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Meine toxische Bekanntschaft (Teil 1)

LostScout23

Mitglied
Ich beende wieder mein Schweigen um mich über meine Erfahrungen mit toxischen Personen auszutauschen. Ich teile mein Erlebtes wie alles anfing (Phase1) bis es eskalierte und ich zu mir selbst zurückfand (Phase 4). Ich bitte sie sich die Muster solcher Menschen zu merken und vorsichtig sind, wenn sie diese in ihrem Alltag begegnen.

Ich war 16 Jahre alt, mitten in der Hochphase meiner Pubertät und zugleich in einer sehr sensiblen Entwicklungsphase. Ich war unsicher, identitätssuchend und emotional offen. Wie viele Jugendliche hatte ich ein starkes Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Orientierung und Anerkennung.
Zudem war ich sehr abergläubig und fasziniert von Mystik, Esoterik und der Gothic-Kultur.


Ich bekam meinen ersten Laptop und begann, soziale Medien zu nutzen. Neben Facebook stieß ich auf eine Plattform namens „Bear-Share“ und erstellte dort ein Profil. Gemeinsam mit meiner Mutter besuchte ich eine alte Kirche, wo Fotos von mir entstanden, auf denen ich auf einer alten Mauer posierte.
Meine Witze, dummen Sprüche und halb scherzhaften Antworten wurden dort häufig mit hysterischem Lachen kommentiert. Rückblickend fällt mir auf, dass dieses Lachen nicht echt war: Der Körper lachte, die Augen nicht. Damals konnte ich das noch nicht einordnen.


Kurz darauf erhielt ich eine Freundschaftsanfrage von einer Frau, die ebenfalls nach Gothic oder Emo aussah. Da ich offen für neue Kontakte war, nahm ich die Anfrage an und erhielt fast zeitgleich die Nachricht:
„Danke fürs Annehmen.“


Ich antwortete:
„Kein Problem, ich freue mich ebenfalls, eine Goth aus Luxemburg zu treffen.“


Sie schrieb zurück:
„Ich bin nicht wirklich Goth, ich praktiziere Magie.“


Danach erklärte sie mir ihr Umfeld:
„Ich wohne mit einem schwulen Pärchen und meinen drei Kindern in einer WG. Wir sind ein Zirkel praktizierender Hexen.“


Zu diesem Zeitpunkt war ich unglücklich verliebt und emotional sehr verletzlich. Ich fragte sie nach einem Liebeszauber. Sie antwortete mir mit einer genauen Formel: zwei bestimmte Gewürze, die zu einem Pulver gemischt werden sollten, welches die betroffene Person trinken müsse, um sich in mich zu verlieben.
Da ich diese Gewürze nicht hatte, fragte ich, ob sie mir etwas davon verkaufen könne.
So fuhr ich nach der Schule zu ihnen, um die Zutaten zu kaufen, und lernte diesen angeblichen „Hexenzirkel“ persönlich kennen.
Die Frau hieß Tina. Sie erzählte mir von ihren Kindern und erwähnte, dass ihr jüngster Sohn ADHS habe. Ob diese Diagnose stimmte, kann ich bis heute nicht beurteilen.
Die beiden Mitbewohner – unter ihnen Daniel, der zu Besuch in Luxemburg war – erzählten sehr detailliert von einer „magischen Welt“, die sie angeblich besuchen würden.
Auch wenn es heute absurd klingt: Ich war naiv. Tina und Daniel sprachen so überzeugend, ruhig und selbstverständlich über diese angebliche „Welt der Finsternis“, dass ich ihnen zumindest eine gewisse Möglichkeit zugestand. Ich blieb skeptisch, aber ich hielt es für denkbar.
Zusätzlich bezeichneten sie sich selbst als „psychische Vampire“. Ironischerweise hat sich dieser Begriff später bestätigt – allerdings auf eine ganz andere, reale und psychologische Weise, als ich es damals verstand.
Wir sprachen über verschiedene Zauber, Rituale und Formeln. Tina fragte mich dabei sehr direkt, ob ich in der Schule gemobbt würde. Das entsprach der Wahrheit, also bejahte ich es.
Was mir damals wie Mitgefühl erschien, erkenne ich heute als gezielte Frage nach meinem sozialen Status, meiner Verwundbarkeit und meinen Grenzen.

So begann meine toxische-parasitäre Bekanntschaft. Ich danke ihnen hier für ihre Aufmerksamkeit, und möchte sie bitten auf sich selbst und vor allem auf Jüngere, Isolierte , unsichere Menschen aufzupassen. Denn genau diese sind in unserer Gesellschaft ein "attraktives" Ziel für Manipulative, ausbeuterische Menschen.
 
Danke fürs Teilen. Deine Geschichte zeigt sehr gut, wie manipulative Menschen gezielt auf die Verletzlichkeit Jugendlicher abzielen. Gerade erinnert sie an den aktuellen White Tiger-Fall in Hamburg. Dein Beitrag ist eine wichtige Warnung: Achtet auf euch, setzt Grenzen und vertraut eurer Intuition.
 
Danke fürs Teilen. Deine Geschichte zeigt sehr gut, wie manipulative Menschen gezielt auf die Verletzlichkeit Jugendlicher abzielen. Gerade erinnert sie an den aktuellen White Tiger-Fall in Hamburg. Dein Beitrag ist eine wichtige Warnung: Achtet auf euch, setzt Grenzen und vertraut eurer Intuition.
Auch Erwachsene sind davor nicht immer geschützt. Es kommt stark auf die eigene Verfassung an. Siehe dazu auch Lydia Benecke.
 
Sehe ich wie schützhütte sonst gäbe es auch keine Sekten.

Wenn schwer manipulative Menschen Einsamkeit/ Verletzlichkeit / Naivität / Hilflosigkeit ausnutzen dann passiert es meist gezielt…

Einige probieren es auch bei stärkeren Personen mit gezieltem brainwashing ..
In der Regel werden schnell die Schwachstellen ausgelotet zuerst mit Vertrauen gearbeitet das man die Mauern schön runter lässt.

Es ist echt übel. Man muss leider wissen das es soetwas gibt und aufpassen.. sicherlich als junger Mensch noch schwieriger weil noch formbarer .. aber es passiert Erwachsenen ebenso. Achtsamkeit ist wichtig!
 
Ich möchte hier bewusst nur Phase 2 einer früheren Erfahrung schildern – den Übergang von anfänglicher Nähe zu schleichendem Gaslighting, begleitet von einer klaren Rollenverteilung.
Tina (Pseudonym) trat in dieser Phase zunehmend als wissend, überlegen und reifer auf – implizit begründet durch ihr Alter (Anfang bis Mitte 40), ihre Lebenserfahrung und ihr angebliches spirituelles Wissen.
Ich selbst befand mich damals in einer suchenden, lernenden und emotional verzweifelten Phase (16–17 Jahre). Diese Asymmetrie wurde nie offen benannt, aber stetig gelebt: Sie erklärte, korrigierte und bewertete – ich hörte zu, fragte nach und begann zunehmend an mir zu zweifeln.
Ich begann, immer häufiger zu ihnen zu gehen. Rückblickend ist auffällig, dass ich irgendwann nicht mehr wusste, warum eigentlich.
Zu diesem Zeitpunkt bestand keine klare emotionale oder psychische Abhängigkeit, kein akuter Anlass und kein echtes inneres Bedürfnis. Und dennoch ging ich immer wieder hin.
Heute erkenne ich darin keinen bewussten Wunsch, sondern eine schleichende Gewöhnung an Nähe, Präsenz und Verfügbarkeit, die sich bereits von meinem eigenen inneren Antrieb gelöst hatte.
Parallel dazu machte Tina einen deutlich leidenden Eindruck. Sie äußerte wiederholt Sätze wie:
„Ich werde von jedem verraten / im Stich gelassen“,
„Alle sind gegen mich“,
„Ich vertraue niemandem“,
sowie immer wieder:
„Mein Herz ist verschlossen.“
Diese wiederholten Aussagen erzeugten in mir Mitleid und den Wunsch, für sie da zu sein – gerade weil sie den Eindruck vermittelte, sonst niemanden zu haben.

Beginn des Gaslightings​

Ab diesem Punkt begann das, was ich heute klar als Gaslighting erkenne. Tina ging dabei stufenweise vor – stets subtil, nicht laut oder aggressiv, sondern schleichend und sich steigernd.
Phase 1 – Beharren auf nie gegebenen Aussagen
Tina begann, auf Antworten oder Erklärungen zu bestehen, die sie angeblich bereits gegeben habe. Wenn ich sagte, dass ich mich daran nicht erinnere, reagierte sie genervt oder launisch – als würde es sie belasten, mir Dinge „immer wieder“ erklären zu müssen.
Ich begann zu glauben, ich hätte schlecht zugehört oder sei unaufmerksam.
Phase 2 – Umdeutung und Verdrehung
Mit der Zeit wurden meine Aussagen umgedeutet oder verkürzt wiedergegeben. Anfangs hielt ich das für Missverständnisse, später zweifelte ich an meiner eigenen Ausdrucksfähigkeit.
Schließlich stimmte ich verbal zu, obwohl es sich innerlich falsch anfühlte – aus dem Wunsch heraus, Harmonie herzustellen und die frühere Nähe wiederherzustellen.
Phase 3 (die schwerste Form des Gaslighting) In einem weiteren Schritt wurden mir psychische Probleme unterstellt: zunächst notorisches Lügen, später sogar schwere psychische Störungen, konkret Schizophrenie – eine Unterstellung, die nie von einem Psychologen oder Psychiater diagnostiziert wurde.
Meine abweichende Wahrnehmung galt damit nicht mehr als Reaktion auf die Situation, sondern als Beweis einer angeblichen Erkrankung.
Abschlussworte der Warnung :
  • Wenn ihr euch in einer Beziehung befindet, in der ihr allein alles gebt, damit es „wieder so wird wie früher“, lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen – denn hier ist die Beziehung asymmetrisch.
  • Wenn jemand ohne fachliche Ausbildung beginnt, euch psychische Krankheiten oder Störungen einzureden, ist sofortiger Rückzug notwendig. Ich habe die vermeintlichen „Missverständnisse“ zu spät als Verdrehung der Realität erkannt.
  • Jemand, der angibt, von allen Menschen in seinem Leben verraten worden zu sein, ist nicht automatisch das Opfer.




Rückblickend erkenne ich, dass meine innere Abwehrhaltung zunehmend nachließ. Ich begann, Tina gegenüber Details preiszugeben – sowohl über materiellen Besitz als auch über persönliche Probleme, die mich hätten belasten, diskreditieren oder angreifbar machen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
In diesem Teil schildere ich die Phase, in der sich aus einer bereits asymmetrischen Beziehung ein geschlossenes toxisches System entwickelte. Entscheidend war die Einführung einer weiteren Person und die daraus entstehende Duo-Dynamik.


Nachdem Tina (Pseudonym) und ich uns näher kennengelernt hatten, machte ich ihr ein privates, vertrauliches Geständnis. Ich tat das in der klaren Erwartung, dass dieses Thema bei ihr bleiben würde.


Kurz darauf lernte ich eine weitere Person kennen, die ich hier Patrick/Gerard (Pseudonym) nenne. Er trat über Tinas Umfeld in mein Leben. Auffällig war der zeitliche Zusammenhang: Meine erste Begegnung mit ihm fand unmittelbar nach meinem Geständnis statt.


Tina drängte aktiv darauf, dass ich mit ihm über genau dieses sensible Thema sprechen solle, mit der Begründung:


„Er kann dir helfen, er ist gut darin.“

Als ich sie fragte, ob sie ihm mein Vertrauensthema weitergegeben habe, lächelte sie lediglich und sagte:


„Ich vertraue ihm.“

Das war für mich ein massiver Vertrauensbruch. Ich fühlte mich schockiert, verraten und isoliert, da intime Informationen ohne mein Wissen oder meine Zustimmung weitergegeben worden waren. Ab diesem Punkt lag die Kontrolle über meine eigene Intimität nicht mehr bei mir.


Patrick/Gerard trat sehr selbstsicher auf, sprach viel und stellte sich als kompetent dar – insbesondere in psychologischen und sexualpsychologischen Themen. Als ich ihn zu Fachbegriffen befragte, gab er Antworten, die objektiv falsch waren. Dennoch sprach er mit großer Überzeugung. Diese Falschaussagen wurden von Tina weder hinterfragt noch korrigiert, sondern indirekt gestützt. Rückblickend erkenne ich darin keine Wissensvermittlung, sondern eine Verunsicherung meiner eigenen Wahrnehmung und Kompetenz.


Hinzu kam eine verdeckte Dreiecks-Dynamik: Patrick/Gerard hatte zuvor eine Beziehung zu Tinas Mitbewohner (Pseudonym: Pascale). Während dieser Konstellation entwickelte sich eine Nähe zwischen Tina und Patrick/Gerard, was Loyalitäten verschob und ein implizites „Wir“ entstehen ließ. Ab diesem Moment war ich nicht mehr Teil eines Dialogs, sondern Gegenüber eines Bündnisses.


Parallel fiel mir auf, dass Tina zunehmend desinteressiert reagierte, wenn ich von meinem Leben, meinen Fortschritten oder Erfolgen erzählte. Gespräche wurden mit knappen Antworten wie „aha“ oder „hm“ beendet. Zuhören fand kaum noch statt. Nähe entstand nicht mehr über Gegenseitigkeit, sondern über Funktion.


Als ich daraufhin innerlich Abstand nahm und den Kontakt zeitweise reduzierte, folgte keine Nachfrage nach mir – sondern eine konkrete Anfrage: Patrick/Gerard benötige angeblich eine luxemburgische Adresse. Zuvor hatte ich erwähnt, dass ich eine Wohnung besitze, die vermietet ist und monatliche Einnahmen generiert. Die Anfrage war auffällig nah an dieser Information orientiert. Tina stellte dies als notwendige formale Voraussetzung dar, um „hier arbeiten zu können“.


Zusätzlich kam es immer wieder zu Anfragen nach Ressourcen: Zigaretten, materielle Unterstützung und später auch nach verschriebenen Medikamenten. Diese Bitten waren emotional gerahmt, mit Dringlichkeit versehen und moralisch aufgeladen – als wäre Unterstützung selbstverständlich.


Wichtig zur Klarstellung:
Ich war zu diesem Zeitpunkt selbst minderjährig (16–18). Meine Unsicherheiten bezogen sich auf Identität und Orientierung. Es ging zu keinem Zeitpunkt um Kinder oder illegale Inhalte. Dennoch wurden diese Themen missinterpretiert, problematisiert und implizit gegen mich verwendet.


Rückblickend erkenne ich:
In dieser Phase entstand ein geschlossenes toxisches Duo. Wahrnehmungen wurden doppelt gespiegelt, Zweifel kollektiv verstärkt, Verantwortung verschoben. Mein Handlungsspielraum wurde kleiner, nicht durch offene Gewalt, sondern durch strukturelle Überlegenheit.


Teil 4 beschreibt die darauffolgende Eskalation in einer besonders verletzlichen Lebensphase und den schließlich notwendigen Kontaktabbruch.
 
Kurz zuvor war meine Großmutter gestorben. Ihr Haus – mein Rückzugsort, mein emotionaler Anker, mein Zuhause – stand plötzlich leer und gleichzeitig voller Erinnerungen. Ich war überfordert, allein gelassen und suchte dringend Unterstützung beim Aufräumen und Organisieren. Von meiner Familie erhielt ich nur unverbindliche Zusagen, aber keine konkrete Hilfe.
In dieser Situation wandte ich mich an Tina und Patrick (Pseudonyme), die zu diesem Zeitpunkt bereits ein Paar waren. Wir vereinbarten, uns am Bahnhof zu treffen und gemeinsam in das Haus zu fahren, um dort zu arbeiten.
Schon beim Treffen fiel mir erneut auf, wie vertraute Muster griffen: Vorwürfe, ich hätte Absprachen nicht eingehalten, Unterstellungen, Aussagen würden verdreht. Ich fühlte mich früh verunsichert, stellte meine eigene Wahrnehmung infrage, versuchte zu beschwichtigen – obwohl ich innerlich bereits angespannt war.
Im Zug und später im Haus kam es zu massiven Grenzverletzungen. Mein emotionaler Zustand – Trauer, Angst, innere Überforderung – wurde weder wahrgenommen noch respektiert. Stattdessen wurde mein Raum körperlich, emotional und psychisch vereinnahmt.
Besonders belastend war für mich, dass mein Zuhause wiederholt nicht als mein Zuhause anerkannt wurde. Jedes Mal, wenn ich von „meinem Haus“ sprach, wurde ich korrigiert: „Es ist nicht dein Haus.“ Dieser Ton war nicht sachlich, sondern abwertend und korrigierend – als müsse meine Position relativiert oder untergraben werden.
Im Haus selbst wurden persönliche Grenzen fortlaufend überschritten:
    • Private Räume und Gegenstände wurden ungefragt inspiziert.
    • Küchenschränke, Kühlschrank, CDs, Zimmer wurden ohne Rücksprache durchsucht.
    • Abwertende Kommentare über meinen Lebensstil und meine psychische Verfassung wurden gemacht.
    • Mir wurde erneut eine schwere psychische Erkrankung unterstellt – ohne Grundlage, ohne Fachwissen.
Gleichzeitig wurde subtil, aber wiederholt versucht, mich in eine versorgende Rolle zu drängen: Klagen über Hunger, Beschwerden über Schmerzen, Andeutungen, man könne doch hier schlafen. Als ich klare Grenzen setzte und sagte, dass ich das nicht möchte, wurde mir vorgehalten, ich hätte ja auch bei ihnen übernachten dürfen – eine klassische Schuldumkehr.
Ich merkte zunehmend, dass ich mich innerlich zurückzog, gleichzeitig aber Schwierigkeiten hatte, konsequent zu handeln. Meine innere Abwehr war durch Trauer, Erschöpfung und frühere Manipulation stark geschwächt.
Der Wendepunkt kam, als eine weitere massive Grenzüberschreitung stattfand und meine wiederholten Aufforderungen, damit aufzuhören, ignoriert wurden. Erst nach vielen klaren Ansagen wurde das Verhalten eingestellt – nicht aus Einsicht, sondern erst, als ich deutlich sagte, dass ich möchte, dass sie gehen.
Als ich sie schließlich aufforderte, das Haus zu verlassen, reagierten sie mit Relativierungen, Bemerkungen über das Wetter und scheinbar besorgten Fragen zu meinem Zustand. Doch auch das änderte nichts mehr: Ich bestand darauf, allein zu sein.
In diesem Moment wurde mir etwas Entscheidendes klar:
Es ging nie um Hilfe.
Es ging nie um Unterstützung.
Es ging um Kontrolle, Grenzverschiebung und das Ausnutzen meiner Verletzlichkeit.
Diese Eskalation in meinem eigenen Zuhause war für mich zutiefst verstörend – aber rückblickend auch der Beginn eines inneren Erwachens. Zum ersten Mal setzte ich eine klare Grenze, trotz Angst, trotz Schuldgefühlen, trotz emotionaler Erschöpfung.
 
Nach der Eskalation in meinem Haus versuchte ich etwa einen Monat später noch einmal, den Kontakt zu klären. Ich ging ein letztes Mal in ihre Wohnung, mit dem Wunsch, über das Geschehene zu sprechen und Grenzen zu ziehen. Ich hielt mich bewusst zurück, gab weniger Persönliches preis und achtete stärker auf meine Privatsphäre. Darauf reagierten beide zunehmend distanziert und desinteressiert. Kurz darauf brach der Kontakt vollständig ab. Nachrichten blieben unbeantwortet, von ihrer Seite kam kein weiteres Gespräch. Der Kontaktabbruch ging eindeutig von ihnen aus.


In der Zeit danach war ich innerlich stark aufgewühlt. Wut, Scham, Enttäuschung und das Gefühl von Ungerechtigkeit wechselten sich ab. Rückblickend weiß ich, dass meine Reaktion darauf nicht richtig war. In dieser emotionalen Überforderung begann ich, sie anonym anzurufen – nicht um ein Gespräch zu führen, sondern um zu stören. Teilweise auch nachts. Mir ist heute klar, dass dieses Verhalten falsch war. Es war kein Ausdruck von Abhängigkeit, sondern von nicht verarbeiteter Wut, Kränkung und Orientierungslosigkeit. Ich übernehme dafür die Verantwortung.


Nach einem dieser Anrufe kam es am folgenden Tag zu einem polizeilichen Besuch bei mir. Es handelte sich um ein Verhör im Zusammenhang mit einer Anzeige. In diesem Gespräch wurden verschiedene Namen genannt, unter anderem auch der von Tony (Pseudonym). Der zuständige Kommissar gab an, diese Person bereits zu kennen – nicht aus meinem Kontext, sondern aus früheren, unabhängigen Vorfällen. Mir wurde deutlich geraten, jeglichen Kontakt zu dieser Person dauerhaft zu beenden und Abstand zu halten. Diese Einschätzung wirkte im ersten Moment erschreckend, war im Nachhinein aber eine wichtige Bestätigung meiner Wahrnehmung und ein klarer Wendepunkt für mich.


Seitdem ist der Kontakt vollständig beendet.


Heute lebe ich ein stabiles, eigenständiges Leben. Ich bin berufstätig, sozial eingebunden und sportlich sehr aktiv. Ich betreibe drei Sportarten, darunter zwei Kampfsportarten in Vereinen, und engagiere mich in meinem Hauptsport auch organisatorisch. Zusätzlich gehe ich regelmäßig ins Gym. Diese Strukturen geben mir Halt, Selbstwirksamkeit und ein klares Gefühl von innerer Stabilität – etwas, das mir damals gefehlt hat.


Vor einiger Zeit kam es zu einer Situation, die ich hier noch erwähnen möchte: Nach dem Training wartete ich an einer Bushaltestelle, an der nur eine Linie hält. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich einen Mann, dessen äußere Merkmale – Statur, Größe, Spitzbart und Brille – stark an Tony erinnerten. Ich kann nicht sicher sagen, ob er es tatsächlich war oder nur jemand, der ihm ähnelte. Als ich mich an die Haltestelle stellte, um auf den Bus zu warten, verschwand diese Person kurze Zeit später. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mir nicht sicher bin, ob es sich um dieselbe Person handelte.


Entscheidend ist für mich etwas anderes: Diese Situation löste keine Angst mehr aus. Ich blieb ruhig, klar und bei mir. Sie zeigte mir, wie weit ich innerlich gekommen bin.


Diese Geschichte endet für mich nicht mit Angst oder Ohnmacht, sondern mit Erkenntnis. Ich habe gelernt, wie subtil toxische Dynamiken entstehen können, wie wichtig klare Grenzen sind – und dass es möglich ist, sich daraus zu lösen und ein stabiles, selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Ich bin im Leben angekommen. Ich lebe, wo sie nur "überleben" Verantwortungslos, manipulativ, Parasitär
 

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