Ja, das fällt mir auch auf, rechts zu sein ist heute "gegen den Mainstream" und "gegen die da oben" etc. Ich kann einerseits gut verstehen, dass man sich als junger Mensch abgrenzen will und gleichzeitig beinhalten zB gerade die Inhalte der AfD ja wirklich, wie
@Arktur schon schreibt, ein eher altes, traditionelles Weltbild und dazu noch politische Maßnahmen, die vor allem wohlhabenden Menschen nutzen, also eigentlich ziemlich untauglich als "anti Partei", nur das öffentliche Auftreten ist halt so. Gerade wenn es einem wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht gut geht, sollte man die AfD nicht wählen.
Die Unterstützung für die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat sich laut aktuellen Umfragen seit den letzten Bundestagswahlen vor zwei Jahren auf mehr als 20 Prozent verdoppelt. Auf der Agenda der Partei stehen vor allem EU-skeptische und zuwanderungsfeindliche Ziele...
www.diw.de
Ich analysiere immer Hobbymäßig warum es evtl. so sein könnte. Meine Schlussfolgerung ist: Die Rechtskonservativen haben einen entschiedenen Vorteil: Stabilität. Das urbane Progressive bzw. auch das Liberale haben ein entschiedenen Nachteil: Entwurzelung und Vereinzelung. Es gibt ja auch eine politische Studie bezüglich Depressionen und Einsamkeit. Die andere Seite schafft keine Stabilität, weil ihr Hauptmerkmal die Flexibilität ist. Das führt am Ende zur Erschöpfung und Desorientierung. Wenn wir zurück zur AFD kommen. Versuche ich mal aufzuschlüsseln wie ich die Wähler wahrnehme:
1) extrem Bürgerlich Konservativ: Leute mit gutem Einkommen die sich von der Union entfremdet haben
2) Dass finde ich viel Interessanter: Untere Mittelschicht (evtl. noch ärmer) Ich glaube die haben ein anderes Bedürfnis und linkeren Kräfte schaffen es nicht dieses Bedürfnis zu erfüllen. Es ist das Thema: Globalisierung. Ich die sehen das Thema Globalisierung eher negativ und wollen eher mehr in den ländlichen Regionalismus. Dieses Bedürfnis kann auch die Union nicht erfüllen, weil die Union aufgrund ihrer Marktwirtschaftlichen Position global orientiert sind.
Die AFD ist auch sehr neoliberal, aber wenn man nach Frankreich schaut würde ich eher sagen das Le Pen nicht neoliberal ist. Selbst Trump ist auch nicht nur neoliberal, sondern er erhebt Zölle.
Ich persönlich glaube dass man diese Leute nur durch eine sozial konservative Politik erreichen kann. Langfristig gesehen.....
Die Progressiven werden es nicht schaffen diese Leute zu überzeugen, ihr Weltbild ist diametral verschieden und sie stehen sich ja feindlich gegenüber.
Deswegen kann ich mit der Aussage nichts anfangen: Wie die wählen gegen ihre Interessen. Ökonomisch mag es teilweise sein, denn die Gruppe 1 ist selber neoliberal. Die Gruppe 2 fokussiert sich auch mehr auf die kulturelle Achse. Das was man quasi den Linken vorwirft machen sie selber. Die wirtschaftliche Achse ist eher im Hintergrund.
Es gibt gesellschaftlich schon das Bedürfnis nach Nationalkonservativen Positionen. Deswegen finde ich es strategisch sinnvoller es nicht so ignorieren oder harmlosere Positionen zu tolerieren. Es bräuchte eher eine harmlosere Partei als die AFD. So würde es eher im Nationalkonservativen Spektrum bleiben und man müsste vor Extremismus keine Angst haben.
Ich weiß für die Progressiven Grünen/Linken ist es nicht so toll, was ich da schreibe.
Es ist jetzt nicht meine Position, aber ich glaube schon dass es die Bedürfnisse gewisser Wähler abdecken würde. Dann könnte man die Emotionen runterfahren und mehr in die Sachlichkeit kommen.