vor 2 Jahren noch keine Party ausgelassen und auch bei Frauen nichts anbrennen lassen haben jetzt plötzlich Kinder kriegen müssen, sich alles nur noch ums traute Heim dreht. Es ist irgendwie Langeweile eingekehrt. Und je länger sich die Wochenenden der Zweisamkeit häufen, desto mehr sehne ich mich mal wieder nach richtigem weggehen mit ein paar Leuten. Wenn jetzt nach und nach alle schwanger werden kann ich das aber nach und nach vergessen... Ich kann mir momentan einfach nicht vorstellen dass Arbeit und ansonsten das traute Familiendasein jetzt schon alles sein sollen bzw. alles andere nun vorbei sein muss. Nur weil man die 30 geknackt hat...?

Und du hast recht, ich habe mich früher (aufgrund meiner Art) wahrscheinlich zu wenig ausgelebt. Gleichzeitig wollte ich aber auch jemand sein der ich im Prinzip nicht bin, eben dieser dufte Typ der überall ankommt, Hinz und Kunz kennt, auf jeder Party abtanzt und eben ein Lebemann ist. Klar es war auch mit 20 schon so, dass man mit jemandem jedes Wochenende die Clubs unsiche rgemacht hat, dies aber schlagartig aufhörte wenn plötzlich bei einem ne Frau ins Spiel kam. Da sind dann alle etwas traniger, während sie früher keine Gelegenheit ausliesen unter Leute zu kommen wird heute eher immer abgesagt bzw. es ist keine richtige Motivation da..

Vielleicht hat ja noch jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht ?
 
Auslöser meines Denkens (...) Ich kann mir momentan einfach nicht vorstellen dass Arbeit und ansonsten das traute Familiendasein jetzt schon alles sein sollen bzw. alles andere nun vorbei sein muss. Nur weil man die 30 geknackt hat...?

Wie du selbst schreibst, Ullivo - das Problem existiert vor allem
in deinem Denken - also kannst du dort auch den Anfang einer
Lösung ansetzen; sprich: anders über dich als 30-Jährigen den-
ken und anstatt auf das zu starren, was nicht mehr geht, mehr
auf die Möglichkeiten, die dir dein Alter eröffnet bzw. immer
noch bietet. Vielleicht ein bisschen genauer definieren, was ge-
schehen muss in Zukunft, damit du dich weiterhin so fühlst,
wie du willst. Und in deinem Umfeld auch auf die Ausnahmen
achten - also diejenigen, die potentiell bereit sind, mit dir Zeit
zu verbringen.
 
@ manfredini: ja momentan ist es leider so, bzw. wir haben als Paar eben auch mit lauter Pärchen zu tun.

@ Werner: aber das ist ja genau der Knackpunkt. Gibt es irgendein ungeschriebenes Gesetz das sagt ab 30 muss sich alles ändern und man sollte nur noch brav auf Familie machen und spießig korrekt werden? Dann bin ich definititv noch nicht so weit.. wenn es das schon gewesen sein soll kann ich mir am besten gleich den Strick nehmen.. 🙁
 
Du hast eine seltsame Vorstellung von Beziehung....
Hört sich bei dir an wie Knast und das Ende aller Freuden.

Ich würde gar nicht über die Bindungsfrage nachdenken und mich vor allem nicht an den Handlungen anderer orientieren. So, wie du schreibst, hast du eigentlich gar keinen Bock auf Bindung, befürchtest aber, irgendwie "zurückzubleiben",wenn du es deinen Kumpeln nicht gleichtust.
 
Gibt es irgendein ungeschriebenes Gesetz das sagt ab 30 muss sich alles ändern und man sollte nur noch brav auf Familie machen und spießig korrekt werden?

Klar, und im gleichen Gesetzbuch steht dann im nächsten
Paragraphen, dass Männer nur Spaß haben dürfen, wenn
sie in ihrer Ehe fremd gehen und dass alles andere kein
Spaß ist 😉

Vielleicht solltest du nochmal mit dir und dann mit deiner
Freundin zum Thema reden, ob eine feste Beziehung auto-
matisch alle anderen liebevollen oder positiven Beziehungen
ausschließt.
 
Wie meinst du das Werner ?

Naja, wenn du kein an sich "treuer" Mensch bist, könnt ihr ja auch
diese etwas veraltete "Sollbruchstelle" einer Beziehung abschaffen
und du hättest so die Freiheit, dich trotz Ehe "frei" zu fühlen. Was
ja nicht heißt, dass du das deshalb ständig ausnutzen musst. Mein
Gefühl sagt mir, dass du Angst hast, nicht treu sein zu können
und deshalb die "feste" Bindung vermeiden willst. Das würde zei-
gen, dass du im Grunde ein ehrlicher Mensch bist. Nur ist es halt
eine Vereinbarungssache zwischen den Beteiligten, wodurch sie
sich die Treue halten - also ob die schon dadurch aufgelöst wird,
dass einer alleine oder mit Freunden weggeht, mit jemand anderen
tanzt, flirtet oder was auch immer. Die Regeln sollte man da wirk-
lich selbst, also unter vier Augen ausmachen und sie sich nicht von
außen aufdrücken lassen. Wenn die Regeln gegen die eigene "Natur"
sind, erzeugen die Regeln bzw. ihr Bruch alleine großen Schaden,
wohingegen das Verhalten an sich (also z.B. das "Fremdgehen")
dann gleich als "Betrug" tituliert und so völlig dramatisiert wird.
Ich muss vielleicht ergänzen, dass ich seit vielen Jahren auch als
Paarberater arbeite und deshalb nicht von eigenen Erfahrungen
spreche, sondern von dem, was mir Paare erzählen. Ich kenne je-
doch auch Paare, die sich einfach alle Freiheiten lassen, sie nie
ausnutzen und dadurch völlig entspannt und gleichzeitig fest ge-
bunden sind. Dazu gibt es auch schöne Beispiele von Prominenten,
die das so handhaben und gut damit fahren. Manche ziehen auch
eine andere Grenze, z.B. keinen Sex ohne Kondom oder dass man
sich die Regel gibt, keine Kinder außerhalb der Ehe zu zeugen.

Mal ganz dumm gefragt: Welche Haltung hat denn deine Freundin
zu diesem Themenkomplex?

Gruß, Werner
 

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