Struwwelpeter
Mitglied
Sie ist zwar meine langjährige Nachbarin, aber in erster Linie ist sie eine gute Freundin, deren Kummer mir sehr nahegeht.
Seit beinahe 30 Jahren leben wir Tür an Tür in einer beschaulichen Reihenhaussiedlung.
Wenn man über viele Jahre hinweg so eng beieinander wohnt und obendrein ein sehr freundschaftliches Verhältnis hat, bekommt man automatisch viele Einblicke in das Familienleben der Nachbarn.
Ich kann mit einer relativ großen Gewissheit sagen, dass sie wirklich all die Jahre ein gutes Verhältnis zu ihrem Sohn hatten.
Mit etwa 17 Jahren erklärte Nachbarssohn seinen Eltern, dass er schwul sei und sich in einen jungen Mann verliebt habe.
Für beide war das überhaupt kein Problem. Ihnen war ein "Schwiegersohn" genauso recht, wie es eine "Schwiegertochter" gewesen wäre.
Der Sohn hat sich mit seinem Vater immer gut verstanden, aber zu seiner Mutter hatte er, meiner Meinung nach, ein besonders inniges Verhältnis.
Sie hatte in jeder Lebenslage ein offenes Ohr und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, egal ob ihn Liebeskummer oder andere Probleme quälten.
Nach dem Abi zog er fürs Studium in eine andere Stadt, so dass ich ihn nicht mehr so oft sah.
In dieser Stadt wohnt er berufsbedingt noch heute.
Aber wann immer er seine Eltern besuchte, kam er meistens auch noch zu uns rüber um mal eben Hallo zu sagen.
Sein letzter Besuch bei uns fand im November statt.
Er war gut drauf und erzählte uns ganz begeistert, dass er besondere Karten für eine Oper ergattert habe, die er seinen Eltern zu Weihnachten schenken wolle.
Es gab einfach gar kein Aneichen dafür, dass "nebenan" irgendwas im Argen sein könnte.
Seit Jahren ist es Tradition, dass wir uns am Abend des zweiten Weihnachtstages zum Essen treffen und den Festtagstrubel gemütlich ausklingen lassen.
Mal findet dieses Essen bei uns statt, mal nebenan bei den Nachbarn.
Unsere Töchter und auch Nachbarssohn freuen sich jedes Jahr auf diesen zweiten Weihnachtsabend.
Seitdem die Kinder nicht mehr in der Heimatstadt leben, ist es immer ein besonderes Wiedersehen.
Diesmal war Nachbarssohn nicht dabei.
Er sei krank. Möglicherweise Corona.
Ein paar Tage später erzählte meine Nachbarin mir dann, dass er Weihnachten nicht gekommen sei, weil er keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern möchte.
Er sei gerade in Therapie, um die Trennung von seinem Lebensgefährten zu verarbeiten und dabei habe er "zufällig" die Erkenntnis gewonnen, dass ihm seine Mutter nicht gut tue, dass sie ihn stets emotional erpresst habe und toxisch sei.
Und sie sei schuld an allem, was bei ihm in seinem bisherigen Leben schiefgelaufen sei, inklusive der Ttrennung vom Lebensgefährten.
Es ist eine unerträgliche Situation für meine Nachbarin.
Sie zerfleischt sich in Selbstvorwürfen - ohne wirklich zu wissen, was sie falsch gemacht haben könnte.
Was könnte ich ihr raten?
Seit beinahe 30 Jahren leben wir Tür an Tür in einer beschaulichen Reihenhaussiedlung.
Wenn man über viele Jahre hinweg so eng beieinander wohnt und obendrein ein sehr freundschaftliches Verhältnis hat, bekommt man automatisch viele Einblicke in das Familienleben der Nachbarn.
Ich kann mit einer relativ großen Gewissheit sagen, dass sie wirklich all die Jahre ein gutes Verhältnis zu ihrem Sohn hatten.
Mit etwa 17 Jahren erklärte Nachbarssohn seinen Eltern, dass er schwul sei und sich in einen jungen Mann verliebt habe.
Für beide war das überhaupt kein Problem. Ihnen war ein "Schwiegersohn" genauso recht, wie es eine "Schwiegertochter" gewesen wäre.
Der Sohn hat sich mit seinem Vater immer gut verstanden, aber zu seiner Mutter hatte er, meiner Meinung nach, ein besonders inniges Verhältnis.
Sie hatte in jeder Lebenslage ein offenes Ohr und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, egal ob ihn Liebeskummer oder andere Probleme quälten.
Nach dem Abi zog er fürs Studium in eine andere Stadt, so dass ich ihn nicht mehr so oft sah.
In dieser Stadt wohnt er berufsbedingt noch heute.
Aber wann immer er seine Eltern besuchte, kam er meistens auch noch zu uns rüber um mal eben Hallo zu sagen.
Sein letzter Besuch bei uns fand im November statt.
Er war gut drauf und erzählte uns ganz begeistert, dass er besondere Karten für eine Oper ergattert habe, die er seinen Eltern zu Weihnachten schenken wolle.
Es gab einfach gar kein Aneichen dafür, dass "nebenan" irgendwas im Argen sein könnte.
Seit Jahren ist es Tradition, dass wir uns am Abend des zweiten Weihnachtstages zum Essen treffen und den Festtagstrubel gemütlich ausklingen lassen.
Mal findet dieses Essen bei uns statt, mal nebenan bei den Nachbarn.
Unsere Töchter und auch Nachbarssohn freuen sich jedes Jahr auf diesen zweiten Weihnachtsabend.
Seitdem die Kinder nicht mehr in der Heimatstadt leben, ist es immer ein besonderes Wiedersehen.
Diesmal war Nachbarssohn nicht dabei.
Er sei krank. Möglicherweise Corona.
Ein paar Tage später erzählte meine Nachbarin mir dann, dass er Weihnachten nicht gekommen sei, weil er keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern möchte.
Er sei gerade in Therapie, um die Trennung von seinem Lebensgefährten zu verarbeiten und dabei habe er "zufällig" die Erkenntnis gewonnen, dass ihm seine Mutter nicht gut tue, dass sie ihn stets emotional erpresst habe und toxisch sei.
Und sie sei schuld an allem, was bei ihm in seinem bisherigen Leben schiefgelaufen sei, inklusive der Ttrennung vom Lebensgefährten.
Es ist eine unerträgliche Situation für meine Nachbarin.
Sie zerfleischt sich in Selbstvorwürfen - ohne wirklich zu wissen, was sie falsch gemacht haben könnte.
Was könnte ich ihr raten?