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Jugendlicher Mitbewohner - darf ich noch einen Rückzieher machen?

Wie hier schon geschrieben wurde, es war ein ehrenwerter Versuch und der ist schief gelaufen.

Ich würde eine Frist setzen damit er sich in Ruhe was Anderes suchen kann. Dein Junge und Du leidest wegen einem „fremden“ Kerl. Na ja, muss man echt nicht haben.

Ihr habt ganz wunderbar geholfen aber dann ist es auch mal gut.
 
Hallo Ana,

es gibt auch nach dem 18. Lebensjahr noch die Möglichkeit, in einer betreuten WG/ betreutem Einzelwohnen zu leben (also einer eigenen Wohnung mit ambulanter Unterstützung). Ich habe selbst von 16-fast 20 in so einer Wohnform gelebt.
Je nach Sachbearbeiter*in beim Jugendamt und kommunaler Gegebenheiten kann ziemlich unterschiedlich sein, wie der Bedarf eingeschätzt und ob die Hilfe auch über das 18. Lebensjahr hinaus bewilligt wird, Anspruch hat er aber, wenn ein Bedarf festgestellt wird, eigentlich auch über das 18. Lebensjahr hinaus. Wichtig ist, den Hilfebedarf klarzumachen, also dass er zB durch die traumatischen Erlebnisse mit seiner Familie erstmal noch Unterstützung braucht, um das alles aufzuarbeiten.
 
Ach Du liebe Güte ... jetzt übertreibt mal nicht.

Er ist nicht ohne mein Wissen bei mir eingezogen - nur schneller, als ich das vermutet hätte. Er hatte im April gefragt, ob er nach den Sommerferien bei uns einziehen kann, und das hatte ich grundsätzlich bejaht. Er durfte also von meinem Einverständnis ausgehen.

Auch, dass er das Arbeitszimmer bezieht war grundsätzlich abgesprochen. Nur habe ich nicht erwartet, dass das in so einer Übernacht-Situation passiert.

Ich konnte mir halt einfach nicht vorstellen, dass eine Mutter ihr Kind so radikal vor die Tür setzt. Das hat den Jungen und mich wohl gleichermaßen überrascht. Ich dachte eigentlich, wir reden von einer Übergangslösung bis seine Mutter sich wieder einkriegt. Das war definitv eine Fehleinschätzung von mir.

Und wie schon einige Male erwähnt: Das Jugendamt IST involviert. Die haben einen Blick auf den Jungen quasi seit er geboren ist. Alle seine Geschwister sind vor dem 18. Geburtstag zuhause ausgezogen, die sind nur 12 - 17 Jahre älter als er.... Er hat letztes Jahr selbst mit dem Jugendamt über die Möglichkeit gesprochen, in ein betreutes Wohnen zu ziehen.

Das Jugendamt weiß seit dem Tag seines Auszuges, dass er bei mir eingezogen ist. Das Kindergeld bekommt der Junge von seiner Mutter und gibt es mir als Kostgeld weiter. Außerdem bekommt er Unterhalt vom Vater. Für die Übergangszeit ist die Oma eingesprungen. Und ich nage nicht am Hungertuch - das finanzielle ist tatsächlich das allerkleinste Problem.

Er ist schon seit Monaten in einer Therapie und führt diese auch weiter. Die Therapeutin weiß über den Umzug Bescheid und befürwortet das.

Ich habe in den letzten Tagen mit beiden Jungs gesprocheen. Mein Sohn ist genauso wie ich der Meinung, dass wir ihn nicht vor die Tür setzen können und wollen. Und schon gar nicht von heute auf morgen. Auch wenn es ihn stresst, wir suchen nach Lösungen.

Wir schauen jetzt mal, dass wir die Wand zwischen den beiden Zimmern ein bisschen schallgedämmt bekommen und wir richten im Keller noch ein Rückzugszimmer ein. Das ist zwar kein echter Wohnraum, im Sommer kühl und im Winter erst recht, aber die Jungs haben gute Ideen, wie man da mit kleinen Mitteln sinnvoll was draus machen könnte. Das wollen sie sogar selbst bezahlen.

Außerdem haben wir einen Termin beim Jugendamt angefragt. Der Junge darf erstmal hier bleiben. Er braucht uns als Familie und wir werden uns zurecht ruckeln. Beide Jungs haben mir gesagt, dass wir das schaffen.

Aber ich will wissen ob und wenn ja welche Unterstützung er bekommt, wenn er in ein oder zwei Jahren evtl. doch auf eigenen Füßen stehen will, dann aber noch auf dem Gymnasium ist und noch kein eigenes Einkommen hat. Als ich den Thread gestartet habe war das eher ein bisschen Panik vor dem Gedanken, dass er jetzt mindesens vier Jahre bis zum Abitur hier wohnt ... Aber bis dahin fließt ja auch noch viel Wasser den Rhein runter.

Im übrigen ist er auch kein "fremder Kerl". Er geht hier ein und aus seit er 10 Jahre alt ist. Ich wusste nur bis vor 12 Monaten nicht, was bei ihm zuhause so abgeht ...
 
Wie erwähnt: Ich kenne den Jungen seit 7 Jahren. Ich denke, ich kann recht gut einschätzen, wie er drauf ist.

Ich habe einige Kindheitserfahrungen, die mit seinen vergleichbar sind. Ich kann mich daher relativ gut in ihn eindenken. Nein, ich bin keine Psychologin, aber ich hab eine Ahnung davon, was ich mir als Kind gewünscht hätte und versuche, das für ihn zu sein was mir gefehlt hat.

Er ist sehr intelligent und zielstrebig. Er hat Pläne, über die wir uns regelmäßig austauschen. Sein Freundeskreis besteht aus zielstrebigen, intelligenten jungen Menschen die ich zu einem Großteil kenne.

Ich würde fast behaupten, er ist erwachsener als ich es bin …

Ich bin sicher, er wird sein Abitur machen. Und er weiß schon, was er danach machen will - was nicht viele 17jährige von sich behaupten können.

Und zu guter Letzt bin ich ziemlich sicher, dass das Jugendamt hier vor Ort, das den Jungen seit 17 Jahren betreut und begleitet sehr viel besser einzuschätzen vermag, was ich kann und darf und was nicht als Du aus Deiner Ferndiagnose heraus.
 

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