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Check ich es nicht?

Sporty321

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich hätte gerne mal eure Meinung. Ich habe eine Kollegin, die am Empfang arbeitet. Sie ist sehr lieb und kümmert sich und ich kann mich noch gut erinnern, wie freundlich sie mich empfangen hat, als ich mein Bewerbungsgespräch hatte. Arbeitsmäßig habe ich nichts mit ihr zu tun.

Ich mag sie, sie ist nett aber in ihrer Art jetzt auch niemand, mit dem ich unbedingt eine enge Freundschaft aufbauen würde. Sie redet mir einfach zu viel.

Offenbar hat sie mich aber extrem in ihr Herz geschlossen und kommt ständig zu mir, macht mir ständig Komplimente zu meinem Outfit oder wie schön ich sei. Das ist mir extrem unangenehm und gehört auch nicht auf die Arbeit zumal ich ganz normal aussehe.

Oft hält sie mich dabei von der Arbeit ab und es ist schwierig sie in ihrem Redefluss zu unterbrechen. Das macht sie auch mit anderen. Oder sie versucht einem nach Feierabend danach ewig in ein Gespräch zu verwickeln, woran ich eigentlich kein Interesse habe.

Sie ist sehr anhänglich und touchy und letztens kam sie mir als ich erkältet war zu nah, wo ich sie doch etwas grob abgeschüttelt habe. Ein andermal kam sie zu mir an den Schreibtisch und erzählt irgendwas und fing mir dann an über den Rücken zu streicheln.

Ich sehe sie ja auch nicht so oft im Umgang mit anderen, so dass ich aber nicht davon ausgehe, dass sie das bei anderen auch macht.

Ich mag grundsätzlich keine körperliche Nähe von fremden Personen und bin da auch nicht so jemand, der gerne andere umarmt zur Begrüßung, etc.

Wie seht ihr das: fällt das noch unter normal unter Frauen oder hat sich da vielleicht lesbische Neigungen, die ich nicht checke? Ich habe wenig Kontakt zu anderen Frauen, habe wenig Erfahrung, ich arbeitete lebenslang eigentlich fast nur mit Männern zusammen. Und meine Freundinnen wissen, dass ich das Gekuschel mit Frauen nicht leiden kann.

Wir sind beide verheiratet, also mit Männern...

Habt ihr vielleicht einen Tipp wie ich mich freundlich abgrenze? Ich mag sie ja und will sie auch nicht verletzen aber das überschreitet jetzt so langsam meine Grenzen.

Von einem männlichen Kollegen würde ich es auch nicht dulden, dass er mich anfasst.
 
Ich würde ihr einfach sagen, dass ich sie sehr schätze und auch finde, dass sie ihre Arbeit gut macht. Ich es aber nicht so mögen würde, angefasst zu werden.

Dass Gespräche mit ihr zu lang werden können, dazu gehören 2. Einer, der redet und einer der zuhört oder sogar mitredet bzw. reagiert. Da musst du an dir selber arbeiten. "Sei mir nicht böse, ich hab nicht soviel Zeit zum Quatschen, sonst werde ich mit meiner Arbeit nicht fertig."

Da musst du in Kauf nehmen, dass du etwas tust, was ihr nicht gefällt. Allerdings bezahlt dich dein Arbeitgeber fürs Arbeiten, nicht fürs Quatschen. Vielleicht macht es das einfacher, wenn du dir das nochmal vor Augen führst.
 
Verhält sie sich gegenüber anderen Mitarbeitern auch so?

Das Reden macht sie mit allen. Da hat sich auch schon mein Chef mit einer Bemerkung bei mir "beschwert", dass sie ja da völlig merkbefreit ist, und selbst dann nicht aufhört, wenn man sich schon demonstrativ wegdreht. Sie erzählt halt immer ungefragt irgendwelche Geschichten aus ihrem Leben und kommt dann vom Hundertsten ins Tausendste.

Aber inwieweit sie andere Frauen oder auch Männer angrabscht weiß ich nicht, ich beobachtest sie ja auch nicht ständig.

Aber findet ihr das Anfassen noch normal oder geht das doch eher in eine homoerotische Richtung
über die ich mir Gedanken machen müsste?

Ich habe das eigentlich bislang nicht weiter ernst genommen wenn sie mir erzählt wie hübsch sie mich findet oder sowas ...wie gesagt das ist mir eher unangenehm.
 
Jeder Mensch ist anders.
Jeder Charakter ist anders.

SIE eben grabscht gern.
Aber ich würde ihr das nicht gestatten, sondern es ihr verbieten.
 
Hallo @Sporty321 ,

so wie du sie beschreibst klingt sie wie der Typ "gute Seele des Unternehmens", offenherzig, lieb und etwas merkbefreit im Umgang mit Nähe-Distanz. Ich lese erstmal kein sexuelles Interesse heraus, es gibt einfach Menschen, die sehr touchy sind. Früher war das noch mehr verbreitet, inzwischen (zum Glück) weniger, ich mag das auch überhaupt nicht.
Ich denke auch, dass du manchmal noch etwas klarer und strikter Grenzen setzen muss, verstehe aber auch, dass das schwierig ist. Es gibt Menschen, die verstehen "durch die Blume" formuliertes einfach nicht, ich habe auch so eine Kollegin, da braucht es ganz klare Ansagen. Sowas wie ein "sooo" und langsam anfangen, Sachen einzupacken um zu signalisieren, dass man sich auf den Weg macht, kommt überhaupt nicht an und sie redet in einer Tour weiter.
 
Ich verstehe absolut, dass dir dieses Nähe suchen unangenehm ist, aber da bleibt wirklich nur
die "freundliche Distanz" und vorher eine diplomatische Ansage.
Ich würde das situativ machen,
also, wenn sie dich das nächste mal absichtlich berührt, würde ich ganz klar sagen:
"Hey, sei mir nicht böse, aber ich möchte nicht angefasst werden."
und dann mit Körpersprache unterstreichen, indem du einen Schritt von ihr weg trittst.

Wobei ich das "sei mir nicht böse" eher so als Puffer sehe, damit es nicht ganz so harsch klingt.
Wenn sie dann doch beleidigt ist- sei's drum.
Sie ist dir ja nicht wichtig, du musst ja nur auf professioneller Ebene mit ihr Kontakt haben.

Was das Quatschen angeht: "Du, ich würd' jetzt gerne hier weitermachen und muss mich konzentrieren."
Freundlich lächeln, abwenden.

Ich weiß, das ist alles von außen leicht gesagt, aber das Verhalten der Kollegin ist einfach übergriffig und du hast das Recht, sie in die Schranken zu weisen.
Und wenn nicht, ist zu befürchten, dass es für dich dann immer krampfiger wird.
Du tust ihr damit nichts an - du tust was für dich.😊
 
Ich sehe es auch so, dass man aus dem reinen Anfassen kein sexuelles Interesse ableiten kann.
Genauso verhält es sich mit Komplimenten: Es gibt Kolleg*innen, die sich meinen andienen zu müssen, indem sie einem Honig ums Maul schmieren. Das können Komplimente zur Optik sein, genauso wird ungefragt Kaffee mitgebracht oder auch mal Leckereien vom Bäcker.
Das kann einfach charakterlich bedingt sein; vielleicht ist die Kollegin auch einsam und hat einzig den Job um ihr Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen. Womöglich gibt es noch ganz andere Gründe. Ich würde hier nicht versuchen, nach eindeutigen Erklärungen zu suchen - die Antwort wird dir hier niemand geben können.

Konzentrier dich auf das, von dem du möchtest, dass es aufhört. Tipps sowohl zum Körperkontakt als auch zum Dauerquatschen hast du schon bekommen.

Übrigens finde ich es befremdlich und unkollegial, dass hinter dem Rücken der Kollegin über sie geredet wird - auch wenn es dein Chef ist. Dem hätte ich auch gesagt "Dann sagen Sie ihr das doch!"
 

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