Was ich mir für die Opfer wünschen würde ist, dass der Pressemob sie in Ruhe läßt wenn sie irgendwann aus der Klinik entlassen werden.
Das find ich auch sehr schlimm. Man sieht ja wie die Presse sich verhält, anhand des Falls Natascha. Allerdings muss ich gestehen, dass ich an den Berichten auch interessiert war und bin. Ich finde diese junge Frau erstaunlich. So wie es ausschaut ist sie daran gewachsen und so gereift, dass sie den meisten anderen Menschen ein ganzes Stück voraus ist. Eine große innere Reife.
Aber nun sollte man auch sie in Ruhe ihr eigenes Leben leben lassen.
Ich finde die ganzen Spekulationen fürchterlich vor allem auch die der Nachbarn.
Erst war es eine ganz unauffällige Familie, dann waren sie schon immer was komisch und ein paar Tage später heißt es dann ja das hat man dem immer schon angesehen, dass er zu so was fähig ist
Ein Psychologe hat erklärt, dass dieses Verhalten "normal" ist. Normal in dem Sinn, dass man es zuerst einfach nicht fassen kann - dieser nette Mann soll......? Unvorstellbar.
Nach dem ersten Schock wird angefangen darüber nachzudenken. Man holt sich Erinnerungen hervor und kommt zu dem Schluss, dass dieser Mensch "doch" etwas seltsam war.
Und dann fängt die Empörung über die Tat an, die Wut und auch der Hass. Aber trotz alledem muss der Mensch sich auch innerlich schützen. Das kann Distanz sein und halt die Empörung über den Täter die diese Distanz schafft.
Mir kann auch keiner erzählen, dass die Frau nichts mitbekommen hat.
Bei den Nachbarn sag ich sie wollten vielleicht nichts mitbekommen, wie es so oft ist.[/quote
Hier wird verdrängt. Dahinter verbirgt sich aber keine Nachlässikeit, sondern in erster Linie Angst.
So wie es ausschaut, praktiziert dieser Mann das Patriachart. Der Mann hat recht, was der Mann sagt wird gemacht, nicht hinterfragt - sonst setzt es was. Eine große Autoritätsperson, gegen die Mensch sich nur sehr schwer durchsetzen kann, besonders wenn körperliche Betrafungen erfolgen. Hinzu kommt eine materielle Abhängigkeit.
Interessant fand ich auch die Aussage, dass "Civilcourage" nicht wie die Angst ein elemetares Gefühl ist, welches der Mensch in die Wiege gelegt bekommt, sondern eine "kulturelle Leistung", d.h. so etwas muss man "lernen".
Den meisten Menschen fehlen schon bei Kleinigkeiten die Civilcourage. Gegen die Frau sollte man also nicht zu hart urteilen.
Diese Geschichte ist soo vielschichtig, dass man mit plakativen Behauptungen den beteiligten Menschen nicht gerecht werden kann.
Außerdem, so auch die Aussage des Psychologen, ist das ein "erster" Fall in diesem imensen Außmaß. So etwas gab es noch nicht und "normaldenkende" Menschen kommen gar nicht auf die Idee bestimmte Handlungen zu hinterfragen, wenn sie "unbekannt" sind. Das ist eine Art blinder Fleck in der Wahrnehmung der Menschen, aber dafür können sie nichts. Erst wenn man für etwaiges merkwürdes Verhalten sensibilisiert ist, kann es auffallen.
Wenn man diese Tat und das Verhalten des Mannes, der Frau und den anderen Opfern verstehen möchte, muss man ganz viele Aspekte durchleuchten, anschaun und hinterfragen.
Nur so kann man Mechanism entdecken und daraus lernen.
Diese Geschichte ist passiert und vorbei.
Jetzt muss man sich die Frage stellen was man wirklich "tun" kann um solche Vorfälle in der Zukunft nicht mehr geschehen....
aber.....der Erfindungsreichtum, der Drang des Täters solche Taten zu begehen ist groß und so denke ich, dass diese Menschen auch in Zukunft die Umwelt noch überraschen können.
Leider, aber solche Menschen gibts halt.