Vllt noch mal ein paar generelle Beobachtungen, die ich so gemacht habe:
Bin im Sportverein und bin da mit ca. 4 jungen Männern befreundet, alle 27-30. Alle Dauersingle. Dabei sind sie absolut in Ordnung. Wirklich gute Typen, auch absolut vorzeigbar aber eher so die ruhigen, nicht so die Player. Als ich im Studium war, gab es ganz klassisch das Dating / Kennenlernen. Selbst als "Normalo" ging das eigentlich wenn man sich nicht ganz dumm angestellt hat.
Mein Eindruck ist, dass die Gesellschaft sehr fragil geworden ist durch diverse Trends:
- Onlinedating wo die Aufmerksamkeit auf einer Person bei der eines Goldfisches liegt. Es kann ja gleich der nächste kommen und man wischt einfach weg wenn es nicht innerhalb von 3 Nachrichten "vibt"
- Instagram, was zu völlig falschen Erwartungen an Beziehungen etc. führt
- Geringerer Wunsch nach Partnerschaft / Familie -> Kenne so viele junge Leute (Typen aber auch Frauen). Die leben seit Jahren alleine.
- Neuer Männertyp, der sich durchsetzt: Das ist halt krass, früher gab es das gar nicht in der Kleinstadt bei uns aber heutzutage fahren da so viele U30 Leute aus den bekannten Ländern mit 5er BMW, AMG, Ferrari etc rum. Und die jungen Frauen springen halt drauf an.
Schön beschrieben, gerade die letzten Spiegelstriche.
Ich habe letztes Jahr eine Frau kennengelernt, die einen bodenständigen Job hat, einen bodenständigen Eindruck machte. Und insgeheim genau diesem Ferrari-Instagram-Influencer nachlechzte. Als einigermaßen hübsche Frau, was sie ist, hat man durchaus Chancen darauf, mit so einem Ferrari Menschen wenigstens mal ins Bett zu steigen und ein paar Wochen interessant zu sein.
Mit mir traf sie sich, sehr oft, hatten schöne Gespräche, aber insgesamt war ich ihr mit meinem normalen Wagen, mit meiner normalen Wohnung (ohne Penthouse Pool und ausfahrbarer Küche) viel zu langweilig. Frau von heute, insbesondere so die Unter 40 Jährigen reden sich alle ein, den "völlig normalen Mann von neben an zu suchen". Kaum eine von den Frauen will aber dann tatsächlich den "normalen Mann von nebenan", sondern geiert jenem Ferrari Menschen hinterher, um es mal zu überspitzen, der sie dann sitzen lässt. Und leider lernen sehr viele Frauen nicht einmal mehr daraus. Das ist in der Tat ein Flächenphänomen und kein Einzelfall mehr.
Meine Arbeitskolleginnen haben fast alle so lange getindert, bis sie tatsächlich einen Arzt oder wenigstens einen angehenden Mediziner zum Freund hatten, da stört es auch nicht, wenn der eine nebenher noch eine Affäre laufen hat, die Beziehung wird weitergeführt in der Hoffnung, irgendwann Teil einer Arztfamilie zu sein.
Umgekehrt sind Frauen bei "normalen" Männern tatsächlich deutlich weniger leidensfähig und sofort weg, wenn da ein Furz quer kommt.
Ich glaube trotzdem, der Punkt der Umkehr kommt, es dauert bei den meisten Frauen aber bis etwa 40, dann wird plötzlich ein zuverlässiger Familienmann gesucht - oft erfolglos, weil alle unter der Haube sind oder auf solche Frauen keine Lust mehr haben, die sie vielleicht vor einigen Jahren mal gekorbt haben. Und Schönheit vergeht, aber der oft miese Charakter bleibt.
Ich fand es faszinierend, welche Frauen sich bei mir so auf einmal wieder mal gemeldet haben, die mich vorher gern auch mal geghostet haben, wenns dann plötzlich drum ging, doch eine solide Lebensplanung zu führen. Ich habe das fast schon lustig gefunden. Und mit MItte 40 irren viele dann als ungewollte Singles durch die Gegend, denn auf den Onlineportalen rücken neue junge hübsche Frauen nach, die von ihrem Ferrari Liebhaber abgeholt werden wollen.
Ich kenne Männer im Alter von 20, die sich planen, die Geheimratsecken weg machen zu lassen, die sie bekommen, aus Sorge, dass sie für Frauen uninteressant sind. So weit sind wir in unserer Gesellschaft gekommen. Künstlichkeit hoch zehn.