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Verzweifelte Nachbarin - Sohn möchte keinen Kontakt mehr

Ich finde auch, dass die Mutter dem Sohn Raum lassen sollte und ihn nicht zu einem Gespräch drängen, zu dem er zur Zeit nicht bereit ist.

Ich war bei diesem Telefongespräch nicht anwesend und kann deshalb nur wiedergeben, was meine Nachbarin mir erzählt hat.
Der Sohn rief gestern an und forderte ziemich unfreudlich (so das Empfinden meiner Nachbarin) dass man ihm einige Dinge schicke, die ihm gehören und die sich noch im Elternhaus befinden.
In diesem Kontext hat meine Nachbarin dann darum gebeten, er möge ihr die Gründe für den Kontaktabbruch nennen.
Dass sie das getan hat, mag aus der Sicht anderer verkehrt sein. Ich selber hätte mich ähnlich verhalten wie meine Nachbarin.



Ich bin Mutter, habe keinen Kontakt zu meiner Mutter und meine Kinder sind in verschiedenen "Schweregraden" in der Auseinandersetzung mit mir. Dabei ging es mir mehr als einmal so, dass ich aus allen Wolken gefallen bin, weil ich mich an Dinge gar nicht erinnern konnte oder sie wirklich zwar ungünstig liefen, aber nur einmal passiert sind und plötzlich wurde daraus "Du hast immer ...".

Dass du dich in einer ähnlichen Situation befindest, tut mir sehr leid.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man häufig Dinge sagt, die man selber als völlig banal und nebensächlich empfindet, die aber beim Gegenüber in einer völlig anderen Bedeutung ankommen.
Solche Äußerungen haben womöglich eine solcheTragweite, dass daraus ein "Du hast immer ... " wird.

Ich glaube, gerade Menschen, die sehr sensibel sind, nejgen manchmal dazu, gesprochene Worte überzuinterpretieren und fehlzudeuten. Und so entstehen dann Missverständnisse.
 
Es kann ja auch sein, dass der Sohn am meisten Wut auf sich selber hat. Womöglich hat er das behütete Zuhause anders empfunden als von Mutter/Eltern beabsichtigt - und wenn er dann nichts sagt nimmt man ja als Mutter/Eltern auch gerne an, dass alles schön, harmonisch und bilderbuchmäßig ist.
Wer weiß, was ihm widerfahren ist, dass das dann alles hinterfragt wird. Womöglich hat ihn jemand gehänselt, gekränkt, provoziert, so dass er jetzt eine Wut entwickelt, die sich gegen die Eltern richtet, um sich nicht mit der eigenen Unfähigkeit auseinandersetzen zu müssen, sich nicht eher von zu Hause gelöst zu haben. Herumzupampen oder gar den Kontakt zu cutten ist zumindest einfacher.

Was mich immer erschreckt an solchen Verhältnissen ist dann die Dankbarkeit der Eltern, wenn sich das Kind dann doch wieder meldet. Als Außenstehende empfinde ich es als Frechheit, Forderungen an die Eltern zu stellen mit dem Verlangen nach Versand bestimmter Sachen. Aber da kommt dann wohl die Liebe zum verlorenen Kind durch und man lässt es zu, so behandelt zu werden.
 
Dass du dich in einer ähnlichen Situation befindest, tut mir sehr leid.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man häufig Dinge sagt, die man selber als völlig banal und nebensächlich empfindet, die aber beim Gegenüber in einer völlig anderen Bedeutung ankommen.
Solche Äußerungen haben womöglich eine solcheTragweite, dass daraus ein "Du hast immer ... " wird.

Ich glaube, gerade Menschen, die sehr sensibel sind, nejgen manchmal dazu, gesprochene Worte überzuinterpretieren und fehlzudeuten. Und so entstehen dann Missverständnisse.
Leid tun muss Dir das nicht. Es ist halt der Weg, der jetzt dran ist.

Das mit den überinterpretierenden sensiblen Menschen und den Missverständnissen mag auf Erwachsene zutreffen, aber nicht auf Kinder. Wenn Kinder eine Situation als belastend empfunden haben, kann man später nicht kommen mit "war doch gar nicht so gemeint".

Meist ist das dann auf einen verletzten Boden gefallen und bekam so einen ganz anderen Impact. Ich weiß es von mir selbst, dass unbedachte oder gut gemeinte Äußerungen mich sehr verletzt haben und tun es heute noch, weil es dazu einen Boden gab. Das Nie-gesehen-zu-werden, Immer-zu-viel-zu-sein oder das Immer-alles-falsch-machen.

Wenn man in die Aufarbeitung der Kindheit geht und dort Belastendes erlebt hat, geht es um Gefühle. Nicht um falsches Verstehen oder Kommunikationsprobleme.
 
Womöglich hat er das behütete Zuhause anders empfunden als von Mutter/Eltern beabsichtigt - und wenn er dann nichts sagt nimmt man ja als Mutter/Eltern auch gerne an, dass alles schön, harmonisch und bilderbuchmäßig ist.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht.
Möglicherweise war das Zuhause auch viel zu harmonisch und bilderbuchmäßig.
Während er "draußen in der Welt" oft wegen seines Andersseins gehänselt wurde, wurde er zuhause in rosarote Watte gepackt.
Seine Eltern, insbesondere seine Mutter, haben ihm immer wieder vermittelt, wie toll er ist.
Es war ihnen sehr wichtig, ihn mental zu stärken, damit er Selbstbewusstein entwickelt. Vielleicht haben sie dabei so manches Mal zu doll auf die Tube gedrückt.

Wer weiß, was ihm widerfahren ist, dass das dann alles hinterfragt wird. Womöglich hat ihn jemand gehänselt, gekränkt, provoziert, so dass er jetzt eine Wut entwickelt, die sich gegen die Eltern richtet, um sich nicht mit der eigenen Unfähigkeit auseinandersetzen zu müssen, sich nicht eher von zu Hause gelöst zu haben. Herumzupampen oder gar den Kontakt zu cutten ist zumindest einfacher.
Darüber habe ich auch schon nachgedacht.
Die Vermutung seiner Mutter ist, dass vielleicht der Ex Freund etwas Verletzendes gesagt haben könnte. Dass er ein Muttersöhnchen ist oder ähnliches.
Andererseits wohnt er seit Jahren in einer weiter entfernten Stadt, so dass er seine Eltern nur alle 2 bis 3 Monate sah.

Was mich immer erschreckt an solchen Verhältnissen ist dann die Dankbarkeit der Eltern, wenn sich das Kind dann doch wieder meldet. Als Außenstehende empfinde ich es als Frechheit, Forderungen an die Eltern zu stellen mit dem Verlangen nach Versand bestimmter Sachen. Aber da kommt dann wohl die Liebe zum verlorenen Kind durch und man lässt es zu, so behandelt zu werden.
Meine Nachbarin sagte, ihr habe das Herz vor Freude gehüpft, als sie sah, dass er anruft.
Mit der Freude war es dann ja sehr schnell vorbei.
Dass er von seiner Mutter verlangt, ihm seine Sachen zu schicken, sehe ich ehrlichgesagt als eine Art bewusst ausgeführter Grausamkeit und Provokation.
Das hat so was Symbolisches.
Bei diesen Sachen handelt es sich um lauter Unwichtigkeiten, wie zum Beispiel ein Ordner mit seinen Schulzeugnissen, ein altes Freundebuch etc. - also nichts, was er dringend bräuchte.

Ja ... man lässt es aus Liebe zum verlorenen Kind zu, so behandelt zu werden.
Und das schlimme ist, dass man das Kind, das in diesem Fall ja ein erwachsener Mann ist, durch diese Unterwürfigkeit noch in seinem Handeln befeuert.
 
Dass er von seiner Mutter verlangt, ihm seine Sachen zu schicken, sehe ich ehrlichgesagt als eine Art bewusst ausgeführter Grausamkeit und Provokation.
Das hat so was Symbolisches.
Bei diesen Sachen handelt es sich um lauter Unwichtigkeiten, wie zum Beispiel ein Ordner mit seinen Schulzeugnissen, ein altes Freundebuch etc. - also nichts, was er dringend bräuchte.
Ich finde das nicht so schlecht.
Der junge Mann will sich offenbar artikulieren und vermutlich denkt er über seine Eltern auch nach, das schließe ich zumindest daraus.

Wenn es ihm vollständig egal wäre, wäre das schlimmer, glaube ich. Gerade diese Forderung nach Dingen, die nicht so elementar wichtig sind, das wirkt, als wäre ihm die Situation nicht gleichgültig.
 
Das mit den überinterpretierenden sensiblen Menschen und den Missverständnissen mag auf Erwachsene zutreffen, aber nicht auf Kinder.

Ich dachte dabei eher an so etwas:
Meine Tochter rief vor ein paar Tagen an. Sie studiert in Göttingen Medizin, hat sehr viel um die Ohren und meldet sich nicht allzuoft - was für uns völlig okay ist.
Als ich mit ihr telefonierte, sagte ich: "Ich freue mich über deinen Anruf"
Ich habe es genauso gemeint, wie ich es gesagt habe. Ich habe mich gefreut. Es war einfach schön, ihre Stimme zu hören, zu wissen, dass es ihr gut geht.
Sie jedoch hat dieses "Ich freue mich über deinen Anruf" als Vorwurf interpretiert, dass sie zu selten anruft.
 
Ich dachte dabei eher an so etwas:
Meine Tochter rief vor ein paar Tagen an. Sie studiert in Göttingen Medizin, hat sehr viel um die Ohren und meldet sich nicht allzuoft - was für uns völlig okay ist.
Als ich mit ihr telefonierte, sagte ich: "Ich freue mich über deinen Anruf"
Ich habe es genauso gemeint, wie ich es gesagt habe. Ich habe mich gefreut. Es war einfach schön, ihre Stimme zu hören, zu wissen, dass es ihr gut geht.
Sie jedoch hat dieses "Ich freue mich über deinen Anruf" als Vorwurf interpretiert, dass sie zu selten anruft.
Deine Tochter ist ja auch erwachsen.
 
Als ich mit ihr telefonierte, sagte ich: "Ich freue mich über deinen Anruf"
Ich habe es genauso gemeint, wie ich es gesagt habe. Ich habe mich gefreut. Es war einfach schön, ihre Stimme zu hören, zu wissen, dass es ihr gut geht.
Sie jedoch hat dieses "Ich freue mich über deinen Anruf" als Vorwurf interpretiert, dass sie zu selten anruft.
Ich empfinde sowas als unglaublich anstrengend, wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss und so ein völlig harmloser und freundlicher Satz schon überlegt werden muss.

Ich habe letzten Donnerstag zu Hause auf eine Lieferung gewartet und den Sohn angetextet, ob er zufällig im Home-Office ist und auf ein Heißgetränk rüberkommen mag.
Er mochte und auch ich habe danach gesagt "Schön, dass du da warst!"

Was für eine Beziehung ist das, in der sowas auf Doppelbödigkeit überprüft werden muss?
Wenn mein Sohn da herausgehört hätte, dass er mich zu selten besucht, hätte er an dem Punkt ja auch für sich beschließen können, dass das allein mein Problem ist und er dafür nicht zuständig ist.
 
Wenn es ihm vollständig egal wäre, wäre das schlimmer, glaube ich. Gerade diese Forderung nach Dingen, die nicht so elementar wichtig sind, das wirkt, als wäre ihm die Situation nicht gleichgültig.
Das ist wirklich gut möglich.
Wer einen endgültigen Cut will, ist froh, wenn er weg ist. Der dreht sich nicht noch mal um und fragt nach unwichtigen alten Zeugnissen oder Seepferdchenabzeichen, die längst keine Aktualität mehr haben.


Deine Tochter ist ja auch erwachsen.

Aber so war sie schon als kleines Kind.
 
Ich empfinde sowas als unglaublich anstrengend, wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss und so ein völlig harmloser und freundlicher Satz schon überlegt werden muss.

Ich finde das auch sehr anstrengend und nervt total.
Meine Tochter haut immerhin sofort damit raus, wenn sie sich mal wieder angegriffen fühlt. So kann man das wenigstens schnell richtig stellen und sie von ihrem Irrglauben überzeugen.

Schlimmer finde ist es, wenn solche "Mimosen" nie etwas sagen und Jahre später kommt dann in Summe: "Ihr habt immer nur an mir herumgemäkelt. Ihr wart nie zufrieden"
Und dann steht man da mit einem großen Vorwurf, der sich nicht mal mehr entkräftigen lässt, weil ja nichts konkretes genannt werden kann.
 

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