Wäre ich eine Frau, die dich näher kennenlernen wollte, fänd ich es maximal störend, wenn du deine Unerfahrenheit so problematisieren würdest. Anders als wenn du Suaheli lernen wolltest bist du nicht gänzlich unbedarft in Beziehungserfahrung. Schon im Kindergarten lernt man, dass man nicht der Nabel der Welt ist und Kompromisse häufig Schlüssel zur Lösung sind. Man lernt abzugeben, Rücksicht zu nehmen, sich einzufühlen, sich selber angemessen wichtig zu nehmen, sich auch mal durchzusetzen, zu streiten etc. pp. Das ist nun wirklich nicht der heilige Gral. Wenn du dich gerne mit künstlichen Intelligenzen unterhältst, dann frag da mal, was in einer guten Beziehung wichtig ist. In einer Beziehung wendest du das dann an, lernst, was klappt oder auch nicht und justierst nach und zwar so, dass du dich nicht verbiegen musst. Es dem anderen um jeden Preis recht machen zu wollen ist der Tod jeder Beziehung. Es braucht Ecken und Kanten, um sich zu reiben, sonst wird es nicht warm.
Auch Sex ist kein Hexenwerk. Da könnte dir zwar die Nervosität beim ersten Mal einen Strich durch die Rechnung machen, muss aber auch nicht sein. Wenn dich das so beschäftigt und du Sex für dich zum Buch mit sieben Siegeln erklärst, könnte Bezahlsex tatsächlich ein Weg sein, um dich da ein bisschen zu entspannen und aufzuschlauen. Learning by doing sozusagen.
Versuch das Ganze um Sex und Erfahrung mal weniger wichtig zu nehmen, stattdessen erst mal das Kennenlernen potenzieller Partnerinnen in den Vordergrund zu rücken. Deine Körpergröße könntest du dabei proaktiv thematisieren ("klein, aber dafür richtig oho"), um Enttäuschungen durch Rückzieher zu minimieren, auf der anderen Seite herauszustellen, dass du sehr wohl um deinen Wert als Mensch weißt. Selbstbewusstsein macht sexy. Und das kann man tatsächlich schon in gängigen Alltagssituationen üben, bevor dann eine potenzielle Herzdame deinen Weg kreuzt.