Lana
Aktives Mitglied
Ich kann gut verstehen, dass dich das alles überfordert.Das ist doch aber nicht meine Baustelle. Sie ist doch noch mündig.
Wenn ich mich noch mehr in die ganze Krankengeschichte reinhänge, habe ich irgendwann gar kein Leben mehr.
Ich finde es ohnehin schwierig da irgendwas zu raten. Ich wurde nun mehrfach von ihr gefragt, in welchem Krankenhaus sie sich operieren lassen soll.
Ich werde mich hüten da irgendwas zu raten. Wenn ich Krankenhaus Wolkenkuckucksheim empfehle und dann gehts schief, werde ich meines Lebens nicht mehr froh.
Erfahrungsgemäß kommt dann meist "Aber du hast ja gesagt und jetzt ist es schief gelaufen..."
Ging heute auch schon wieder so los, als mein Mann ebenfalls zu Bedenken gab, dass es am Wochenende schwierig ist mit gescheiten Ärzten.
Ich sagte ihr, sie soll das selbst entscheiden. Ich fahre sie, aber ich mache davor kein Theater mit.
Prompt kam heute Nachmittag der nächste Anruf.
,,Aber dein Mann hat ja gesagt , dass es keine gute Idee wäre. Oder sollte ich doch? Was meinst du?"
Echt, mit mir nicht mehr.
Ich hab sie sehr lieb, keine Frage. Deshalb mache ich mir ja Sorgen.
Im letzten Urlaub hat sie es allerdings auch schon versaut.
Wir waren im April an der Nordsee.
Nach zwei Tagen kam der erste Anruf sie hätte so hohen Blutdruck und der würde gar nicht runtergehen.
Ich fragte sie, was ich jetzt von Sylt aus mit der Info machen soll, bekam dann natürlich keine Antwort.
Meine Frage ob ich von hier aus den Notarzt rufen soll wurde verneint. Nein, so schlimm wäre es dann doch nich.
Der Urlaubstag war für mich gelaufen, weil sie schon einmal Schlaganfallvorboten hatte. Es folgten weitere Terroranrufe.
Gleichzeitig lebt sie aber nicht danach. Bewegt sich wenig, sitzt in ihrem Sessel, isst ungesund und erzählt seit 20 Jahren von einer Gallen O.P, die immer noch nicht stattfand.
Machen Ärzte dann Stress kippt es ins Gegenteil.
Dann sitzt sie den ganzen Tag und misst Blutdruck, macht aber nichts, dass der sinkt, isst fettig.
Wenn dann jemand anmerkt wie groß der Stein ist oder der Gallengang schon zu, will sie am besten sofort und zu utopischtsten Zeiten operiert werden.
Freut man sich dann, dass sie sich endlich Hilfe sucht, macht sie einen Rückzieher.
Ja, ich denke ich habe jeden Grund genervt zu sein.
Deine Mutter scheint dringend Hilfe zu brauchen, die du ihr allein nicht geben kannst. Du siehst ja selbst, dass sie fast wie ein kleines Kind handelt und gar nicht weiß, was sie möchte und was nicht.
Meine Idee wäre, zu prüfen, ob ein rechtlicher Betreuer für sie infrage kommen könnte.
Ganz aus der Verantwortung wirst du ohnehin nicht herauskommen. Deshalb könntest du zumindest diesen Schritt versuchen. Und ja, das wird ebenfalls Bemühungen kosten, einfach ist das nicht, aber am Ende hat sich die Mühe vielleicht ausgezahlt und wird dir einiges an Last abnehmen.
Falls sie das ablehnt, musst du immer wieder deutlich machen, dass von dir nur noch Hilfe kommen wird, wenn sie gleichzeitig einen gesetzlichen Betreuer hat. Anders kannst du ihr nicht mehr helfen. Ich denke, wenn du dabei konsequent bleibst, wird sie irgendwann einsehen, dass dieser Schritt notwendig ist.
Hole dir auch selbst fachliche Unterstützung in Form einer Beratung.
Du brauchst Unterstützung dabei, dich einerseits abzugrenzen und andererseits trotzdem für deine Mutter da zu sein. Diese Balance zu finden, ist ein Spagat und alles andere als leicht. Eine Beratungsstelle kann dir konkrete Wege dafür aufzeigen.
Das ist alles, was ich dir dazu noch schreiben möchte. Ich hoffe, dass du einen Weg findest, der euch beiden hilft.
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