G
Gelöscht 136021
Gast
Hallo zusammen,
ich bin neu hier (m, 49) und wandele in einer Phase der kompletten Neuorientierung. Nachdem ich über 25 Jahre in einem Konzernumfeld „funktioniert“ habe, ist mein System schon im März massiv gegen die Wand gefahren.
Aktuell befinde ich mich in einer Zeit der Stille und des Nachdenkens. Die letzten zwei Jahrzehnte haben mich nicht nur beruflich an einen Punkt tiefer Erschöpfung geführt, der mich nun zwingt, mein gesamtes bisheriges Sein neu auszuleuchten. Dabei ist in mir die vorsichtige Erkenntnis gereift, dass ich die Welt wohl schon immer anders wahrgenommen habe als viele um mich herum. Dieses „Anderssein“ zum ersten Mal wirklich zuzulassen, nicht mehr nur wegdrücken zu wollen und zu denken, doch irgendwie im System funktionieren zu müssen, ist ein großer, aber auch sehr aufwühlender Prozess.
Mein sozialer Akku ist kleiner als bei anderen und ich brauche zeitweise die Stille und den Rückzug in die Natur, um mich wieder zu regulieren. Vor allem die Interaktion in großen Gruppen empfinde ich als massiven Stressfaktor, der bei mir ein tiefes Unwohlsein auslöst, weshalb ich die laute Welt und oberflächlichen Austausch inzwischen weitgehend meide. Ich lebe eher zurückgezogen und bin mit dieser Entscheidung inzwischen sehr im Reinen, da mir der Wald oder die einsamen Strände der Nordsee die Ruhe geben, die mir im sozialen Miteinander oft fehlt. Ich bin heute sehr wählerisch geworden und wünsche mir Kontakte, die eine echte Qualität und Tiefe haben und sich für beide Seiten einfach gut anfühlen.
Zu diesem tiefen beruflichen und strukturellen Crash hat sich vor Kurzem auch eine schwere Beziehungskrise zwischen zwei neurodivergenten Menschen gesellt. Wenn reizoffene, von alten Traumata geprägte Seelen im absoluten Notlauf aufeinanderprallen, entstehen leider Dynamiken und schmerzhafte Missverständnisse, auf die kein normales Fundament vorbereitet ist. Wenn wir uns dann verlieren und eine totale, stumme Blockade im Außen regiert, stehen wir ohnmächtig vor einer meterdicken Betonmauer und müssen schmerzhaft lernen, mit dieser absoluten Hilflosigkeit umzugehen. Auch das gehört heute zu meinem Weg, den ich irgendwie verarbeiten und sortieren muss.
Ich suche keinen Anschluss an Gruppenaktivitäten oder Stammtische. Mein Ziel ist ein ruhiger, ehrlicher Austausch per privater Nachricht mit Menschen, denen es ähnlich geht, um Erfahrungen zum Thema „Spätdiagnose/Späterwachen“, den Umgang mit sich selbst und die oft radikalen Herausforderungen im zwischenmenschlichen Bereich abzugleichen. Ein persönliches Treffen in der realen Welt schließe ich für die Zukunft nicht aus, aber der Weg dahin muss sehr behutsam und ohne Erwartungsdruck sein.
Wenn du auch eher einer der stilleren Menschen bist, der für den Moment auch die Distanz des geschriebenen Wortes schätzt, freue ich mich über Deine Nachricht.
HarzMoment
ich bin neu hier (m, 49) und wandele in einer Phase der kompletten Neuorientierung. Nachdem ich über 25 Jahre in einem Konzernumfeld „funktioniert“ habe, ist mein System schon im März massiv gegen die Wand gefahren.
Aktuell befinde ich mich in einer Zeit der Stille und des Nachdenkens. Die letzten zwei Jahrzehnte haben mich nicht nur beruflich an einen Punkt tiefer Erschöpfung geführt, der mich nun zwingt, mein gesamtes bisheriges Sein neu auszuleuchten. Dabei ist in mir die vorsichtige Erkenntnis gereift, dass ich die Welt wohl schon immer anders wahrgenommen habe als viele um mich herum. Dieses „Anderssein“ zum ersten Mal wirklich zuzulassen, nicht mehr nur wegdrücken zu wollen und zu denken, doch irgendwie im System funktionieren zu müssen, ist ein großer, aber auch sehr aufwühlender Prozess.
Mein sozialer Akku ist kleiner als bei anderen und ich brauche zeitweise die Stille und den Rückzug in die Natur, um mich wieder zu regulieren. Vor allem die Interaktion in großen Gruppen empfinde ich als massiven Stressfaktor, der bei mir ein tiefes Unwohlsein auslöst, weshalb ich die laute Welt und oberflächlichen Austausch inzwischen weitgehend meide. Ich lebe eher zurückgezogen und bin mit dieser Entscheidung inzwischen sehr im Reinen, da mir der Wald oder die einsamen Strände der Nordsee die Ruhe geben, die mir im sozialen Miteinander oft fehlt. Ich bin heute sehr wählerisch geworden und wünsche mir Kontakte, die eine echte Qualität und Tiefe haben und sich für beide Seiten einfach gut anfühlen.
Zu diesem tiefen beruflichen und strukturellen Crash hat sich vor Kurzem auch eine schwere Beziehungskrise zwischen zwei neurodivergenten Menschen gesellt. Wenn reizoffene, von alten Traumata geprägte Seelen im absoluten Notlauf aufeinanderprallen, entstehen leider Dynamiken und schmerzhafte Missverständnisse, auf die kein normales Fundament vorbereitet ist. Wenn wir uns dann verlieren und eine totale, stumme Blockade im Außen regiert, stehen wir ohnmächtig vor einer meterdicken Betonmauer und müssen schmerzhaft lernen, mit dieser absoluten Hilflosigkeit umzugehen. Auch das gehört heute zu meinem Weg, den ich irgendwie verarbeiten und sortieren muss.
Ich suche keinen Anschluss an Gruppenaktivitäten oder Stammtische. Mein Ziel ist ein ruhiger, ehrlicher Austausch per privater Nachricht mit Menschen, denen es ähnlich geht, um Erfahrungen zum Thema „Spätdiagnose/Späterwachen“, den Umgang mit sich selbst und die oft radikalen Herausforderungen im zwischenmenschlichen Bereich abzugleichen. Ein persönliches Treffen in der realen Welt schließe ich für die Zukunft nicht aus, aber der Weg dahin muss sehr behutsam und ohne Erwartungsdruck sein.
Wenn du auch eher einer der stilleren Menschen bist, der für den Moment auch die Distanz des geschriebenen Wortes schätzt, freue ich mich über Deine Nachricht.
HarzMoment