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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Oder hier wird eine Trickbetrügerin gesucht:
Lol
Die gesamte Kategorie der Polizei in deinem Link lautet "unbekannte Täter"

Das heißt die Polizei gendert nicht, sondern nennt die Gesamtheit einfach mit dem generischen Maskulin anstatt zu gendern mit "unbekannte Täterinnen und Täter".

Erst wenn im konkreten Bericht durch ein Bild klar ist, dass es eine Frau ist, wird plötzlich die weibliche Form "Trickbetrügerin" benutzt.

Es belegt wunderbar was Portion Control vorher gesagt hat, dass im negativen Verdachtsfall das generische Maskulin verwendet und nicht gegendert wird. Im Gendergedanken ist also der Böse immer erstmal ein Mann.
 
Ich kann nur für mich sprechen, ich gendere natürlich (!) auch Täter*in und alle anderen von dir genannten Beispiele und wenn das nicht gemacht wird, finde ich das auch falsch. Und ich vermute, dass es die meisten anderen auch so handhaben, denen das Thema wirklich ernst ist.
Tja, ist aber leider nicht so. Und ich bewerte ja wie ein solches Thema global behandelt wird, und nicht ob du persönlich korrekt genderst.

@ Blaumeise
Mir geht es aber gar nicht um Fälle, in welchen die Person bekannt und als männlich oder weiblich identifiziert wurde. Das ist ja wohl klar das man das dementsprechend formuliert.

Mir geht es um solche Gegebenheiten:


Wo steht denn hier "der Unfallverursacher" oder "die Unfallverursacherin"?
 
Viele andere Sprachen wie türkisch, englisch, finnisch etc. haben diese vermeintliche Problem nicht, weil sie keine vergleichbaren "er" Endungen haben.
Andere Sprachen funktionieren anders als die deutsche Sprache und auch die Zuordnung der Geschlechter(bezeichnungen) funktioniert anders.

Wenn man den Genderbedarf anderer Sprachen untersuchen will, muss man sich meines Erachtens genauer mit den jeweiligen Sprachen beschäftigen, um zu erörtern, wo es ggf. bei den Geschlechterzuordnungen zu Missverständnissen oder Falschzuschreibungen kommen kann.

Die hier erwähnte finnische Sprache funktioniert sowieso deutlich anders und hat ganz andere grammatikalische Konzepte. Bei den Personalpronomen wird beispielsweise nicht zwischen "er" und "sie" unterschieden. "Hän on" heißt "er ist" oder "sie ist". Auch die Berufsbezeichnungen haben keine geschlechtsspezifischen Endungen, soweit ich weiß. In einer solchen Sprache führt meines Erachtens die Verwendung der Begriffe nicht zu entsprechenden Misssverständnissen, weil meines Wissens die Begriffe gleichermaßen für Männer und Frauen verwendet werden. "lääkäri" heißt sowohl "Arzt", als auch "Ärztin". Ich denke aber, dass "lääkäri" kein generisches Maskulinum ist (wie im Deutschen), weil das Männliche nicht explizit in dem Wort drin steckt (so verstehe ich das zumindest).

Ob das zu Missverständnissen kommen kann oder nicht, und wie man eindeutige Unterschiede macht, wenn man das Geschlecht betonen will, weiß ich leider nicht. Ob es Bedarf am Gendern im Finnischen gibt, weiß ich als Nichtfinne auch nicht. Auf jeden Fall kann man meiner Meinung nach andere Sprachen nicht unbedingt als Begründung fürs Gendern oder Nichtgendern heranziehen.
 
"lääkäri" heißt sowohl "Arzt", als auch "Ärztin". Ich denke aber, dass "lääkäri" kein generisches Maskulinum ist (wie im Deutschen), weil das Männliche nicht explizit in dem Wort drin steckt (so verstehe ich das zumindest).
Aber genau das ist der Punkt. Dass wie du schreibst "das männliche explizit im Wort drinsteckt" und mit bestimmten Wörter damit nur Männer gemeint seien ist vor allem sprachliche Wahrnehmung, nicht objektive Realität. Die Wahrnehmung einer Minderheit.

Das generische Maskulinum im Deutschen existiert aus historischen und grammatikalischen Gründen, nicht weil es absichtlich geschaffen wurde, um jemanden auszuschließen.
Im Deutschen ist das grammatikalische Geschlecht (Genus) nicht automatisch mit dem biologischen Geschlecht gleichzusetzen und wird auch mehrheitlich nicht so wahrgenommen.
  • „Das Mädchen“ ist grammatisch neutral, obwohl es ein weiblicher Mensch ist.
  • „Der Mensch“ ist grammatisch maskulin, obwohl damit auch Frauen gemeint sein können.
  • „Die Sonne“ ist grammatisch feminin, obwohl sie gar kein Geschlecht hat.
Wo macht denn deine Wahrnehmung dann halt? Ist die Sonne und der Mond dann nicht auch diskriminierend, weil der wichtigere Himmelskörper weiblich ist und der unwichtigere männlich?
Kann ich irgendwo vor Gericht klagen? Oder akzeptierst du bei solchen Begriffen das grammatikalische Geschlecht, nur bei Berufen nicht?

In meinen Augen verstehen Genderer die deutsche Sprache nicht. Sie interpretieren ideologisch motiviert in "der/die/das" Geschlechter hinein, die so in den Wörtern garnicht vorhanden oder gemeint sind.
 
Tja, ist aber leider nicht so. Und ich bewerte ja wie ein solches Thema global behandelt wird, und nicht ob du persönlich korrekt genderst.

@ Blaumeise
Mir geht es aber gar nicht um Fälle, in welchen die Person bekannt und als männlich oder weiblich identifiziert wurde. Das ist ja wohl klar das man das dementsprechend formuliert.

Mir geht es um solche Gegebenheiten:


Wo steht denn hier "der Unfallverursacher" oder "die Unfallverursacherin"?
Okay, es geht dir also um Fälle, bei denen das Geschlecht nicht bekannt ist. Aber genau da wird’s doch interessant: Warum greift man dann trotzdem auf eine männlich markierte Bezeichnung zurück?
Wenn „Täter“ geschlechtsneutral gemeint sein soll, warum wäre dann „Täterin“ in der gleichen Situation plötzlich „falsch“?

Sprache prägt eben auch unser Bild davon, wer etwas typischerweise tut oder tun darf. Und wenn nur von Tätern, Mördern, Räubern gesprochen wird, aber fast nie von Täterinnen, dann klingt es eben doch so, als seien Frauen von vornherein nicht gemeint.
Deshalb gendern Menschen: Nicht weil das Geschlecht bekannt ist, sondern gerade weil es das oft nicht ist und die Sprache trotzdem eine Richtung vorgibt.

Es gibt aber heute auch zunehmend Meldungen, die von „die tatverdächtige Person“, „der oder die Täter*in“ oder einfach „Unbekannte*r“ sprechen. Das ist vielleicht sperriger, aber auch genauer und natürlich frei von stiller Vorannahme.
 
Es belegt wunderbar was Portion Control vorher gesagt hat, dass im negativen Verdachtsfall das generische Maskulin verwendet und nicht gegendert wird. Im Gendergedanken ist also der Böse immer erstmal ein Mann.
Auch faktisch sind Täter überwiegend männlich, daher paßt es. Frauen sind fast überall die Ausnahme.

  • „Das Mädchen“ ist grammatisch neutral, obwohl es ein weiblicher Mensch ist.
  • „Der Mensch“ ist grammatisch maskulin, obwohl damit auch Frauen gemeint sein können.
  • „Die Sonne“ ist grammatisch feminin, obwohl sie gar kein Geschlecht hat.
Wo macht denn deine Wahrnehmung dann halt? Ist die Sonne und der Mond dann nicht auch diskriminierend, weil der wichtigere Himmelskörper weiblich ist und der unwichtigere männlich?
Der Witz ist, daß das Gender von Sonne und Mond im Deutschen verkehrt herum ist, der Sonnengott ist nämlich in den meisten alten Sprachen und Kulturen als männlich definiert, der Mond (Frau Luna) dagegen als weiblich. Allerdings wechselt das je nach Kultur: https://de.wikipedia.org/wiki/Mondgottheit https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sonnengottheiten
 
Schaden am Auto - verursachende Person(en) unbekannt
Richtig, da möchte unsere pluralistische Gesellschaft hin.

"Darf ich vorstellen? Agatho Bauer (männlich, weiblich, divers?) - Fachperson im Bereich XYZ; anzusprechen bei Fragen zu Fachbereich XYZ"

Da ist natürlich mitunter Kreativität gefragt und auch die Akzeptanz für Ausnahmen.
 
Aber genau das ist der Punkt. Dass wie du schreibst "das männliche explizit im Wort drinsteckt" und mit bestimmten Wörter damit nur Männer gemeint seien ist vor allem sprachliche Wahrnehmung, nicht objektive Realität. Die Wahrnehmung einer Minderheit.

Das generische Maskulinum im Deutschen existiert aus historischen und grammatikalischen Gründen, nicht weil es absichtlich geschaffen wurde, um jemanden auszuschließen.
Im Deutschen ist das grammatikalische Geschlecht (Genus) nicht automatisch mit dem biologischen Geschlecht gleichzusetzen und wird auch mehrheitlich nicht so wahrgenommen.
  • „Das Mädchen“ ist grammatisch neutral, obwohl es ein weiblicher Mensch ist.
  • „Der Mensch“ ist grammatisch maskulin, obwohl damit auch Frauen gemeint sein können.
  • „Die Sonne“ ist grammatisch feminin, obwohl sie gar kein Geschlecht hat.
Wo macht denn deine Wahrnehmung dann halt? Ist die Sonne und der Mond dann nicht auch diskriminierend, weil der wichtigere Himmelskörper weiblich ist und der unwichtigere männlich?
Kann ich irgendwo vor Gericht klagen? Oder akzeptierst du bei solchen Begriffen das grammatikalische Geschlecht, nur bei Berufen nicht?

In meinen Augen verstehen Genderer die deutsche Sprache nicht. Sie interpretieren ideologisch motiviert in "der/die/das" Geschlechter hinein, die so in den Wörtern garnicht vorhanden oder gemeint sind.
Das stimmt so einfach nicht. Im Deutschen gibt es sowohl männliche als auch weibliche Formen, es gibt den Arzt und die Ärztin. Es gibt die "Ärzte" und die "Ärztinnen". Das ist in anderen Sprachen teilweise anders und deswegen nicht vergleichbar. Sobald es zwei Formen und für zwei Geschlechter gibt, wird es schwierig, wenn man denkt, man könnte das andere einfach "mitmeinen" und das sei okay, weil irgendwann mal festgelegt. Anders wäre es, wenn es nur eine neutrale Form für beide Geschlechter gäbe, wie "die Menschen". Mit dem grammatikalischen Geschlecht hat das, wie du auch schreibst, nichts zu tun und davon redet hier auch niemand, außer diejenigen, die (falsch) dagegen argumentieren. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.
 
Lol
Die gesamte Kategorie der Polizei in deinem Link lautet "unbekannte Täter"

Das heißt die Polizei gendert nicht, sondern nennt die Gesamtheit einfach mit dem generischen Maskulin anstatt zu gendern mit "unbekannte Täterinnen und Täter".

Erst wenn im konkreten Bericht durch ein Bild klar ist, dass es eine Frau ist, wird plötzlich die weibliche Form "Trickbetrügerin" benutzt.

Es belegt wunderbar was Portion Control vorher gesagt hat, dass im negativen Verdachtsfall das generische Maskulin verwendet und nicht gegendert wird. Im Gendergedanken ist also der Böse immer erstmal ein Mann.
Ja, dann ist die Polizei ein schlechtes Vorbild, was richtiges Gendern angeht (wundert mich jetzt aber auch nicht so wirklich). Dann sollte man ihnen vielleicht rückmelden, dass es problematisch ist, Täter*innen per se als männlich zu framen.
 

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