GrayBear
Aktives Mitglied
Hallo @Complicado ,
Dein Ärger und auch Deine Konfusion sind verständlich. Ich kenne solche Reaktionen von Menschen, denen ihr Leben gerade aus den Fugen gerät und das zum Teil selbstverschuldet, zum Teil auch nicht. Wem fällt es nicht immer mal wieder schwer zu vertrauen? So kommt dann eines zum anderen. Der Körper lässt einen im Stich, es mangelt an Disziplin und Hoffnung und man ist zu stolz, das zuzugeben. Dann flüchtet man sich in die surreale Vorstellung, dass man doch "die paar Minuten Verspätung" wert sein müsste, aber realisiert gerade noch, dass es doch auch die eigene Disziplinlosigkeit, falsche Planung und Wunschvorstellungen waren, und man es "wieder mal" nicht auf die Reihe bekommen hat.
Ja, so musst Du Dich nicht behandeln lassen, das stimmt schon, denn auch Deine Lebenszeit vergeht. Wie also mit dieser Situation umgehen? Die erste Frage: ist sie es wert? Etwas sagt mir, dass sie Dir etwas bedeutet und Du sie magst und da mehr ist, als eine beiläufige Bekanntschaft. Freunde eben. Deshalb die zweite Frage: was erhoffst Du Dir von ihr, das Du aber nicht bekommst, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt ist? Brauchst Du ein offene Ohr? Unterstützung? All zu schnell spiegelt man die eigenen Bedürfnisse auf den anderen und anstatt einfach danach zu fragen, was man selbst braucht, macht man dem anderen (manchmal durchaus berechtigte) Vorwürfe, was er alles nicht erfüllt und ist enttäuscht. Aber die eigene Verletztheit hatte einen anderen und zuvor schon vorhandenen Grund.
Dann ist da noch ein weiterer Fakt: manchmal sucht man sich die Menschen als Freunde, die einem ähnlich sind, sowohl mit ihren guten, als auch mit ihren Schattenseiten. Aber treten diese dann zutage, ist die Enttäuschung um so größer, denn man lehnt sie nicht nur im anderen ab, sondern auch in sich selbst. Der Freund wird dann zusätzlich für etwas verurteilt, was man an sich selbst nicht leiden kann. Und manches läuft unbewusst ab und daher kommt die Verwirrung.
Und nun? Wenn sie es Dir wert ist (das kannst nur Du entscheiden), dann schau erst einmal, was Du gerade selbst brauchst und werde Dir dessen bewusst, damit Du Dir nicht von ihr etwas erhoffst, was sie gerade einfach nicht bieten kann. Freunde nehmen Rücksicht auf einander. Dann schau, was Dir gerade möglich ist und was nicht. Du musst Dich nicht damit abfinden, so "am ausgestreckten Arm zu verhungern". Wenn sie Dir die "Gründe" nicht erzählen will, dann ist das eben so, aber dann sag ihr auch klar und NICHT aggressiv, dass Du diese Ungewissheit nicht akzeptieren kannst, weil sie Dir damit jede Unterstützung unmöglich macht.
Wenn ihr euch verabredet, dann richte es so ein, dass Du etwas erledigen kannst, falls sie nicht oder später kommt. Manche Menschen sind nie pünktlich. Das hat nicht so viel mit der Wertschätzung Deiner Person zutun. Sie kriegen es einfach nicht auf die Reihe und ja, sie sind sich selbst wichtiger, als die geforderte Pünktlichkeit. Aber muss daraus ein Drama werden? Erhöhe nicht den Druck auf sie, sondern organisiere Du Dich besser und wenn das nicht möglich ist, dann ist es eben nicht möglich. Geht davon die Welt unter und muss man sich deswegen persönlich angehen?
Ja, da gibt es Stolperfallen, Enttäuschungen und Tiefschläge. Die gibt es immer. Dieses Leben ist immer wieder nicht einfach. Deswegen fängt alles mit der Frage an: ist sie es wert für Dich? Gute Freunde sind nicht immer "nur" funktionierende Freunde. Und falls doch, musst Du Dir die Frage stellen, ob Du ein guter Freund bist. "Abstand" ist nicht das Heilmittel für alles.
Dein Ärger und auch Deine Konfusion sind verständlich. Ich kenne solche Reaktionen von Menschen, denen ihr Leben gerade aus den Fugen gerät und das zum Teil selbstverschuldet, zum Teil auch nicht. Wem fällt es nicht immer mal wieder schwer zu vertrauen? So kommt dann eines zum anderen. Der Körper lässt einen im Stich, es mangelt an Disziplin und Hoffnung und man ist zu stolz, das zuzugeben. Dann flüchtet man sich in die surreale Vorstellung, dass man doch "die paar Minuten Verspätung" wert sein müsste, aber realisiert gerade noch, dass es doch auch die eigene Disziplinlosigkeit, falsche Planung und Wunschvorstellungen waren, und man es "wieder mal" nicht auf die Reihe bekommen hat.
Ja, so musst Du Dich nicht behandeln lassen, das stimmt schon, denn auch Deine Lebenszeit vergeht. Wie also mit dieser Situation umgehen? Die erste Frage: ist sie es wert? Etwas sagt mir, dass sie Dir etwas bedeutet und Du sie magst und da mehr ist, als eine beiläufige Bekanntschaft. Freunde eben. Deshalb die zweite Frage: was erhoffst Du Dir von ihr, das Du aber nicht bekommst, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt ist? Brauchst Du ein offene Ohr? Unterstützung? All zu schnell spiegelt man die eigenen Bedürfnisse auf den anderen und anstatt einfach danach zu fragen, was man selbst braucht, macht man dem anderen (manchmal durchaus berechtigte) Vorwürfe, was er alles nicht erfüllt und ist enttäuscht. Aber die eigene Verletztheit hatte einen anderen und zuvor schon vorhandenen Grund.
Dann ist da noch ein weiterer Fakt: manchmal sucht man sich die Menschen als Freunde, die einem ähnlich sind, sowohl mit ihren guten, als auch mit ihren Schattenseiten. Aber treten diese dann zutage, ist die Enttäuschung um so größer, denn man lehnt sie nicht nur im anderen ab, sondern auch in sich selbst. Der Freund wird dann zusätzlich für etwas verurteilt, was man an sich selbst nicht leiden kann. Und manches läuft unbewusst ab und daher kommt die Verwirrung.
Und nun? Wenn sie es Dir wert ist (das kannst nur Du entscheiden), dann schau erst einmal, was Du gerade selbst brauchst und werde Dir dessen bewusst, damit Du Dir nicht von ihr etwas erhoffst, was sie gerade einfach nicht bieten kann. Freunde nehmen Rücksicht auf einander. Dann schau, was Dir gerade möglich ist und was nicht. Du musst Dich nicht damit abfinden, so "am ausgestreckten Arm zu verhungern". Wenn sie Dir die "Gründe" nicht erzählen will, dann ist das eben so, aber dann sag ihr auch klar und NICHT aggressiv, dass Du diese Ungewissheit nicht akzeptieren kannst, weil sie Dir damit jede Unterstützung unmöglich macht.
Wenn ihr euch verabredet, dann richte es so ein, dass Du etwas erledigen kannst, falls sie nicht oder später kommt. Manche Menschen sind nie pünktlich. Das hat nicht so viel mit der Wertschätzung Deiner Person zutun. Sie kriegen es einfach nicht auf die Reihe und ja, sie sind sich selbst wichtiger, als die geforderte Pünktlichkeit. Aber muss daraus ein Drama werden? Erhöhe nicht den Druck auf sie, sondern organisiere Du Dich besser und wenn das nicht möglich ist, dann ist es eben nicht möglich. Geht davon die Welt unter und muss man sich deswegen persönlich angehen?
Ja, da gibt es Stolperfallen, Enttäuschungen und Tiefschläge. Die gibt es immer. Dieses Leben ist immer wieder nicht einfach. Deswegen fängt alles mit der Frage an: ist sie es wert für Dich? Gute Freunde sind nicht immer "nur" funktionierende Freunde. Und falls doch, musst Du Dir die Frage stellen, ob Du ein guter Freund bist. "Abstand" ist nicht das Heilmittel für alles.
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