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29 Jahre alt | Arbeitslos | Computerspielsüchtig | Alkoholsucht | Porno Sucht |

GoodlookingVersager

Neues Mitglied
Mein Werdegang zum Versagen als Mann.

Ich war ein ganz normales Kind, der Mitschüler geärgert hat, die Grenzen der Lehrer getestet hat, Fußball draußen und an der Konsole gespielt hat. Sozial hatte ich viele Freunde.

Irgendwann hat es Knack gemacht. Kommt es vom Kiffen in der Jugend? Negativen Erlebnissen mit denen ich unbewusst nicht klargekommen bin, oder ergeben alle Faktoren meinen Werdegang zum Versagen?

Nun sitze ich hier vor meinem 30ten. Lebensjahr. Arbeitslos, Computerspielsüchtig, täglicher Pornokonsum und grenzwertiger Konsum von Alkohol.

Meine Freundin hat sich vor ein paar Tagen getrennt, da ich arbeitslos kein attraktiver Partner bin, meine Wutausbrüche die Partnerschaft ruiniert haben. Mein sozialer Rückhalt bin ich selbst, WOW 😛

Zwei Studiengänge abgebrochen, aus Desinteresse, da es mir durch mein Gehalt gut ging, ich das Leben durch nichts tun für meine Zukunft, genossen habe. Das Gefühl nach einem Lebensziel zu streben habe ich verdrängt.

Verstelle mich um den Leuten zu gefallen, weil mein wahres ich zu freundlich, sensibel und über fürsorglich ist. Der "Nice Guy", Abturner für eine gesunde Beziehung, im Beruf und für Frauen die ich in Zukunft kennenlernen werde.

Habe verlernt, Geschichten zu erzählen und frei Smalltalk zu halten.

Habe riesige Probleme Schwächen zu zeigen, die so extrem sind, das ich mir zu stolz bin, bei meinem alten Arbeitgeber eine Bescheinigung für das Arbeitsamt einzuholen um Arbeitslosengeld zu erhalten. Jetzt verzichte ich den dritten Monat auf das Einkommen, verkaufe persönliche Luxus- und Hobbygegenstände um finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen, das ganze um keine Schwäche zu zeigen.

Der Punkt ist erreicht, um mein Leben zu ändern.

Computerspiele deinstalliert, No-Fap Bewegung angeschlossen und keinen Alkohol mehr.

Neuer Arbeitsvertrag steht an, mein Herz sagt nein zu dem Job, mein Bankkonto ja. Jetzt versuche ich die Unterschrift zu zögern, bis mein Vorstellungsgespräch beim Favorit ansteht.

Bei meinem Favoriten komme ich erstmal sechs Monate raus aus meiner Stadt. Mein Favorit, aber das ist hoch riskantes Pokern, da es nur ein Vorstellungsgespräch ist und ich nicht weiß wann der Job frei ist.

Persönlich bin ich stark genug, dass ich alleine durch die schwere Zeit komme, auch wenn Rückschläge doppelt weh tun, dort ganz unten auf der Erfolgsleiter.

Lebensziele

" Ich bin ein treibendes Segelboot, ohne Wind auf offenen Meer,

ohne Ziele kein Hafen zum Anlegen"



Das ist mein Problem, sowie Lösung zu gleich. Wissen wer und was ich werden will. Beruflich habe ich kein Plan, fasziniere mich Periodenweise für etwas, bis die nüchterne Realität mir die Lust darauf verdirbt.

Was ist meine Leidenschaft 😕, für das ich nicht stündlich auf die Uhr schaue. Ich finde einfach keine Ziele, weiß nicht wie ich authentisch sein kann, aus Verletzlichkeit bin ich eiskalt zu Menschen, ich persönlich wollte mich Gefrierschrank nicht als Freund haben 😀.

Vielleicht macht jemand auch eine schwierige Phase durch, teilen uns gegenseitig unsere Story anonym.

Ziehen gemeinsam das Reboot Programm zu einem neuen Ich durch. Motivieren uns gegenseitig, treten uns gegenseitig in den Popo um wach zu werden, um ein neues Buch über unser Leben zu schreiben.


P.S. Ich halte nichts von psychologischer Hilfe, nichts von Medikamenten, die den Hormon Mangel in der einen Gehirnregion ausgleichen und mich happy machen, aber in den anderen Regionen des Gehirn einen Überschuss an Hormonen erzeugen, das die Gefahr mir persönlich zu groß ist, mein echtes "Ich" zu verlieren.
 
Könnte mir schon vorstellen, das Du hier einige findest, die gerne mit Dir ihre Lage beklagen, vielleicht auch den einen oder anderen, der sich bereit ist, sich mit Dir zu solidarisieren, zwecks gemeinsamen in den Hintern Tretens.

Schön das Du aus Deiner Lage raus willst, scheint ja nicht so prickelnd zu sein, Deine Lage .

Toll das Du Dir einen Plan gemacht hast , obwohl ich persönlich ja bezweifle, daß es so klappt, ich setze da mehr auf Authentizität und Realismus, Hinterfragen und Abstellen der Ursachen, Verarbeiten der Erlebnisse und rationalem Planen der Zukunft, soweit das möglich ist.

Drücke Dir aber die Daumen.
 
Hallo,

also bis auf einige Details habe ich viel von dir auch bei meiner aktuellen Situation erkannt. Mir gefällt die Art wie du schreibst. Ich möchte aber hier nicht ins Detail gehen, sondern auch ein eigenes Thema dazu eröffnen und mir die Meinung und Anregungen anderer Leute anhören.

Kurz zu mir, ich gehe auch auf Ende 20 zu und bin ein kompletter Sozialversager, im Ernst, Jemanden der es sich mit anderen Leuten ständig so verkackt habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht mal im Internet gesehen. Das hat bei mir schon freiwillig einzelgängerische und antisoziale Züge angenommen und belastet mich. Mein soziales Versagen, Langeweile und Einsamkeit versuche ich mit Alkohol und Computerspielen zu vergessen.

Jedenfalls möchte auch ich mein Leben neu gestalten und zwar angefangen damit, dass ich lerne mich meinen Problemen im Leben zu stellen, ohne mich abends zu besaufen. Durchzuhalten keinen Alkohol mehr zu trinken wäre für mich schon ein Riesenerfolg.

Ich denke, dass du immer nur versuchen solltest eine große Sache auf einmal anzupacken, um deine Erfolgschancen zu steigern. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Vorhaben und hoffe, dass du einen für dich passenden Job ergatterst. Falls du dich weiter austauschen willst kannst du mir gerne schreiben.

Gruß
Kettenhund
 
Könnte mir schon vorstellen, das Du hier einige findest, die gerne mit Dir ihre Lage beklagen, vielleicht auch den einen oder anderen, der sich bereit ist, sich mit Dir zu solidarisieren, zwecks gemeinsamen in den Hintern Tretens.

Warum immer Arschtritte?

Ich hab meine selbsterfüllende Prophezeiung des Sozialversagertums immer so gesehen, dass ich
a) in der Schule keine Freunde hatte; (war ich der Loser der gemobbt wurde)
b) Computerspiele waren als Fluchtmittel vorhanden
c) somit war niemand und nichts da, an oder mit dem ich meine Persönlichkeit und Interessen hätte entwickeln können
d) Vermeidungsverhalten wurde immer stärker; der Glaube daran, dass andere Menschen mich sofort als Versager erkennen und meiden auch
Fähigkeiten entwickelt aus denen ich Selbstwert ziehen könnte? Fehlanzeige!
e) somit wird jetzt Kontaktknüpfung sogar schon von psychosomatisch (ich will nicht schon von sozialer Phobie sprechen) Symptomen begleitet
f) kriege jetzt noch schlechter Freundschaften geküpft

Aber klar doch, genug Arschtritte auf dem Stock im A**** treiben ihn oben wieder raus... 🙄


P.S.: Ich zokke seit ein paar Jahren nicht mehr, aber ich verdänge das Thema Arbeitslosigkeit mit ausgiebigem Medienkonsum (nein, keine Pornos; eher Minecraft-Let's Plays); Alkohol ist kein Thema für mich. Ich brauch jemanden der sich mal für mich interessiert - und für den ich mich interessieren kann.
 
Das sehe ich komplett anders, jeder kann sich selbstverwirklichen , die Frage ist nur ob er das will und ob er das tut.

Der Te sucht Leute zum gemeinsamen in den Hintern treten, Du sheltem suchst jemanden, der sich für Dich interessiert und Johnny redet mal wieder vom Teufelskreis des Uninteressant seins.....

Ich sagte ja, zum Jammern findet der Te sicher wen...davon gibt es genug.

Aber was ist mit der Verantwortlichkeit fürs eigene Leben, aus Mamas Schuhen seid ihr doch schon alle rausgewachsen, das Ruder in die Hand zu nehmen kann man lernen, es folgt ganz einfachen Strategien.

Ich finde da die unterschwellige Bindung an irgendwelche Meister genauso kontraproduktiv , wie das Anhängen an irgendwelche Bewegungen, wichtiger fände ich das entwickeln der eigenen Persönlichkeit, wird mit um, die 30 langsam mal Zeit oder ?
 
Aber was ist mit der Verantwortlichkeit fürs eigene Leben, aus Mamas Schuhen seid ihr doch schon alle rausgewachsen, das Ruder in die Hand zu nehmen kann man lernen, es folgt ganz einfachen Strategien.

Ich finde da die unterschwellige Bindung an irgendwelche Meister genauso kontraproduktiv , wie das Anhängen an irgendwelche Bewegungen, wichtiger fände ich das entwickeln der eigenen Persönlichkeit, wird mit um, die 30 langsam mal Zeit oder ?

Da bin ich vollkommen deiner Meinung das es mit 30 mal Zeit wird.

Durch das Binden an Meistern und einer Bewegung sitze ich Sinnbildlich in einem Zug, der mich erst mal ein Stückchen wegfährt. Unterwegs habe ich dann die Möglichkeit, Revue passieren zu lassen und zu entscheiden, welchen Weg ich selbständig durchquere.

Der größte Akt für mich ist, in guten Zeiten zu erkennen, das Probleme auf die alte Art gelöst werden und ich so anfange wieder Stück für Stück mein eigenes Loch zu buddeln.



Vielen Dank für die Antworten, tat mir richtig gut das aufzuschreiben und hier zu teilen 🙄
 
Durch das Binden an Meistern und einer Bewegung sitze ich Sinnbildlich in einem Zug, der mich erst mal ein Stückchen wegfährt.

Naja ist eben kontraproduktiv von sich selbst "weggefahren" zu werden aber auch ne Art der Verdrängung , Ablenkung, Ausblendung, während man sich von sich selbst entfernt, zu reflektieren, daß man es tut.

Hat irgendwie nur den Anschein von was Positivem , weil man reflektiert ja schließlich.

Das böse Erwachen kommt immer dann, wenn man mit der Nase auf den Haufen gestoßen wird, den man wieder gemacht hat.

Vielleicht wäre es da besser den Zug den Zug sein zu lassen, die einsteigen zu lassen, die nicht nach Wurzeln suchen, den Bahnsteig zu verlassen und nach Hause zu gehen und bei jedem Schritt darüber anchzudenken, was man sinnvoller Weise dann als erstes tun wird, wenn man angekommen ist ,also sinnbildlich gesprochen, Müll runterbringen , Wäsche waschen, Putzen, kochen, aufräumen, renovieren, Papiere ordnen, Kram wegwerfen....😉
 
@TE, ich brauche auch Arschtritte um Arbeit zu kriegen... denn erst mit Geld kann ich die reichlichen Ideen zu meiner Persönlichkeitsentfaltung umsetzen! Es kotzt mich maßlos an :mad:, das ich mich so sehr an die Armut gewöhnt habe.
Doch diese Selbstkasteiung hat offensichtlich nicht zur Motivation geführt, etwas dagegen zu unternehmen sondern sie zer- oder gestört... 🙁


Du hast den Teufelskreis sehr schön beschrieben und ebenso erkannt, was man in einer solchen Lage eigentlich bräuchte: Jemanden, der sich für einen interessiert. Den gibt es aber nicht, sofern man uninteressant ist. Und irgendwann ist es auch zu spät, um noch interessant zu werden. Wer seine ganze Jugend verplempert hat, während andere sich mit ihren Interessen auseinandergesetzt haben, der ist nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Jahrzehnt oder gar mehr lässt sich nicht aufholen.

Man muss früh anfangen die Kurve zu kriegen. Wer einmal hoffnungslos uninteressant ist, bleibt das selbstverständlich für immer.

Wenn du das verstehen kannst, wie bist du aus der Opferrolle gekommen?


Zebaothling meinte:
Aber was ist mit der Verantwortlichkeit fürs eigene Leben, aus Mamas Schuhen seid ihr doch schon alle rausgewachsen, das Ruder in die Hand zu nehmen kann man lernen, es folgt ganz einfachen Strategien.

Ich finde da die unterschwellige Bindung an irgendwelche Meister genauso kontraproduktiv , wie das Anhängen an irgendwelche Bewegungen, wichtiger fände ich das entwickeln der eigenen Persönlichkeit, wird mit um, die 30 langsam mal Zeit oder ?

Das errinnert mich an das Gefühl eben nicht Erwachsen zu sein - und deswegen, gerne doch, weiterhin nach Vorbildern zu suchen. Kann man deiner Meinung nach mit einem Mangel an Erfahrung von Eltern und peer-group, vernünftige und konstruktive Entscheidungen treffen um seine Persönlichkeit zu formen?


P.S.: Persönlichkeit, was ist das eigentlich? Erfahrungen, Erfolge, Interessieren, Aktivitäten. Aktivitäten kommen aus Interessen, und durch Freunde. Für Interessen braucht man Geld - umsomehr umso besser. Aktivität und Interessen geben Erfolgserlebnisse - das sind positive Erfahrungen. Dies alles braucht man für Selbstwertgefühl und Glauben an seine Selbstwirksamkeit, wodurch der Erfolg bei ALLEM verbessert wird. Nur geht es ab einem bestimmten Punkt komplett in die Gegenrichtung.. und das einzige was man hat um dagegen zu Arbeiten ist dieser WILLE?
So wie ich es hier lese ist Wille etwas, mit dem man seinen Kopf immerwieder gegen die Wand zimmern kann (und soll), solange bis es ein glücklich macht! In anderen Teilen dieses Forums ist aber doch SSV ein ganz böser Trigger, oder nich?.. die Vorstellung, jeden Tag auf Arbeit zu gehen, wo Chef und Kollegen einen mobben, weil man zu langsam ist wegen den Depressionen, zu leise wegen der Sozialphobie, grauenvoll. Grauenvoll wie unlösbar, wenn die Mitmenschen kein Mitleid und Verständnis übrig haben.
 
Wer seine ganze Jugend verplempert hat, während andere sich mit ihren Interessen auseinandergesetzt haben, der ist nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Jahrzehnt oder gar mehr lässt sich nicht aufholen.

Man muss früh anfangen die Kurve zu kriegen. Wer einmal hoffnungslos uninteressant ist, bleibt das selbstverständlich für immer.

So ein Schwachsinn! Warum soll jemand nicht mehr konkurrenzfähig sein?

Ich war auch eher der Einzelgänger, wurde immer ausgegrenzt. Trotzdem versuche Ich weiterzumachen.

Trotzdem frage ich mich manchmal, wäre wenn ich hier und da anders reagiert hätte....
 
Musste ich zum Glück nie. Wie man aber da raus kommt, weiß ich dennoch: Selbstoptimierung. Interessen nachgehen, Fähigkeiten aneignen und ausbauen, interessant werden. Und damit muss man eben früh genug anfangen. Wer hingegen erst mit 25 realisiert, dass er nicht gut genug ist, um das Interesse anderer zu wecken und Respekt zu erfahren, der muss sich mit dem Teufelskreis arrangieren.


Man kann sich aber auch mit 25 oder 30 für andere Interessant machen.
Wen jemand ständig runter gemacht wird dann wundert mich sowas zum Beispiel nicht.
 

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